Adventskalender *19* Weil bald Weihnachten ist

19. Kapitel

Weil bald Weihnachten ist

Auf ihrem Weg durch den Ort sah sich Anna aufmerksam um. Wo war es denn nun, dieses Weihnachtsland, von dem Papa erzählt hatte? Sie konnte hier nichts davon entdecken.
„Bei euch sieht man gar nicht, dass es Advent ist“, sagte sie.
„Woran soll man das denn sehen?“, fragte Mariele.
„Na, am Schmuck, an den Lichtern und der Reklame und …“
Dann griff sich Anna an die Stirn. „Ach, was bin ich blöde! Das hat mit Advent ja gar nichts zu tun! Aber Tannenzweige habt ihr auch in eurer Küche hängen.“
„Ja, weil bald Weihnachten ist“, sagte Mariele fröhlich.
„Wir nennen sie Weihnachtsmeien“, erklärte Frederik. „Sie schützen uns vor Gefahren.“
„Gefahren? Was für Gefahren?“
„Böse Geister und so. Die Wintergeister. Sie können nicht ins Haus kommen, wenn der Weihnachtsmeien an der Decke hängt.“
„Geister“, kicherte Anna, „gibt es nicht. So’n Quatsch.“
„Adventskalender gibt es auch nicht“, brummelte Mariele. „Es ist auch ein Quatsch mit diesen komischen Türen, die zu Weihnachten führen.“
„Es ist eben so Sitte“, verteidigte Anna ihre Adventskalender.
„Weihnachtsmeien sind auch Sitte“, sagte Mariele „Und an Weihnachten haben wir sogar einen Baum. In der Stube. Jawohl.“
Anna nickte. „Wir auch“, sagte sie.
„Ihr habt auch einen Tannenbaum in der Stube?“
„Ja. Wir sagen ‚Weihnachtsbaum‘ oder ‚Christbaum‘ dazu.“
“Dannebäum heißt er bei uns oder Christkindelsbaum. Wir hängen Äpfel in unseren Baum und bunte Papierrosen …“
„Und Lebkuchen“, rief Mariele begeistert. „Ihr auch?“
Anna nickte zögernd. Sie überlegte, ob sie von den Lichtern erzählen sollte. Ob Mariele und Frederik davon schon wussten?
„Wir haben auch noch Kerzenlichter“, begann sie vorsichtig.
„Wir auch. Aber die gibt es noch nicht lange“, meinte Frederik. „Als Oma Liese ein kleines Mädchen war, haben die Leute das mit den Kerzen am Christkindelsbaum noch nicht gekannt. Das ist lange her.“
„Aber Lebkuchen hat es schon immer gegeben“, rief Mariele. „Und am Dreikönigstag dürfen wir den Baum pflücken und alle Lebkuchen aufessen. Hm, die schmecken fein. Und süß.“
Mariele fuhr sich genießerisch mit der Zunge über die Lippen. „Darauf freue ich mich das ganze Jahr.“
„Auf den Weihnachtsbaum?“
„Ja, das auch. Aber noch mehr auf die Lebkuchen.“
„Hm.“ Anna zuckte mit den Schultern. Was war das schon Besonderes? Süßkram gab es doch immer! Aber sie sagte es nicht. Hier war alles so anders als in ihrer Welt. Aber dass es viel schlechter war, fand Anna eigentlich nicht.
„Am Sankt Georgsplatz steht jetzt schon ein Tannenbaum“, sagte Frederik. „Weil bald Weihnachten ist. Willst du ihn sehen?“
Anna nickte. „Aber klar.“

© Elke Bräunling

Wie die Geschichte weiter geht, erfährst du morgen am 20. Adventskalendertag im nächsten Kapitel, und zwar hier:

 

 

 

 

 

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Über Elke

Elke Bräunling, Autorin

19. Dezember 2017 von Elke
Kategorien: Adventskalender, Geschichten für Kinder, Kindergeschichten, Traumgeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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