Ein Ferienjob für Jana und Lena

Mit einem Ferienjob muss man sich nicht langweilen

Jana und Lena langweilten sich.
„Es ist zum Fürchten“, murmelte Jana und kickte Steine über den Hof.
Lena nickte und starrte vor sich hin. „Ich habe eine Idee“, sagte sie plötzlich. „Wir suchen uns einen Job!”
Eine prima Idee. Jana war begeistert. Aber wo sollten sie Arbeit finden? Zuerst sahen die beiden in der Zeitung nach. Nichts. Dann gingen sie durchs Dorf und fragten alle nach einem Job. Die Leute aber lachten nur und antworteten: „Nein, wir haben keinen Job.“ Nachbar Locke meckerte sogar gleich wieder los: „Immer müsst ihr alte Leute ärgern.“ Und die alte Frau Meyer schlug die Hände über dem Kopf zusammen. „Ihr armen Kinder!“, rief sie. „Bekommt ihr daheim nicht genug zu essen?”
Bei Onkel Udo hatten Jana und Lena endlich Glück: „Ihr könnt mir ‚Owidum‘ aus der Apotheke besorgen!“, sagte er.
„Oh, fein!” Vor Freude über den Job sahen Jana und Lena nicht das Grinsen auf Onkel Udos Gesicht.
„Beeilt euch!”, sagte Onkel Udo und gab Jana fünf Euro. „Und vergesst nicht, das Mittel heißt „Oohhwiiidumm!“
Apotheker Klein sah Jana und Lena freundlich an. „Owidum?“, murmelte er. „Hm!” Er suchte in allen Schubladen und Schränken, dann schüttelte er bedauernd den Kopf. „Nein“, sagte er und lächelte. „Owidum haben wir leider nicht!”
„Oh, wie dumm“, rief Lena.
„Versucht es mal in der Dronbacher Apotheke!”, schlug Herr Klein vor.
„Dronbach?“ Jana bekam einen Schreck. „Das sind ja fast vier Kilometer.“
„Job ist Job”, sagte Lena und lief los. Der Weg war weit, und als die beiden in Dronbach ankamen, waren sie müde und hungrig.
„Wir hätten gern Owidum für fünf Euro“, sagten sie in der Apotheke.
„Owidum?”, fragte Apotheker Knapp und sein Gesicht wurde rötete sich. Dann platzte er los: „Oho! Owiedumm wünschen die Damen. Oho.“ Er lachte in einem fort. „Nei-hein, das ha-haben wir nicht. Hoho!“
Jana und Lena sahen diesen verrückten Apotheker, der mit dem Lachen gar nicht mehr aufhören konnte, verwundert an.
Nun wurde auch Lenas Kopf rot. „Überall suchen wir nach dem dummen Owidum”, schimpfte sie los. „Sie aber lachen und daheim sitzt der arme, kranke Onkel Udo und wartet auf seine Medizin. Das ist gemein. Ich glaube…“ Doch sie sagte nicht mehr, was sie glaubte, denn auf einmal fiel ihr wieder das freche Grinsen von Onkel Udo ein. „Oh, wie dumm!“, rief sie. „Was waren wir dumm!“
Vor Wut begann Lena zu heulen und Jana erzählte Herrn Knapp, der nun nicht mehr lachte, die ganze Geschichte. Von der Langeweile, der Jobsuche und von Onkel Udo.
Apotheker Knapp war nun sehr nett und tröstete die beiden.
„Da hat man euch aber mächtig auf den Arm genommen“, sagte er. „Aber euer armer, kranker Onkel Udo soll nun trotzdem seine Medizin bekommen.“ Er nahm eine leere Pillendose und schrieb mit großen Buchstaben ‚OWIDUM zum Preis von 10 Euro‘ auf das Etikett.
Toll. Jana und Lena bedankten sich und machten sich kichernd auf den Heimweg. Unterwegs füllten sie die Dose mit Steinchen. Dann rannten sie zu Onkel Udo.
Der staunte nicht schlecht, als die Schwestern wieder vor ihm standen.
„Hier! Deine Medizin“, sagte Jana freundlich. „Sie ist sehr teuer gewesen. Denk nur, zehn Euro hat sie gekostet. Wir bekommen also noch fünf Euro von dir.“
„N-noch f-fünf Euro?“, stammelte Onkel Udo und starrte auf die Pillendose. Dann griff er zögernd nach seiner Geldbörse. Was blieb ihm auch an anderes übrig?
Jana und Lena aber grinsten. Und wie sie grinsten.

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

16. Juli 2016 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Familiengeschichten, Mutgeschichten, Sommergeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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