Archiv für Geschichte Schule schwänzen

Das Schulschwänzer – Abenteuer

Die Schulschwänzer Pia und Jonas verstecken sich in einer Baumhöhle. Sie haben keine Lust auf Schule, wollen lieber ein Abenteuer erleben. Dieses Abenteuer erleben sie dann auch …

Überhaupt keine Lust auf Schule haben Pia und Jonas heute. Schule ist nicht immer einfach. Und eigentlich, überlegt Pia, fürchtet sie sich heute auch. Nicht vor der Schule, nein, vor dem Rechentest graust es ihr. Rechnen nämlich mag sie nicht leiden und heute Nacht hat sie Bauchweh gehabt, wenn sie daran dachte. Und sie hat fast die ganze Nacht an den Rechentest denken müssen.
„Rechnen ist sogar gemein. Hundsgemein sogar. Und Schule ist doof“, murmelt sie.
Jonas, der gerne rechnet, nickt.
„Stimmt“, sagt er. „An Diktattagen mag ich auch nicht in die Schule gehen. Diktate machen mir Angst, weil ich die Worte so schlecht verstehe.“
Das begreift nun Pia nicht ganz. Diktate sind doch kinderleicht, oder? Das will sie Jonas auch sagen, doch da denkt sie wieder an den Rechentext.
„Macht dir Rechnen keine Angst?“, fragt sie vorsichtig.
Jonas schüttelt den Kopf. „Nö. Rechnen ist kinderleicht.“
Da hätte Pia fast gelacht.
„Schule ist überhaupt nicht kinderleicht und heute mag ich da nicht hingehen.“
„Soll ich dir die alte Baumhöhle, die ich gestern entdeckt habe, zeigen?“, fragt Jonas.
Pia nickt, und ohne zu zögern biegen sie kurz vor der Schule rechts ein in den Weg, der zum Feld führt. Bald haben sie Jonas‘ alte Baumhöhle erreicht. Toll ist die. Fast wie in einer echten Höhle fühlt man sich, wenn man dort durch das breite Loch am Fuß der Baumwurzel in den Baumstamm kriecht.
Pia und Jonas setzen sich auf den Boden der Baumhöhle, packen ihre Pausenbrote aus und machen  es sich gemütlich.
Da! Es raschelt draußen! Äste knistern und Schritte stampfen über trockene Blätter auf die Baumhöhle zu. Unheimlich klingt das. Ein Baumgeist? Näher kommt er und näher. Ängstlich sehen sich Jonas und Pia an. Auf ihre Brote haben sie keinen Appetit mehr und sie wünschen sich nichts mehr, als in der Schule beim Rechentest zu sitzen und sich nicht fürchten zu müssen. Was ist ein harmloser Tag in der Schule schon gegen einen gruseligen Baumgeist?
Nah und näher kommen diese unheimlichen Geräusche. Wie erstarrt sitzen die beiden Kinder in ihrer Höhle und hoffen, dass der Geist sie nicht entdeckt. Doch genau vor ihrem Versteck machen die Schritte Halt und der fürchterliche Baumgeist fängt an, laut zu schmatzen. Wie schaurig!
„Nie mehr werde ich Schule schwänzen“, sagt Pia. „Nie mehr!“
Jonas nickt nur. Er kann nichts sagen, denn sein Hals fühlt sich ganz trocken an.
Jetzt! Jetzt ist es auf einmal still draußen. Unheimlich still.
Pia und Jonas wagen kaum zu atmen, ihre Angst wird groß und immer größer.
Ein leises „Mäh” ertönt. Dann lauter „Määääääääääääääääh”.
Was ist das? Vorsichtig spähen die beiden Schulschwänzer aus ihrem Versteck und vor ihnen steht … ein Schaf. Mit ängstlichen Augen schaut es in Pia und Jonas an.
Das Schaf macht erneut „Määäh!“ und die Kinder atmen vor Erleichterung tief auf.
„Glück gehabt“, sagt Jonas. „Es hat sich verirrt, das Schaf. Lass es uns zur Herde zurück bringen. Und  dann …“
„und dann gehen wir ganz schnell zur Schule“, ergänzt Pia.

© Elke Bräunling

 

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12. Juni 2018 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Freundschaftsgeschichten, Gutenachtgeschichten, Mutgeschichten, Schulgeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Eine seltsame Begegnung am Waldrand

Beim Schuleschwänzen erlebt Max am Waldrand eine ganz eigenartiges Abenteuer. Oder ist er auf einmal in einer falschen Zeit gelandet?

Auf dem Schulweg bog Max an einer Wegkreuzung ohne weiter nachzudenken ab und trottete langsam aus dem Städtchen hinaus zum nahen Wald.
„Eine gute Idee“, murmelte er, als er sich wenig später am Waldrand ins Gras setzte. „Während sie in der Schule das blöde Diktat schreiben, habe ich einen tollen Sonnentag.“
Er beobachtete den Bussard am Himmel, lauschte dem Vogelgezwitscher, beobachtete eine Ameisenstraße und seufzte zufrieden. „Hier bleibe ich bis Schulschluss. Es gibt so viel zu sehen, dass mir nicht langweilig wird. Verhungern muss ich auch nicht. Bestimmt finde ich Himbeeren und Walderdbeeren.“
Das schlechte Gewissen meldete sich. „Ich könnte für Mama Beeren pflücken. Dann ist sie nicht ganz so sauer, wenn sie erfährt, dass ich Schule schwänze.“
Max griff nach der Dose mit den längst aufgegessenen Pausenbroten und trottete zu den Himbeerbüschen hinüber. Er hatte Glück. Schon viele Beeren waren reif und an der Böschung lachten ihm rote Walderdbeeren entgegen.
„Ganz schön viel Arbeit“, murmelte Max. Er überlegte und …
Da. Es raschelte im Unterholz, ein Ast knackte und eine seltsame Gestalt kam aus dem Wald. Sie ging auf die Beerenbüsche zu.
Misstrauisch musterte Max den Fremden, einen Jungen, der nicht viel älter war als er. Komisch sah er aus. Und so fremd mit seinen langen Haaren und dem knielangen Lederhemd, das von einem Seil zusammengebunden war. Hosen trug er keine. Auch keine Schuhe. Ohne Max zu beachten, begann der Fremde, Beeren in seinen Lederbeutel zu sammeln.
Komisch sah das aus. Und sehr seltsam. Max erinnerte sich an ein Buch mit Geschichten aus der Steinzeit. Genau so sahen die Menschen in den Bildern dort aus. Ob dieser fremde Junge ein Schauspieler war oder in einem Rollenspiel ‚Steinzeitmensch’ spielte?
„Du siehst richtig echt aus“, rief er ihm zu.
Der Junge sah auf. „Ich bin echt“, sagte er. „Ich muss Beeren pflücken und Kräuter sammeln und ich muss mich beeilen, damit die Familie nachher genügend zum Essen hat. Die Männer sind nämlich noch nicht von der Jagd zurückgekommen und wir sind hungrig.“
„Wir? Wer ist wir?“, fragte Max.
„Die Frauen und Kinder unseres Stammes. Und die Alten, die nicht mehr zur Jagd gehen können. Wer sonst?“
„Klar. Wer sonst auch.“ Max fühlte sich auf einmal seltsam.
Der Fremde grinste. „Hilf mir! Dabei kannst du mir von deinem Stamm erzählen. Sag, bist du auch auf Nahrungssuche?“
„N-n-nein“, stammelte Max. „Ich … eigentlich sollte ich in der Schule sein und ein Diktat schreiben, aber …“
„Aber du hast Hunger? Hier!“ Der fremde Junge griff in seinen Beutel und reichte Max eine Handvoll Blütenköpfe. Gänseblümchen. Max schluckte. „Die schmecken lecker und machen satt. Und nun erzähle: Schule, was ist das?“
Dazu nun wusste Max viel zu erzählen und während er seinem neuen Freund beim Beeren pflücken half, erzählte er und erzählte und … und als er mit dem Erzählen aufhörte, war der Fremde verschwunden. Er, Max, saß mitten in einer Gänseblümchenwiese und wunderte sich und nahm sich vor, besser doch nie mehr Schule zu schwänzen.
© Elke Bräunling

03. August 2014 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Naturgeschichten, Sommergeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | 1 Kommentar

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