Fahrradausflug mit Opa

Trotz fauler Ausreden kommt Opa doch noch zum Fahrradfahren

Ein sonniger Sonntagmorgen ist heute. Pia und Pit bestürmen Opa, mit ihnen endlich die versprochene Radtour im Wald zu machen.
„Bitte, Opa!“, bettelt Pia. „Es ist so ein schöner Tag.
„Eine Radtour?“, fragt Opa mit gequältem Blick. „Ohhh! Ich würde mich gerne im Garten ein wenig sonnen. Die Sonne wärmt herrlich heute. Diesen schönen Sonnentag möchte ich genießen nach dem vielen Regen in der letzten Woche. Außerdem bin ich schon sehr lange nicht mehr mit dem Fahrrad gefahren. Ehrlich, ich weiß gar nicht, ob ich es überhaupt noch kann.“
„Fahrrad fahren kannst du nicht verlernen“, sagt Pit, und Pia murmelt:
„Du hast uns eine Radtour versprochen. Jetzt aber kneifst du. Das ist nicht fair.“
„Och bitte, seid gnädig zu eurem armen, alten, müden Großvater!“ Bettelnd sieht Opa die Geschwister an. „Lasst mich ein wenig faul sein! Aber wie wäre es, wenn ihr mit Rex Gassi geht?“, schlägt er dann vor.
„Och!“ Pit ist enttäuscht. „Und ich dachte, du freust dich, dass wir das Wochenende bei euch verbringen.“
„Ich freue mich auch. Ganz arg sogar“, brummelt Opa. „Nur jetzt gerade mache ich eine kleine Pause vom Freuen. Eine Sonnenpause.“
„Kommst du nicht doch mit? Wir könnten mit Rex zum Waldrand gehen“, versucht Pia es noch einmal, doch Opa tut, als lese er bereits wieder aufmerksam die Zeitung.
Also ziehen Pia und Pit alleine mit Rex los, aber ohne die Großeltern macht ihnen der Spaziergang keinen Spaß.
„Und er kann doch Rad fahren“, sagt Pit plötzlich. „Ich werde es euch beweisen. Machst du mit?“
Pia nickt. „Aber klar!“
Dann tuscheln die Geschwister erst einmal für eine Weile … und kichern.
Kurz darauf kommt Pit atemlos in den Garten gerannt.
„Opa! Schnell! Rex ist verschwunden!“, ruft er aufgeregt. „Er ist hinter einem Hasen her und durch den Tannengrund ins Feldbachtal gelaufen.“
„Ins Feldbachtal!?“, heult Opa auf. „Dort ist die Schnellstraße. Das ist gefährlich. Oh je! Oh je! Wir müssen Rex suchen. Wie kommen wir bloß rasch dorthin?“
„Mit dem Fahrrad?“, schlägt Pit vor.
„Gute Idee!“ Opa atmet erleichtert auf und eilt zur Garage, wo Oma und Pia schon mit den Rädern warten. Unsicher steigt Opa auf sein altes Rad, fährt einige Meter Probe und ruft erfreut: „Ich kann es noch.“
„Natürlich“, sagt Oma und ein breites Grinsen überzieht ihr Gesicht. „Radfahren verlernt man nicht. Doch nun los! Wir sind bereit. Ich habe uns auch einen schönen Picknickkorb gepackt.“
„Fein“, freut sich Pia, und Pit pfeift laut und ruft:
Rex, komm, es geht los!“
„Rex?“, fragt Opa verdutzt. „Ich denke, der ist weg?“
„Ja, aber nur so lange, bis du auf dem Fahrrad sitzt“, rufen Pia und Pit und lachen.
Zuerst scheint Opa nichts zu begreifen, dann dämmert es ihm. Sein Kopf wird rot und röter, und er will gerade losschimpfen. Als er aber in die glücklichen Gesichter von Pia und Pit blickt, schweigt er.
„Ihr habt gewonnen, ihr kleinen Teufelskerle!“, knurrt er und grinst dabei. Dann startet er mit seinem Rad wie der Blitz. „Mal sehen, wer als erster am Waldrand ist?“, ruft er und radelt flugs davon.

© Elke Bräunling

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

11. Juni 2017 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Frühlingsgeschichten, Kindergeschichten, Sommergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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