Ostern nach Plan B

 

 

Ostern nach Plan B

Das Osterfest in unserer großen Familie

Ostern war in unserer Familie das größte Fest im Jahr. Alle kamen zu uns zu Besuch
„Ich bin ein Osterkind!“, sagte Papa.
„Ich auch!“, brummte Tante Paula.
„Wer, wenn nicht ich?“, meldete sich Opa zu Wort.
„Nein, in diesem Jahr habe ich an Ostern Geburtstag“, rief Nina. „Und am Ostermontag bin ich zur Welt gekommen. Ätsch.“
Da hatte sie recht. In diesem Jahr war Nina an der Reihe, doch irgendwie war das dann doch auch egal. Irgendjemand in unserer Familie feierte immer zu Ostern ein Geburtstagskind und so war das Osterfest für uns immer gleich auch ein Geburtstagsfest und das feierte man zusammen mit der ganzen Familie. Und mit Freunden. Und mit viel ‚action‘. Toll war das und manchmal auch ganz schön stressig.
Auch in diesem Jahr würde das nicht anders sein. Schon seit einer Woche waren Mama, Oma und Tante Paula am Planen und Überlegen und Einkaufen und Vorbereiten. Damit das mit dem Fest auch wirklich gut klappte und es in den Tagen zuvor nicht ganz so verrückt und hektisch zuging, wie sie immer wieder sagten.
Auch Papa und Opa stressten ganz schön herum. Den Garten wollten sie vorbereiten und für das Fest schick machen. Dieses Mal nämlich fand Ostern im April statt und da, meinte Papa, würde es bestimmt nicht kalt und nass sein oder gar schneien. Da wollten wir draußen im Garten feiern, weil das einfacher und netter war.
Wir erwarteten dreiunddreißig Gäste. Das waren mächtig viele und alle wollten etwas zu essen haben und zu trinken, ja, und einen Platz zum Sitzen brauchten sie auch.
„Wir haben alles im Griff“, sagte Papa und Opa nickte. „Der Garten ist groß und das Wetter wird sonnig und warm sein.“
„Und wenn es regnet?“, fragte Mama.
„Oder schneit wie im letzten Jahr?“, erkundigte sich Tante Paula und Oma murmelte:
„Mir schwant nichts Gutes. In meinem Knie zuckt es und wenn es da zuckt, wird Regen und Kälte das schöne Wetter ablösen. Das war schon immer so, auch wenn die Wetterpropheten da etwas ganz anderes verkünden.“
Und insgeheim bereitete sie sich mit Mama und Tante Paula auf den Plan B vor und der hieß: „Dreiunddreißig Gäste feiern Ostern und Geburtstag in allen Zimmern im Haus und sind hungrig und durstig.“
In jedem Jahr hatte es bei uns einen Plan B gegeben und das war auch gut so. Denn ratet! Ja, auch in diesem Jahr wurde er wieder zu unserem Festplan. Wie immer nämlich war alles wieder ganz anders, als Papa und Opa es geplant hatten. Es schneite seit Karfreitag, obwohl wir schon mitten im April waren. Wir hatten dann auch ein paar Gäste mehr, unter anderem Carola, die neue Freundin von Onkel Daniel, die auch an Ostern Geburtstag hatte, am Ostersamstag nämlich. Auch ein Schneemann kam zu Besuch. Der stand im Garten dort, wo Papa das Lagerfeuer mit dem Grill aufbauen wollte, und grinste zu uns herüber.
Wir grinsten auch und feierten. Und ja, Ostern war auch in diesem Jahr ein tolles Fest. Und ganz schön chaotisch.

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

23. März 2018 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Frühlingsgeschichten, Geschichten für Demenzkranke, Geschichten für Kinder, Geschichten für Senioren, Kindergeschichten, Ostergeschichte, Wettergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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