Die Zeit des kleinen Sommers

Er hat es nicht immer einfach, der Sommer im Juni

„Es ist Sommer“, sagte der kleine Sommer, der eigentlich Juni hieß, „und ich bin jetzt da. Oh, ich freue mich so sehr, hier im Land wieder wohl angekommen zu sein.“
„Hach ja. Du wieder!“ Juli und August schmunzelten.
„Werde du erst mal groß“, sagte der Juli.
„Und erwachsen“, ergänzte der August.
„Entdecke die Stunden und Tage deiner Zeit“, sagte der Juli.
Der August nickte. „Und lerne das Leben kennen, so wie es ist, und …“ Er überlegte seine nächsten Worte lange. Das Alter hatte ihn weise und bedächtig werden lassen.
„Und lerne vor allem das, was ein Junisommerleben bedeutet und wie es sein sollte“, fuhr der Juli an seiner Stelle fort.
„Leben? Bedeutet? Sein sollte?“ Ratlos blickte der Juni seine Monatskollegen an. „Was wird bloß alles von mir erwartet? Ich … ich wollte doch nur …“
Er kam nicht weiter. Der Juli hatte bereits wieder das Wort ergriffen.
„Beachte das Wetter und die Launen der Natur! Lerne zu schätzen, was sich dir darbietet.“
„Folge dem Rat der Bäume und Büsche, der Blumen, Kräuter und Gräser!“, fügte der August hinzu.
„Und lausche dem Ruf der Tiere zu Wasser und zu Lande!“, rief der Juli und seine Stimme klang aufgeregter nun. „Oh, es ist so viel zu tun auf der Erde in deiner frühen Sommerzeit.“
„Wie wahr.“ Wieder nickte der August. „Und vergiss vor allem die Menschen nicht. Blicke in ihre Augen! Die müssen glänzen, wenn du ihre Lebensfreude und ihr Menschenglück sehen möchtest. Und lausche ihren Worten, ihrem Singen, ihrem Lachen.“
„Achte vor allem auf die Stimmen der Kinder“, rief der Juli. „Die Kinder, hörst du? Sie sind wichtig.“
„Und die Sonne, der Mond und die Sterne“, erinnerte der August. „Übersehe nicht ihre Zeichen. „Sie …“
„Und …“
Und Juli und August redeten und redeten und fanden immer noch mehr Ratschläge für den armen kleinen Sommer, den die Menschen Juni nannten.
Der heulte auf.
„Schweigt!“, rief er. „Haltet ein mit euren Ratschlägen! Es ist mein Leben und ich will es leben nach meiner Melodie. Ich will es fühlen mit meinen Sinnen. Mit meinen Augen will ich es sehen und mit meinen Ohren hören, mit meiner Haut möchte ich es spüren und mit meiner Nase riechen. Wie in jedem Jahr werde ich das Leben auch dieses Mal leben lernen, und wenn ich Fehler mache, so gehören sie ebenso zu mir wie Gewitterstürme und Sonnenzeiten, Kühltage und Warmzeiten zu meinem Monat gehören. Hört ihr? Und …“
Der Juni sagte noch viel und seine Kollegen, der hitzige Juli und der bedächtige August schwiegen.
„‚Kühltage‘ und ‚Warmzeiten‘“, diese Worte sind Fehlerworte. Sie gibt es nicht in der Menschensprache“, brummte der August nur, doch er brummte es so leise, dass man es fast nicht zu hören vermochte. Und das war auch gut so.

© Elke Bräunling

Geschichten von den Sommermonaten findet ihr auch hier:
Vom arbeitsamen Monat Juni * Als die Junifee die Nächte heller machte * Vom trägen Monat Juli * Als die Julifee die Sommerwärme brachte * Vom königlichen Monat August * Als die Augustfee die Äpfel küsste

FullSizeRender„Juniland“

Elkes Minutengeschichten – Sommer: 40 kurze Sommergeschichten für Kinder


Taschenbuch:Elkes Minutengeschichten – SOMMER: 40 Geschichten zur Sommerzeit
Ebook:Elkes Minutengeschichten – SOMMER: Sommergeschichten für Kinder
Information

Vierzig Sommergeschichten für Kinder. Geschichten und Märchen von Festen im Sommer, von Abenteuern, Träumen, Spiel und Spaß, von Natur und Wetter, Tieren, Blumen und Bäumen, von Urlaubsreisen und Ferienzeit, von guten und schlechten Launen und von den Menschen mit ihren Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen in dieser bunten Jahreszeit.

Minutengeschichten sind Geschichten und Märchen, die mit einer Vorlesedauer von 1-3 Minuten als kleiner Morgengruß oder als Betthupferl, als kleine Überraschung oder in einer kurzen Pause am Tag erzählt oder vorgelesen werden können.
Die Texte sind so konzipiert, dass sie das Display eines Smartphones ausfüllen. Ohne Scrollen kann man aus der Ferne dem Kind oder Enkelkind am Telefon/Handy mit einer Geschichte eine kleine Freude bereiten. So kann Papa oder Mama beispielsweise die Tradition der Gutenachtgeschichte auch von unterwegs oder von der Arbeit aufrechterhalten.

Die Bitte „Papa/Mama/Oma/Opa, erzählst du mir noch schnell eine Geschichte?“, lässt sich mit dieser Sammlung so zu aller Zufriedenheit und ohne viel Aufhebens erfüllen. Es „kostet“ eine oder zwei Minuten Zeit „nur“ …

 


Weitere Bücher zum Sommer


Fantasiereisen und Märchen
BUCH: Eine Fantasiereise für Dich – SOMMER: Fantasiereisen und Geschichten
EBOOK: Eine Fantasiereise für Dich – SOMMER
Information

 



Geschichten vom SOMMER
Buch:Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Sommer: Sommergeschichten und -märchen
Ebook:Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Sommer
Information

 

Ebooks lese ich übrigens am liebsten mit diesem Ebookreader, dem Kindle Paperwhite, 15 cm (6 Zoll) hochauflösendes Display (212 ppi) mit integrierter Beleuchtung, WLANInformation

Ein Besuch in einem Blütenkelch


Eine kleine Fantasiereise mit einer kleinen Übung aus dem Autogenen Training

Ein aufregender Tag ist heute. So aufregend, dass dein Herz schneller klopft als sonst und dass sich dein Bauch anfühlt, als tanzten darin Ameisen.
Du magst diese seltsamen Gefühle nicht und gehst in Gedanken auf einen Spaziergang in eine Welt, in der es ruhig ist und gar nicht aufregend.
Es ist eine schöne, ruhige Welt, die du nun besuchst.
Du kommst zu einer Wiese. Viele bunte Blumen blühen hier.
Von weitem winkt dir eine besonders helle gelbe Blume zu.
Langsam gehst du zu ihr hin.
Wie eine kleine Sonne sieht sie aus, die Blume, mit ihrem strahlend leuchtenden Gelb. Und wie süß und würzig sie duftet!
“Komm ein bisschen zu mir!”, ruft sie dir entgegen.
Du kniest dich vor ihr nieder und Continue reading »

Als Papa Jule einen Stern schenkte

Als Papa Jule einen Stern schenkte
Eine Sommergeschichte mit Sternen und Glühwürmchen

„Ich schenke dir einen Stern“, sagte Papa zu Jule. Dabei lachte er.
Jule war glücklich. Schon lange hatte Papa nicht mehr so fröhlich gelacht. Ein Lachen, das auch die Augen erreichte und die kleinen Fältchen um die Augenwinkel zum Tanzen brachte. Jule liebte es, denn es war echt. Wenn Papa so lachte, war keine Schauspielerei darin versteckt. Er lachte, weil er glücklich oder fröhlich war, und nicht, weil er Jule trösten oder ihr ein ‚Alles-ist-in-Ordnung-es-geht-mir-gut‘ vorgaukeln wollte. Viel zu lange hatte er dies nämlich getan. Wegen Mama, die
lange krank war, und wegen seinem verlorenen Job. Diese schlimmen Zeiten aber waren nun vorbei. Mama würde bald aus der Kur heimkehren und eine neue Arbeit hatte Papa auch wieder gefunden. Eine, die ihm Spaß machte.
„Heute ist ein Freudentag, mein Julemädchen“, rief Papa, als er von der Arbeit nach Hause kam. Er fasste Jule bei den Händen und wirbelte sie durch die Luft. „Mach dich hübsch! Ich spendiere dir ein großes Eis im Parkcafé. Und später, wenn es dunkel ist, pflücke ich dir einen Stern vom Himmel.“
Jule kicherte. „Kann man Sterne pflücken wie Blumen?“, fragte sie.
„Und ob!“, rief Papa. „Wenn man glücklich ist, kann man fast alles tun, auch wenn es noch so verrückt klingt. Du wirst schon sehen.“ Er lachte wieder. „Komm, meine kleine Jule, lass uns etwas Verrücktes tun!“
Etwas Verrücktes tun? Dafür war Jule immer zu haben.
Und es wurde auch ein verrückter Abend im Park. Es war noch lange hell, und bis die ersten Sterne am Himmel aufblinkten, war genug Zeit für Continue reading »

Die ganz besondere Sonnenblume

Es ist nicht immer schön, besonders schön zu sein

„Ich bin eine besondere Sonnenblume“, sagte die Sonnenblume, die einen besonders schönen Platz in einem bunt verzierten Blumentopf auf der Terrasse unter dem Hausdach hatte. „Ihr aber seid langweilig. Und sehr gewöhnlich.“
Stolz blickte sie zu ihren Kolleginnen hinüber. Die standen hinten im Garten im Sonnenblumenbeet, kerzengerade, eine neben der anderen. Alles taten sie gemeinsam. Am Morgen wandten sie im Gleichklang ihre Köpfe nach Osten zum Kirchturm hin. Es war, als blickten sie dem Läuten des Glockenturms entgegen. Von da wanderten ihre Blicke mit der Sonne durch den Tag. Zur Mittagsstunde neigten sie ihre Blütengesichter über den Gartenzaun nach Süden auf den Weg hinaus. Am Nachmittag war ihr Blick zum nahe gelegenen Supermarkt gerichtet und am Abend sahen sie zu den Bergen hinüber, wo sich die Sonne vom Tag verabschiedete.
So waren sie den ganzen Tag auf Wanderschaft. Sie begleiteten die Sonne und standen doch fest mit ihren Wurzeln in der Erde verankert.
Die Blumen waren zufrieden mit ihrem Dasein. Was Continue reading »

Der bunte Blumentrog

Der bunte Blumentrog
Nach der Melodie „Zehn kleine Negerlein“ zu singen

Viele bunte Sommerblumen
waren angepflanzt
im Blumentrog am Rathausplatz
als hübscher Blütenschatz.

Die bunten Sommerblumen
erfreuten alle sehr:
„Der Sommer zeigt sich in der Stadt,
wie schön, was will man mehr!“

Als ein Kind die Blumen sah,
da rief es froh: „Wie schön.
Es pflückte eine Tulpe ab,
und keiner hat´s gesehn.

Ein Mann trank eine Flasche leer,
und warf sie mit viel Schwung,
auf die Blütenköpfe drauf.
Manche knickten um.

Am Mittag spielten Kinder hier
Hüpfen, Ball, Versteck.
Der Ball fiel machmal in den Trog,
riß ein paar Blumen weg.

Eine Frau rief: Oh, wie fein,
mir fehlt auf dem Balkon
ein Pflänzchen, blau wie dieses hier.
Sie nahm´s und lief davon.

Ein Punker kam mit seinem Hund,
der hob sogleich das Bein
und pinkelte, man glaubt es kaum,
in die Blumen rein.

Am Abend, als es dunkel war,
da kam ein Mann daher,
Er pflückte einen ganzen Strauß
und nahm ihn mit nach Haus.

In der Nacht, es war schon spät,
hört´ man es krachen, schrein,
Ein Auto raste mit ´nem Knall
in den Trog hinein.

Traurig sah´s am Morgen aus
Die Blumen gab´s nicht mehr.
Der Blumentrog vorm Rathausplatz
war öd´, kaputt und leer.

Viele bunte Sommerblumen
hatte man gesehn
für einen Tag am Rathausplatz.
Sie waren wunderschön.

Wie die Geschichte weitergeht?
Der Blumentrog blieb leer.
Der Sommer zeigte sich dies Jahr
an diesem Platz nicht mehr.

© Elke Bräunling

bunter blumentrog

© Elke Bräunling, Der bunte Sommerblumentrog

Eigentlich ist es ein trauriges Thema. Die bunten Blumen im Trog, voller Hoffnung und Freude gepflanzt, lebten nicht lange in diesem Trog am Rathausplatz. Nach und nach wurden sie zerstört oder ausgerissen. Und das geschah nicht einmal mit Absicht, sondern aus Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit, ja, und aus Gedankenlosigkeit.
Gedankenlosigkeit. Viele „kleinen“ und „großen“ Umweltsünden resultieren aus Gedankenlosigkeit, ja, und das, finde ich, ließe sich ganz leicht ändern.
Einfach, indem man etwas sorgfältiger im Umgang mit der Natur nachdenkt … und handelt.
Vielleicht regt der etwas traurige Text zum Nachdenken etwas an?


Onkel Niki sieht bunt

Der Sommer ist da – man kann ihn sehen, hören, fühlen, riechen …

„Bunt“, sagt Onkel Niki eines Tages. „Ich sehe bunt!
„Bunt?“, fragen Ulla und Daniel erstaunt. „Hier ist es doch wie immer, oder?“
„Ich rieche auch bunt“, antwortet Onkel Niki und schnuppert.
Ulla und Daniel schnuppern und schnuppern auch, doch es riecht nicht anders als sonst.
Überhaupt: Wie riecht bunt?
„Bunt riecht nicht“, sagt Daniel.
Aber ja“, sagt Onkel Niki, „ich kann es riechen, ich kann es sehen, ja, und auch hören. Bunt, bunt, bunt. Schön ist das!“
Ulla und Daniel erschrecken. Was ist mit Onkel Niki los?
„Hast du schlecht geträumt?“, fragt Daniel.
Ulla fasst an Onkel Nikis Stirn: „Fühlst du dich krank?“
„Nein“, kichert Onkel Niki. „Bunt! Ich fühle mich bunt!“
Au weia. Bunt? Verrückt ist das.
„Also“, brummt Daniel, „mir wird es langsam zu bunt.“
Ulla nickt. „Mir auch. Du willst uns foppen, stimmt´s?“
Onkel Niki sieht die beiden ernst an, doch man sieht, dass er Mühe hat, sich das Lachen zu verkneifen. Continue reading »

Die Frühjahrsputzkolonne

Als die Schulkinder den Wald vom Müll säuberten

Aufgeregt kamen Lisa, Ulla, Pit und Klaus in die Schule. Sie waren so wütend, dass sie wild durcheinander schimpften.
„Was ist los?“, fragte Herr Paul, der Klassenlehrer.
„Eine Riesensauerei ist los!“, wütete Pit.
„Nein“, widersprach Lisa. „Schweine würden so etwas nie tun?“
„Stimmt!“, rief Ulla. „Das tun nur Menschen“
„Was denn?“, fragte Herr Paul wieder. „Nun sagt schon! Was ist passiert?“
Nur langsam konnten sich die Vier beruhigen.
„Wir haben gestern eine Radtour zur Waldwiese gemacht“, erklärte Ulla schließlich. „Wir wollten sehen, ob die Schlüsselblumen schon blühen.“
„Und wisst ihr, was wir dort gefunden haben?“, brüllte Klaus. „Lauter Müll und Dreck: Glasscherben, leere Flaschen, Dosen, Papptüten und Zigarettenkippen.“
„Und mitten auf der Wiese“, ereiferte sich Lisa, „liegen alte Matratzen, Stühle, Autoreifen, Blechkanister und noch mehr so oller Kram.“
„Schlüsselblumen aber“, klagte Ulla, „blühen keine. Wo denn auch? Überall liegt bloß Dreck.“
Noch eine ganze Weile schimpften die vier drauflos. Sie konnten sich gar nicht beruhigen.
Ihre Mitschüler und Herr Paul Continue reading »

Die Fledermäuse von Burg Schattenfels

Einmal hatten geldgierige Menschen versucht, die Fledermäuse aus dem Kellergewölbe der alten Burg Schattenfels zu vertreiben, aber dann …

Seit Jahrhunderten lebte auf Burg Schattenfels die große Fledermauskolonie im Gewölbe des Burgkellers. Am Tage hingen die Fledermäuse an den Gewölbedecken und schliefen, nachts machten sie sich auf Beutefang. Es waren so viele, dass sich die Leute im Dunkeln selten in die Nähe der Ruine wagten. Wegen der Gruselgeschichten über die Burg. Und wer weiß, vielleicht hauste dort nicht doch ein Vampir? So hatten die Fledermäuse wegen der Furcht der Leute ihre Ruhe.
Eines Tages aber fuhren Männer in großen Autos vor und sagten:
„Ein Burghotel werden wir bauen. Die Touristen sollen die Romantik der Ritterzeit erleben.“
Ritterzeit? Romantik? Die Dorfbewohner schimpften.
Noch aufgeregter waren die Fledermäuse. Bei dem lauten Baulärm flohen sie und flogen verwirrt durch den Wald. Als am Abend die Presslufthämmer schwiegen, kehrten sie zurück. Aber der Zugang zu ihrem Gewölbe war zugemauert. Die Continue reading »

Fräulein ‚Rühr-mich-nicht-an‘

Über Pflanzen gibt es tolle Geschichten und Märchen. Auch über die Brennnessel, die auch Fräulein ‚Rühr-mich-nicht-an‘ genannt wird

Jan und Katja sind mit Tante Bertha unterwegs beim Kräutersammeln. Es macht Spaß, über die Wiesen zu gehen und nach Kräutern Ausschau zu halten. Jan lernt viele Pflanzen kennen. Und von jeder weiß die Tante etwas zu erzählen. Unheimlich sind diese Geschichten und wundersam, traurig und fröhlich.
„Und was weißt du über Brennnesseln?“, fragt Katja, als sie neben einem Büschel Brennnesseln Rast machen.
„Du meinst das Fräulein ‚Rühr-mich-nicht-an’?“, fragt Tante Bertha. „So nenne ich die Brennnessel.“
„Warum? Weil sie so eklig gemein brennen?“
Tante Bertha nickt. „Sie wehren sich. Das gefällt mir. Ja, und Geschichten gibt es viele über sie. Eine kennt ihr bestimmt. Es ist ‚Das Märchen von Continue reading »

Der Wiesenblumenstrauß für Mama

Ein Blumenstrauß soll Mama Freude machen

Tommi und Anna möchten Mama eine Freude machen. Mit einem dicken, bunten Wiesenblumenstrauß.
„Sieh nur“, ruft Anna. „Margeriten und Mohnblumen und Klee!“ Sie läuft über die Wiese, trampelt einen kleinen Pfad in die hohen Gräser und Blütenstängel und pflückt – eins, zwei, drei – ganze Blütenbüschel ratzekahl ab. „Hm, wie die duften!“
Tommi zögert. Sie sieht so hübsch aus, die Wiese mit all den Blumen und Gräsern und den vielen Bienen und Schmetterlingen, die von Blume zu Blume fliegen und den süßen Nektar trinken. Ja, und die Blumen sehen auf der Wiese auch viel schöner aus als abgerupft in Annas Hand.
„Magst du keine Blumen für Mama pflücken?“, fragt Anna. „Morgen ist Muttertag.“
„N-n-nachher vielleicht“, sagt Tommi und geht weiter.
Am Wegrand wachsen Gänseblümchen. „Wie sind die niedlich!“ Anna will sich auf die weißen Blütenkrönchen stürzen.
Tommi überlegt. „Eigentlich“, meint er, Continue reading »

Blumensonnen und Pusteblumenpusten

Kinder sind die besten Pusteblumenpuster

Ein toller Spätfrühlingstag ist heute. Die Sonne scheint warm vom Himmel, und im Nu haben alle Löwenzahnblüten ihre Knospen geöffnet. Schön sieht es auf den Wiesen aus. Überall funkeln Tausende von gelben Löwenzahnköpfchen mit der Sonne um die Wette. Sie sehen aus wie kleine Sonnenkinder, die sich im Wind hin- und herwiegen. Man könnte glauben, sie tanzten.
Toll sieht das aus, und alle freuen sich – die Menschen, die Tiere, die anderen Pflanzen, ja, und ganz besonders natürlich die Sonne.
„Wie herrlich ist es, meine vielen kleinen Sonnenkinder auf der Wiese so glücklich strahlen und tanzen zu sehen“, ruft sie laut und fröhlich aus, und weit hallt ihr Ruf über den Himmel.
„Ja, wundervoll herrlich“, stimmen die Menschen zu, und die Kinder jubeln und rufen ganz laut: „Toll!“
In den Gärten der nahe gelegenen Wohnsiedlung aber sind die Wiesen- und Rasenflächen dunkelgrün und kahl. Traurig sieht es aus und viele Leute wünschten sich auch hier kleine gelbe Blumensonnen, die sanft im Wind tanzen.
Zwei Tage später Continue reading »

Osterferienabenteuer auf dem Lande

Es ist für Nico spannend, in den Ferien Verwandte auf dem Land zu besuchen

Tolle Osterferien verbringt das Stadtkind Nico in Bärsdorf. Die Zeit rast nur so vorbei, und jeder Tag hält Überraschungen bereit. Vati hat recht gehabt: Man erlebt viel in einem Dorf. Tagsüber ist Nico mit Tini, Robbi und den Bärsdorfer Kindern unterwegs. Als ‚Ferienbande‘ streifen sie durchs Dorf und suchen sich ihre Opfer zum Streiche spielen. Abends sitzen sie bei Großtante Anna, essen Apfelkuchen und lauschen den Geschichten, die die Großtante erzählt. Spannende Geschichten sind es: von Feen und Zauberern, von wilden Germanen und tapferen Römerhelden, von Hexen und Heidenspuk, von Osterplapperwasser und Feuerrädern.
Manchmal aber hat Nico auch Heimweh. Dann geht er mit Hund Karlie zur Heidwiese. Die nämlich ist in Großtante Annas Geschichten eine richtige Zauberwiese, die Heimweh wegzaubern kann. Das will Nico heute einmal ausprobieren.
Langsam steigt er den steilen Weinbergpfad hinauf. In den Weinbergen wird gearbeitet. Frauen binden Rebhölzer zu kleinen Büscheln zusammen. ‚Rebenhäsl‘ heißen diese Holzbüschel. Davon hat Großtante Anna auch eine geheimnisvolle Geschichte erzählt. Vor langer, langer Zeit nämlich hat ein böser Mann ein ‚Rebenhäsl‘ gestohlen. Es war der Continue reading »

Der Osterhase und die Farbe ‚lila‘

Irgendwann einmal haben schlaue Leute Stadtkinder aufgefordert, Tiere vom Land und Bauernhoftiere zu malen. Und ratet, welche Farbe viele Kinder den Kühen gegeben haben.
Richtig: Lila! Diese Farbe nämlich kennen sie aus dem Fernseher und aus der Werbung.
Und der Osterhase, der sieht in dieser Geschichte nun auch: LILA!
😉

Der Osterhase und die Farbe ‚lila‘

Eines Ostermorgens sah der Osterhase ‚Lila!‘ Wirklich. Er sah ‚Lila’! Eine Kuh nämlich. Die war lila und grinste ihn von einem Plakat dämlich an.
Der Osterhase war sehr erregt.
„Seit wann sind Kühe lila?“, knurrte er. „Unsinn!“
Er schüttelte den Kopf und zog mit seinem Eierkorb weiter. Er musste sich beeilen. Bald würden die Kinder in den Gärten ihre Osternester suchen.
Der Osterhase maulte noch eine Weile vor sich hin, dann vergaß er die Sache wieder. Schnell eilte er zu den Gärten. Als er dort aber mit dem Eierverstecken beginnen wollte, erschrak er wieder mächtig. Ein lilafarbener Schokohase glitzerte ihm nämlich dämlich grinsend aus einem Nest entgegen.
„Träume ich?“, murmelte der Osterhase und beugte sich zu dem Osternest herab.
Nein, es war kein Traum. Dieser Lilahase saß tatsächlich da im Continue reading »

Franz, der Osterhase-Mann

Franz, der Osterhase-Mann

Hört euch die Geschichte an
von Franz, dem Osterhase-Mann,
dem Osterhase-Mann:

Franz, der Osterhase-Mann,
der malte keine Eier an.
„Ich weiß nicht, wie das geht“,
sprach er, „mir ist´s zu blöd.
Ich bin kein Maler, bin kein Huhn.
Mit Eiern hab ich nichts zu tun!“

Die Hasenmama sprach: „Oha!
Ein Hase ist zum Malen da,
damit zum Osterfest
gefüllt ist jedes Nest.
Die Kinder warten auf dich schon!“
Da lachte Franz und lief davon.

„Mit Ostern hab ich nichts am Hut!
Hier auf dem Feld gefällt´s mir gut“,
so sang der faule Franz
und tanzte einen Tanz.
Er hoppelte weit übers Feld
und freute sich an seiner Welt.

Ein Hasenmädchen kam herbei
und tanzte lustig, eins,zwei,drei
mit zarter Eleganz
den Hasenhochzeitstanz.
Franz war bis übers Ohr verliebt.
„Ach“, rief er. „Schön, daß es dich gibt!“

Ein kleines Wunder war geschehn,
und alle Hasen konnten´s sehn,
denn just am Osterfest,
da lagen in dem Nest
sechs Hasenkinder, niedlich klein.
Der Franz war stolz ganz ungemein.

Er freute sich und rief voll Glück:
„Das ist ein wahres Meisterstück.
Sagt selbst, ist das nicht toll
und hasenwundervoll?
Sechs Kinder just am Ostertag!
Ach, wie ich dieses Ostern mag!“

© Elke Bräunling

Das Lied mit den Noten und mit Harmoniesymbolen findet Ihr hier:
Aus dem Buch:

Taschenbuch: Eine Geschichte für Dich – Ostern: Ostergeschichten und -lieder fuer Kinder
Ebook:Eine Geschichte für Dich: Ostern

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Geschichten vom Landleben

IM MÄRZ 2015
LANDLEBEN – Das neue Buch aus der Reihe „Hör mal, Oma!“


Taschenbuch:Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Landleben: Geschichten vom Land
EbookHör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Landleben: Geschichten für Kinder vom Leben auf dem Land

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27 Geschichten und Märchen zum Leben auf dem Land für Kinder, Eltern und Großeltern

Das Leben auf dem Lande ist anders, aber nicht minder spannend und lustig, interessant, anregend und nachdenklich stimmend. Von Kindern, Eltern, Großeltern, Tanten, Nachbarn, Bauern und Bauernhöfen, Wiesen und Feldern, Tieren und Pflanzen, Gewohnheiten und Eigenarten, die das Leben auf dem Lande mit sich bringen, handeln die Geschichten in diesem Erzählband. Geschichten von kleinen und großen Ereignissen, von Landwirtschaft und Gartenspaß, von Eigenarten und Gewohnheiten, von altem Wissen und neuen Erkenntnissen und auch von witzigen Momenten.

Opa erzählt, man könne meinen, die Zeit hätte hier für ein paar Jahre angehalten und eine Atempause gemacht. Und seither würde sich die kleine Welt hinter dem großen Wald ein bisschen langsamer um die Sonne drehen. Eine verrückte Vorstellung, die den Menschen, die hier leben, sicher nicht gefallen würde. Oder gerade doch? Man weiß es nicht. „Auf dem Land gehen die Uhren langsamer“, sagt Opa nun. „Und ein bisschen ist es hier auch noch wie früher. Das wünsche ich mir zumindest.“ „Echt?“, fragt Pia und sie versucht sich vorzustellen, wie es sich mit Uhren, die langsamer gehen, verhalten könnte. Pit aber schüttelt entschieden den Kopf. „Das stimmt nicht“, sagt er. „Schneller gehen die Uhren hier. Viel schneller.“ Er nickt heftig. „Wenn wir spielen oder auf dem Feld helfen oder beim Holderbauern Traktor fahren dürfen, rennt die Zeit und es ist viel zu schnell Abend.“

INHALT: So ist das auf dem Land – Auf dem Land gehen die Uhren langsamer – Das Esels-Ei – Die Sau ist los – Der Eierkarton – Abenteuer auf der Weide – Ein ‚echter‘ Ochse – Der alte Landkater – Neue Nachbarn aus der Stadt – Sperrmülljagd – Hilfe für das Hexenloch – Die Kräuterfrau – Der Schneckenzoo – Auf der anderen Seite ist das Gras grüner – Lea und der bunte Wiesenblumenstrauß – Sonnenblumenzeiten – Der Heidelbeertrick – Die riesig große Riesentomate – Im Märzen der Bauer – Mit Essen ‚spielt’ man nicht – Vom Ernten und Stoppeln – Erntetag – Aufbruch im Kartoffelfeld – Das Herbstkuchen-Geheimnis – Im Winter geht man ins Holz – Wetter-Else – Der Apfelgarten

Empfohlen für Kinder, Familie, Kindergarten, Vorschule Grundschule. Die Geschichten sind darüber hinaus erprobt im Zusammensein und in der Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen

Erhältlich als Ebook und als Taschenbuch (ISBN-13: 978-1508856344 ISBN-10: 1508856346)

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Ebenfalls NEU (IM FEBRUAR 2015) aus der Reihe „HÖR MAL, OMA!“:
Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte von der Familie


Taschenbuch:Hör mal, Oma. Ich erzähle Dir eine Geschichte von der Familie: Geschichten für Kinder
EbookHör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte von der Familie: Familiengeschichten für Kinder

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Mehr aus dem Inhalt kannst du hier nachlesen mit Klick auf den Link


Bienen’zauberer‘ auf der Apfelwiese

Nun sind sie wieder unterwegs, die Bienen. Das ist wichtig. Bienen sind wichtig für unser Leben

Ein sonniger Frühlingstag ist heute. Warmer Wind hat die Wolken, die viele Wochen über dem Land gelegen haben, vertrieben.
Endlich Frühling! Der Winter ist lang gewesen und alle Menschen freuen sich sehr. Sie genießen die Frühlingssonne, die ihre blassen Gesichter ein bisschen bräunt, und erfreuen sich an den ersten Frühlingsblumen.
Auch die Bäume freuen sich. Wohlig recken sie ihre Zweige dem Sonnenlicht entgegen und schälen ihre Blütenknospen ganz langsam, eine nach der anderen, aus der Schutzhülle.
Frühling! Jetzt wird das Land wieder bunt. Blütenbunt. Jeden Tag ein bisschen mehr. Auch die Tiere erwachen aus ihrem Winterschlaf. Sie sind hungrig und voller Freude auf das neue Leben.
Besonders früh sind die Bienen unterwegs. Sie haben schon im ganz frühen Frühling die Blüten der Weiden und Haselbüsche besucht und deren köstlichen Nektar genascht. Nun summen und surren sie um Blumen und Blüten auf den Wiesen und in den Gärten.
Psst! Man Continue reading »

Frühjahrsputz auf der Waldwiese

Frühjahrsputz auf der Waldwiese

Wütend kamen Lisa, Ulla, Pit und Klaus in die Schule.
„Wir haben eine Riesensauerei gesehen“, schimpfte Pit.
„Nein“, widersprach Lisa. „Schweine würden so etwas niemals tun.“
„Was ist denn passiert?“, fragte Herr Paul, der Klassenlehrer.
Nur langsam konnten sich die Vier beruhigen. „Wir waren auf der Waldwiese“, erklärte Ulla.
„Die ist voller Müll“, brüllte Klaus. „Glasscherben, Flaschen, Dosen, Tüten.”
„Und Matratzen, Autoreifen, Blechdosen und noch mehr alter Kram“, ereiferte sich Lisa.
Ihre Mitschüler und Herr Paul hörten betroffen zu. Alle waren entsetzt.
„Warum tun die Leute das?”, fragte einer schließlich.
Darauf wusste niemand eine Antwort und es gab eine lange Diskussion.
„Wir mögen es nicht leiden, wenn der Müll dort liegen bleibt“, beschlossen die Kinder einstimmig.
„Aber was können wir tun?“, fragte einer. Continue reading »

Der Schatz im Stadtwald

Bei der Schatzsuche kann man manchmal ganz andere „Schätze“ finden

Ein interessanter Artikel stand heute in der Zeitung: Im Stadtpark hatten Archäologen ein altes Römergrab mit Goldmünzen und einer wertvollen Goldkette entdeckt. Eine Sensation!
„Toll”, sagte Pit. „So ein Grab möchte ich auch finden.”
„Ihhh!” Pia schüttelte sich. „Ich mag kein Skelett ausgraben.”
„Na ja”, meinte Pit, „die Römer haben nicht nur Tote vergraben. Vielleicht hatte einer von denen irgendwo im Park einen geheimen Goldschatz verbuddelt. Dann aber sind die Germanen gekommen und der Römer musste fliehen.” Er nickte. „So kann es gewesen sein. Viele alte Goldmünzen liegen vielleicht im Stadtpark, und keiner weiß es. Boah, das wäre doch klasse, oder?”
Pia nickte. „So eine alte Goldkette würde mir gefallen.”
„Sehen wir uns einfach mal um!“, schlug Pit vor, und weil sie nichts Besseres vorhatten, marschierten sie mit Harke, Schaufel und Tüten bewaffnet in den Stadtpark. Am Ende des Parks verließen sie den Weg und schlugen sich ins Gebüsch, wo sich ein kleines Wäldchen mit einem Hügel anschloss.
„Da müssen schon andere vor uns da gewesen sein“, murmelte Pia und Continue reading »

Die ersten Bienen am Weidenkätzchenstrauch

Die ersten Bienen, die ersten Blüten, die ersten kleinen Freuden draußen an der frischen Luft

Ein sonniger Spätwintertag ist heute. Warmer Wind hat dafür gesorgt, dass der viele Schnee restlos weggetaut ist. Endlich. Der Winter ist lang gewesen und alle Menschen freuen sich sehr auf den Frühling. Sie träumen von warmer Frühlingssonne, die ihre blassen Gesichter ein bisschen bräunt, und auf die ersten Frühlingsblumen. Oh, Frühling ist ja so schön!
Auch Pia und Pit sind ganz aufgeregt an diesem tollen Sonnentag. Fröhlich laufen sie über die Wiese im Park.
„Ob wir schon Veilchen finden?“, überlegt Pia. „Über einen Blumenstrauß freut sich Mama bestimmt.“
Die beiden machen sich auf die Suche, doch Veilchen finden sie keine.
„Es ist noch zu früh für Blumen“, meint Pit.
Pia deutet zum Weidenbusch hinüber. „Toll sehen sie aus, die Weidenkätzchen. Ein Strauß davon wäre auch nicht schlecht.“
Hm. Nachdenklich stehen die beiden vor der Weide und beobachten, wie eifrig die ersten Bienen um die pelzigen Weidenblüten schwirren und Nektar naschen. Schön sieht es aus. Nach Frühling.
„Die Bienen sind aber mächtig hungrig“, lacht Pia. „Der Winter war ja auch ganz schön lang.“
Pit nickt. „Ich glaube, es ist keine gute Idee, einen Weidenkätzchenstrauß zu pflücken.“
„Finde ich auch. Die Blüten gehören den Bienen.“ Pia sieht sich suchend um. „Bestimmt finden wir noch ein anderes Geschenk für Mama.“ Sie bückt sich nach einem besonders schön geformten leeren Schneckenhaus. „Meinst du“, fragt sie zögernd, „Mama würde sich über das Schneckenhaus freuen?“
Pit nickt. „Ganz bestimmt.“
„Und dazu“, schlägt Pia vor, „malen wir ein Bild von einem Weidenkätzchenstrauch mit vielen Blüten und Bienen …“
„… und einem besonders schönen Schneckenhaus, das darunter liegt“, lacht Pit.
Und lachend laufen Pia und Pit mit ihrem Schneckenhaus nach Hause.
© Elke Bräunling

Eine weitere Geschichte über Bienen im Frühling, die wahre ‚Zauberer‘ sind, findest du hier: Frühling auf der Apfelwiese

Diese Geschichte findest du in gekürzter Fassung als Zweiminutengeschichte in dem neuen Buch:
Elkes Minutengeschichten – Frühling


Taschenbuch:Elkes Minutengeschichten – Frühling: 40 kurze Märchen und Geschichten für Kinder
Ebook:Elkes Minutengeschichten – FRÜHLING
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Achtung, Krötenwanderung!

Achtung! Krötenwanderung! – Ein Sachtext –

Diese Warnung könnt ihr im Vorfrühling an vielen Straßen auf Warnschildern lesen. Krötenwanderung? Was ist das und warum wandern die Kröten ausgerechnet so früh im Jahr durch die Lande?
Ganz einfach: Mit den ersten milden Nachttemperaturen ab Ende Februar bis Mitte März erwachen die Kröten aus ihrem Winterschlaf. Sofort denken sie an ihren Nachwuchs und wollen ihre Eier, die man „Laich“ nennt, im Wasser ablegen. Da Kröten ihren Laich aber nur in dem See oder Teich ablegen, in dem sie selbst zur Welt gekommen sind, müssen sie oft weite Strecken zurücklegen, um ihren Heimatteich zu erreichen. Man nennt dies auch „Laichwanderungen“.
Als Tiere, die die Dunkelheit lieben, ziehen die Kröten los, sobald die Dämmerung eintritt, und sie wandern auch während der ganzen Nacht über Felder, Wiesen und durch Wälder zu ihrem Teich. Sie haben es sehr eilig und müssen oft viel befahrene Straßen überqueren. Das ist gefährlich, und viele Kröten kommen bei diesem Abenteuer zu Tode.
Aber keine Bange! Immer mehr Menschen kümmern sich um die wandernden Kröten. Sie bewachen viele Straßen, die durch „Krötengebiete“ führen (manche Nebenstraßen werden sogar ganz gesperrt), sie stellen Warnschilder auf und sammeln Kröten am Straßenrand in Eimer und tragen sie auf die andere Straßenseite. Mancherorts wurden auch Tunnel und Amphibienzäune eigens für die Kröten gebaut, ja, und die Kröten sind so schlau und benutzen ihre Tunnel auch. Toll, nicht?
Möchtest du mehr darüber wissen? Ja? So erkundige dich beim Naturschutzbund Deutschland oder besuche im Internet dessen Website
www.nabu.de .

Kaulquappen – Sachtext
Die Eier, die die Kröten (und auch andere Amphibientiere wie Frösche, Unken, Molche, Salamander und noch viele mehr) im Vorfrühling in den Gewässern ablegen, nennt man Laich. Nach der Ablage kümmern sich die Kröten, die ihre Eier fast immer nur in ihrem Heimatteich legen, noch etwa acht Tage um die Ei-Gelege, dann machen sie sich wieder auf den Rückweg. Zurück bleiben die Eier, die sich zu Larven ausbilden. Diese kennen wir als Kaulquappen. Sie leben im Wasser, atmen durch Kiemen und haben statt der Beine einen Schwanz, der ihnen beim Schwimmen hilft. Anfangs ernähren sich die Kaulquappen von ihren eigenen Eihüllen, später von Plankton (das sind Algen und winzige Pflanzenreste aus dem Wasser). Erst nach zehn bis zwölf Wochen haben sie ihre Beine entwickelt, und die Kaulquappen der Frösche und Kröten verlieren ihren Schwanz. Nun können sie auch durch die Lungen atmen, an Land leben und auch schon quaken. Zart und leise zunächst. Klar.

© Elke Bräunling

Geschichten zu Kröten und Krötenwanderung findet ihr hier:
Mein alljährliches Märzabenteuer: Eine Kröte erzählt
Hilfe für die Kröten<
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Ein wundersamer Frühlingstag

Einmal stand ein fremder Junge auf dem Marktplatz und alle wussten es auf einmal: Er ist der Frühling

„Frühling! Hallooo! Wo bist du?“
Laut drang der Ruf über den Marktplatz des kleinen Städtchens.
Die Leute, die es eigentlich immer alle sehr eilig hatten, hielten erstaunt inne. Sie blickten zur Mitte des Platzes hinüber. Ein kleiner Junge stand da, hielt die Hände wie einem Trichter vor seinen Mund und rief: „Frühling! Hallooo! Wo bist du?“
„So etwas aber auch!“, murmelte ein Mann. Er hielt inne, schaltete sein Handy aus und sah zu dem Jungen hinüber. Die Frau mit den Einkaufstüten hinter ihm tat es ihm nach. Sie blieb stehen und lauschte den Rufen des kleinen Jungen. Ihrem Beispiel folgten ein älteres Ehepaar, eine Touristengruppe, Mütter, die ihre Kinder vom Kindergarten abgeholt hatten, Lehrer Meier, der mit seiner Klasse unterwegs war, und immer mehr Passanten, die des Wegs kamen.
Alle machten sie Halt und Continue reading »

Zwei Herren streiten

Zwei Herren streiten

Wer macht die Bäume blütenweiß?
Das ist Herr Frühlings erster Gruß.
Wer schickt uns Hagel, Schnee und Eis?
Das ist des Winters Abschiedskuss.
Der eine kommt. Der andre geht.
Sie zögern alle beide.
Kommen? Gehen? Wer gibt nach?
Sie wetteifern im Streite.
Der Frühling lockt und schmeichelt sehr
mit Sonnenschein und Farbenpracht.
Dem Winter fällt der Abschied schwer.
Er kämpft mit eis´ger Himmelsmacht.
Zwei Herren streiten.
Wer gewinnt?
Na, wer schon?
Das weiß jedes Kind…!

© Elke Bräunling


Streit zwischen Winter und Frühling

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Das erleben Winter und Frühling jedes Jahr aufs Neue

Jedes Jahr aufs Neue streiten sich Winter und Frühling.
”Was? Ich soll gehen? Pah! Ich bleibe”, grinst der Winter. ”Das freut die Kinder.”
”Die Kinder? Höhö!“, höhnt der Frühling. Am liebsten würden sie dich auf den Nordpol verbannen.“
Der Winter lacht. ”Sieh, wie fröhlich sie im Schnee spielen.”
”Sie würden lieber ihre Fahrräder und Rollschuhe holen, Ball spielen und über Frühlingswiesen laufen.
”Rodeln, Skilaufen und Schneemannbauen macht mehr Spaß.”
”Schöner ist es, in der Frühlingssonne zu spielen. Ohne dicke Klamotten“, triumphiert der Frühling.
”Trotzdem mögen die Kinder mich lieber leiden”, trumpft der Winter auf.
”Warum gerade dich?”, grinst der Frühling.
”Der Klügere gibt nach…”, spottet der Winter.
”Dann fange damit an und verschwinde!“, keift der Frühling zurück.
„Hoho! Sprichwörter sind auch nicht das Gelbe vom Ei.”
”Schwätzer!” ”Sprücheklopfer!” ”Tagdieb!”
Die beiden streiten in einem fort. Einmal zieht sich der eine ein wenig zurück, dann der andere, und so ist es im Frühling sonnenwarm, dann wieder eisig kalt. So geht das bis tief in den Mai, und dann ist auf einmal der Sommer da. Der fackelt nicht lange und vertreibt die beiden Streithähne bis zum nächsten Jahr.
Tja, wenn zwei sich streiten… Auch so ein Sprichwort, oder?
© Elke Bräunling

Frühlingsanfang – Ein lang ersehnter Tag – Sachtext –

In diesem Kalenderjahr feiern wir den Frühlingsanfang am 20. März. Die Wissenschaftler sagen dazu auch „kalendarischer Frühlingsbeginn“. Das bedeutet, dass man nach dem Kalender und dem Stand der Sonne rechnet. Weil der ganze Monat März aber bereits ein Frühlingsmonat ist, sagen viele Leute, der Frühling beginne am 1. März. Dies ist der „meteorologische Frühlingsbeginn“.
Der 20. März aber ist und bleibt für die Menschen ein ganz besonderer und lang ersehnter Tag im Jahr. Ebenso wie am 23. September (dem Herbstanfang) steht nun nämlich die Achse der Erdkugel genau senkrecht zur Richtung der Sonnenstrahlen. Das bedeutet, dass sowohl Tag als auch Nacht genau zwölf Stunden dauern. Beide sind somit gleich lang. Deshalb nennt man diese beiden Tage auch ´Tagundnachtgleiche´. Und klar, die Menschen freuen sich auf diesen Tag und feiern ihn fröhlich als ´Frühlingsanfang´. Nun werden die Tage immer länger und heller, die dunklen Nächte immer kürzer.
Früher, vor vielen, vielen hundert Jahren und mehr, verehrten die Menschen den Tag des Frühlingsanfangs ganz besonders. Sie glaubten nämlich, dass an diesem Tag die Welt erschaffen worden sei. Und weil sie das glaubten, ernannten sie diesen besonderen Tag zum jeweils ersten Tag im neuen Jahr. So kam es, dass für die Menschen damals das neue Jahr mit der ‚Tag- und Nachtgleiche’ begann.
© Elke Bräunling


Als der Frühling den kleinen Marienkäfer weckte

Als der kleine Marienkäfer aus dem Winterschlaf erwachte

„Nanu?“, brummte der kleine Marienkäfer. Er schnupperte. „Besuch in meinem Winterquartier? Hm! Hm! Riecht gut. Riecht köstlich fein. Es wird doch nicht schon Frühling sein?“
Ein süßer Duft war unter die dichte Laubdecke, unter der sich der kleine Käfer in den Wintermonaten zum Schlaf verkrochen hatte, gezogen.
„Hmmm! Es riecht tatsächlich nach Frühling. Habe ich ihn etwa verschlafen?“ Vorsichtig reckte er die Beine, die er im Schlaf fest an seinen Panzer gepresst hatte. Er streckte sich, strampelte und hatte einige Mühe, auf die Füße zu kommen.
„Ich muss wohl sehr lange geschlafen haben. Richtig eingerostet fühle ich mich an.“ Er nickte. „Ja, es wird Zeit, dass der Frühling kommt.“
Vorsichtig kroch er aus seinem Blätterversteck hervor – und fand sich unter Continue reading »