Hasenkind wünscht sich einen Mann

Hasenkind wünscht sich einen Mann

Tiermärchen

Titel + Illustration Häschenauf der Waldwiese, blickt in die Ferne„Mit einem Mann ist das Leben schöner“, meint das kleine Hasenmädchen

Das kleine Hasenmädchen ist überzeugt: Mit einem Mann ist das Leben schöner. Doch ein Gespräch mit dem Eichhörnchen bringt neue Gedanken über Freiheit, Alleinsein und das Warten auf den richtigen Moment.
Ein nachdenklich-heiteres Tiermärchen über Wünsche, Freiheit und das Alleinsein. Mit Ausmalbild.

 

 

 

Hasenkind wünscht sich einen Mann

„Ich wünsche mir auch einen Mann“, sagte das kleine Hasenmädchen. „Alle haben einen. Nur ich nicht.“
„Wen meinst du?“, fragte das Eichhörnchen, das die Worte des kleinen Hasenmädchens gehört hatte.
„Den, der mein Mann sein soll, meine ich“, antwortete das Hasenkind. „Ich muss ihn nur noch finden.“
„Ich habe keinen Mann. Noch brauche ich auch keinen und das ist gut so“, sagte das Eichhörnchen.
„Nein“, widersprach das Hasenmädchen. „Einen Mann zu haben, das ist gut.“
„Wer sagt das?“
„Alle sagen das und alle haben auch einen Mann. Nur du und ich nicht.“
Illustration Häschen und Eichhörnchen auf der Waldwiese, ein paar erste FrühlingsblümchenDas Hasenmädchen klang traurig nun. „Es fühlt sich traurig an, wenn man keinen hat. Mit einem Mann kann man viele schöne Dinge machen und man ist nie alleine.“
Das Eichhörnchen staunte. Darüber hatte es nie nachgedacht.
„Welche schönen Dinge meinst du?“, fragte es.
„Oh, viele!“, rief das Hasenmädchen und es klang aufgeregt nun. „Spazierengehen, den Tag genießen, die Sonne am Morgen begrüßen, den Regen küssen, die Wiese besuchen, über die Felder jagen, der müden Sonne am Abend zuwinken, auf Futtersuche gehen, Freunde besuchen, oh, noch so viel mehr Sachen kann man mit einem Mann machen.“
„Das kann man alles auch alleine tun“, brummte das Eichhörnchen. „Mein Freund, der Igel, braucht keine Frau, um nicht alleine zu sein, sagt er.“
„Und wo ist er jetzt, dein Freund der Igel?“
„Er hält Winterschlaf. Alleine in seinem Winterquartier.“
„Und Frau Igel? Wo schläft die?“
„Die schläft in ihrem Winterversteck. Auch alleine.“
„Hm.“ Das kleine Hasenmädchen überlegte. „Aber alle sagen, das Leben sei schöner, wenn man einen Mann hat und nicht alleine sein muss.“ Wieder dachte es nach. „Nur mein Papa ist anders. Der ist ein Einzelgänger und braucht seine Freiheit, sagt meine Mama.“ Es kicherte und fragte. „Was ist Freiheit?“
Das Eichhörnchen kicherte nun auch.
Illustration Häschenauf der Waldwiese, blickt in die Ferne„Alleinesein und Freude daran haben, das ist Freiheit“, antwortete es dann. „Und keinen Mann suchen wollen.“
„Falsch. Hasenpapa ist mein Papa und kein Mann und …  Äh!“ Das Hasenmädchen stockte. Schwieg. „Ich glaube, es ist Freiheit, darauf zu warten, bis ein Mann kommt und nach mir sucht.“
Dann lachte es. Was für ein komisches Gespräch das aber auch war. Es musste an der Kälte liegen, die das Land in diesem frühen Frühling wieder beherrschte. Oder?

© Elke Bräunling

Hier findest du noch mehr Hasengeschichten

 

 

AUSMALBILD

Illustration Häschen und Eichhörnchen auf der Waldwiese,

 

 

pinterestpin

Vielleicht haben Sie Lust, mein Blog zu abonnieren?

So verpassen Sie keinen Beitrag mehr! Einfach Mail-Adresse eintragen, absenden und den Link in der Bestätigungsmail anklicken. Ich freue mich auf Sie! Auf Dich!