Valentinsblümchen

Valentinsblümchen sind ganz besondere Blümchen

„Ich bin ein Valentinsblümchen“, sagte das Blümchen. Es wartete im Blumenladen in einem großen silbernen Kübel mit seinen Blumenkollegen darauf, gekauft zu werden und ein neues Zuhause zu finden. Weil es aber das kleinste Blümchen war, beachteten die Menschen es nicht. Auch war seine Knospe noch nicht ganz aufgeblüht und man wusste nicht, ob es ein rotes, ein gelbes, ein weißes oder ein rosafarbenes Blümchen sein würde.
„Valentinsblümchen gibt es nicht“, meinte die Tulpe mit den großen, roten Blütenblättern. „Und ein Blümchen, das seine Blütenblätter in der grünen Knospe versteckt, mag sowieso keiner kaufen.“
„Stimmt!“, näselte die Tulpen. „Wer kauft schon gerne die Katze im Sack.“
„Katze? Wo ist hier eine Katze?“ Das Valentinsblümchen sah sich im Blumenladen um. Es dachte an Murkel, das Kätzchen vom Bauernhof, das im Winter oft durch die Blumenbeete gestreift war und bei ihm Rast gemacht hatte. „Ich sehe keine und glaubt mir, ich weiß, was eine Katze ist.“
„Aber was eine Redensart ist, das weißt du nicht“, kicherte eine Narzisse. „Das mit der Katze und dem Sack nämlich ist eine.“
„Was ihr nur immer redet!“ Das Blümchen kicherte nun auch. „Und überhaupt: Woher wisst ihr, dass es uns Valentinsblümchen nicht gibt? Ich bin eines und auch das weiß ich genau. ‚Ihr werdet wunderschöne, kleine Valentinsblümchen sein‘, hat die Bäuerin immer gesagt. Ja, ja, genau so hat sie es gesagt, wenn sie im Garten arbeitete.“
„Valentinsblümchen?“
„Was bitte soll ein Valentinsblümchen sein?“
„Träumerin.“
„Hihi.“
Bunt ging es zu im kleinen bunten Blumenladen von Frau Blumenfee. Die Blumen hatten viel Spaß.
Das Glöckchen an der Ladentür bimmelte.
„Achtung! Ein Mensch kommt. Vielleicht möchte er uns kaufen!“
Still verharrten die Blumen und warteten, einige von ihnen zitterten vor Ungeduld.
Pssst!
„Valentinsblümchen“, sagte die Menschenfrau. „Ich suche Valentinsblümchen.“
„Gibt es nicht, gibt es nicht“, kicherten die Tulpen und Rosen und Nelken und Narzissen und Ranunkeln und all die anderen Blumen im Laden.
„Hier!’, rief das Valentinsblümchen. „Hier bin ich.“
Frau Blumenfee aber machte eine weit ausholende Handbewegung.
„Bitteschön!“, sagte sie und deutete auf alle Blumen. „In diesen Tagen sind alle Blumen Valentinsblumen. Welche darf ich Ihnen zu einem Strauß binden?“
„Ganz einfach“, antwortete die Frau. „Die Blumen, die ihre Knospen erst zum Valentinstag öffnen. Die möchte ich haben in einem großen Blumenstrauß. Sie nämlich sind die echten Valentinsblumen. Oder?“
Frau Blumenfee nickte und lächelte. Und das kleine Valentinsblümchen lächelte auch.

© Elke Bräunling

Viele, viele wundervolle ganz neue Bilder zum ‚Valentinstag‘ findet ihr hier: #365doodlesmitjohanna-Valentinstag
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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

14. Februar 2017 von Elke
Kategorien: Blumengeschichten, Frühlingsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Kindergeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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