Adventskalender * 5* Lust auf süß

 

5. Kapitel

Lust auf süß

Nach dem Mittagessen hatte Anna Lust auf süß. Anna musste immer etwas naschen, wenn sie sich traurig fühlte. Aber heute war Papa mit dem Kochen an der Reihe und der mochte all den Süßkram nicht.
„Iss einen Apfel!“, sagte Papa. „Der ist auch süß.“
„Böh“, machte Anna und biss in einen Apfel. „Total sauer ist der! Bäh!“
Papa aber lachte nur. „Tschüs, du Schleckermaul“, sagte er und küsste Anna zum Abschied auf die Backe. „Ich muss wieder ins Büro. Bis heute Abend.“
„Bis heute Abend“, sagte Anna und wartete, bis Papa die Wohnungstür hinter sich geschlossen hatte. Dann warf sie den angebissenen Apfel in den Obstkorb zurück.
„Pfui Teufel. So etwas Saueres aber auch!“
Na ja, morgen war Mamas Kochtag. Dann würde es bestimmt Pudding oder Eis oder eine andere leckere Süßspeise als Nachspeise geben. Aber so lange konnte Anna nicht warten. Sie hatte jetzt Lust auf etwas Süßes. Auf Schokolade.
Da fiel ihr Mamas Adventskalender ein.
„Prima“, sagte sie zufrieden, „da ist doch Schokolade drin.“
Anna hangelte den Kalender vom Regal und betrachtete ihn. Hübsch und weihnachtlich war er, dieser glitzerbunte Weihnachtsbaum. Es schien, als lachte er sie freundlich an.
Anna strich zart über den Silber-Flitter.
„Gefällt mir sowieso besser, dieser Kalender“, brummte sie und öffnete das erste Türchen. „Hm, eine kleine Kerze aus Schokolade. Toll.“
Sie machte das zweite Türchen auf. „Ein Glöckchen. Niedlich. Und wie lecker es schmeckt!“
Ja, die Schokolade schmeckte gut. Zu gut. Schnell öffnete Anna auch noch das dritte Türchen, das vierte, das fünfte, das sechste, das siebte, das achte…
Anna öffnete und aß und aß und öffnete. Hm, fein. Ohne es zu merken, war Anna schon beim 16. Kalendertürchen angelangt. Sie erschrak.
„Oh“, sagte sie und betrachtete den Kalender. „Jetzt sieht er aber schrecklich ‚geöffnet‘ aus. Und irgendwie traurig. Wo doch heute erst zweiter Adventstag ist!“
Anna bekam ein schlechtes Gewissen. Die Schokolade schmeckte auch nicht mehr so gut.
„Ein bisschen langweilig“, fand Anna. „Und alt. Irgendwie.“
Vorsichtig drückte sie alle Kalendertürchen zu.
„Jetzt ist er wieder wie neu.“ Sie schüttelte den Kalender. „Wenn es auch nicht mehr ganz so laut klappert.“
Sie legte den Kalender ins Regal zurück und machte sich an ihre Hausaufgaben. Doch verflixt: Was hatte sie denn überhaupt auf? Anna hatte keinen blassen Schimmer.
„Kein Wunder!“, brummte sie. „Bei so einem Tag! Komm, Flöckchen, wir gehen zu Katrin! Hausaufgaben machen.“

© Elke Bräunling

Wie die Geschichte weiter geht, erfährst du morgen am 6. Adventskalendertag im nächsten Kapitel, und zwar hier:

 

 

 

 

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

05. Dezember 2017 von Elke
Kategorien: Adventskalender, Geschichten für Kinder, Kindergeschichten, Traumgeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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