Adventskalender * 4 * Anna, wo bist du?

 

4. Kapitel

Anna, wo bist du?

Am nächsten Tag fühlte sich Anna wirr und durcheinander. Kein Wunder nach diesem Traum! Die Sorgen und dummen Gedanken waren nach dem Aufwachen auch gleich wieder da gewesen.
Schweigend kaute sie an ihrem Brötchen, und auch ihre Eltern redeten nicht viel beim Frühstück. Sie stritten auch nicht. Es war so still wie in Annas Traum. Fast unheimlich still.
In der Schule konnte Anna nicht aufpassen. Zu viele Sorgen wirbelten in ihrem Kopf herum. Wie dicke Nebelschwaden, die sich nicht vertreiben ließen. Wenn Mama und Papa doch bloß nicht … Ach, warum musste immer alles so kompliziert sein?
Geistesabwesend starrte Anna aus dem Fenster. Draußen war es so nebelig wie in ihrem Kopf.
„Anna, wo bist du?“, fragte Herr Ziegler.
„Hier!“, sagte Anna erschrocken.
Ihr war, als wäre sie gerade weit weg an einem unbekannten, fernen Ort gewesen. „Ich bin doch da!“
„Wirklich?“ Herr Ziegler sah Anna zweifelnd an. Doch er ließ sie mit seinen Fragen in Ruhe.
Anna aber ärgerte sich, und sie gab sich Mühe, ab jetzt besser aufzupassen. Aber dieser Sorgennebel in ihrem Kopf machte es ihr schwer. Anna war da und doch nicht da.
„Und jetzt kommen wir zu unserem Adventskalender“, sagte Herr Ziegler später.
„Oh ja“, jubelten Annas Mitschüler, und viele Kinderaugen blickten begehrlich auf die ´24-Päckchen-Kette´, die quer durchs Klassenzimmer gespannt war. 24 bunte, kleine Päckchen für 19 Schüler und einen Lehrer. Jeden Tag durfte ein anderes Kind ein Päckchen von der Schnur nehmen, und in jedem Päckchen war eine Überraschung drin.
„Wer möchte heute ein Adventspäckchen öffnen?“
„Ich!“ „Ich!“ „Nein, iiich!“, schrie es von allen Seiten.
„Vielleicht“, meinte Herr Ziegler, „möchte Anna heute ihr Adventskalender-Päckchen öffnen?“
Er machte eine kleine Pause und sah zu Anna hinüber. „Anna, hörst du?“
Erschrocken fuhr Anna zusammen.
„W-w-wie bitte?“, stotterte sie. „I-ich habe gerade nicht zugehört. E-entschuldigung.“
„Mann, bist du doof!“, meckerte Leni von hinten, und Fabian schrie: „Pennerin.“
Die anderen aber lachten über Anna.
Ihr habt gut lachen, dachte Anna. Hilflos starrte sie Herrn Ziegler an. Der lachte nicht.
„Ich habe dich nur gefragt, ob du heute das Adventskalender-Päckchen öffnen möchtest, Anna“, erklärte er freundlich.
„Ich?“, flüsterte Anna ungläubig. „Warum gerade ich?“
Sie musste an die beiden Adventskalender daheim in ihrem Regal denken. Ihr Herz begann wie wild zu klopfen.
„Neiiiiin!“, schrie sie und rannte aus dem Klassenzimmer.

© Elke Bräunling

 

Wie die Geschichte weiter geht, erfährst du morgen am 5. Adventskalendertag im nächsten Kapitel, und zwar hier:

 

 

 

 

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

04. Dezember 2017 von Elke
Kategorien: Adventskalender, Geschichten für Kinder, Kindergeschichten, Traumgeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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