Sommerfest im Herbst

Dieser Sommer hat sein Abschiedsfest wohl verdient, oder?

Heute hatte Großtante Luise groß aufgetischt. Pia und Pit staunten, als sie mit Opa bei ihr eintrafen. Der Küchentisch und der Tisch auf der Terrasse bogen sich fast vor lauter Schüsseln, Tellern und Platten. Die waren gefüllt mit Obst, Salaten, Broten, Käse, Salami- und Schinkenscheiben, Würsten und Kuchen. Viele Kuchen sogar. Hm! Wie süß die dufteten!
„Toll!“, rief Pia. „Fast könnte man meinen, du hättest eine Bäckerei, Tante Luise. Am liebsten würde ich gleich mit dem Essen beginnen. Ahh!“
„Hast du die alle für uns gebacken?“, fragte Pit und auch sein Blick war ein hungriger.
Die Großtante lachte. „Ihr Naschmäuler!“, sagte sie. „So viel könnt ihr gar nicht essen und ich schätze, es würde euch auch nicht gut bekommen.“ Sie deutete aus der Küchentür hinaus in den Himmel. „Nein, der da ist heute mein Ehrengast und ihn wollen wir feiern. Ihn und seinen Abschied.“
„Den Himmel?“ Pia schüttelte den Kopf. Was für komische Ideen Großtante Luise manchmal hatte!
„Ein Gast, der kommt und dessen Abschied wir feiern?“, wunderte sich Pit.
Auch Opa sah seine Cousine ratlos an, und das passierte fast nie. „Was für eine Idee heckst du denn gerade wieder aus, meine Liebe?“, fragte er sie.
„Keine Idee. Ein Fest wünsche ich mir heute. Ein fröhliches Abschiedsfest.“
„Und wen verabschieden wir?“, fragte Pit wieder.
„Den Sommer. Wen sonst? Er ist heute unser Ehrengast.“ Großtante Luise lächelte. „Wir feiern ihn, damit er gerne wieder kommt.“
„Aber es ist doch schon Herbst“, wandte Pia ein. „Der September ist fast vorbei.“
„Nein. Heute ist der 20. September und nach den Kalender beginnt der Herbst erst morgen.“
„Echt wahr?“ Pia konnte es nicht glauben.
Opa nickte. „So betrachtet haben wir heute den letzten Sommertag, und das ist ein Fest wert.“
„Ein großartiges, tolles, ein fröhliches Fest“, sagte Großtante Luise schnell. „Und deshalb habe ich …“
Mehr konnte sie nicht sagen, denn es läutete an der Haustür und die ersten Gäste trafen ein. Es kamen viele an diesem Nachmittag. Eigentlich fast alle Leute aus dem kleinen Walddorf, in dem die Großtante wohnte, und jeder brachte einen Kuchen mit oder ein Brot, eine Salatschüssel, eine Süßspeise oder ein paar Flaschen Bier und Wein, aber auch zwei Gitarren, drei Posaunen und ein Akkordeon. Und klar, dass dieses Sommerabschiedsfest im Herbst ein tolles, fröhliches, großartiges Fest wurde, wie es sich die Großtante gewünscht hatte. So toll und fröhlich und großartig, wie es der Sommer auch gewesen war. Ehre, wem Ehre gebührt.

© Elke Bräunling

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Über Elke

Elke Bräunling, Autorin

06. September 2018 von Elke
Kategorien: Dorfgeschichte, Familiengeschichten, Geschichten für Demenzkranke, Geschichten für Kinder, Geschichten für Senioren, Herbstgeschichten, Kindergeschichten, Sommergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Pia und Pit feiern Sommerabschiedsfest!

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