Der Herbstjob der Septemberfrau

Wie gut die Septemberfrau und die Sonne zusammenarbeiten

„Ha!“, sagte die Septemberfrau. „Den Sommer, der noch immer hier im Lande weilt, gedenke ich in diesem Jahr pünktlich zu vertreiben. Er hat in meinem Monat, dem September, nichts zu suchen.“
Sie eilte über den Himmel und schob die Wolkenfront, die über den Bergen lag, ins Land hinein. Sie konnte es gar nicht erwarten, die Wiesen am Morgen mit einer Nebeldecke zu verzieren. Aber sie war sich darüber im Klaren, dass sie damit nicht übertreiben durfte. Denn auch sie wollte geliebt werden. Mit einem freundlichen Lächeln näherte sie sich der Sonne und verneigte sich vor ihr:
Herrin! Dürfte ich freundlich Euch bitten, zu Gast hier zu sein in unseren Mitten. Die Nebel des Morgens, sie blinkern dir zu. Schenk ihnen Licht, denn das Strahlen bist du.
Das gefiel der Sonne, die sich gerade ein wenig hinter den Wolken zurückziehen wollte.
„Oh wie schön! Ein Gedicht nur für mich hast du mir mitgebracht!“, sprach sie und streichelte die Septemberfrau sanft mit einem warmen Strahl. Ganz vorsichtig, damit sie sie nicht mit ihren heißen Strahlen verletzte. „Sehr gern werde ich euer Gast sein.“
Wie leicht fühlte sich die Septemberfrau da und sie sang:
Dankeschön, liebe Frau Sonne. Euch so zur Wonne werde mein Land ich dir malen. In sanft gelben Tönen soll’s strahlen.“
Und sogleich machte sie sich an die Arbeit. Sie tauchte ihren Pinsel in die sonnenblumengelbe Farbe und setzte hier ein Pünktchen auf die Blätter des Ahorns, da ein Pünktchen auf das Buchenlaub und immer wieder ließ gleich die Sonne ihre Strahlen darauf ruhen. Schön sah das aus. Zauberschön. Die Septemberfrau hielt inne und freute sich.
„Schön sieht es aus!“, sagte sie. „Zauberschön.“
Dann machte sie sich daran, die Seidenwollfäden zu entwirren, um sie mit Hilfen ihrer kleinen Helferinnen, den Alteweibersommerspinnen, über dem Land zu verteilen. Glänzen sollten sie im Strahlenkranz des Tautropfenlandes, wenn Frau Sonne morgens erwachte und ihre ersten Strahlen über Wiesen, Blumen, Felder, Seeufer und Wegraine gleiten ließ. Glitzerfunkelstrahlenhell.

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl 2016

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

16. September 2016 von Elke
Kategorien: Gutenachtgeschichten, Herbstgeschichten, Naturgeschichten, Tiergeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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