Hasenkind wünscht sich einen Mann

Mit einem Mann ist das Leben schöner, meint das kleine Hasenmädchen

„Ich wünsche mir auch einen Mann“, sagte das kleine Hasenmädchen. „Alle haben einen. Nur ich nicht.“
„Wen meinst du?“, fragte das Eichhörnchen, das den Worte des kleinen Hasenmädchens gehört hatte.
„Den, der mein Mann sein soll, meine ich“, antwortete das Hasenkind. „Ich muss ihn nur noch finden.“
„Ich habe keinen Mann. Noch brauche ich auch keinen und das ist gut so“, sagte das Eichhörnchen.
„Nein“, widersprach das Hasenmädchen. „Einen Mann zu haben, das ist gut.“
„Wer sagt das?“
„Alle sagen das und alle haben auch einen Mann. Nur du und ich nicht.“
Das Hasenmädchen klang traurig nun. „Es fühlt sich traurig an, wenn man keinen hat. Mit einem Mann kann man viele schöne Dinge machen und man ist nie alleine.“
Das Eichhörnchen staunte. Darüber hatte es nie nachgedacht.
„Welche schönen Dinge meinst du?“, fragte es.
„Oh, viele!“, rief das Hasenmädchen und es klang aufgeregt nun. „Spazierengehen, den Tag genießen, die Sonne am Morgen begrüßen, den Regen küssen, die Wiese besuchen, über die Felder jagen, der müden Sonne am Abend zuwinken, auf Futtersuche gehen, Freunde besuchen, oh, noch so viel mehr Sachen kann man mit einem Mann machen.“
„Das kann man alles auch alleine tun“, brummte das Eichhörnchen. „Mein Freund, der Igel, braucht keine Frau, um nicht alleine zu sein, sagt er.“
„Und wo ist er jetzt, dein Freund der Igel?“
„Er hält Winterschlaf. Alleine in seinem Winterquartier.“
„Und Frau Igel? Wo schläft die?“
„Die schläft in ihrem Winterversteck. Auch alleine.“
„Hm.“ Das kleine Hasenmädchen überlegte. „Aber alle sagen, das Leben sei schöner, wenn man einen Mann hat und nicht alleine sein muss.“ Wieder dachte es nach. „Nur mein Papa ist anders. Der ist ein Einzelgänger und braucht seine Freiheit, sagt meine Mama.“ Es kicherte und fragte. „Was ist Freiheit?“
Das Eichhörnchen kicherte nun auch.
„Alleinesein und Freude daran haben, das ist Freiheit“, antwortete es dann. „Und keinen Mann suchen wollen.“
„Falsch. Hasenpapa ist mein Papa und kein Mann und …  Äh!“ Das Hasenmädchen stockte. Schwieg. „Ich glaube, es ist Freiheit, darauf zu warten, bis ein Mann kommt und nach mir sucht.“
Dann lachte es. Was für ein komisches Gespräch das aber auch war. Es musste am Schnee liegen und an der Kälte. Oder?

© Elke Bräunling

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

26. Januar 2017 von Elke
Kategorien: Freundschaftsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Kindergeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , | 4 Kommentare

Kommentare (4)

  1. hohe philosophie 🙂

    verschnupfte bretonische bisous !

  2. Ja, ne? 😉

    Fröhliche Gutebesserungswünsche zu dir, und hey, wo bloggst du nun? Ich finde dich nirgends und das ist gar nicht gut, denn ich vermisse dich, liebes Flitzesternchen …

    Bisous <3
    Ele

  3. eigentlich blogge ich hier…. eigentlich 🙂 Zur zeit ist noch funkstille. Du findest mich unter etoile-filante22

    bis bald!

  4. Eigentlich …
    Eigentlich suche ich dich auch dort. Eigentlich …
    Ach was, wichtig ist, dass wir noch voneinander lesen, und noch wichtiger ist, dass es dir gut geht.
    Es geht dir doch gut, oder?
    A bientot
    <3

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