Der Besuch des kleinen Sternchens

Ein Sternchen und ein kleines Adventswunder

Einmal wollte ein Sternchen in jener Zeit, in der es in dem Land da unten auf der Erde am dunkelsten ist, einen Tag mit seinem Sternenlicht ein bisschen heller machen. Doch als es mitten in der Stadt auf einem Bürgersteig landete, stellte es fest, dass es seine Lichtkraft verloren hatte. Dass Sterne nur am Himmel hell strahlen und nicht auf der Erde, ja, das hatte es in seinem Eifer glatt übersehen. So lag es nun auf dem harten Asphalt und fühlte sich sehr unwohl.
„Oh, ein kleiner Stern“, sagte da eine Stimme und eine raue Männerhand nahm das Sternchen und legte es auf ein Fensterbrett. „Dieser Platz ist besser für dich. Hier kann dich keiner zertreten.“
Ehe sich das Sternchen bedanken konnte, war der Fremde auch schon verschwunden.
„Willst du mich besuchen, kleiner Stern?“, fragte die alte Frau, vor deren Fenster der kleine Stern nun lag. „Das freut mich aber sehr. Oh, wie mich das freut. Warte.“ Sie verschwand in der Küche und legte wenig später ein Lebkuchen-Engelchen neben das Sternchen. „Damit du dich nicht so alleine fühlst.“
Wie freute sich das Sternchen da!
„Nun habe ich schon drei Freunde hier in diesem Land“, flüsterte es. „Der Mann mit den zarten Händen. Er hat mir geholfen und mich vom Boden aufgehoben. Dann die nette alte Dame, die mir einen kleinen Engel, der süß duftet, geschenkt hat, und einen Engel.“ Der kleine Stern schnupperte. „Hm! Du duftest wirklich fein. Hm!“
Da lächelte das Engelchen. „Wir werden noch viele Freunde finden an einem Tag wie diesem“, sagte es.
Und so geschah es auch. Viele Leute nämlich, denen man ansah, dass sie es eigentlich eilig hatten, blieben stehen und staunten über das Sternchen, das neben einem Engelchen lag. Manche redeten auch mit den beiden, wieder andere summten Melodien oder sangen Lieder, die von Engeln, Sternen und Kerzenlicht handelten. Später dann stellte ein Kind noch eine Kerze aufs Fensterbrett, und das sah sehr feierlich aus. So feierlich, wie jene kleinen Wunder, die manchmal wahr werden wollten, aussahen.

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

19. November 2017 von Elke
Kategorien: Geschichten für Demenzkranke, Geschichten für Kinder, Geschichten für Senioren, Gutenachtgeschichten, Kindergeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | 4 Kommentare

Kommentare (4)

  1. Liebe Elke,
    nach langer Zeit möchte ich mich wieder einmal für Deine wunderschönen Geschichten bedanken. Oft vermittele ich sie an meine Enkelkinder weiter, die ebenso von den Erzählungen begeistert sind. 😀

    Alles Liebe und einen schönen Sonntag!
    Ingrid

  2. Herzlichen Dank, liebe Ingrid, für deinen Besuch. Deine Worte tun gut. Sie ermutigen. <3
    Hab weiter viel Spaß hier mit den Geschichten.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Ele

  3. Hallo elke, bin auf der Suche nach Geschichten für meine Kinder auf deine Seite gestoßen und freue mich, dass du so etwas machst und Geschichten zur Verfügung stellst. 🙂 Danke! Sigrid

  4. Bittesehr, liebe Sigrid.
    Ich wünsche dir viel Spaß in meiner Geschichtenwelt.
    Liebe Grüße <3
    Ele

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