Das Eichhörnchen und der traurige Apfel

Vom Regen und von Regentränen. Können auch Äpfel weinen?

“Warum weinst du, Apfel?”, fragt das Eichhörnchen, das in den Bäumen der Streuobstwiese im kleinen Waldtälchen auf Nahrungssuche unterwegs war.
“Phschhhhhh!” Der Apfel schluchzte. “Wei-hei-einen? Wa-a-as ist das?”
“Weinen?” Das Eichhörnchen überlegte. In den Menschengärten hatte es das Weinen kennen gelernt und – irgendwie – rasch wieder vergessen. Hier im Wald weinte nämlich keiner. Naja, fast keiner.
Der Apfel schluchzte wieder, lauter nun.
“Weinen, das ist, wenn Wasserperlchen über deine Wangen tropfen und deine Apfelhaut nass machen”, sagte das Eichhörnchen schnell. Es war nun etwas verlegen. Eigentlich hatte es geplant, ein wenig von dem köstlichen Fruchtfleisch des Apfels zu naschen. Aber wer brachte es übers Herz, in schluchzende Apfelbäckchen zu beißen?
“Re-e-egen ma-hc-chat meine Apfelbacken auch nass”, klagte der Apfel. “Aber er ma-hc-chat mich ni-hi-hicht so-ho traurig.”
Ein Zittern durchlief den Apfelkörper und viele Continue reading »

Als Tim ‚Stierkampf’ spielte

Die Sache mit Stieren, Ochsen und dem “Rot”-Sehen – Eine Feriengeschichte auf dem Land

Der Stadtjunge Tim hatte Lust auf ein tolles Ferienabenteuer. Er deutete zur Weide. „Die Kuh dort langweilt sich bestimmt.“
„Die Kuh ist ein Ochse“, sagte Jonas, der Sohn des Bauern.
„Umso besser“, freut ich Tim. „Eine Kuh wäre für einen Stierkampf viel zu langsam.“
„Du willst Stierkampf spielen?“, fragte Jonas. „Lass das lieber!“
„Ich hab keine Angst.“
Ehe Jonas noch etwas sagen konnte, zog Tim seinen roten Pullover aus, stieg über den Zaun und stapfte zu dem Ochsen hinüber. Mutig baute er sich fünf Schritte vor ihm auf.
„Wir spielen Stierkampf“, sagte er zu dem Ochsen. „Ich bin Continue reading »

Jules Schmetterlingstraum

Wie kann man zarte bunte Schmetterlinge in die Gärten locken? Jule hat da eine ganz besondere Idee

Aus dicken, hässlichen Raupen schlüpfen zarte, bunte Schmetterlinge, hat Jule gehört. Das kann Jule erst nicht glauben, doch weil sie Schmetterlinge über alles leiden mag, träumt sie von einem fröhlich kunterbunten Schmetterlingsgarten.
Schmetterlinge aber sieht Jule im Garten nur wenige. Weil die nämlich ihre Eier, aus denen die Raupen schlüpfen, lieber auf Brennnesseln, Wildkräutern und -büschen ablegen, und die gibt es in den gepflegten Gärten der Siedlung nicht.
Schade, findet Jule, und denkt an ihren Schmetterlingstraum. Dann hat sie eine Idee. Sie nimmt ein Einmachglas und geht zum Wäldchen hinter dem Spielplatz. Dort wachsen Brennnesseln, Wildkräuter, Büsche und Birken, und von denen sammelt Jule alle Raupen, die sie finden kann, in ihr Glas. Vorsichtig trägt sie ihre Beute heim in den Garten und setzt die Raupen auf die Blätter der Bäume, Büsche, Rosen, Stauden und Salatköpfe. Mehrere Tage lang macht sie das, und es ist keine einfache Sache.
Am Anfang Continue reading »

Davids Schneckenzoo

Ein lauter Schreckensschrei aus dem Nachbargarten riss alle Bewohner des Wohnviertels aus der Mittagsruhe. Nachbar L. stapfte wütend und schimpfend durch seine Gemüsebeete und sein kleiner Sohn stand dabei, grinsend. Was war passiert?
So etwas Ähnliches vielleicht wie Davids Vater in der folgenden Geschichte?

Davids Schneckenzoo

Eine tolle Idee hat David heute. Er baut im Garten aus großen Steinen ein viereckiges Gehege und legt Steine, Salatblätter, Äste, Strohhalme, eine Hütte aus Bausteinen und eine Wasserschale hinein.
„Was baust du da?“, fragt Papa neugierig.
„Einen Schneckenzoo“, sagt David und deutet auf das Glas voller Schnecken, das im Schatten der Hecke steht. „Die hab ich auf den Feldern gesammelt. Sie kommen in meinen Schneckenzoo, und ich werde gut auf sie aufpassen.“
Papa klopft David anerkennend auf die Schulter. „Ich mag es, wenn Kinder gute Ideen haben“, sagt er stolz. „Aus Naturbeobachtungen kann man mächtig viel lernen.“
Papa findet alles gut, was sich zum Lernen eignet, und David freut sich, wenn Papa ihn lobt. Den ganzen Tag kümmert er sich um seinen Zoo, und Papa guckt immer mal bei ihm vorbei und blickt sehr stolz und glücklich drein.
Am nächsten Tag aber ist Papas Blick überhaupt und gar nicht mehr stolz und glücklich. Davids Schnecken haben nämlich während der Nacht mit großem Appetit eine kleine Klettertour über die ´Zoo´-Mauern hinüber zu Papas jungem Salatbeet gemacht. Dort ruhen sie sich nun unter Erdkrumen und Steinen versteckt von der üppigen Salat-Mahlzeit aus.
„Sauerei“, schimpft Papa los und blickt auf die zerfressenen Salatreste. „Da haben wir den Salat! Du mit deinen blödsinnigen Ideen!“
„Was für Ideen?“, fragt David. „Und was für einen Salat?“ Lachend deutet er auf das kahl gefressene Beet. „Weißt du“, sagt er kichernd zu Papa, „aus Naturbeobachtungen kann man wirklich viel lernen.“
Was bleibt Papa da noch übrig als mitzulachen?

© Elke Bräunling

Schnecke unterwegs
© Elke Bräunling, Weinbergschnecke auf der Suche nach Salatblättern


Ein Glückskäfer-Glück für Jule

Wie ein Marienkäfer der grübelnden Jule doch ein bisschen Glück brachte … und vielleicht sogar den Eintritt ins Zirkuszelt?

Traurig sitzt Jule am Rande des Festplatzes und blickt auf das bunte Zirkuszelt. Zu gerne hätte sie sich die Nachmittagsvorstellung mit den beiden Clowns, die am Eingang fröhlich ihre Späßchen machen und die Leute ins Zelt einladen, angesehen. Ihre Freunde sind schon im Zelt. Nur sie hat kein Geld für die Eintrittskarte. Nie hat Jule Geld, seit ihre Eltern arbeitslos sind. Immer muss sie sich all die Dinge, die ihre Freunde erleben, von draußen ansehen. Jule schüttelt den Kopf. Sie mag nicht weiter grübeln. „Grübeln”, sagt Papa immer, „macht nur ein Griesgramgesicht. Aber helfen, nein, das tut es nicht.”
Jule will kein Griesgramgesicht haben. Sie zwingt sich zu einem kleinen Lächeln, und weil niemand zum Anlächeln da ist, schenkt sie ihr Lächeln der Margerite, die neben ihr am Wegrand wächst. Ja, und ihr ist, als lächelte die Blume zurück. Oder hat sie das geträumt? Nachdenklich Continue reading »

Die Königin des Waldes


Fingerhut, königlich, heilsam, giftig

 

Die Königin des Waldes

Eine Königin muss nicht unbedingt laut sein. Ob die Fingerhutblüte dies auch begreifen wird?

“Ich bin die Königin des Waldes”, sagte die besonders große pink-weiß-purpurfarbene Blume mit ihren tiefen Blütenkelchen. “Die Königin und Wächterin in einem.”
Sie blickte sich nach Anerkennung heischend um.
Schweigen. Keiner der Waldbewohner wusste darauf etwas zu sagen.
Nur ihre nicht ganz so besonders großen pink-weiß-purpurfarbenen Kolleginnen auf der Waldlichtung nickten ihr beifällig zu.
„Bist du! Bist du! Wer wenn nicht du?“, sirrten sie ihr im Hauch des leisen Sommerwindes.
„Ja! Ich! Ich bin die Königin des Waldes. Ich bin einzigartig”, sagte die besonders große und besonders einzigartige Fingerhut-Blüte wieder. Nun etwas lauter. Nein, sie rief es in den Waldmorgen hinein. “Hört ihr?”
Noch immer herrschte Schweigen im Walde.
Die wunderschöne große pink-weiß-purpurfarbene Blume mit den tiefen Blütenkelchen begann sich zu ärgern. Erregt bimmelte sie mit ihren Blütenglöckchen.
“Hallo! Aufwachen! Zuhören! Ich bin die …” Continue reading »

Ein “echter” Ochse

Ochse Berti lebt im Museumsdorf und dort hat er seine ganz besonderen Aufgaben

Friedlich grast Ochse Berti auf der Weide. Er ist heute ganz alleine hier. Seine Gefährtinnen, die Kühe, sind heute Morgen mit dem Bauern auf eine andere Weide weiter gezogen. „Du bleibst hier, Berti“, hat der Bauer gesagt. „Es wird Zeit, dass du lernst, einen Erntewagen und einen Pflug zu ziehen.“
Einen Erntewagen soll ich ziehen?, überlegt Berti. Und einen Pflug? Was ist das überhaupt, ein Pflug?
„Ich bin doch kein dummer Ochse, oder?“, brummt er.
Berti denkt nach. Zum Ernten und Pflügen gibt es Maschinen. Das hat er in den letzten Monaten auf der Weide immer wieder gesehen und gehört. Nur einen Ochsen, der so schwer arbeiten soll, nein, den hat er nicht gesehen. Er hat auch nichts davon gehört.
Halt! Da war doch etwas? Stimmt. Neulich waren Leute da. Vom Museumsdorf.
Lange sind sie durch die Ställe gegangen, haben Continue reading »

Der kleine Bär und das hässliche Raupending

Das komische fremde Ding, das eine Raupe ist, erstaunt den kleinen Bären sehr

“Wer bist du denn?”, fragte der kleine Bär. Misstrauisch sah er zu, wie ein braunes, stachelhaariges Ding langsam über den Wiesenboden kroch. Wie ein Erdwurm sah es aus.
Der kleine Bär kicherte. “Ein Erdwurm mit Igelstachelfell”, rief er. “Ein grässlich hässlicher Erdwurm sogar. Hihi!”
Er beobachtete, wie sich dieser seltsame Erdwurm am Stängel einer Kleeblume aufrichtete. Er umklammerte ihn mit seinen kurzen Beinen, bevor er an ihm hoch krabbelte. Oben angekommen öffnete er weit seinen Mund, als wollte er gähnen, dann biss er – happs – mitten in die Kleeblüte hinein, kaute, schluckte, biss wieder hinein, kaute, schluckte, kaute, schluckte, bis nichts mehr von der Blüte übrig war. Doch noch immer war er nicht zufrieden: Jetzt nämlich hangelte er gierig nach Continue reading »

Die Sache mit den Ameisen

Ameisen sind ganz besonders interessante Tiere, das sagen auch Tim und Nora in dieser Geschichte

Tim und Nora liegen bäuchlings im Gras und denken sich Gedichte aus.
„Du fängst an!“, bestimmt Tim.
Nora kaut auf einem Grashalm und überlegt. „Hmm … ich muss erst nachdenken … Also: Eine kleine Ameise kroch mal heimlich, still und leise in das Ohr von Meiers Tim. Dieser fand das mächtig schlimm.“
Tim grinst. Jetzt ist er an der Reihe mit dem Dichten. Ganz schön schwierig ist das, doch da hat er eine Idee: „Hey, Ameise, komm wieder raus, sonst pust ich dir das Leben aus!“
Nora richtet sich auf und schaut Tim empört an. „Das darfst du nicht tun. Ameisen sind nützliche Tiere“, schimpft sie und vergisst vor Eifer ganz, dass Tims Gedicht nur ein Spaßgedicht ist.
„Dein Gedicht war aber auch gemein, denn du hast einfach eine Ameise in mein Ohr krabbeln lassen“, wehrt sich Tim.
Jetzt muss Nora doch lachen. „Ist ja bloß ein Gedicht, aber Ameisen sind wirklich tolle Arbeiter. Sie halten den Wald sauber.“
„Hoho! So ein Unsinn!“ Tim kann das nicht glauben.
„Soll ich dir einen Ameisenhügel zeigen?“, schlägt Nora vor.
Tim springt auf. Klar. Continue reading »

Mia und der Wetterzauberer

Das Wetter ist schlecht? Vielleicht liegt’s ja am Wetterzauberer, der wieder einmal seine goldene Sonnenspitze verloren hat?

Mia sitzt auf ihrer Schaukel und wartet auf die Sonne.
„Hey, ich will Sonne haben!”, ruft sie.
„Geht nicht.” Ein Zwerg mit Glitzerumhang plumpst vor Mia auf den Boden. „Ein Vogel hat die goldene Sonnenspitze meines Wetterstabs gestohlen. Seither kann ich die Wolken nicht mehr wegzaubern.”
Erregt deutete das Männlein, das niemand anderes als der Wetterzauberer ist, auf die Bäume. „Hier irgendwo muss dieser Dieb sein Nest haben.“
„Zaubere doch den Vogel mit der Sonnenspitze hierher!”, schlägt Mia vor.
„Bin ich ein Vogelzauberer?” Empört sieht das Männlein Mia an. „Ich kann Wetter zaubern, aber ohne meine funkelhelle Sonnenspitze zaubert mein Stab nur finstertrübe Wolken. Ist das nicht ärgerlich?” Continue reading »

Ein Abenteuer im Bärenwald

Eine Mutmachgeschichte mit dem kleinen Bären, Papa Bär und vorwitzigen Bärengeschwistern

Wieder einmal hat der Oberbär alle Bären zu einem Festmahl in den Bärenwald eingeladen. Dieses Mal möchte der kleine Bär unbedingt mitkommen. Er ist ja so neugierig auf dieses Fest! Seine Geschwister aber lachen ihn aus. “Du bist noch viel zu klein, kleiner Bär!”, rufen sie. “Du kannst nicht mitkommen. Bestimmt fürchtest du dich dort gruselgrausig.”
Das ärgert den kleinen Bären gewaltig.
“Ein Bär hat keine Angst”, ruft er und bettelt so lange, bis Mama Bär “Also gut, du darfst mitkommen!” sagt.
Da freut sich der kleine Bär wie ein Schneekönig.
„Juchhu!”, jubelt er. “Ich darf mitkommen zum großen Bärenfestmahl. Juchhu!!!”
Die Weg zum Oberbärenfest ist weit, und Papa Bär muss den kleinen Bären huckepack Continue reading »

Die Tränen der Birken zur Maikäferzeit

Wer sich nicht über die Maikäfer freut, das sind die Birken und alle anderen Bäume im Wald. Das gibt den Maikäfern zu denken

“Was ist nur mit unseren Maikäferfreunden los? Haben sie den Frühling verschlafen?”
Ratlos flog die kleine Elfe durch das Birkenwäldchen. Seit Tagen schon war sie auf der Suche nach den Maikäfern. Sie konnte aber keinen von ihnen entdecken.
“Hast du unsere Maikäferfreunde gesehen? Oder wenigstens einen von ihnen?”, fragte sie jeden, den sie unterwegs traf.
“Zum Glück habe ich sie nicht gesehen”, antwortete die große Birke. “Nicht mal einen von ihnen. Und das ist gut so. Diese gefräßigen Kerle knabbern nämlich immer meine jungen Blattkinder an und bohren mit ihren Kiefern tiefe Löcher in sie hinein.” Die Birke schüttelte ihre lindgrün helle Krone. “Nein, ich vermisse sie nicht.”
“Ich auch nicht.”
“Ich auch nicht.”
“Ha! Wir natürlich auch nicht.”
“Wir wollen die Maikäfer Continue reading »

Glückskäfer Hicks und die Sonne

Auch Glückskäfer können manchmal schlechte Laune haben oder ängstlich sein oder gleich beides zusammen

„Hey! Was ist das denn mitten im Frühling?“
Glückskäfer Hicks war entsetzt, als er eines Frühlingsmorgens über die verschneite Wiese blickte.
„Ich dachte, der Winter sei vorbei“, schimpfte er und seine Flügelchen zitterten. „Wo ist die Sonne? Ich friere. Diese Kälte mag ich nicht leiden. Gemein ist sie und überhaupt. Ich bin ganz schön…“
„Oha! Höre ich recht? Ein Glückskäfer, der meckert? Haha!“, tönte plötzlich eine helle Stimme und dann sang sie ein Lied, diese Stimme, die zu einer Amsel gehörte. So einen wunderschönen Gesang hatte Glückskäfer Hicks noch nie vernommen. Hmmmm…
Hicks wurde es warm ums Herz und er Continue reading »

Vogelhochzeit und Frühlingsblütenschnee

Im Frühlingsblütenapfelbaum lernt die kleine Amsel einen jungen Amselmann kennen

„Der Frühling kommt“, sagten die Amseleltern.
„Was ist ‚Frühling’?”, fragte die junge Amsel. „Und wie ist er?“
„Frühling ist die schönste Zeit im Jahr. Sie ist bunt, duftig und warm. Und sie ist die Zeit der Vogelhochzeiten”, sagte Amselpapa und Amselmama spreizte die Flügel.
„Ein wenig ist er schon da, der Frühling. Spürst du seine Sonnenwärme?“
Mit jedem Tag wurde es nun wärmer, bunter und fröhlicher im Land. Die junge Amsel freute sich. Neugierig machte sie Ausflüge in die Gärten und über die Wiesen, um den Frühling zu begrüßen.
Auf einem Apfelbaum ließ sie sich schließlich zu einer Verschnaufpause nieder. Ein junger Amselmann saß hier und sang allerliebste Frühlingsliebeslieder. Schön klang das.
Die junge Amsel hatte bald keine Lust mehr, zu ihren Eltern zurückzukehren. Nein, viel lieber stimmte sie in den Gesang des Amseljungen mit ein, und beide sangen aus vollster Kehle ihr Liebeslied. Continue reading »

Das Esels-Ei

Es gibt nicht nur Hühnereier, das haben die Stadtkinder Mara und Max längst gelernt. Aber ob es ein Esels-Ei gibt, das wissen sie – noch – nicht. Hat Papa da einen Scherz gemacht?

Mara und Max verbringen mit ihren Eltern ein Wochenende auf dem Bauernhof. Eine aufregende Sache für die beiden Stadtkinder! Gleich nach der Ankunft stolpert Mara über ein hartes Ding, das auf dem Boden liegt. Es ist länglich und schmuddelgrau.
“Was ist das?”, fragt Mara.
“Ein Ei vielleicht?”, rät Max.
“Echt?”, staunt Mara.
“Lass mal sehen!” Papa beugt sich über das Fundstück. “Ich glaube”, sagt er dann, “es ist ein -äh- Eselsei!”
“Ein Eselsei?”, ruft Max. “Kann man das ausbrüten?”
“Man könnte es versuchen.”
“Dürfen wir den Esel dann auch behalten?”, fragt Mara aufgeregt.
“Aber ja”, sagt Papa großzügig und grinst.
Auch Mama kichert. “Der Esel wäre dann ja fast so etwas wie euer Kind, nicht? Doch nun Continue reading »

Das Osterkätzchen

Schoko-Osterhasen im Osternest … oder ein echtes Kätzchen? Welches Ostergeschenk würdest du dir mehr wünschen?

Am Ostersonntag sind in den Gärten bunte Nester mit Eiern und Osterhasen versteckt. Nur in Tims Osternest gibt es keinen Osterhasen. Nein, ein schwarzes Katzenbaby liegt in einem Weidenkörbchen inmitten vieler bunter Eier.
So etwas aber auch! Die Osterschokohasen sind erregt.
“Wenn es wenigstens aus Schokolade wäre!“, meint einer.
“Und glitzerbunt müsste es sein“, ruft ein anderer.
“Klare Sache.” Die Hasen sind sich einig. Katzen haben in einem Osternest nichts verloren. “Osterkätzchen gibt es nicht!“, rufen sie.
„Hasen legen auch keine Eier”, maunzt der Kätzchen.
Die Schokohasen aber halten sich die Bäuche vor Lachen.
“Hihi”, „Haha“ und „Hoho”, hallt es durch die Gärten.
Auch die Nachbarkinder lachen, als sie das Kätzchen in Tims Nest entdecken.
“Guck mal, ein Osterkätzchen!“, kichert Ben.
“Doof” meint Maja und beißt in das Ohr ihres Schokohasen.
“Schokolade ist mir auch lieber”, grölt Max und isst seinen Hasen gleich ratzeputz auf.
Tim aber macht sich nichts aus dem Gespött, und während sich seine Freunde die Bäuche mit Schokolade voll stopfen, nimmt er das kleine, schwarze Kätzchen zärtlich in den Arm.
Das Kätzchen schnurrt voller Wohlbehagen, und Tim drückt es noch fester an sich. Wie lieb er es hat! Und nicht nur heute.
© Elke Bräunling

Wie das Osterfest entstand

An Ostern feiern die Christen die Auferstehung von Jesus Christus, der am Freitag zuvor, dem Karfreitag, von seinen Feinden ans Kreuz genagelt wurde. Am dritten Tag nach seinem Tode aber ist Jesus durch ein Wunder wieder zum Leben auferstanden. Das ist ein Grund zum Feiern, und die Christen feiern am Ostersonntag das Auferstehungsfest.
Gefeiert wird Ostern auch, weil um die Osterzeit die Natur zu neuem Leben erwacht. Endlich blühen wieder Blumen, die Wiesen und Bäume werden langsam grün. Die Vögel legen Eier in ihre Nester und viele Säugetiere bekommen Junge. So auch die Hasen. Daran dachten die Menschen, als sie begannen, sich zu Ostern bemalte Eier zu schenken, ja, und um es für die Kinder spannender zu machen, sagten sie, der Osterhase hätte die Eier gebracht.
Doch schon zu vorchristlicher Zeit gab es ein großes Frühlingsfest, das die Menschen der germanischen Göttin Ostara widmeten. Ostara war die Göttin für Licht und Wärme, und die Menschen glaubten, sie sei es, die die Tage wieder heller, wärmer und länger machte. Um ihr zu helfen, den Frühling ins Land zu locken, zündeten die Menschen im Ostermonat April große Feuer an. Das Frühlingsfest war ein sehr wichtiges Fest, denn die Menschen wünschten sich dringend, dass auf ihren Feldern bald wieder Obst, Gemüse und Getreide wachsen sollte.
So, und nun weißt du, weshalb Ostern Ostern heißt. Als die Menschen nämlich diesem Fest seinen Namen gaben, dachten sie an die germanische Göttin Ostara. Ganz einfach, oder?

© Elke Bräunling

Aus dem Buch:

Taschenbuch: Eine Geschichte für Dich – Ostern: Ostergeschichten und -lieder fuer Kinder
Ebook:Eine Geschichte für Dich: Ostern

Information


Der Blütenwettstreit der Bäume

Wer ist der schönste Blütenbaum im Frühling, der erste, der beste, der … Ach, fragt die Bienen!

“Erster!”, sagte der Mandelbaum in Onkel Huberts Garten. “Jedes Jahr bin ich der Sieger. Schon im frühen Frühling erfreue ich die Herzen und Augen der Menschen mit meinen Blütenknospen.” Zufrieden reckte er seine zartrosafarbenen Blütenzweige der Frühlingssonne entgegen.
“Angeber!”, knurrte der Kirschbaum, der neben ihm seinen Platz hatte. Seine Zweige waren noch kahl. Ganz genau musste man hinschauen, um Blütenknospen zu erkennen. „Ich komme auch bald.” Er sagte es nur leise, wusste er doch, dass er mit seiner Blüte noch drei oder vier Wochen warten musste.
“Nein”, rief der Pfirsichbaum. “Ich bin vor dir an der Reihe.” Er winkte mit seinen kahlen Zweigen. “Jedes Jahr aufs Neue sage ich dir dies.”
“Und was ist mit mir?”, fragte der Haselstrauch, dessen Blüten seit Januar den Garten mit einem zartgelben Schleier schmückten. Er stellte diese Frage jedes Jahr.
“Du bist kein Baum. Du Continue reading »

Der „Oster“-Hund

Bärli ist ein „Oster“-Hund, na ja, eher ein Osternester-Räuber

Am Ostersonntag begrüßte Papa Lena, Tim und Tommi mit einem breiten, zufriedenen Lächeln. „Der Osterhase war da“, verkündete er mit geheimnisvoller Stimme.
„Der Osterhase?“ Zweifelnd sah Lena Papa an. „Den gibt es nicht“, sagte sie.
Tim nickte. „Stimmt! Das haben Alex und Lisa gestern auch gesagt.“
„Schad!“, meinte Tommi. „Ich hätte gerne Ostereier im Garten gesucht.“
„Papperlapapp! Den Osterhasen gibt es wohl. Ich habe ihn doch vorhin selbst gesehen! Na, seid ihr nicht neugierig?“
Skeptisch äugten Lena, Tim und Tommi zu Papa hinüber, der es vor Ungeduld fast nicht mehr auszuhalten schien.
„Wir können ja mal nachsehen“, meinte Tim.
„Zuerst“, rief Mama aufgeregt, „müsst ihr Bärli suchen! Dieser freche Streuner ist mir vorhin wieder einmal entwischt.“ Continue reading »

Der Glitzer-Osterhase

Von echten und unechten und prächtig glitzernden Osterhasen

Am Ostermorgen saß ein prächtiger, rosafarbener Hase mit langen, silbrigen Ohren im Gras hinter dem Kirschbaum. Schön sah er aus, glitzernd und glänzend. Und in allen Farben glitzerten und glänzten im Licht der Morgensonne auch die bunten Eier, die jemand rings um ihn herum im Gras verstreut hatte. Schön sah das aus. Ein Bild, das die Herzen aller Kinder zum Freudehüpfen brachte.
Der Feldhase, der auf seinem Morgenspaziergang wie jeden Tag am Kirschbaum vorbeikam, wunderte sich sehr über diesen fremden Gesellen. So einem prächtigen Glitzerhasenkerl ist er auf seinen Streifzügen durch die Gärten, Wiesen und Felder noch nie begegnet.
“Nanu?“, brummte er. “Gibt es dich wirklich? Bislang habe ich dich nur auf großen Werbeplakaten am Stadtrand gesehen.“
Der Rosa-Osterhase Continue reading »

Der Affe im Kirschbaum

Keiner will glauben, dass im Kirschbaum ein Affe sitzt. Eine ernst-lustige Kindergeschichte

Eines Tages kam Lena aufgeregt nach Hause.
“Ich habe einen Affen gesehen”, rief sie. “Einen richtigen, kleinen Affen. Süß war der!“
“Wo denn?”, fragte Mama.
“Draußen. Im Wäldchen hinter dem Spielplatz! Wie der Blitz ist er zwischen den Bäumen herum gesaust.”
“Hoho, du spinnst”, rief ich.
Auch Mama lachte. “Was du wieder erzählst…!”
Lena wurde sauer. “Wenn’s aber doch stimmt”, rief sie. “Ihr seid doof.”
Lena war beleidigt. Sie redete nicht mehr mit uns. Die Sache mit dem Affen hatten wir dann auch bald vergessen.
Abends klingelte es.
Es war Nachbar Locke, und er sah ganz blass aus.
“D-da ist ein Affe”, stotterte er. “Ich habe Continue reading »

Zwei Kaninchen für Leo und Marie

Kaninchen haben sich Leo und Marie gewünscht … doch es ist nicht so einfach, eigene Tiere zu haben

Ein Kaninchen hat Leo zu Ostern bekommen. Nein, eigentlich sind es zwei. Ein schwarzes und ein weißes mit einem schwarzen Fleck auf der Stirn. Das schwarze gehört Leo, das weiße seiner kleinen Schwester Marie. Otto und Emil, so haben Leo und Marie die beiden Kaninchen getauft, wohnen nun draußen auf der Terrasse in einem Kaninchenhaus, das Papa gebaut hat.
Leo und Marie sind begeistert. So lange schon haben sie sich ein eigenes Tier zum Liebhaben und Kuscheln und zum Spielen gewünscht. Und sie haben ihre beiden neuen Freunde schon jetzt sehr lieb. Glücklich knien sie vor dem Kaninchenhaus und sehen ihnen dabei zu, wie sie Löwenzahn und Salatblätter futtern. Eigentlich essen die beiden in einem fort und das sieht sehr niedlich aus.
“Bestimmt haben Otto und Emil uns auch ganz toll lieb!”, sagt Leo zu Marie.
Marie nickt, schaut den beiden Kaninchen noch eine Weile beim Kauen zu, dann Continue reading »

Das Frühlingslied der Amsel

Das Frühlingslied der Amsel
Fantasiereise/Frühlingstraum/Frühlingserwachen/Traumfantasie/Frühlingsblüten

An einem Tag im Frühling besuchst du den alten Apfelbaum im Garten.
Du lehnst dich an seinen dicken, knorrigen Stamm, schließt die Augen und träumst ein bisschen.
Und auf einmal sitzt du mitten in der Baumkrone bequem auf einem dicken Ast.
Du schaust dich um. Den ganzen Garten kannst du von hier aus sehen. Und auch die Nachbargärten, die Häuser, den Himmel.
Schön ist es, gemütlich hier zu sitzen und von knorrigen Zweigen und unzählig vielen Ästen umgeben zu sein.
Eine Amsel kommt geflogen. Sie setzt sich auf den Ast neben dich, plustert ihre Federn auf und beginnt zu singen. Sie singt ein Frühlingslied. Hell und klar und fröhlich.
„Hurra, hurra, der Frühling ist da!“
Und die Äste, sie sirren leise mit im sanften Frühlingswind.
„Hurra, hurra, der Frühling ist da!“
Da schickt die Sonne ihre Strahlen zum Apfelbaum und streichelt dein Gesicht.
Auch du fängst nun an zu Continue reading »

Der kleine Rabe und der Frühlingsbaum

Manchmal schneit es auch noch im Frühling. Doch ist’s immer Schnee, der die Bäume weiß bemalt?

„Nun ist Frühling, und bald wird es wieder warm”, sagten die Rabeneltern zu dem kleinen Raben.
Der kleine Rabe war froh. Der kalte Winter hatte ihm überhaupt nicht gefallen. „Wie ist denn der Frühling?”, fragte er neugierig.
„Bunt, duftig und warm”, sagte Rabenpapa, und Rabenmama spreizte die Flügel. „Ein wenig ist er schon da. Ach, wie gut tut die Wärme der Sonnenstrahlen!”
„Ja, prima gut”, freute sich der kleine Rabe.
Von nun an hielt er stets Ausschau nach dem Frühling. Mit jedem Tag wurde es ein wenig wärmer, bunter, fröhlicher im Land.
„Schön”, sagte der kleine Rabe zufrieden. „Der Frühling ist da!”
Als er aber eines Morgens aufwachte, Continue reading »

Hilfe für Pips, das Hasenkind

Einmal war Pips, das Hasenkind, auf der Suche nach neuen Ostereierfarben

Zum ersten Mal durfte Pips, das Hasenkind, Ostereier bemalen.
“Hurra!“, rief er und sprang voller Freude auf. “Jetzt bin ich ein richtiger Osterhase.”
Da passierte es: Seine Farbtöpfe kippten um, und die Farben malten einen dicken, regenbogenbunten Streifen auf die Wiese. So ein Pech! Pips schämte sich.
“Ferkel!“, johlten seine älteren Geschwister. “Du bist eben doch noch viel zu klein zum Eierbemalen.”
Die Osterhasenmama aber schimpfte: “Was musst du auch immer so herumzappeln! Am Ende reicht uns die Farbe nicht für alle Eier!”
Pips erschrak. Würden seinetwegen nun viele Eier weiß bleiben? Oje! Da würden die Kinder aber traurig sein! Was tun? Continue reading »

Der Frühling und die Zugvögel

Einmal waren es die Zugvögel, die den Frühling gerade noch rechtzeitig aus seinem Winterschlaf aufweckten

Einmal hatte der Frühling die Streiterei mit dem Winter satt.
„Was soll ich jedes Jahr kämpfen?”, brummte er. „Wenn dieser Frostkerl nicht freiwillig abhaut, soll er eben bleiben.“
Er blickte grimmig auf die grauen Winterwolken, die seit Wochen über dem Land hingen, und machte sich auf den Weg südwärts. Je weiter er nach Süden gelangte, desto wärmer wurde es.
Nach einem langen Marsch gelangte er ans Meer, wo der Sommer am Strand lag und in der Sonne döste.
„Ah”, rief der Frühling verzückt. „Hier gefällt es mir.”
Der Sommer grinste. „Das glaube ich gerne. Den ganzen Tag liege ich auf der faulen Haut und schlafe.”
„Schlafen?”, meinte der Frühling. „Das möchte ich auch.”
„Dann leg dich zu mir!”, schlug der Sommer vor. „Zu zweit macht das Faulenzen mehr Spaß.”
„Nichts lieber als das.”
Zufrieden kuschelte sich der Frühling neben den Sommer in den warmen Sand.
So blieb es im Norden winterkalt und nass.
„Wann kommt endlich der Frühling?”, brummten die Menschen.
Auch die Tiere und Pflanzen sehnten den Frühling herbei.
Selbst der Winter hatte eines Spätmärztages die Nase voll.
„Ich bin müde”, grollte er. „Wo Continue reading »

Als der kleine gelbe Schmetterling ein Frühlingslied sang

Schön wie die Amsel möchte der kleine Schmetterling singen. Er versucht es.

„Was ist denn hier passiert?“
Erschrocken sah sich der kleine gelbe Schmetterling, der gerade aus seinem Nachtschlaf erwacht war, unter einem Rindenstück um. „Die Wiese ist ja ganz weiß gefroren. Und kalt ist mir! Ich dachte, der Winter ist nun endlich vorbei!“
Seine Flügel zitterten vor Kälte – und auch ein bisschen vor Wut.
„Gemein ist das!“, meckerte er los. „Es ist längst Frühling. Hallo, Sonne! Hörst du? Ich brauche deine warmen Strahlen!“
„Einen Schmetterling, der meckert, habe ich noch nie gesehen. Hahaha!“, zwitscherte eine Amsel belustigt. „Warte, ich Continue reading »

Glückskäferfrühlingsglück

Endlich Frühling! Der kleine Glückskäfer freut sich. Aber die Nächte sind noch kalt. Aufgepasst

So richtig war der Frühling noch nicht da, als der kleine Marienkäfer rüde aus dem Winterschlaf gerissen wurde. Eine feuchte Hundeschnauze hatte die Blätter, unter denen er sich sein Winterlager eingerichtet hatte, aufgerüttelt. Dem kleinen Käfer war kalt. Mit aller Kraft klammerte er sich an das dicke Eichenblatt. Gerade noch rechtzeitig, denn schon schleuderte die in der Erde grabende Hundepfote das Blatt weit von sich weg auf ein sonniges Rasenstück.
Hmm. Wie gut taten die ersten Sonnenstrahlen da! Wohlig reckte sich der Marienkäfer auf seinem Blatt. Er genoss die lang entbehrte Sonnenwärme. Ob schon Frühlingszeit war? Oder hatte er gar den Frühlingsanfang verschlafen?
Erschrocken und neugierig zugleich setzte er Continue reading »

Der kleine Bär und der Frühlingsbote

Eines Tages im frühen Frühling traf der kleine Bär einen seltsamen ‘Vogel’. Nein, es war wirklich ein Vogel und der machte Klapp! Klapp! und nannte sich ‘Frühlingsbote’

An diesem Morgen roch es, irgendwie, zum ersten Mal nach Frühling. Endlich! Die ersten Sonnenstrahlen hatten schon früh am Morgen die Bäume, Büsche, Blumen und Gräser zuerst rosa angemalt und nun in ein sattes helles Sonnenlicht getaucht. Schön sah das aus.
Der kleine Bär staunte. Schon früh war er heute unterwegs. Langsam stieg die Sonne nun himmelwärts. Sie wärmte das vom Tau noch feuchte Fell des kleinen Bären.
„Schööön“, sagte der kleine Bär. Ein Sonnenstrahl hatte sich auf seine Nase gesetzt. Er fühlte sich warm an.
„Danke“, rief der kleine Bär und winkte der Sonne zu. „Endlich bringst du uns den Frühling. Oh, wie ich mich freue!“
„Ich auch! Ich freue mich auch!“, ertönte da eine Stimme. „Und deshalb bin ich Continue reading »

Der kleine Rabe und der Luftschlangenbaum

Ein kunterbunter Baum steht im Rabenwäldchen und irgendwie geht es dort auch kunterbunt lustig zu. Wie es dazu kam? Das erzählt dir diese Geschichte

Eines Spätwintertages brachte ein Jungrabe eine seltsame Tüte voller bunter Konfetti-Kringel von seinem Stadtausflug mit in das Rabenwäldchen. “Die ganze Stadt ist heute voll davon”, sagte er. “Sogar auf den Köpfen der Leute liegen diese bunten Dinger herum.“
“Ist das etwas Besonderes?”, fragte der kleine Rabe, während seine Freunde an allen Seiten der Tüte zerrten.
Da – ritsch, ratsch – zerriss die Tüte, und ein Konfettiregen ergoss sich genau über den kleinen Raben. Das sah lustig aus. Aus dem schwarzen Raben war ein rot-weiß-gelb-grün-blau-lilafarben getupfter Rabe geworden.
Alle lachten. Der kleine Rabe aber fühlte sich ganz schön blöd dabei. Er schüttelte sich, schwang sich in die Lüfte und flog in die Stadt. Dieses seltsame Treiben wollte er sich genauer ansehen.
Und Continue reading »

Der kleine Bär und die Frühlingssuche

Seltsame Vögel hat der kleine Bär heute im Wald gesehen. Krähenkraniche. Sie sollen Frühlingsboten sein. Oder irrt er sich da, der kleine Bär?

“Das Leben ist schön! Heute habe ich den Frühling gesehn. Hurra!”
Jubelnd tappte der kleine Bär durch den Wald und sang sein Liedchen. Am Waldrand blieb er vor den kahlen Büschen stehen und rief:
“Ihr müsst eure Blätter aus den Knospen schälen. Grün sollen eure Zweige wieder sein. Beeilt euch!” Dann formte er die Bärenpranken zu einem Trichter und rief laut über die Wiese und in den Wald hinein: Continue reading »

Frühlingsboten auf dem Ponyhof

Frühling? Was ist das? Diese Frage stellt sich Mini, das kleine Pony, das bis jetzt nur den Winter kennt. Dann sieht es ihn am Himmel, den Frühling. Er kann fliegen. Fliegen?

Dieses Jahr hat der Winter lange gedauert. Kalt ist es gewesen und ungemütlich.
Noch immer tief verschneit liegt der Ponyhof inmitten der Wiesen und Felder. Seine Bewohner aber sehnen den Frühling herbei: Maja und Mark mit ihren Eltern und allen Tieren auf dem Hof. Keiner von ihnen mag den Winter noch leiden. Selbst die Bernhardinerhunde Möpschen und Karla, die Schnee über alles lieben, liegen in den letzten Winterwochen am liebsten nur noch vor dem Kachelofen in der Küche und warten auf den Frühling.
Auch die Ponys finden es nicht mehr so lustig, durch die nasse, kalte Winterlandschaft zu traben. Sie sehnen sich nach Sonne und Wärme und nach frischen grünen Frühlingswiesen.
Als die Sonnenstrahlen endlich die letzten Schneereste weggetaut haben, dürfen die Tiere zum ersten Mal wieder auf die Koppeln und Weiden hinaus. Am meisten freuen sich die Ponys darauf, über die Wiesen zu toben. Wie freche Raufbolde spielen sie miteinander, rasen mit den Hunden um die Wette und strecken ihre Köpfe der Sonne entgegen. Das sieht lustig aus. Ein wenig kosten sie auch schon von den kleinen frischen Grasspitzen und den ersten Frühlingsblümchen, die zaghaft ihre Knospen geöffnet haben. Hmm. Wie schmeckt das lecker! Immer nur Heu und Hafer essen ist langweilig, finden sie.
Nur Mini, das junge Fohlen, schaut staunend in diese fremde Welt hinaus.
Ängstlich drückt es sich an die Seite seiner Mutter Millie. Es fürchtet sich vor dem Gras, vor den Blümchen, vor der Sonne, den Vögeln, den hohen Zäunen, den Bäumen. Alles ist der kleinen Mini fremd und neu. Mini ist nämlich im Dezember zur Welt gekommen. Am ersten Weihnachtstag. Alle haben sich sehr gefreut und gesagt, Mini sei ein Weihnachtspony. Mama Millie ist sehr stolz gewesen und sehr stolz führt sie nun ihr Töchterchen auch über die Koppel. Ganz böse guckt sie, wenn die anderen Ponys zu sehr in Minis Nähe toben. Nur Carla und Möspchen dürfen mit Mini schmusen. Die beiden Hunde haben das kleine Weihnachtspony nämlich im Winter oft im Stall besucht und es zärtlich abgeleckt. Seither sagen alle, Mini habe drei Mütter: Millie, Carla und Möpschen.
Das interessiert die schwarz-weiß gefleckten Mini im Augenblick aber nicht. Aufgeregt blickt das kleine Fohlen zu den beiden großen dunklen Vögeln mit den langen roten Beinen hinauf. Die kreisen mit breiten Schwingen über der Koppel. Mini zittert. Wer sind diese seltsamen Fremdlinge, die in der Luft ‚laufen’ können? Noch aufgeregter wird das kleine Ponyfohlen, als nun alle Hofbewohner fröhlich lachend die Neuankömmlinge begrüßen.
„Hurra!“, ruft Mark laut. „Mama, Papa, schaut nur, die Störche sind wieder da!“
Auch Maja freut sich. Sie klatscht in die Hände und tanzt mit den laut bellenden Hunden einen Jubeltanz über den Hof. „Jetzt ist der Frühling wirklich da“, singt sie. „Hurra! Hurra! Hurra!“
Der Frühling ist da? Aha, denkt Mini, das kleine Pony. Diese beiden großen fremden Flugtiere heißen also ‚Frühling‘. Mini ist stolz, so viel an diesem aufregenden Tag gelernt zu haben.
© Elke Bräunling

Diese Geschichte findest du in gekürzter Fassung als Zweiminutengeschichte in dem neuen Buch:
Elkes Minutengeschichten – Frühling


Taschenbuch:Elkes Minutengeschichten – Frühling: 40 kurze Märchen und Geschichten für Kinder
Ebook:Elkes Minutengeschichten – FRÜHLING
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NEUE BÜCHER

NEU IM JANUAR

Elkes Minutengeschichten – Winter


Taschenbuch:Elkes Minutengeschichten – Winter: 40 kurze Wintergeschichten
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Eine Winter-Freundschaftsgeschichte


Taschenbuch:Ein Freund für den Schneemann: Eine Geschichte über die Freundschaft
Ebook:Ein Freund für den Schneemann
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Eine Geschichte über Freundschaften und darüber, sich selbst so zu mögen, wie man ist

Der Schneemann, der oben am Waldrand steht, fühlt sich einsam. Und er langweilt sich. Wie gerne hätte er einen Freund oder zwei oder drei. Aber für einen Freund muss man etwas tun und sich so zeigen, wie es der künftige Freund gerne haben möchte. Oder vielleicht doch nicht?
Der Tag, an dem der Schneemann einen Freund sucht, ist ein spannender Tag voller Begegnungen.

Eine Geschichte mit kleinen Illustrationen zum Lesen und Vorlesen für Kinder, Eltern, Großeltern, Kindergarten, Grundschule

Die kleine Waldmaus kann nicht schlafen

Es ist Winter und es fühlt sich gar nicht nach Winter an. Kein Schnee liegt. Es gibt weder Frost noch Eis. Immer wieder erwachen die Waldtiere aus ihrem Winterschlaf. Auch die kleine Waldmaus kann nicht schlafen

„Ich kann nicht schlafen“, sagte die kleine Waldmaus. „Die Sonne fühlen möchte ich, die Waldluft riechen und mit meinen Freunden spielen.“
Sie krabbelte aus ihrem Blätterbett im Mäusebau und trippelte zum Ausgang der Höhle.
„Leg dich wieder in dein Bettchen und schlafe weiter, kleine Maus!“, sagte Opa Maus. „Es ist Winter.“
Die kleine Waldmaus schnupperte. „Es riecht aber nicht nach Winter und es fühlt sich auch nicht so an. Mir ist warm und ich bin nicht müde.“
„Glaub mir, Mausekind! Es ist Winter und wir Waldtiere ruhen nun. Und sei leise! Deine Eltern und Geschwister schlafen. Sie sammeln Kraft für den Frühling. Frühling ist anstrengend. Viel haben wir Waldmäuse dann zu tun. Auch du, kleine Maus.“
„Oh, ich habe schon jetzt ganz viel Kraft, siehst du?“
Und ehe sich Opa Maus versah, hüpfte und turnte und Continue reading »

Als Eichhörnchen Fluppi seine Wintervorratsverstecke suchte

Der Hunger weckt die Eichhörnchen immer wieder aus ihrem Winterschlaf auf und sie machen sich auf den Weg zu ihren versteckten Vorratsecken und -höhlen. So auch Eichhörnchen Fluppi. Aber was ist da los im Park heute?

In den letzten Wochen hatte der Winter den Stadtpark in eine fremde, weiße Winterzauberwelt verwandelt. Diese lockte viele Besucher herbei. Besonders am Parksee, der von einer dicken Eisschicht überzogen war, herrschte so viel Betrieb wie selten. Eisläufer drehten auf dem Eis elegante Kurven und Pirouetten, und am hinteren Ende des Teiches spielten Kinder Eishockey. Laut ging es zu, fröhlich und trubelig. Am Rande des Sees hatten Pizza-, Würstchen-, Tee-, Kaffee- und Glühweinverkäufer ihre Buden aufgestellt, und in dieser kleinen ‚Budenstadt’ war eigentlich immer viel los.
Die Parktiere, die nicht im Winterschlaf lagen, wunderten sich über diesen seltsamen Rummel. Weil sie Continue reading »

Der kleine Bär und der Plüschteddy im Schnee

Mitten in einer Schneewehe lag ein Teddy. Ein Teddy aus Plüsch. Ein Kind hatte ihn dort vergessen und er fühlte sich sehr einsam

Viel war los heute am tief verschneiten Waldrand. Fast alle Kinder des Städtchens waren zum Schlitten fahren gekommen.
Verborgen hinter einer Fichte saß der kleine Bär und sah den Kindern zu. Wie gerne wäre er auch auf einem Schlitten den steilen Hügel hinab ins Städtchen gesaust. Was für ein Spaß wäre das gewesen! Er schlich näher zu den Kindern, doch er wagte es nicht, sich ihnen zu zeigen.
„Schade“, brummte er leise. „Es ist nicht immer einfach, ein kleiner Bär zu sein.“
„Stimmt“, antwortete es aus einer Schneewehe heraus. „Es ist auch nicht immer einfach, ein Plüschteddy zu sein.“
Ein Plüschteddy? Darunter konnte sich der kleine Bär nichts vorstellen.
„Wer bist du und wo bist du?“, rief er.
„Hinter dem Schneewall. Nein. Fast bin ich schon vom Schnee begraben.“
„Und was machst du hier?“, fragte der kleine Bär und wühlte den Teddy, der tief in der Schneewehe steckte, ans Tageslicht.
„Mein Kind hat mich hierher gelegt und vergessen. Gestern schon. Oder vorgestern? Ich weiß es nicht mehr genau. Und ich sage dir, es fühlt sich nicht gut an, alleine im dunklen Schnee zu liegen.“
Erschrocken rieb der kleine Bär den Plüschteddy trocken.
„Wie kann man seinen Freund vergessen? brummte er. „Das verstehe ich nicht.“
„Ach, weißt du“, sagte der Plüschteddy. „Mit anderem Spielzeug kam ich als Weihnachtsgeschenk zu meinem Kind. Es hat gerne mit mir gespielt und mich in die Arme genommen. Das war schön.“ Er seufzte. „Dann aber ist der Schnee gekommen. ‚Juchhu!’ hat mein Kind gerufen und Schlitten und Skier aus dem Keller geholt. Ich war nicht mehr wichtig.“
Der kleine Bär hatte Mitleid mit dem armen Teddy. Er wollte ihn trösten. „An Nicht-Schneetagen hat dein Kind bestimmt wieder Zeit“, meinte er.
Der Plüschteddy schüttelt den Kopf. „Heute Morgen ist es fortgefahren, mein Kind. Es war hier zu Besuch bei Verwandten. Und nun bin ich ganz alleine.“
Eine Träne tropfte aus dem linken Auge des Teddys.
„Du bist nicht alleine“, sagte der kleine Bär schnell. „Du hast ja jetzt mich. Und nun kommst du mit in die Bärenhöhle. Dort können wir spielen und kuscheln und reden und …“
„… und lachen“, warf der Teddy ein. „Ganz viel lachen und glücklich sein.“
„Ja“, rief der kleine Bär. „Was gibt es Schöneres als einen Freund zu haben und glücklich zu sein.“
© Elke Bräunling


© Elke Bräunling, Schnee ist auch eine feine Sache, oder?


Der kleine Rabe feiert Silvester

Es ist laut in den Stunden vor Silvester. Die Raben im Wald lassen sich etwas einfallen.

Zu Tode erschrocken kehrte der kleine Rabe von einem seiner Ausflüge aus der Stadt zurück.
“Hilfe!”, krächzte er seinen Rabenfreunden entgegen. “Die Menschen sind hinter uns her. Sie schießen auf uns. Überall in den Straßen der Stadt knallt es.”
Er blickte sich hektisch in dem kleinen Stadtrandwäldchen um. “Versteckt euch! Gleich werden sie kommen.”
“Nur mal die Ruhe!”, sagte Rabenpapa. “Seit wann gehen die Menschen in der Stadt auf Rabenjagd?” Er schüttelte den Kopf. “Nein, nein, da musst du dich geirrt haben.”
Im gleichen Moment stieg eine Rakete jenseits der Felder auf und verglühte zischend im dämmrigen Winterhimmel.
“Hilfe!”, heulte der kleine Rabe auf, und auch die anderen Raben wiegten bedenklich die Köpfe.
“Ich glaube”, sagte einer, “Es ist bald wieder so weit.”
Ein anderer nickte. “Mir schwant Böses.”
Und Rabenpapa sagte: “Jawohl, es ist Continue reading »

Der kleine Rabe und die Weihnachtskugel

Wie eine kleine, kaputt geschlagene Weihnachtskugel große Freude brachte

Der kleine Rabe hatte Ärger mit seinen Rabenfreunden.
„Du bist keiner von uns“, sagten die. „Ein rechter Rabe klaut auch wie ein Rabe.“
„Ich mag aber nicht stehlen“, murrte der kleine Rabe, doch die anderen lachten und flogen davon.
Traurig flog der kleine Rabe ihnen hinterher über verschneite Felder zu der kleinen Stadt. Die war glitzerfunkelbunt geschmückt und viele Leute waren unterwegs. Weil bald Weihnachten war, wie der kleine Rabe erlauschte.
Unter ‚Weihnachten’ konnte er sich der nicht viel vorstellen. Er sah nur, dass es etwas sehr Schönes sein musste. Neugierig ließ er sich beim Weihnachtsmarkt auf einer Lichtertanne nieder und beobachtete das Treiben ringsum. Viele Verkaufsstände gab es hier zu sehen, und von überall her hörte er fröhliches Kinderlachen.
Das gefiel ihm so gut, dass er bis zum Abend auf der Tanne sitzen blieb. Längst waren die Kinder nach Hause gegangen, und die Händler hatten ihre Buden verschlossen.
Der Rabe wollte sich gerade auch auf den Heimweg machen. Da aber sah er etwas auf dem Boden glitzern.
Neugierig flog der kleine Rabe zu dem Glitzerding. Es war eine Weihnachtskugel, die Continue reading »

Der müde Glückskäfer

In Sommer und auch in diesem langen Herbst hatte der kleine Glückskäfer viel zu tun. Nun aber war er müde. Zeit für Winterschlaf.

Ein langer Sommer ging zu Ende. Ein Sommer voller kleiner, fröhlicher Abenteuer im Garten der Menschen und nebenan im Wäldchen. Es war ein Sommer voller glücklicher Momente und der kleine Glückskäfer war als Glücksbote eifrig unterwegs gewesen. Vielen Menschen – und auch Tieren und Pflanzen – hatte er zeigen können, dass das Glück, das kleine und das große, irgendwie irgendwo immer da war. Nun aber war er ein bisschen erschöpft.
“Müde”, murmelte der kleine Glückskäfer. “Ich bin müde. So ein Glückskäferleben ist Continue reading »

Friedo sucht ein Winterquartier

Die Bäume sind kahl geworden, der Winter steht vor der Tür und Igel Friedo hat noch kein Winterquartier. Es ist auch gar nicht einfach, eines zu finden. Igel Friedo macht sich auf die Suche

Als der Igel Friedo eines Tags erwacht, sind die Bäume über Nacht fast kahl geworden.
„Es riecht nach Winter!“, brummt er. „Hmhm!“ Friedo schnuppert. „Kälte liegt in der Luft. Vor lauter Winterspeck-Anfuttern habe ich vergessen, mir ein Winterquartier zu suchen.“
Er trippelt los. Plötzlich steht ein Kater vor ihm. Schnell rollt sich Friedo zu einer Kugel zusammen.
Der Kater stupst die stachelnde Igelkugel mit der Pfote an. „Aua, miaua!“, heult er. „Das tut weh!“
„Warum fummelst du auch an mir herum?“, murrt Friedo.
„Weil du hier nichts zu suchen hast!“, grollt der Kater. „Das ist mein Revier.“
„Ich geh ja schon!“, brummt Friedo und Continue reading »

Das faule Eichhörnchen und der Hunger

Das faule Eichhörnchen und der Hunger

”Immer soll ich Vorrat sammeln!
Ich hab viel mehr Lust zum Gammeln”,
sprach das Eichhorn und verschlief
die Herbstzeit ruhig und fest und tief.

Die Kälte kam. Das Eichhorn fror.
”Oje”, sprach es. ”was geht hier vor.
Alles, was ich ringsum seh
ist weißer, kalter Glitzerschnee.

Kalt ist mir und leer ist auch
mein armer, dünner Hungerbauch.”
Es klopft bei seinen Freunden an,
fragt, ob es etwas haben kann

zum Essen und ´nen warmem Ort.
Doch alle schicken es nur fort.
Bloß der Ratte Adelheid
tut das arme Eichhorn leid.

Sie lädt es in ihr Nest mit ein
und sagt: „Ich bin nicht gern allein,
drum lasst uns doch Freunde sein,
und meine Vorräte sind dein.“

Das Eichhörnchen, das freut sich sehr
und denkt sich stumm: „Ich werd nie mehr
auf Tiere, die so anders sind,
herabsehn. Wer das tut, ist blind.“

© Elke Bräunling

Eichhörchen im Herbst


© Elke Bräunling, Hunger! Ich hab Hunger!


Der kleine Rabe und der Vampir

Eines düsteren Nebelmorgens hatte der kleine Rabe eine seltsame Begegnung mit eine seltsamen schwarzen Vogel. Eine Riesenfledermaus? Oder was ist das sonst für ein Kerl?

”Nanu”, dachte der kleine Rabe eines düsteren Nebelmorgens. ”Was ist das denn für ein seltsamer Vogel?” Er starrte auf das dunkle Ding, das über dem Friedhof in der Luft schwebte. ”Sieht aus wie eine riesige Fledermaus. Seltsam.”
Und weil der kleine Rabe sehr neugierig war, machte er sich auf den Weg zum Friedhof. Diesen seltsamen Fledermausvogel wollte er sich doch einmal aus der Nähe ansehen.
Komisch, dachte er, als er über den kahlen Friedhofsbäumen kreiste. Ich verstehe nicht, warum sich die Menschen vor Friedhöfen grausen. So friedlich ist es hier!
Suchend flog er von Baum zu Baum.
”Wo ist dieser seltsame Fledermausvogel bloß?”, Continue reading »

Fluppi, das schlaue Eichhörnchen, sucht ein Winterquartier

Vor lauter Spielen und Spaß haben, hat Fluppi, das kleine Eichhörnchen, doch tatsächlich vergessen, an den Winter mit seinen kalten und nassen Tagen zu denken. Keine Wintervorräte, kein Schlafquartier. Was tun?

Jeder Stadtparkbesucher kannte Fluppi, das Eichhörnchen mit dem buschigen, roten Schwanz, den lebhaften Augen und den frechen Bettelpfötchen. Betteln nämlich war Fluppis Lieblingsbeschäftigung. Eigentlich tat er nichts anders als sich von den Parkbesuchern etwas Essbares zu ergaunern. Fluppi hatte Erfolg damit, denn er bekam viele Leckerbissen von den Leuten zugesteckt. War er dann immer noch nicht satt, führte er ihnen die waghalsigsten Baumkunststücke vor. Toll sah das aus.
Fluppis Eichhörnchenkollegen waren fast ein bisschen neidisch. So flink und gelenkig war nämlich keiner von ihnen.
”Mutig müsst ihr sein!“, prahlte Fluppi. „Und trainieren müsst ihr.”
Die Eichhörnchen aber schüttelten die Köpfe. ”Keine Zeit”, sagten sie. ”Wir müssen Vorräte sammeln. Die Beeren und Buckeckern sind reif, bald folgen Nüsse, Kastanien und Pilze. Es ist Herbst, und der Winter kann schnell kommen.”
”Na und?”, fragte Fluppi. Continue reading »

Das kleine schwarze Kätzchen

Irgendwie fremd fühlt sich das kleine schwarze Kätzchen unter seinen weißen Katzengeschwistern. Und es fühlt sich ungeliebt und macht sich deshalb ganz klein. Dann aber geschieht ein kleines Wunder

Salome, die vornehme Katzendame hat Junge bekommen: vier weiße Katzenbabys, ein hellgrau-gestreiftes und ein pechschwarzes.
Salome ist stolz auf ihre Kinder, wenn sie es auch nicht begreifen kann, wie sie zu diesem kleinen schwarzen Sonderling kommt. Seltsam, denkt sie. Mein Gatte ist hellgrau, ich bin weiß – wieso ist dieses Katzenkind so pechschmutzigschwarz?
So recht kann sich Salome mit diesem Katerkind nicht anfreunden, und beim Füttern sorgt sie immer dafür, dass zuerst die anderen Kätzchen satt werden. Klar, auch die Katzenbabys sind bald nach ihrer Geburt nicht mehr blind. ”Du gehörst nicht zu uns”, sagen sie zu dem schwarzen Katerchen, und keines mag mit dem Außenseiter spielen oder schmusen oder raufen.
Das schwarze Katerkind versteht das alles nicht, aber um nicht aufzufallen, duckt es sich und Continue reading »

Der kleine Bär und der Herbstlaubberg

Achtung! Da wohnt jemand unterm Herbstlaubberg. Der kleine Bär wundert sich ganz schön, als er beim Spielen eine Stimme aus dem Laub vernimmt

Es war ein kalter Spätherbsttag. Im Wald war es nebelig und trübe. Und trübe war auch die Laune des kleinen Bären. Er konnte nämlich keinen seiner Freunde zum Spielen finden. Einige von ihnen waren längst vor dem nahenden Winter in den Süden geflüchtet, andere hatten sich zum Winterschlaf verkrochen oder sie streiften auf Futtersuche durch den Wald.
„Winter ist doof“, meckerte der kleine Bär mit einem tiefen Bärenbrummen. „Und langweilig. Und dunkel. Und überhaupt …“
Er war so schlecht gelaunt, dass er voller Missmut in den hohen Haufen mit Herbstlaub sprang, den jemand unter der Eiche neben der alten Kapelle zusammengekehrt hatte. Wild trampelte er Continue reading »

Die kleine Waldmaus und das Stacheltier

Die kleine Waldmaus ist alleine im Wald unterwegs und trifft einen seltsames Stacheltier, das wie ein Igel aussieht. Und dann kommt auch noch ein echter Igel, ein neuer Freund für die kleine Waldmaus

Eine anstrengende Zeit war die Herbstzeit. Vorräte mussten gesammelt und gut aufbewahrt werden. Sobald es dämmerte, war die Familie Waldmaus in Wald und Feld unterwegs. Hunger im Winter nämlich war eine gemeine Sache.
“Strengt euch an!”, sagte Opa Maus. „Ein satter Bauch erleichtert uns die Kälte. Sammelt alle Vorräte, die ihr finden könnt!“
Und so waren alle Waldmäuse in diesen Herbsttagen unterwegs. Auch die kleine Waldmaus durchstreifte den Wald. Viele Nüsse und Bucheckern hatte sie schon gesammelt und sie fühlte sich ein bisschen müde.
“Noch eine Nuss muss ich finden”, nahm sie sich vor. „Dann ruhe ich mich aus.”
Aber sie fand keine Nuss in der Nähe des Mäusebaues mehr. Tiefer in den Wald aber Continue reading »

Die Glückskastanie und das vergessliche Eichhörnchen

Lest und hört, was der große, alte Kastanienbaum zu erzählen weiß. Beinahe nämlich hätte es ihn nie gegeben, denn die Kastanie, aus dem er hervorgegangen ist, hatte einst einige gefährliche Abenteuer zu bestehen

Nach einer stürmischen Nacht war der Herbstwind weiter gezogen. Er hatte es eilig, denn der Oktober wollte ein ‚goldener’ Oktober zu sein mit blauem Himmel, Sonne und rot-gelb-grün-braun leuchtendem Herbstlaub. Und so wanderten gleich am nächsten Tag wieder fröhliche Sonnenstrahlen durch den Wald.
Die Waldbewohner waren bester Stimmung. Die Herbstbäume zeigten stolz ihr buntes Kleid. Vögel trällerten ihre Lieder. Herbstspinnen schmückten Bäume, Sträucher, Gräser und Wiesen mit ihren silbern schimmernden Netzen. Und überall in Bäumen und Büschen, im Gras und zwischen den Brombeerhecken raschelte und knisterte und knackte es. Es waren die Waldtiere, die sich auf die Winterzeit vorbereiteten. Sie fraßen sich noch einmal richtig satt oder sie sammelten Wurzeln, Beeren, Pilze, Nüsse, Eicheln, Bucheckern und Kastanien für ihre Wintervorratsverstecke. Alle waren sie zufrieden mit diesem sonnigen Herbsttag.
“Hey! Halt! Lass mich los!”, hörten die Waldbewohner plötzlich eine Stimme rufen. Sie klang ängstlich, diese Stimme. Und erschrocken. Und ein bisschen ärgerlich auch.
Es war die Kastanie, die der Wind in der Nacht vom Baum herunter gepustet hatte. Ohne ihr schützendes Stachelkleid lag sie Continue reading »

Das Igelhaus

Aufgepasst im Herbst! Unter Herbstlaubbergen machen es sich Waldtiere zum Winterschlaf bequem. Pssst!

Als Anna und Max mit Papa im Garten arbeiten, den Rasen mähen und kleine Äste, Blätter und Pflanzenabfälle hinten im Garten zu einem Berg anhäufeln, raschelt es plötzlich am Boden.
Anna erschrickt. ”Ihhh, eine Giftschlange”, ruft sie. Continue reading »

Hallo, mir ist kalt

Hallo, mir ist kalt

Igel sucht ein Winterquartier

Wo soll ich hin?
Die Luft ist kalt.
Ich riech’s, der Winter,
der kommt bald.

Wo schlaf ich mich
dann richtig aus?
Ich brauch ein warmes
Igelhaus

Ich suche hier,
ich suche dort,
das bunte Herbstlaub,
das ist fort.

Im Garten war
ich gern zuhaus.
Doch ohne Laub
wander ich aus.

Rasch muss ich mir
‘ne Höhle baun
und werd im Wald
nach Blättern schaun.

Vielleicht komm ich
im nächsten Jahr
hierher zurück,
wo ich gern war.

© Elke Bräunling


Von Igeln, Winterschlaf und Hungerkünstlern

Eine Herbstwaldgeschichte mit Tom und Jens, mit bunten Herbstblättern und spitzen Igelstacheln, mit Hunger und dicken Bäuchen …

Hohe Blätterberge türmten sich am Rande des Spielplatzes.
„Da kann man toll spielen.“ Mit beiden Händen griff Tom in die bunten Herbstblätter und warf sie in die Luft.
Hui! Was für ein Spaß! „Es schneit Blätter“, rief er und griff nach der nächsten Ladung. Doch da war etwas Spitzes im Laubberg. Es tat weh.
„Aua! Eine Biene hat mich gestochen.“
Im gleichen Moment raschelte es im Laub und Jens deutete aufgeregt auf eine kleine, runde, stachelige Kugel am Boden. Continue reading »