Die drei bunten Könige

Ein (anderes) Dreikönigsspiel

Drei Könige stapfen durch die Wüste. Sie tragen bunte Gewänder und goldene Kronen. Die Kamele und den Esel halten sie an der langen Leine und ziehen sie hinter sich her. Die sind nämlich müde. Hungrig und durstig sind sie auch. Auch die drei Könige haben Hunger. Und müde werden sie langsam auch.
Egal. Sie müssen weiter. Das ist der Plan und das Ziel ist noch fern. Mindestens hundert Kilometer noch. Oder zehn. Oder einer nur? Auch egal.
Die Könige seufzen. Es ist anstrengend, ein König im bunten Gewand zu sein. Auch eine Krone auf dem Kopf zu tragen, fällt nicht leicht. Sie ist schwer, wie Gold es eben ist.
„Was für ein weiter Weg das doch ist!“, murmelt Kaspar und stapft so fest auf, dass seine Füße im Sand versinken. „Der Weg durch die Wüste strengt an.“
„Was für eine schwere Krone!“, klagt Melchior. „Sie drückt auf den Kopf. Vor der heißen Wüstensonne aber schützt sie nicht.“
„Ich habe Hunger!“, beschwert sich Balthasar.
Die drei Könige machen Halt und wühlen in ihren Rucksäcken. Vergebens. Da ist nur noch eine Flasche Wasser.
„Unsere Vorräte sind aufgebraucht.“ Kaspars Miene ist ernst.
„Die Lage ist ernst“, bestätigt Melchior.
„Ich habe Durst!“, ruft Balthasar.
Seine Stimme klingt empört und Kaspar reicht ihm die Flasche Wasser. Zur Stärkung.
„Wir haben auch Durst!“, rufen die Kamele und der Esel fügt ein klagendes „Und ich erst!“ hinzu.
„Später!“, tröstet Kaspar. „Ihr bekommt später etwas zu trinken und zu essen.“
„Wir müssen zuerst den Stall erreichen mit dem Kind in der Krippe und Maria und Josef“, erklärt Melchior.
„Und mit dem Würstchengrill“, freut sich Balthasar. „Lasst uns beeilen! Ich habe sooo großen Hunger!“
Er lässt die Leine mit dem Esel los und rennt auf den Stall am Rande der Wiese zu.
„Haaalt!“, ruft der Esel. „Ich komme mit!“
Und so schnell, wie ihn seine Füße in dem tiefen Schnee tragen, folgt er mit den Kamelen dem hungrigen Balthasar.
Kaspar und Melchior sehen sich an.
„Man kann einfach nichts mit ihnen anfangen“, murmelt Kaspar.
Melchior zuckt mit den Schultern, grinst und setzt sich die Krone, die ein bisschen verrutscht ist, wieder gerade.
„Kleine Geschwister sind machmal eine Plage. Aber hungrig bin ich auch. Außerdem ist mir kalt.“
„Und mir erst!“ Kaspar grinst zurück, dann laufen beide ihren Geschwistern, pardon, Balthasar, den Kamelen und dem Esel, hinterher.
Es ist aber auch wirklich kalt heute auf der verschneiten Wiese.

© Elke Bräunling

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

06. Januar 2017 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Freundschaftsgeschichten, Kindergeschichten, Spaßgeschichten, Weihnachtsgeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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