Die kleine Waldmaus und die Kinder des Winters

Wintergeschichte für Kinder – Ein kurzer Schneeflockenspaß für die kleine Maus

„Was ist das?“
Aufgeregt starrte die kleine Waldmaus auf die eins, zwei, drei und vier kleinen, weißen Sternchen, die durch die Luft schwebten und sich sanft auf den Waldboden legten.
„Hallo, wer seid ihr?“
Die kleine Waldmaus, die an diesem Winternachmittag auf dem Heimweg war, staunte. Schön waren sie, die kleinen Dinger. Und leicht wie Vogelfedern fühlten sie sich an. Leicht und kühl.
Ob sie etwas mit dem ‚Weißwinter‘ zu tun hatten? Viel hatte Opa Maus von ihm erzählt und die kleine Waldmaus wusste nun, dass Winter kalt war und frostig und weiß. Die kleinen Sternchen waren auch kalt und frostig und weiß.
Sie blickte zum Himmel hinauf. Gelbgraue Wolken hatten sich vor die Sonne geschoben. Tief lagen sie über dem Wald. Fast schien es, als berührten sie die Spitzen der Tannen. Kalt waren auch sie und finster. Es war, als wollte die Nacht am Tage kommen.
Wie Regentropfen purzelten diese kühlen, weißen Sternendinger nun von der Wolke aufs Land hinab. Es wurden mehr und immer mehr.
„Regensternchen? Nein, Winterkinder seid ihr“, rief die kleine Maus den Flocken zu. „Und ich bin ein Mausekind. Hört ihr?“
Die kleine Waldmaus sprang von einem Winterkind zu anderen. Es sah wie ein fröhlicher Mausetanz und sehr lustig aus. Und anstrengend. Wieder und wieder sprang und hüpfte die kleine Maus hinter den fallenden Sternenflöckchen her. Auffangen wollte sie sie. Da aber hatte sie kein Glück. Jedes Mal, wenn sie eines dieser Winterkinder mit den Pfötchen zu fassen bekam, verschwand dieses und ein Wassertröpfchen blieb zurück. Ein kühles Wassertröpfchen. Hm. Hm.
Die kleine Maus sah sich um. Das Licht des Tages wurde immer grauer und durch der Luft tanzten nun überall viele, ganz viele Winterkinder zum Boden herab. Sie landeten nun auch auf der kleinen Waldmaus und setzten sich auf ihren Kopf, ihre Schultern, die Arme, auf die Mausenase und die Mausezunge. Kalt fühlten sie sich an und feucht. Wie kalte Regentropfen. Sie schmeckten auch so. Ein bisschen süß und frisch und … kalt.
Die kleine Waldmaus erschauderte. Trotz des Tänzchens fühlten sich ihre die Glieder immer kühler und feuchter und steifer an.
Oh! Oh! Was hatte Opa Maus gesagt?
„Wenn der Winter kommt mit seinem Schnee, dem Eis und dem Frost, dann ist ein Leben im Wald gefährlich. In der Mausehöhle muss man den Winter verbringen. Sich warm einkuscheln muss man und schlafen muss man.“
Ja, so hatte er es gesagt.
„Oh! Oh! Ich glaube, ich darf nun nicht mehr hier draußen sein“, rief die kleine Maus. Ein bisschen war sie nun erschrocken. Oh! Oh!
Sie blickte nochmals zum Himmel hinauf. Viele, viele, viele Winterkinder purzelten ihr von dort entgegen.
„Hallo, Winter!“, rief die kleine Maus. „Hallo und guten Tag und tschüs!“
Dann machte sie, dass sie schnell nach Hause in die Mausehöhle kam. Der Schneewinter war gekommen und die Zeit zum Spielen machte Pause nun.

© Elke Bräunling

Erster Schnee im Wald, Bildquelle © Free-Photos/pixabay

 

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