Der Stein der schönen Träume

Einmal hatte die Traumfee den Stein der schönen Träume verloren

Irgendwo auf der Mondlichtwiese hatte die Traumfee eines Nachts den funkelblauen Stein der schönen Träume, den sie an einer Kette bei sich trug, verloren.
„Nun haben die Kinder keine schönen Träume mehr”, klagte die Fee.
„Du musst den Traumstein wieder finden”, sagte der Sandmann. „Ich helfe dir beim Suchen.
Die Traumfee schluchzte. „Nur ein Erdenkind, das böse Träume nicht fürchtet, kann mir den Weg zu meinem Traumstein zeigen. Nie werde ich ein so mutiges Kind finden.”
Der Sandmann machte ein bedenkliches Gesicht. „Wir werden ein mutiges Kind finden“, versprach er. „Wir müssen es versuchen.“
Dann machte er sich auf den Weg zur Erde.
„Wo”, überlegte er laut, „finde ich ein mutiges Kind?”
„Hier!” Ein kleines Mädchen lachte den Sandmann von seinem Zimmerfenster aus an.
„Du solltest längst schlafen”, brummte der Sandmann.
„Geht nicht”, sagte das Mädchen. „Ich muss auf das Monster mit den fünf Köpfen warten. Mein großer Bruder hat nämlich von ihm geträumt und fürchtet sich nun so sehr, dass er nicht einschlafen mag. Deshalb will ich diesem Blödmonster sagen, dass wir keine Angst vor ihm haben. Es soll nicht mehr im Traum bei uns spuken.“
„So, so”, staunte der Sandmann. „Hast du auch von bösen Geistern geträumt?“
Das kleine Mädchen schüttelte den Kopf. „Nein. Ich habe von der Traumfee geträumt”, antwortete es. „Sie ist über eine silberne Wiese gelaufen. Gelacht hat sie und getanzt. Dann hat sie sich über die große graue Blume gebeugt. Dabei ist ihre Kette mit dem blauen Funkelstein ins Gras gefallen. Und nun ist die Traumfee traurig.”
„Das hast du geträumt?”, fragte der Sandmann aufgeregt. „Sag, weißt du auch noch, wo diese große graue Blume blüht?”
„Auf der Wiese neben dem Bach, wo die Sternengräser wachsen”, sagte das Mädchen. „Aber jetzt bin ich müde. Sag du dem Fünfkopfgruselmonster, dass ich nicht mehr warten mag. Gute Nacht!”
Und bevor sich der Sandmann bedanken konnte, hatte das kleine Mädchen bereits das Fenster geschlossen und die Vorhänge zugezogen.
Der Sandmann lächelte. Dann machte er sich flugs auf den Weg zur Traumfee. Die würde Augen machen! Und lachen würde sie bestimmt bald auch wieder.

© Elke Bräunling

 

Diese Geschichte findest du in der längeren Fassung hier: Als die Traumfee ihren Traumstein verloren hatte

Diese Geschichte stammt aus dem Buch: Opas Gutenachtgeschichten


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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

09. November 2017 von Elke
Kategorien: Geschichten über Gefühle, Gutenachtgeschichten, Märchen, Mutgeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | 1 Kommentar

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