Mara und der Faschingsengel

Bauchschmerzen und wie doch noch alles gut wurde

Alle freuen sich. Morgen ist Faschingsfest im Kindergarten.
„Ich gehe als Prinzessin“, sagt Anne zu Mara.
„Pah!“, meint Mara. „Verkleiden ist blöd.“
„Wieso?“, fragt Anne. „Ich find’s toll und mein Prinzessinnenkleid ist superschön. Meine Mama hat mir sogar eine Goldkrone gekauft.
Mara wĂŒrde sich auch gern verkleiden, aber ihre Eltern haben kein Geld fĂŒr ein FaschingskostĂŒm. Aber das kann Mara niemandem erzĂ€hlen. Sie schĂ€mt sich.
„Mara, du schaust ja so traurig. Was ist denn los?“, fragt Frau Wegner spĂ€ter.
„Ich habe Bauchweh“, sagt Mara und legt die HĂ€nde auf den Bauch.
„Soll ich deine Eltern anrufen?“ Frau Wegner legt besorgt die Hand auf Maras Stirn. „Komm, ich koche dir einen Pfefferminztee.“
Ein ganz schlechtes Gewissen hat Mara nun, weil sie die nette Frau Wegner belogen hat.
„Ich habe gar keine Bauchschmerzen“, sagt sie leise. „Ich mag mich nur nicht verkleiden.“
„Möchtest du denn nicht Fasching feiern?“, fragt Frau Wegner. „Das ist doch lustig!“
Jetzt muss Mara doch weinen. „Es geht nicht“, schluchzt sie. „Mama kann mir kein schönes KostĂŒm kaufen, weil wir sparen mĂŒssen. Und ohne Verkleidung mag ich nicht feiern.“
Frau Wegner lĂ€chelt. „Mach dir keine Sorgen. In der Schule drĂŒben gibt es eine Kiste mit tollen KostĂŒmen. Bestimmt finden wir dort etwas HĂŒbsches fĂŒr dich. Tim hat sich auch schon eine Überraschungsmaske ausgesucht.“
„Ehrlich?“ Mara wagt gar nicht, an dieses kleine Wunder zu glauben.
„Ehrlich“, sagt Frau Wegner.
Dann gehen sie ĂŒber dem Hof zum Werkraum der Schule. Eine riesige Klamottenkiste steht da und darin findet Mara findet ein EngelskostĂŒm und eine lange, goldene PerĂŒcke. Toll.
„Juchhu“, jubelt Mara. „Ich werde ein Faschingsengel sein. Und du, Frau Wegner, bist auch ein Engel. Engel sind toll.“
Schnell drĂŒckt Mara der Erzieherin einen Kuss auf die Backe und lĂ€uft singend und jubelnd in den Kindergarten zu ihrer Gruppe zurĂŒck.

© Elke BrÀunling & Regina Meier zu Verl