Das Christkind und die Weihnachtslichter

– Jetzt erst recht und mit Gedanken an Berlin –

Von Weihnachtslicht und Festfreuden

Die Weihnachtszeit war gekommen. Wie in jedem Jahr stand am Marktplatzbrunnen eine prächtige, hoch gewachsene Tanne. Sie war mit vielen Lichtern geschmückt und die schenkten dem kleinen Platz einen feierlich hellen Schein. Feierlich und hell waren auch die Worte, die die Lichter den Menschen, die den Marktplatz besuchten, zuflüsterten. Die aber hörten nicht auf sie. Sie beachteten sie oft auch kaum und eilten blicklos an der Weihnachtstanne vorbei. Viel zu sehr waren sie damit beschäftigt, ihren eigenen Gedanken, Wünschen und Sorgen nachzugehen. Sie hatten ja auch so viel zu erledigen in den Tagen vor dem großen Fest. Nein, da war kein Platz für die Botschaft der Lichter. Deren Worte verhallten im Dunkel jener frühen Abende. Da war kein Platz für eine friedlich-freundliche Weihnachtsstimmung. Nicht hier bei der Tanne und auch nicht in den Gedanken und Herzen der Menschen.
Das war schade. Die Lichter litten sehr, fühlten sie sich doch überflüssig in ihrem Job. Wozu ein strahlendes Leuchten, wenn keiner es zu sehen vermochte? 🌲
„Wie schade!“, sagte auch das Christkind, das eines Tages der Tanne einen Besuch abstattete. „Eigentlich wollte ich die Menschen besuchen und mich ein bisschen an ihrer Vorfreude erfreuen. Aber die sehe ich nicht. Wo ist bloß die Weihnachtsfreude geblieben?“
Es lauschte den Lichtern und nickte.
„Ja. Ihr habt recht. Man muss ihnen helfen. Ich muss Ihnen helfen. Ich, das Christkind.“
Es griff in die Tasche seines Gewandes und holte ein Döschen mit Himmelsstaub hervor. Den streute es weit übers Land und es schien, als würde die Dose nie leer werden. Ein Wunderstaub. Und viele feine  kleine Weihnachtsfreuden für die Menschen. Das war gut so.
Viel mussten die Lichter der Weihnacht dann nicht mehr sagen. Die Menschen verstanden sie auch so. Es brauchte keine Worte mehr.

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

20. Dezember 2016 von Elke
Kategorien: Geschichten über Gefühle, Kindergeschichten, Märchen, Mutgeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Ich finde es gut, dass man nicht das Thema Terro vor Kinder verschweigt. Wir dürfen uns nicht von dem Terro lehmen lassen. Der Friede wird Siegen, das bin ich mir sicher. Jesus ist Sieger. Sigrid

  2. Dankeschön für deinen Besuch und ein lieber Gruß
    <3

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