Adventskalender *17* Eine merkwürdige Geschichte

17. Kapitel

Eine merkwürdige Geschichte

„Aua“, schrie Anna und sprang aus dem Bett. „Was ist das?“
Mariele und Frederik kringelten sich vor Lachen.
„Ein Stein“, kicherte Mariele. „Nur ein heißer Stein. Zum Wärmen.“
Ein heißer Stein? Im Bett?
„Hm. Gar nicht so schlecht“, murmelte Anna und kroch wieder zu Mariele unter das dicke Strohkissen. „Kann man hier gut brauchen.“
Sie sah sich in der engen Schlafkammer um. Es gab nur zwei Betten und einen Hocker. An den Wänden hingen Kleiderhaken und ein kleines Regal. Einen Ofen entdeckte Anna nicht. Es war kalt. Lausig kalt.
Anna kuschelte sich an Mariele und tastete vorsichtig mit den Füßen nach dem heißen Stein. Da sprang Flöckchen aufs Bett und rollte sich am Fußende zusammen. Jetzt war es gemütlich warm.
„Gute Nacht“, murmelte Anna und schielte zu Frederik hinüber, der mit Lotti, der kleinen Schwester, das zweite Bett teilte.
Frederik lächelte und pustete die Kerze aus. „Und nun erzähle!“, sagte er.
Und jetzt fiel es Anna überhaupt nicht mehr schwer, die ganze Geschichte zu erzählen.
„Es ist wegen dem Adventskalender“, begann sie.
„Adventskalender? Was ist das?“, fragte Mariele.
„Oh, ein hübsches Bild mit 24 Türen.“
„Und wohin führen diese Türen?“
„Zu Weihnachten?“, kicherte Anna und stellte sich vor, wie man durch die Türen eines Adventskalenders ging und in ‚Weihnachten’ ankam. Eine komische Vorstellung.
Das fanden Mariele und Frederik auch.
„Alles mit dir ist irgendwie komisch“, sagte Frederik.
„Mit euch auch“, meinte Anna und seufzte. „Und deshalb erzähle ich euch eine Geschichte. Von zwei Adventskalendern und von zwei Eltern, die sich andauernd streiten.“
„Deine Eltern?“, fragte Mariele aufgeregt.
„Ja, meine Eltern. Und meine beiden Adventskalender. Einer mit einem bunten Glitzerweihnachtsbaum und Schokolade…“
„Glitzerweihnachtsbaum“, wiederholte Mariele andächtig.
„Scho-ko-la-de“, buchstabierte Frederik.
„…la…la…lade“, brabbelte Lotti.
„… und ein Adventskalender mit einem Bild von einem Haus mit Butzenscheiben und einem Kerzenlicht im Fenster unten rechts“, fuhr Anna fort.
„Unser Fenster?“, rief Mariele.
„Unser Haus ist in einem Adventskalender?“ Frederik konnte es nicht glauben.
„Ja“, sagte Anna, „und damit fängt die Geschichte an.“
Dann erzählte sie von daheim, von ihrer fremden Welt, von ihren Eltern, von der Schule, von doppelten Adventskalendern und Adventskränzen und vom vielen Traurigsein. Auch von Papas Weihnachtsland und vom ersten Christbaum in Schlettstadt sprach Anna.
Mariele, Lotti und Frederik hörten aufgeregt zu. Es war wirklich eine merkwürdige Geschichte. Und es waren auch seltsame Dinge, die sie alle dann in dieser Nacht träumten.

© Elke Bräunling

Wie die Geschichte weiter geht, erfährst du morgen am 18. Adventskalendertag im nächsten Kapitel, und zwar hier:

 

 

 

 

 

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

17. Dezember 2017 von Elke
Kategorien: Adventskalender, Geschichten für Kinder, Kindergeschichten, Traumgeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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