Adventskalender *8* Papas Weihnachtsland

8. Kapitel

Papas Weihnachtsland

Liebevoll strich Papa mit dem Finger über das Haus mit den Butzenscheiben. „Weißt du“, sagte er, „dieses Haus erinnert mich an ein Haus, das mir einmal sehr gut gefallen hat.“
„So ein Haus?“, fragte Anna und deutete auf das Kalenderbild.
„Ja. Es steht in einer kleinen Stadt im Elsass. In Frankreich.“
„So weit?“
Papa nickte. „Ja, so weit. Und die Stadt heißt Schlettstadt. Die Franzosen sagen aber ‚Sélestat‘ dazu.“
Anna kicherte. „Sé-le-staaa“, buchstabierte sie mühsam. „Das klingt ulkig.“
„Schlettstadt klingt einfacher, nicht?“, fragte Papa. „Nun, lange Zeit hat es auch so geheißen. Da hat es nämlich zu Deutschland gehört. Dann war es für eine Weile französisch, dann wieder deutsch, und jetzt gehört es wieder zu Frankreich.“
Anna wunderte sich. Das war ja fast so ein bisschen wie mit Mama und Papa und Anna. Jeder wollte sie für sich alleine haben, und damals hatte jedes Land dieses Schlettstadt für sich alleine haben wollen.
„Oh je“, sagte sie. „Die arme Stadt.“
Annas Vater lachte. „Die Sache mit dem Elsass war eben ein bisschen schwierig. Es ist nämlich sehr schön mit seinen Dörfern und Städten, den alten Häusern und Brunnen, dem Weinlaub an den Hauswänden und dem bunten Blumenschmuck. Und ringsum siehst du weite Weinberge mit Obstbäumen. Ja, das Elsass ist wie ein großer Garten.“
„Klingt wirklich schön“, sagte Anna.
Papa nickte. „Das ist es auch. Im Frühling blühen die Obstbäume, und das Land schimmert weiß und rosa wie eine Puderzuckerlandschaft. Im Sommer kannst du dich nicht satt sehen an den Pflanzentrögen in den Dörfern, ja, und der Herbst ist im Elsass ein toller Farbenkünstler, so bunt ist es überall in den Wäldern und Weinbergen. Am allerschönsten aber ist es im Winter. In der Weihnachtszeit.“
Und mit geheimnisvoll klingender Stimme fügte Papa hinzu:
„Das Elsass ist nämlich … ein … Weihnachtsland!“
„Ein Weihnachtsland?“, fragte Anna überrascht.
Wie aufregend! Anna dachte glitzerhell und flimmerschimmernd. Sie stellte sich Goldsterne und Silberflitter vor, Weihnachtswiesen und Spielzeugländer, den Nikolaus und das Christkind und viele Weihnachtsmärchenträume.
„Gibt es denn ein Weihnachtsland?“, fragte sie.
Papa nickte. „Na ja“, meinte er. „Das mit dem Weihnachtsland ist leider nur ein Märchen. Wenn dieses Märchen aber ein bisschen wahr werden soll, dann muss man ins Elsass fahren. Wer Weihnachten mag, fährt am allerbesten dort hin. Die Weihnachtszeit ist in meiner Erinnerung dort nämlich nicht glitzerbunt und trubelig laut wie bei uns.“
Er machte eine kleine Pause. „Ich meine, damals, als ich das Weihnachts-Elsass besuchte, war es sehr feierlich schön dort und bestimmt ist es das heute auch noch.“
„Nicht glitzerbunt?“ Enttäuscht begrub Anna ihren Traum von buntem Flimmerschimmer.
„Nein“, sagte Papa, „gemütlicher ist es. Und stimmungsvoller. Das ist viel weihnachtlicher als der ganze Flitterkram.“
Papa begann zu erzählen. Er erzählte und erzählte, und Anna lauschte. Vor Aufregung hatte sie rote Backen bekommen.
Schön war es in Papas Elsass-Weihnachtsland.

© Elke Bräunling

Wie die Geschichte weiter geht, erfährst du morgen am 9. Adventskalendertag im nächsten Kapitel, und zwar hier:

 

 

 

 

 

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Einen neuen Adventskalender findest du auch hier mit der Geschichte für den 8. Dezembertag:

Als die Lebkuchen lachten – 8. Adventstag

 

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

08. Dezember 2017 von Elke
Kategorien: Adventskalender, Geschichten für Kinder, Kindergeschichten, Traumgeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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