Als der Lebkuchengeist zu früh ins Land kam


Ist Herbstzeit schon Lebkuchenzeit?

Wieder einmal zog der Lebkuchengeist übers Land. Er war zufrieden. Alle waren wohl mit Lebkuchen versorgt. Die Läden, die Bäckereien, die Cafés, Kioske, Gaststätten und die großen Supermärkte.
Lebkuchen. Überall konnte man sie kaufen. Sie waren nicht zu übersehen. Auch dafür hatte der Lebkuchengeist gesorgt. Es war wichtig, dass die Menschen seine Lebkuchen auch gut und sofort entdeckten, wenn sie unterwegs waren zum Einkaufen oder Kaffeetrinken. Großen Lebkuchenappetit sollten sie haben, wenn sie sahen, wie die feinen Leckereien in den Läden auf sie warteten. Und sie sollten sie kaufen und essen. Gleich und sofort.
Wie sehr freute sich der Lebkuchengeist darauf, die ersten Lobrufe zu hören.
„Endlich wieder Lebkuchen!“, würden die Menschen rufen. Und „Ich habe mich so sehr nach frischen Lebkuchen gesehnt“ und „Lebkuchenzeit ist die schönste Zeit im Jahr.“
Ja, genau diese Worte wollte er hören. Sie bargen Lebenskraft für ihn und sein buntes Lebkuchenvolk. Er brauchte sie, um für neuen Lebkuchennachschub sorgen zu können. Und deshalb spitzte er auch jetzt so früh im Herbst schon sehr die Ohren. Wann würde der erste Mensch seine Freude über die ersten, feinen, leckeren, süßen, besten Lebkuchen auf der Welt äußern? Der Lebkuchengeist lauschte und lauschte, aber er hörte … nichts. Gar nichts.
Da war niemand, der sich über ihn und seine Kuchengeschenke freute. Auch in den Häusern der Menschen konnte der aufgeregte Kuchengeist nirgendwo die bunten Packungen mit den würzigen Kuchen entdecken. Was war da los? Ja, was war geschehen? Sehr aufgeregt war der Lebkuchengeist auf einmal und er wunderte sich sehr.
„Du musst dich nicht wundern“, sagte die Weihnachtsfee. „Die Menschen sind noch nicht auf Weihnachten eingestellt. Sie haben noch keinen Appetit auf Lebkuchen.“
„In meiner Zeit ist man Apfelkuchen und Birnenplunder, Hagebuttenschnitten, Quittentorte, Maronenkuchen und Herbstkekse“, wandte der Herbst ein. „Und das ist gut so. Du bist zu früh, Lebkuchengeist. So einfach ist das.“
So einfach?
Der Lebkuchengeist wollte aufbrausen, doch gerade noch rechtzeitig besann er sich darauf, dass ärgerliche Gedanken der Süße seiner Lebkuchen schadeten.
„Oookay!“, sagte er daher mit einem sehr langen ‚Ooo‘. „Ich werde warten. Aber nicht mehr lange. Einstweilen wünsche ich euch einen guten Appetit mit euren Herbstkuchen und -torten. Auf bald!“
Und damit ihm die Wartezeit nicht zu lange wurde, bediente er sich an der großen Kuchentheke und probierte all die vielen, leckeren Kuchen, die die Menschen im Herbst gerne aßen. Damit wer er erst einmal beschäftigt.

© Elke Bräunling

Auch hier geht es um die ersten Lebkuchen, die schon früh im Herbst überall in den Läden und Bäckereien auftauchen:
Der frühe Lebkuchenmann und Lebkuchen im September

 

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

03. Oktober 2017 von Elke
Kategorien: Geschichten für Demenzkranke, Geschichten für Kinder, Herbstgeschichten, Kindergeschichten, Märchen | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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