Adventskalender *7* Das Haus mit den Butzenscheiben

7. Kapitel

Das Haus mit den Butzenscheiben

„Das war wirklich ein rummeliger Tag heute“, sagte Anna am Abend zu Flöckchen. „Erst dieser blöde Traum, dann die Sache in der Schule, die sechzehn Kalenderschokoladenstückchen, ja, und in der Stadt war es auch nervig.“
Anna stöhnte. Sie saß in ihrem Zimmer und langweilte sich. Und weil sie sich langweilte, griff sie zu den Kalendern im Regal und lehnte sie nebeneinander an die Wand: Mamas Glitzerweihnachtsbaum und Papas altes Haus.
Eigentlich, dachte Anna, könnte Mamas Glitzerbaum ins Schaufenster von Bäcker Knisper passen. Papas Haus aber nicht.
Und irgendwie gefiel ihr der Glitzerbaum nicht mehr. Auf dem Bild mit dem Haus sah es gemütlicher und ruhiger aus. Es schneite in dicken Flocken, Eiszapfen hingen von den Dachrinnen herab, und die Kerze im Fenster unten rechts schimmerte.
Das sah richtig weihnachtlich aus. Und der Schnee blieb sogar liegen. Es gab keine Autos, die ihn gleich wieder platt walzten.
Was wäre, überlegte Anna, wenn das Kalenderhaus in unserer Stadt stände? Da sähe es bestimmt nicht so alt aus. Und auch nicht so gemütlich. Der kleine Platz wäre so dicht zugeparkt, dass man vor lauter Autos den Brunnen mit seinen uralten Steinmustern und dem kleinen, runden Dach nicht sehen könnte. Ja, und das Haus mit den dunklen Holzbalken und dem großen, runden Tor wäre bestimmt ganz modern. Es hätte auch nicht mehr diese niedlichen Butzenscheibenfenster. Nein, Schaufenster gäbe es, große, helle, mit Glitzerweihnachtsschmuck, Reklameschildern und Lichterketten, die immerzu blinkten: an und aus, an und aus, an und aus …
„Oh je. Schrecklich!“ Anna schüttelte sich.
„Nein“, sagte sie laut, „so passt es viel besser zu Weihnachten.“
Dann hängte sie die beiden Kalender nebeneinander auf. Doch immer wieder musste sie auf das alte Butzenscheibenhaus sehen.
Als Annas Vater später zum Gutenachtsagen ins Zimmer kam, fiel sein Blick sofort auf die beiden Kalender an der Wand.
„Oh, du hast sie aufgehängt?“, freute er sich. „Prima.“
Anna hielt den Atem an.
Hoffentlich fragt er jetzt nicht, welchen Kalender ich lieber mag, betete sie insgeheim.
Doch Annas Vater fragte nicht. Nachdenklich betrachtete er die beiden Kalenderbilder, und für eine Weile blieb es still im Zimmer.
„Schön“, sagte er nochmals. „Wirklich schön. Aber warum sind noch alle Türen verschlossen? Es ist doch schon der zweite Adventstag! Möchtest du sie nicht öffnen?“
Anna schüttelte den Kopf. „Nö“, meinte sie. „So gefallen sie mir besser.“
Papa lächelte. „Du hast recht“, sagte er. „Mir auch.“

© Elke Bräunling

Wie die Geschichte weiter geht, erfährst du morgen am 8. Adventskalendertag im nächsten Kapitel, und zwar hier:

 

 

 

 

 

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

07. Dezember 2017 von Elke
Kategorien: Adventskalender, Geschichten für Kinder, Kindergeschichten, Traumgeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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