Das Esels-Ei

Es gibt nicht nur Hühnereier, das haben die Stadtkinder Mara und Max längst gelernt. Aber ob es ein Esels-Ei gibt, das wissen sie – noch – nicht. Hat Papa da einen Scherz gemacht?

Mara und Max verbringen mit ihren Eltern ein Wochenende auf dem Bauernhof. Eine aufregende Sache für die beiden Stadtkinder! Gleich nach der Ankunft stolpert Mara über ein hartes Ding, das auf dem Boden liegt. Es ist länglich und schmuddelgrau.
“Was ist das?”, fragt Mara.
“Ein Ei vielleicht?”, rät Max.
“Echt?”, staunt Mara.
“Lass mal sehen!” Papa beugt sich über das Fundstück. “Ich glaube”, sagt er dann, “es ist ein -äh- Eselsei!”
“Ein Eselsei?”, ruft Max. “Kann man das ausbrüten?”
“Man könnte es versuchen.”
“Dürfen wir den Esel dann auch behalten?”, fragt Mara aufgeregt.
“Aber ja”, sagt Papa großzügig und grinst.
Auch Mama kichert. “Der Esel wäre dann ja fast so etwas wie euer Kind, nicht? Doch nun Continue reading »

Geschichten vom Landleben

IM MÄRZ 2015
LANDLEBEN – Das neue Buch aus der Reihe “Hör mal, Oma!”


Taschenbuch:Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Landleben: Geschichten vom Land
EbookHör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Landleben: Geschichten für Kinder vom Leben auf dem Land

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27 Geschichten und Märchen zum Leben auf dem Land für Kinder, Eltern und Großeltern

Das Leben auf dem Lande ist anders, aber nicht minder spannend und lustig, interessant, anregend und nachdenklich stimmend. Von Kindern, Eltern, Großeltern, Tanten, Nachbarn, Bauern und Bauernhöfen, Wiesen und Feldern, Tieren und Pflanzen, Gewohnheiten und Eigenarten, die das Leben auf dem Lande mit sich bringen, handeln die Geschichten in diesem Erzählband. Geschichten von kleinen und großen Ereignissen, von Landwirtschaft und Gartenspaß, von Eigenarten und Gewohnheiten, von altem Wissen und neuen Erkenntnissen und auch von witzigen Momenten.

Opa erzählt, man könne meinen, die Zeit hätte hier für ein paar Jahre angehalten und eine Atempause gemacht. Und seither würde sich die kleine Welt hinter dem großen Wald ein bisschen langsamer um die Sonne drehen. Eine verrückte Vorstellung, die den Menschen, die hier leben, sicher nicht gefallen würde. Oder gerade doch? Man weiß es nicht. „Auf dem Land gehen die Uhren langsamer“, sagt Opa nun. „Und ein bisschen ist es hier auch noch wie früher. Das wünsche ich mir zumindest.“ „Echt?“, fragt Pia und sie versucht sich vorzustellen, wie es sich mit Uhren, die langsamer gehen, verhalten könnte. Pit aber schüttelt entschieden den Kopf. „Das stimmt nicht“, sagt er. „Schneller gehen die Uhren hier. Viel schneller.“ Er nickt heftig. „Wenn wir spielen oder auf dem Feld helfen oder beim Holderbauern Traktor fahren dürfen, rennt die Zeit und es ist viel zu schnell Abend.“

INHALT: So ist das auf dem Land – Auf dem Land gehen die Uhren langsamer – Das Esels-Ei – Die Sau ist los – Der Eierkarton – Abenteuer auf der Weide – Ein ‚echter‘ Ochse – Der alte Landkater – Neue Nachbarn aus der Stadt – Sperrmülljagd – Hilfe für das Hexenloch – Die Kräuterfrau – Der Schneckenzoo – Auf der anderen Seite ist das Gras grüner – Lea und der bunte Wiesenblumenstrauß – Sonnenblumenzeiten – Der Heidelbeertrick – Die riesig große Riesentomate – Im Märzen der Bauer – Mit Essen ‚spielt’ man nicht – Vom Ernten und Stoppeln – Erntetag – Aufbruch im Kartoffelfeld – Das Herbstkuchen-Geheimnis – Im Winter geht man ins Holz – Wetter-Else – Der Apfelgarten

Empfohlen für Kinder, Familie, Kindergarten, Vorschule Grundschule. Die Geschichten sind darüber hinaus erprobt im Zusammensein und in der Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen

Erhältlich als Ebook und als Taschenbuch (ISBN-13: 978-1508856344 ISBN-10: 1508856346)

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Ebenfalls NEU (IM FEBRUAR 2015) aus der Reihe “HÖR MAL, OMA!”:
Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte von der Familie


Taschenbuch:Hör mal, Oma. Ich erzähle Dir eine Geschichte von der Familie: Geschichten für Kinder
EbookHör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte von der Familie: Familiengeschichten für Kinder

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Mehr aus dem Inhalt kannst du hier nachlesen mit Klick auf den Link


Der Glitzer-Osterhase

Einmal im Jahr gibt es sie, die glitzernden Hasen

Am Ostermorgen saß ein prächtiger, rosafarbener Hase mit langen, silbrigen Ohren im Gras hinter dem Kirschbaum. Schön sah er aus, glitzernd und glänzend. Und in allen Farben glitzerten und glänzten im Licht der Morgensonne auch die bunten Eier, die jemand rings um ihn herum im Gras verstreut hatte. Schön sah das aus. Ein Bild, das die Herzen aller Kinder zum Freudehüpfen brachte.
Der Feldhase, der auf seinem Morgenspaziergang wie jeden Tag am Kirschbaum vorbeikam, wunderte sich sehr über diesen fremden Gesellen. So einem prächtigen Glitzerhasenkerl ist er auf seinen Streifzügen durch die Gärten, Wiesen und Felder noch nie begegnet.
“Nanu?“, brummte er. “Gibt es dich wirklich? Bislang habe ich dich nur auf großen Werbeplakaten am Stadtrand gesehen.“
Der Rosa-Osterhase lächelte den Feldhasen mit einem freundlichen Glitzerlächeln an und schwieg.
“Also, wie ein rechter Hase siehst du nicht aus”, meinte der Feldhase. Neugierig beschnupperte er den Fremden von allen Seiten. “Und wie du duftest! Hm! So süß! Du musst ein ganz besonderer Hase sein! Oder?”
Der Rosa-Osterhase lächelte und schwieg.
“Hübsch bist du mit deinem Glitzerfell!”, fuhr der Feldhase fort. “Man könnte direkt neidisch werden.”
Der Rosa-Osterhase lächelte und schwieg.
“Und wie lieb du lächelst!“, staunte der Feldhase, der sich ein bisschen verliebt hatte. „Sag, möchtest du mit mir kommen?“
Der Rosa-Osterhase lächelte und schwieg.
Da lächelte der Feldhase zurück. Und so saßen sie im Gras hinter dem Kirschbaum, sahen sich an und lächelten und schwiegen und lächelten und lächelten, bis es dem Feldhasen zu dumm wurde. Vor lauter Lächeln taten ihm die Backen schon weh. Und ihm war langweilig.
“Schönsein ist doof”, brummelte er und hoppelte davon.
Von nun an machte er einen weiten Bogen um all die glitzerbunten Hasen, die er an jenem Morgen überall ringsum in den Gärten traf.

© Elke Bräunling

Aus dem Buch:


Taschenbuch: Eine Geschichte für Dich – Ostern: Ostergeschichten und -lieder fuer Kinder
Ebook:Eine Geschichte für Dich: Ostern

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Louise besucht den Osterhasen

Louise wünscht sich kein Osternest, nein, den Osterhasen will sie sehen, den echten

In diesem Jahr wünscht sich Lou kein Osternest im Garten. “Ich will den Osterhasen besuchen”, sagt sie. “Dort, wo er mit seinen Hasenfreunden wohnt.”
“Hasen sind scheue Tiere“, meint Papa.
“Ich glaube, das wird ihm nicht gefallen”, versucht es Mama.
“Er muss nicht mit mir reden”, sagt Lou. “Ein Osternest wünsche ich mir auch nicht und so hat er keine Arbeit mit mir.”
“Louise, oh Louise!”, seufzt Opa. Er lächelt. “Du immer mit deinen Ideen!”
Lou grinst. Irgendwie kommt ihr die Sache mit dem Osterhasen nämlich komisch vor und irgendwie glaubt sie auch nicht mehr so recht an Hasen, die Eier bemalen und sie am Ostermorgen in Osternester legen.
“In den Feldern am Bachwald sehe ich morgens beim Walking oft Hasen”, überlegt Opa. “Vielleicht wohnt dort der Osterhase?”
“Hm!”, macht Papa. Er zwinkert Mama zu. “Man könnte ihn besuchen.”
“Eine gute Idee”, sagt Mama, die nun nicht mehr ratlos ist, schnell. “Das machen wir!”
Und das tun sie auch. Früh am Ostermorgen, als Papa noch schläft, machen sich Lou, Mama und Opa auf den Weg. Sie kommen an Gärten vorbei, in denen Osternester mit glitzernden Eiern und funkelnden Schokohasen darauf warten, gefunden zu werden.
“Oh!”, sagt Mama. “Der Osterhase ist heute Morgen fleißig gewesen.”
Lou nickt und geht schneller. “Vielleicht treffen wir ihn noch”, sagt sie. Sie rennt nun fast und Mama und Opa hasten keuchend hinter ihr her.
Bald haben sie die Felder erreicht. Dünne Nebelschwaden liegen über dem Boden, an Gräsern und Pflanzen hängen Tautropfen wie Perlen an einer Kette. Sie glitzern und funkeln im Licht der ersten Sonnenstrahlen. Schön sieht das aus! Schöner als das Glitzern und Funkeln in den Osternestern, findet Lou. Und echter.
“Osterhase!”, ruft sie über die Felder. “Wo bist du?”
“Osterhase!”, rufen auch Mama und Opa. “Wo bist du?”
Nichts. Kein Osterhase ist an diesem Morgen hier zu sehen.
“Das verstehe ich nicht”, brummt Opa. Er klingt enttäuscht. “Sonst wimmelt es hier von Hasen.”
“Tja”, meint Mama und sie klingt ein bisschen verärgert. “Das war keine gute Idee.”
“Ist doch klar”, sagt Lou. “Die Hasen sind alle unterwegs.” Sie kichert. “Sie müssen noch viele Osternester füllen.”
Da raschelt es in den Büschen am Feldrand.
“Der Osterhase!”, rufen Mama und Opa.
Der Osterhase? Ob es ihn wirklich in echt gibt? Lou starrt zu den Büschen hinüber, dann geht sie langsam ein paar Schritte näher.
Es raschelt wieder und ein Reh jagt leichtfüßig über die Felder zum Wald hinüber.
“Ein Reh!”, staunt Lou. “Toll! Wir haben ein Reh gesehen.”
“Und sieh nur”, ruft Mama. “Wie es glitzert und funkelt in den Büschen! Lass uns dort mal nachsehen!”
“Vielleicht ist es ein Osterreh!”, überlegt Opa laut.
Ein Osterreh? Vorsichtig geht Lou zu den Büschen hinüber und findet dort ein Nest mit glitzernden Ostereiern und einem funkelnden Schokohasen. Ja, und wenn sie nicht zufällig drüben am Waldparkplatz Papas Auto gesehen hätte, hätte sie die Sache mit dem Osterreh sogar beinahe geglaubt.

© Elke Bräunling

Aus dem Buch:

Taschenbuch: Eine Geschichte für Dich – Ostern: Ostergeschichten und -lieder fuer Kinder
Ebook:Eine Geschichte für Dich: Ostern

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Bienen’zauberer’ auf der Apfelwiese

Nun sind sie wieder unterwegs, die Bienen. Das ist wichtig. Bienen sind wichtig für unser Leben

Ein sonniger Frühlingstag ist heute. Warmer Wind hat die Wolken, die viele Wochen über dem Land gelegen haben, vertrieben.
Endlich Frühling! Der Winter ist lang gewesen und alle Menschen freuen sich sehr. Sie genießen die Frühlingssonne, die ihre blassen Gesichter ein bisschen bräunt, und erfreuen sich an den ersten Frühlingsblumen.
Auch die Bäume freuen sich. Wohlig recken sie ihre Zweige dem Sonnenlicht entgegen und schälen ihre Blütenknospen ganz langsam, eine nach der anderen, aus der Schutzhülle.
Frühling! Jetzt wird das Land wieder bunt. Blütenbunt. Jeden Tag ein bisschen mehr. Auch die Tiere erwachen aus ihrem Winterschlaf. Sie sind hungrig und voller Freude auf das neue Leben.
Besonders früh sind die Bienen unterwegs. Sie haben schon im ganz frühen Frühling die Blüten der Weiden und Haselbüsche besucht und deren köstlichen Nektar genascht. Nun summen und surren sie um Blumen und Blüten auf den Wiesen und in den Gärten.
Psst! Man Continue reading »

Die ersten Bienen am Weidenkätzchenstrauch

Die ersten Bienen, die ersten Blüten, die ersten kleinen Freuden draußen an der frischen Luft

Ein sonniger Spätwintertag ist heute. Warmer Wind hat dafür gesorgt, dass der viele Schnee restlos weggetaut ist. Endlich. Der Winter ist lang gewesen und alle Menschen freuen sich sehr auf den Frühling. Sie träumen von warmer Frühlingssonne, die ihre blassen Gesichter ein bisschen bräunt, und auf die ersten Frühlingsblumen. Oh, Frühling ist ja so schön!
Auch Pia und Pit sind ganz aufgeregt an diesem tollen Sonnentag. Fröhlich laufen sie über die Wiese im Park.
„Ob wir schon Veilchen finden?“, überlegt Pia. „Über einen Blumenstrauß freut sich Mama bestimmt.“
Die beiden machen sich auf die Suche, doch Veilchen finden sie keine.
„Es ist noch zu früh für Blumen“, meint Pit.
Pia deutet zum Weidenbusch hinüber. „Toll sehen sie aus, die Weidenkätzchen. Ein Strauß davon wäre auch nicht schlecht.“
Hm. Nachdenklich stehen die beiden vor der Weide und beobachten, wie eifrig die ersten Bienen um die pelzigen Weidenblüten schwirren und Nektar naschen. Schön sieht es aus. Nach Frühling.
„Die Bienen sind aber mächtig hungrig“, lacht Pia. „Der Winter war ja auch ganz schön lang.“
Pit nickt. „Ich glaube, es ist keine gute Idee, einen Weidenkätzchenstrauß zu pflücken.“
„Finde ich auch. Die Blüten gehören den Bienen.“ Pia sieht sich suchend um. „Bestimmt finden wir noch ein anderes Geschenk für Mama.“ Sie bückt sich nach einem besonders schön geformten leeren Schneckenhaus. „Meinst du“, fragt sie zögernd, „Mama würde sich über das Schneckenhaus freuen?“
Pit nickt. „Ganz bestimmt.“
„Und dazu“, schlägt Pia vor, „malen wir ein Bild von einem Weidenkätzchenstrauch mit vielen Blüten und Bienen …“
„… und einem besonders schönen Schneckenhaus, das darunter liegt“, lacht Pit.
Und lachend laufen Pia und Pit mit ihrem Schneckenhaus nach Hause.
© Elke Bräunling

Eine weitere Geschichte über Bienen im Frühling, die wahre ‘Zauberer’ sind, findest du hier: Frühling auf der Apfelwiese

Diese Geschichte findest du in gekürzter Fassung als Zweiminutengeschichte in dem neuen Buch:
Elkes Minutengeschichten – Frühling


Taschenbuch:Elkes Minutengeschichten – Frühling: 40 kurze Märchen und Geschichten für Kinder
Ebook:Elkes Minutengeschichten – FRÜHLING
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Achtung, Krötenwanderung!

Achtung! Krötenwanderung! – Ein Sachtext –

Diese Warnung könnt ihr im Vorfrühling an vielen Straßen auf Warnschildern lesen. Krötenwanderung? Was ist das und warum wandern die Kröten ausgerechnet so früh im Jahr durch die Lande?
Ganz einfach: Mit den ersten milden Nachttemperaturen ab Ende Februar bis Mitte März erwachen die Kröten aus ihrem Winterschlaf. Sofort denken sie an ihren Nachwuchs und wollen ihre Eier, die man „Laich“ nennt, im Wasser ablegen. Da Kröten ihren Laich aber nur in dem See oder Teich ablegen, in dem sie selbst zur Welt gekommen sind, müssen sie oft weite Strecken zurücklegen, um ihren Heimatteich zu erreichen. Man nennt dies auch „Laichwanderungen“.
Als Tiere, die die Dunkelheit lieben, ziehen die Kröten los, sobald die Dämmerung eintritt, und sie wandern auch während der ganzen Nacht über Felder, Wiesen und durch Wälder zu ihrem Teich. Sie haben es sehr eilig und müssen oft viel befahrene Straßen überqueren. Das ist gefährlich, und viele Kröten kommen bei diesem Abenteuer zu Tode.
Aber keine Bange! Immer mehr Menschen kümmern sich um die wandernden Kröten. Sie bewachen viele Straßen, die durch „Krötengebiete“ führen (manche Nebenstraßen werden sogar ganz gesperrt), sie stellen Warnschilder auf und sammeln Kröten am Straßenrand in Eimer und tragen sie auf die andere Straßenseite. Mancherorts wurden auch Tunnel und Amphibienzäune eigens für die Kröten gebaut, ja, und die Kröten sind so schlau und benutzen ihre Tunnel auch. Toll, nicht?
Möchtest du mehr darüber wissen? Ja? So erkundige dich beim Naturschutzbund Deutschland oder besuche im Internet dessen Website
www.nabu.de .

Kaulquappen – Sachtext
Die Eier, die die Kröten (und auch andere Amphibientiere wie Frösche, Unken, Molche, Salamander und noch viele mehr) im Vorfrühling in den Gewässern ablegen, nennt man Laich. Nach der Ablage kümmern sich die Kröten, die ihre Eier fast immer nur in ihrem Heimatteich legen, noch etwa acht Tage um die Ei-Gelege, dann machen sie sich wieder auf den Rückweg. Zurück bleiben die Eier, die sich zu Larven ausbilden. Diese kennen wir als Kaulquappen. Sie leben im Wasser, atmen durch Kiemen und haben statt der Beine einen Schwanz, der ihnen beim Schwimmen hilft. Anfangs ernähren sich die Kaulquappen von ihren eigenen Eihüllen, später von Plankton (das sind Algen und winzige Pflanzenreste aus dem Wasser). Erst nach zehn bis zwölf Wochen haben sie ihre Beine entwickelt, und die Kaulquappen der Frösche und Kröten verlieren ihren Schwanz. Nun können sie auch durch die Lungen atmen, an Land leben und auch schon quaken. Zart und leise zunächst. Klar.

© Elke Bräunling

Geschichten zu Kröten und Krötenwanderung findet ihr hier:
Mein alljährliches Märzabenteuer: Eine Kröte erzählt
Hilfe für die Kröten<
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Als der Frühling den kleinen Marienkäfer weckte

Als der kleine Marienkäfer aus dem Winterschlaf erwachte

„Nanu?“, brummte der kleine Marienkäfer. Er schnupperte. „Besuch in meinem Winterquartier? Hm! Hm! Riecht gut. Riecht köstlich fein. Es wird doch nicht schon Frühling sein?“
Ein süßer Duft war unter die dichte Laubdecke, unter der sich der kleine Käfer in den Wintermonaten zum Schlaf verkrochen hatte, gezogen.
„Hmmm! Es riecht tatsächlich nach Frühling. Habe ich ihn etwa verschlafen?“ Vorsichtig reckte er die Beine, die er im Schlaf fest an seinen Panzer gepresst hatte. Er streckte sich, strampelte und hatte einige Mühe, auf die Füße zu kommen.
„Ich muss wohl sehr lange geschlafen haben. Richtig eingerostet fühle ich mich an.“ Er nickte. „Ja, es wird Zeit, dass der Frühling kommt.“
Vorsichtig kroch er aus seinem Blätterversteck hervor – und fand sich unter Continue reading »

Der kleine Rabe und der Fastnachtsschmuck

Seltsame Sachen findet der kleine Rabe in diesen Späterwintertagen in der Stadt

Eines Spätwintertages brachte einer der Jungraben eine seltsame Tüte voller bunter Kringel von einem seiner Ausflüge in die nahe Stadt mit in das Wäldchen, wo die Raben überwinterten.
“Was ist das?”, fragte der kleine Rabe und starrte auf die vielen kleinen runden Papierstücke in dem Tütchen.
“Die ganze Stadt ist heute voll davon”, meinte sein Rabenkollege. “Sogar auf den Köpfen vieler Leute liegen diese bunten Dinger herum.”
“Wozu soll das gut sein?”
“Die Menschen sagen Konfetti dazu”, erklärte der schlaue Jungrabe gewichtig. “Ist das etwas Besonderes?”
Aufgeregt zerrten die anderen Raben an allen Seiten der seltsamen Tüte. Nur der kleine Rabe hielt sich zurück, denn bei solchen Rangeleien zog er meist den Kürzeren. Da – ritsch, ratsch – zerriss die Tüte, und ein Konfettiregen ergoss sich genau über den kleinen Raben. Das sah lustig aus! Aus dem kleinen, schwarzen Raben war ein Continue reading »

Der Schneemann und die Sonne

Schneemänner mögen die Sonne nicht unbedingt gut leiden

„Ha! Du kriegst mich nicht!“, sagte der Schneemann, der von Tag zu Tag etwas mitgenommener aussah. Er blickte zur Sonne und wischte sich die Schweißtropfen von der Stirn. „Gleich wirst du hinter dem Berg verschwinden und die Kälte der Nacht wird meinen tropfenden Körper wieder in ein prachtvolles Eiskostüm verwandeln.“
„Mag sein“, lachte die Sonne. „Aber morgen werde ich wieder da sein.“ Mit einem letzten Strahlen verschwand sie hinter dem Berg.
Der Schneemann seufzte. Lange würde er sich den Sonnenstrahlen nicht mehr widersetzen können. Aber was tun?
„Könnte ich nur bei der Tanne im Schatten stehen“, überlegte er laut. „Dort würde mich die Sonne nicht erwischen.“
„Keine schlechte Idee“, kicherte es da.
Erstaunt blickte sich der Schneemann um und sah einen Hasen, der sehnsüchtig auf seine Mohrrübennase schielte.
„Stimmt“, sagte er. „Keine schlechte Idee. Aber wie soll ich den Weg zur Tanne finden? Ich Continue reading »

“Bärige” Weihnacht

Was haben Bären mit Weihnachten zu tun? Nichts eigentlich, und das ist der Grund, weshalb sich die Bären eines Tages wehrten

Einmal wimmelte es im Land nur so von Bären. In Häusern, Läden und Kiosken hockten sie herum; manche trugen Hüte, Röcke oder Lederhosen. Von Pullis, Krawatten und Hosen grinsten sie ebenso breitbackig wie von Postkarten, Tassen, Tüten, Bildern, Büchern, Haarspangen und Broschen. Es gab Bärendosen, -kekse, -uhren, -kalender, -kettchen, -seifen, sogar Bärenhampelmänner, Bärenschneekugeln, Bärenschränke, Bärenundsoweiter…!
Die Leute liebten all die Bären über alles und sagten ´Wie niedlich!´, Goldige Kerlchen!´, ´Herzige Zottelbärchen!´, ´Schmuseliebchen´ und andere unbärige Dinge zu ihnen.
Den Bären blieb nichts übrig als immer lieb und herzig zu grinsen. Steife Grimassengesichter hatten sie schon von diesem ewigen Gegrinse bekommen. Das aber war nicht schlimm, denn sie fühlten sich geschmeichelt und nahmen dafür all diesen Krimskrams in Kauf.
“Von nichts kommt nichts”, sagten sie und belächelten die vergeblichen Versuche der Mäuse, Vögel, Katzen, Hunde, Kühe, Rehe, Tiger, Elefanten und Dinosaurier, es ihnen gleich zu tun.
Zuerst waren die anderen Tiere beleidigt, dann fingen sie an zu lästern.
“Wie kann man nur so doof sein und auf Klamotten, Geschirr und anderem Kram dämlich herumgrinsen?”, sagten sie. “Das ist doch nicht bärig!”
Dieser Meinung war auch der Oberbär, der Continue reading »

Ein Hund zu Weihnachten?

Ein Tier unterm Weihnachtsbaum? Ob das eine gute Idee ist?

Elsa wünscht sich zu Weihnachten einen Hund. Mama und Papa wünschen sich zu Weihnachten keinen Hund. Sie wünschen sich auch keinen Hund zu Ostern, zu Pfingsten oder zum Geburtstag.
„Ein Hund macht Stress“, sagt Mama und erzählt Elsa etwas von x-Mal Gassi gehen am Tag, von Bewegung, von Schmutzpfoten auf dem Fußboden und Hundehaaren überall im Haus.
„Ein Hund erfordert Verantwortung“, sagt Papa und erzählt Elsa etwas von Aufpassen müssen, von ‚Nicht-überall-hin-verreisen’ können, von Regeln, die man mit einem Hund einhalten müsse und vom Ärger, wenn man den Hund zu einem Ausflug in die Stadt oder in ein Lokal mitnimmt. Oder wenn man ihn alleine Zuhause lässt. Dann nämlich hat man Ärger mit seinem eigenen schlechten Gewissen. Weil nämlich kein Hund gerne alleine zu Hause sitzt und wartet.
Ein Hund macht Freude!“, sagt Elsa und erzählt Mama und Papa etwas von einem besten Freund, der zuhört und immer Zeit hat. Ein Freund, mit dem man kuscheln und toben, lachen, weinen, reden und schweigen kann. Ein Freund, der da ist, wenn die Eltern nicht da sind – und weil beide anstrengende Jobs haben, ist Elsa oft alleine in dem großen Haus mit dem großen Garten.
„Ein Hund ist kein Weihnachtsgeschenk“, sagt Mama.
„Willst du nicht doch lieber Continue reading »

Als der kleine Igel über die große Katze stolperte

Auf der Futtersuche lernte der kleine Igel die große Katze kennen. Der Beginn einer tollen Freundschaft

Es dämmerte und der kleine Igel machte sich auf den Weg. Am Tag hatte er sich ausgeruht und nun war er hungrig. Er hielt sein Näschen in die frische Abendluft und schnupperte.
„Abendzeit. Essenszeit“, sagte er. „Ich weiß auch schon, wo das Nachtmahl auf mich wartet.“
Er fuselte los. Die Wiesenböschung am kleinen Teich war sein Ziel. Dort würde er Futter finden. Er roch es schon und musste nur seiner Nase folgen.
„Ich muss mich beeilen“, brabbelte er vor sich hin, während er sich einen Weg durch das hohe Gras bahnte. „Hungrig bin ich nämlich. Sehr hungrig. Und bald muss ich bereit sein für den längsten Schlaf im Jahr. Die Tage werden kürzer, der Abend beginnt jeden Tag früher und damit die Zeit für die Futtersuche. Futter, ja, Futter muss ich suchen. Und essen muss ich. Essen, essen, die ganze Nacht bis zum Morgengrauen. Der längste Schlaf dauert lange und wer vorher nicht genügend Nahrung zu sich genommen hat, der wird … Au! Aua!“
Er war Continue reading »

Das Eichhörnchen und die kostbare Zeit

Überall trifft das Eichhörnchen heute Tiere und Pflanzen, die traurig sind über das Ende des Sommers? Aber ist Herbst nicht auch schön?

“Hoffentlich treffe ich heute nicht wieder einen weinenden Apfel”, murmelte das Eichhörnchen, als es sich an diesem frühen Herbsttag auf seine tägliche Waldrunde begab.
Leise schlich es an den Apfelbäumen vorbei. Vor lauter Schleichen vergaß es, vorsichtig zu sein und stieß gegen die großen, hohen Blumen, deren Köpfe kleinen Sonnen glichen. Es hatte diese sonnigen Blumen schon oft gesehen, aber warum ließen sie heute die Köpfe hängen? Der Tag war doch so sonnig und warm und schön!
Das Eichhörnchen wunderte sich.
“Wenn ich es nicht besser wüsste”, murmelte es, “würde ich sagen, sie trauern. Aber warum nur?”
Traurige Sonnen? Hm!
Das Eichhörnchen machte, dass es weiter kam. Mit Traurigkeit hatte es heute nichts am Hut!
Unterwegs traf es Continue reading »

Das Eichhörnchen und der traurige Apfel

Vom Regen und von Regentränen. Können auch Äpfel weinen?

“Warum weinst du, Apfel?”, fragt das Eichhörnchen, das in den Bäumen der Streuobstwiese im kleinen Waldtälchen auf Nahrungssuche unterwegs war.
“Phschhhhhh!” Der Apfel schluchzte. “Wei-hei-einen? Wa-a-as ist das?”
“Weinen?” Das Eichhörnchen überlegte. In den Menschengärten hatte es das Weinen kennen gelernt und – irgendwie – rasch wieder vergessen. Hier im Wald weinte nämlich keiner. Naja, fast keiner.
Der Apfel schluchzte wieder, lauter nun.
“Weinen, das ist, wenn Wasserperlchen über deine Wangen tropfen und deine Apfelhaut nass machen”, sagte das Eichhörnchen schnell. Es war nun etwas verlegen. Eigentlich hatte es geplant, ein wenig von dem köstlichen Fruchtfleisch des Apfels zu naschen. Aber wer brachte es übers Herz, in schluchzende Apfelbäckchen zu beißen?
“Re-e-egen ma-hc-chat meine Apfelbacken auch nass”, klagte der Apfel. “Aber er ma-hc-chat mich ni-hi-hicht so-ho traurig.”
Ein Zittern durchlief den Apfelkörper und viele Continue reading »

Als Tim ‚Stierkampf’ spielte

Die Sache mit Stieren, Ochsen und dem “Rot”-Sehen – Eine Feriengeschichte auf dem Land

Der Stadtjunge Tim hatte Lust auf ein tolles Ferienabenteuer. Er deutete zur Weide. „Die Kuh dort langweilt sich bestimmt.“
„Die Kuh ist ein Ochse“, sagte Jonas, der Sohn des Bauern.
„Umso besser“, freut ich Tim. „Eine Kuh wäre für einen Stierkampf viel zu langsam.“
„Du willst Stierkampf spielen?“, fragte Jonas. „Lass das lieber!“
„Ich hab keine Angst.“
Ehe Jonas noch etwas sagen konnte, zog Tim seinen roten Pullover aus, stieg über den Zaun und stapfte zu dem Ochsen hinüber. Mutig baute er sich fünf Schritte vor ihm auf.
„Wir spielen Stierkampf“, sagte er zu dem Ochsen. „Ich bin Continue reading »

Jules Schmetterlingstraum

Wie kann man zarte bunte Schmetterlinge in die Gärten locken? Jule hat da eine ganz besondere Idee

Aus dicken, hässlichen Raupen schlüpfen zarte, bunte Schmetterlinge, hat Jule gehört. Das kann Jule erst nicht glauben, doch weil sie Schmetterlinge über alles leiden mag, träumt sie von einem fröhlich kunterbunten Schmetterlingsgarten.
Schmetterlinge aber sieht Jule im Garten nur wenige. Weil die nämlich ihre Eier, aus denen die Raupen schlüpfen, lieber auf Brennnesseln, Wildkräutern und -büschen ablegen, und die gibt es in den gepflegten Gärten der Siedlung nicht.
Schade, findet Jule, und denkt an ihren Schmetterlingstraum. Dann hat sie eine Idee. Sie nimmt ein Einmachglas und geht zum Wäldchen hinter dem Spielplatz. Dort wachsen Brennnesseln, Wildkräuter, Büsche und Birken, und von denen sammelt Jule alle Raupen, die sie finden kann, in ihr Glas. Vorsichtig trägt sie ihre Beute heim in den Garten und setzt die Raupen auf die Blätter der Bäume, Büsche, Rosen, Stauden und Salatköpfe. Mehrere Tage lang macht sie das, und es ist keine einfache Sache.
Am Anfang Continue reading »

Davids Schneckenzoo

Ein lauter Schreckensschrei aus dem Nachbargarten riss alle Bewohner des Wohnviertels aus der Mittagsruhe. Nachbar L. stapfte wütend und schimpfend durch seine Gemüsebeete und sein kleiner Sohn stand dabei, grinsend. Was war passiert?
So etwas Ähnliches vielleicht wie Davids Vater in der folgenden Geschichte?

Davids Schneckenzoo

Eine tolle Idee hat David heute. Während Papa im Garten die neuen Gemüsebeete vorbereitet und Kräuter und Gemüse pflanzt, baut David aus großen Steinen ein viereckiges Gehege. Er legt Steine, Salatblätter, Äste, Strohhalme, eine Hütte aus Bausteinen und eine Wasserschale hinein.
„Was baust du da?“, fragt Papa neugierig.
„Einen Schneckenzoo“, sagt David und deutet auf das Glas voller Schnecken, das im Schatten der Hecke steht. „Die hab ich auf den Feldern gesammelt. Sie kommen in meinen Schneckenzoo, und ich werde gut auf sie aufpassen.“
„Sehr gut.“ Papa klopft David anerkennend auf die Schulter. „Ich mag es, wenn Kinder gute Ideen haben“, sagt er und seine Stimme klingt sehr zufrieden. „Aus Naturbeobachtungen kann man viel lernen.“
Papa findet alles gut, was sich zum Lernen eignet, und David freut sich, wenn Papa ihn lobt. Den ganzen Tag kümmert er sich um seinen Zoo, und Papa guckt immer mal bei ihm vorbei und blickt sehr stolz und glücklich drein.
Am nächsten Tag aber ist Papas Blick überhaupt und gar nicht mehr stolz und glücklich. Davids Schnecken haben nämlich während der Nacht mit großem Appetit eine kleine Klettertour über die ‚Zoo‘-Mauern hinüber zu Papas jungem Salatbeet gemacht. Dort ruhen sie sich nun unter Erdkrumen und Steinen versteckt von der üppigen Salat-Mahlzeit aus.
„Sauerei“, schimpft Papa los und blickt auf die zerfressenen Salatreste. „Da haben wir den Salat! Die ganze Arbeit war umsonst. Du immer mit deinen blödsinnigen Ideen!“
Papa tobt. Er ist nun gar nicht mehr stolz auf David.
„Was für Ideen?“, fragt David. Er grinst. „Und was für einen Salat?“
Er deutet er auf das kahl gefressene Beet.
„Weißt du“, sagt er mit einem schelmischen Kichern zu Papa, „aus Naturbeobachtungen kann man wirklich mächtig viel lernen.“
Was bleibt Papa da noch übrig als mitzulachen?

© Elke Bräunling

Schnecke unterwegs
© Elke Bräunling, Weinbergschnecke auf der Suche nach Salatblättern

NEU IM MÄRZ 2015
Diese Geschichte findest du neben vielen anderen in dem Buch: Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Landleben


Taschenbuch:Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Landleben: Geschichten vom Land
Ebook:Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Landleben: Geschichten für Kinder vom Leben auf dem Land


Ein Glückskäfer-Glück für Jule

Wie ein Marienkäfer der grübelnden Jule doch ein bisschen Glück brachte … und vielleicht sogar den Eintritt ins Zirkuszelt?

Traurig sitzt Jule am Rande des Festplatzes und blickt auf das bunte Zirkuszelt. Zu gerne hätte sie sich die Nachmittagsvorstellung mit den beiden Clowns, die am Eingang fröhlich ihre Späßchen machen und die Leute ins Zelt einladen, angesehen. Ihre Freunde sind schon im Zelt. Nur sie hat kein Geld für die Eintrittskarte. Nie hat Jule Geld, seit ihre Eltern arbeitslos sind. Immer muss sie sich all die Dinge, die ihre Freunde erleben, von draußen ansehen. Jule schüttelt den Kopf. Sie mag nicht weiter grübeln. „Grübeln”, sagt Papa immer, „macht nur ein Griesgramgesicht. Aber helfen, nein, das tut es nicht.”
Jule will kein Griesgramgesicht haben. Sie zwingt sich zu einem kleinen Lächeln, und weil niemand zum Anlächeln da ist, schenkt sie ihr Lächeln der Margerite, die neben ihr am Wegrand wächst. Ja, und ihr ist, als lächelte die Blume zurück. Oder hat sie das geträumt? Nachdenklich Continue reading »

Die Königin des Waldes


Fingerhut, königlich, heilsam, giftig

 

Die Königin des Waldes

Eine Königin muss nicht unbedingt laut sein. Ob die Fingerhutblüte dies auch begreifen wird?

“Ich bin die Königin des Waldes”, sagte die besonders große pink-weiß-purpurfarbene Blume mit ihren tiefen Blütenkelchen. “Die Königin und Wächterin in einem.”
Sie blickte sich nach Anerkennung heischend um.
Schweigen. Keiner der Waldbewohner wusste darauf etwas zu sagen.
Nur ihre nicht ganz so besonders großen pink-weiß-purpurfarbenen Kolleginnen auf der Waldlichtung nickten ihr beifällig zu.
„Bist du! Bist du! Wer wenn nicht du?“, sirrten sie ihr im Hauch des leisen Sommerwindes.
„Ja! Ich! Ich bin die Königin des Waldes. Ich bin einzigartig”, sagte die besonders große und besonders einzigartige Fingerhut-Blüte wieder. Nun etwas lauter. Nein, sie rief es in den Waldmorgen hinein. “Hört ihr?”
Noch immer herrschte Schweigen im Walde.
Die wunderschöne große pink-weiß-purpurfarbene Blume mit den tiefen Blütenkelchen begann sich zu ärgern. Erregt bimmelte sie mit ihren Blütenglöckchen.
“Hallo! Aufwachen! Zuhören! Ich bin die …” Continue reading »