Picknick und ein Abenteuer mit den Wurzelwesen

Tief unter der Wiese im Reich der Wurzelwesen ist ganz schön viel los

Beim Picknick entdecken Mia und Max mitten auf der Wiese eine alte Tür. Neugierig zieht Max an der verrosteten Türklinke. Mit einem Knarren springt die Tür auf.
„Sieh nur!“, ruft Max. „Da führt eine Treppe hinunter in die Erde.“
„Eine Treppe? In den Boden hinein?“ Neugierig blickt Mia durch die Tür. Stimmt. Da ist eine Steintreppe. „Vielleicht führt sie in eine Höhle?“
Vorsichtig betritt Mia die ersten Stufen.
„Pass auf!“, ruft Max, doch Mia ist schon verschwunden. So bleibt Max nichts anderes übrig, als seiner Schwester zu folgen.
Immer tiefer führt die Treppe in die Erde hinab, bis die Geschwister in einen Steingang gelangen. Der ist breit und vom Licht unzähliger Fackeln erhellt.
Mia und Max staunen. „Ob hier jemand wohnt?“
Plötzlich hallt von weither fröhliches Singen und Lachen.
Die Geschwister lauschen. Dann schleichen sie auf leisen Sohlen weiter durch den Gang. Das Singen wird lauter und bald stehen sie in einer Höhle mit einer weiten Kuppel, in der Tausende brennender Fackeln stecken. In der Höhle geht es hoch her. Kleine wurzelbraune Wesen wuseln wieselflink hin und her. Es sieht aus, als arbeiteten sie geschäftig. Andere sitzen und essen und trinken, wieder andere musizieren und tanzen.
„Toll“, ruft Mia und klatscht zum Takt der Musik.
Ihr Klatschen hallt wie ein Paukenschlag durch die Höhle und wie ein Paukenschlag halten die kleinen Wesen in ihrem Treiben inne. Mit blitzenden Augen starren sie den Eindringlingen entgegen.
Im gleichen Moment spüren Mia und Max, wie sie immer mehr schrumpfen, bis sie so klein sind wie die Wurzelwesen in der Höhle.
„Ha-ha-hallo“, stammelt Max.
„Seid gegrüßt, Fremde!“ Eines der Wesen zieht seine Mütze. „Es ist lange her, dass uns Erdlinge besucht haben. Wir sind die Wächter der Erde, und ich bin König Chen-Wüm-Klü. Wir leben hier und haben Acht auf die Erde.“
„Oh“, sagt Mia erleichtert. „Auf die Erde aufpassen? Das ist gut.“
Chen-Wüm-Klü seufzt. „Jaja“, murmelt er, „die Menschen tun das leider nicht besonders sorgfältig.“
„Und wie passt ihr auf die Erde auf?“
Chen-Wüm-Klü führt Mia und Max in einen Seitengang der Höhle. Dessen Ende ist durch ein großes Gitter verschlossen. Dahinter sitzen Wurmwesen mit grün-gelb-lilafarbenen Gesichtern.
„Wer sind die?“, fragt Max.
„Das sind Enürgs, die Wurzelknabberer“, antwortet Chen-Wüm-Klü. „Sie richten großen Schaden an, denn sie knabbern an allen Wurzeln auf Wiesen, Feldern, in Parks und in Wäldern. Wir fangen sie ein und dann …“ Chen-Wüm-Klü reibt sich die kleinen Hände und kichert. „Dann müssen sie all den Schmutz aufessen, der durch Regen und Schmutz in den Boden gelangt.“
„Sehen die deshalb so grün-gelb-lila aus?“, kichert Max.
„Irgendwo muss der Schmutz ja lagern“, meint Chen-Wüm-Klü. „Doch eine gute Lösung ist das nicht. Wenn ihr Menschen ein wenig besser aufpassen könntet, brauchten wir die Enürgs nicht.“
Mia nickt. „Ich weiß“, sagt sie betreten, „aber was …“
„Schluss mit den trüben Gedanken“, ruft Chen-Wüm-Klü da. „Heute feiern wir ein Fest. Seid unsre Gäste!“
Und Mia und Max feiern mit ihren neuen Freunden ein fröhliches Höhlenfest. Sie essen Holunderküchlein, Kartoffelkuchen, Beerensuppe und Pilzwürfel und trinken süßen Honigwein. Hm, das schmeckt! Und das Tanzen macht Spaß. Sie singen und tanzen, bis sie vor Müdigkeit umfallen und einschlafen, und als sie wieder aufwachen, sitzen sie auf Picknickwiese neben einer alten Tür. Haben sie das alles eben nur geträumt?

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

17. Juli 2016 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Frühlingsgeschichten, Herbstgeschichten, Naturgeschichten, Sommergeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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