Der kleine Hase Pips lernt den Stress kennen
Der kleine Hase Pips lernt den Stress kennen
Fröhliche Osterhasengeschichte über Stress und Ungeduld
Auch ein kleiner Osterhase kann einmal aus der Puste kommen.
Als Pips all seine schön bemalten Ostereier kaputtmacht, beginnt für ihn ein eiliges Abenteuer.
Auf dem Weg zu neuen Eiern lernt der kleine Hase etwas kennen, das ihm gar nicht gefällt: Stress. Zum Glück trifft er auf der Wiese Tiere, die ihm kluge und lustige Ratschläge geben.
Eine fröhliche Osterhasengeschichte über Ungeduld, Eile, gute Laune und kleine Pausen. Sie eignet sich besonders für Kinder ab etwa 4 oder 5 Jahren, für Vorlesezeiten rund um Ostern, Gespräche über Ungeduld, Zeitdruck und Ruhepausen, Kindergarten, Grundschule und Familienalltag. Mit Ausmalbild.
Inhalt
Der kleine Hase Pips lernt den Stress kennen
Erstleserfassung
Kleine Fragerunde zur Geschichte
Sehr einfache Fassung für Kindergartenkinder
Ausmalbilder
Der kleine Hase Pips lernt den Stress kennen
Etwas Schlimmes ist Pips, dem kleinen Osterhasen, passiert. Er hat all seine wunderhübsch bemalten Ostereier kaputt gemacht. Nein, besser gesagt, er hat sie kaputt getanzt. Weil er sich nämlich so sehr über seine Malkunst gefreut hat, ist er fröhlich über die Wiese getanzt und hat viel Spaß dabei gehabt. Da aber ist er über das Huhn Agneta gestolpert und mitten hinein in all die schönen Eier, deren Farben im Gras noch trockneten, gefallen. Und – patsch – sind alle Eier kaputt gewesen.
„Du brauchst neue Eier!“, hat Agneta nach dem ersten Schreck gesagt, ja, und nun sind sie auf dem Weg zum Hühnerhof.
„Los, los, beeilen wir uns!“, ruft Pips Agneta zu. „Ostern ist bald und ich muss einen großen Korb voller neuer Eier bemalen.“
Er macht ein paar Hasenhüpfer und gelangt schnell zum Feld am Ende der Apfelwiese. Dort bleibt er stehen und blickt sich um. Doch da ist kein Huhn mehr neben ihm.
„Wo steckst du?“, ruft Pips. Er ist ganz aufgeregt nun.
„Hier! Hier!“, hört er Agneta rufen. Nein, es ist eher ein heftiges Atmen.
Pips blinzelte. Wo ist hier? Ah, dort hinten beim weißen Wiesenstein.
Erst? Warum trödelt dieses Huhn so sehr?
„Los!“, ruft er wieder. „Beeil dich doch!“
„Ich bin ein Huhn und kein Hase“, schimpft Agneta da los und es klingt wirklich sehr atemlos, dieses Schimpfen. „Ich kann nicht so schnell über die Wiese hüpfen und springen wie du, hörst du?“
Ja, Pips hört es und er wundert sich. „Du hast doch Flügel und mit Flügeln ist man schneller als der Wind. Na ja, fast so schnell.“
„Zeig mir ein Huhn, das fliegen kann!“ Ein bisschen ärgerlich klingt Agnetas Stimme, die von fern zu ihn herüber hallt. Da sagt Pips, der nun noch mehr Fragen hat zu Hühnern mit Flügeln, die nicht fliegen können, lieber nichts mehr. Er setzt sich ins Gras und wartet, doch die Ungeduld in seinem Bauch nagt und beißt.
Ob ich Agneta wohl tragen soll?, überlegt er. Oder würde sie dann auch wieder schimpfen?
Unwillig brabbelt er vor sich hin.
„Was sagst du da? Und überhaupt, mit wem redest du?“, brummt da plötzlich ein Stimmchen.
Pips blickt auf. Eine Biene hat sich vor ihm ins Gras gesetzt.
„Mit mir selbst!“, knurrt er. „Ich denke über Hühner nach, die Flügel zum Nichtfliegen haben. Und über die Eile und die Zeit, die ich nicht habe. Wegen der Ostereier und weil ich noch so viel tun muss und dennoch hier sitze und warten soll.“
„Aha!“, meint die Biene. „Überall gibt es im Frühling viel zu tun. Und du hast also auch Stress?“
„Stress?“ Pips weiß nicht, was er mit diesem Wort anfangen soll. „Ich habe sogar sehr viel zu tun, doch wie mir scheint, interessiert das kaum einen.“
Er merkt, wie dieses Stressdings immer mehr beginnt, in seinem Bauch zu kribbeln. Es ist ein Gefühl, das Pips nicht kennt und das ihm nicht gefällt. Es frisst seine gute Laune auf und macht den Tag dunkler und am liebsten würde er nun jemanden anschimpfen. Nein, am liebsten würde er alle hier auf der Wiese laut beschimpfen und … Nein. Er will nicht schimpfen. Er ist ein fröhlicher Hase!
„Stress? Das kenne ich nicht und will es auch nicht haben“, sagt er statt dessen.
„Hahaha!“, lachen da die Wiesentiere ringsum auf. „Wer, wenn nicht du, ist hier am meisten gestresst, kleiner Hase?“
„Ein Tänzchen soll helfen“, rät ihm das Eichhörnchen.
„Und Ruhe, tiefe Ruhe!“, sagt der Maulwurf.
„Atmen musst du! Tief atmen. Ein und aus wie Flügelschläge so leicht“, sirren die Schmetterlinge.
„Und lachen darfst du nicht vergessen, hörst du? Lachen!“, kichert die Wiesenmaus.
„Am wichtigsten ist die Langsamkeit“, knurrt die Schnecke. „Wer langsam geht, kommt schneller an. Wir Schnecken kennen keinen Stress.“
„Ich auch nicht!“, sagt Pips. „Ich bin nur in Eile, weil ich bis Ostern noch viele neue Eier bemalen will, und das werde ich jetzt auch tun. … Wo steckt nur Agnetha, dieses lahme Huhn?“
Er steht auf und sieht sich um.
„Wo bleibst du, Hasenjunge? Träumst du? Ich warte auf dich!“
Agneta ist’s, die da nach ihm ruft. Sie steht schon am Ende der Wiese und winkt ihm zu.
„Los, los! Wir haben es eilig!“, ruft sie und Pips muss kichern.
„Stress mich nicht! Das ist nicht gesund!“
Dann aber nimmt er doch die Beine in die Hand und saust los über die Wiese zu Agneta hinüber. Und nun ist es auch nicht mehr weit zum Hühnerhof.
© Elke Bräunling
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Die Geschichten vom Hasen Pips
🌈 Der Hase Pips und der Regenbogen
🐰 Der Hase Pips und die neuen Regenbogenfarben
🥚 Das Häschen Pips und der Eiertanz
⏰ Der kleine Hase Pips lernt den Stress kennen
Erstleserfassung
Der kleine Hase Pips und der Stress
Der kleine Hase Pips war sehr traurig.
Alle seine Ostereier waren kaputt.
Er hatte sich so gefreut und war über die Wiese gehüpft und getanzt.
Dabei ist er gestolpert – und plumps!
Alle Eier waren zerbrochen.
„Oh nein!“, rief Pips. „Ich brauche neue Eier!“
Das Huhn Agneta sagte: „Komm, wir gehen zum Hühnerhof.“
Pips hüpfte schnell los. Er hatte es eilig.
„Schneller, schneller!“, rief er.
Doch Agneta kam langsam hinterher.
„Ich bin ein Huhn“, schnaufte sie. „Ich kann nicht so schnell laufen wie du!“
Pips wartete. Aber in seinem Bauch kribbelte es komisch.
Er wurde unruhig. Das fühlte sich nicht gut an.
Da setzte sich eine kleine Biene zu ihm.
„Was ist los?“, fragte sie.
„Ich habe keine Zeit“, sagte Pips. „Ich muss so viel machen!“
„Das ist Stress“, sagte die Biene.
Pips runzelte die Stirn. „Das gefällt mir nicht“, sagte er.
Da kamen die anderen Wiesentiere. Sie wollten alle dem armen Pips helfen.
„Atme ruhig“, sagte der Schmetterling.
„Mach langsam“, sagte die Schnecke.
„Lach ein bisschen“, sagte die Maus.
Pips atmete tief ein und aus.
Und noch einmal tief ein und aus und ein und aus.
Er wurde wieder ruhiger.
Viel besser fühlte er sich nun.
Dann hörte er Agneta rufen: „Komm, ich warte!“
Pips musste lachen. „Stress mich nicht!“, rief er.
Und dann hüpfte er – nicht mehr ganz so schnell – zu seiner Freundin.
Gemeinsam gingen sie weiter.
© Elke Bräunling
Kleine Fragerunde
Zum Verstehen:
• Warum sind Pips’ Ostereier kaputt gegangen?
• Wohin wollen Pips und Agneta gehen?
• Warum ist Agneta langsamer als Pips?
Gefühle erkennen:
• Wie fühlt sich Pips am Anfang?
• Was passiert in seinem Bauch?
• Wann wird er wieder ruhiger?
Übertragen auf das Kind:
• Kennst du das Gefühl, wenn du es sehr eilig hast?
• Was hilft dir, wenn du unruhig bist?
• Kannst du auch langsam gehen wie die Schnecke?
Mitmachen:
• Atme einmal tief ein und aus wie Pips 🐰
• Laufe erst ganz schnell … und dann ganz langsam
• Was fühlt sich besser an?
Ganz einfache Fassung für Kindergartenkinder
Der kleine Hase Pips und der Stress
Pips, der kleine Hase, hat seine Ostereier kaputt gemacht.
Er wird ganz zappelig und sein Bauch fühlt sich komisch an.
„Mach langsam“, sagt die Biene leise.
Auch die anderen Wiesentiere wollen dem armen Pips helfen.
„Atme ruhig“, sagt der Schmetterling.
„Mach langsam“, sagt die Schnecke.
„Lach ein bisschen“, sagt die Maus.
Pips atmet tief ein und aus.
Und ein und aus.
Ganz langsam.
Und plötzlich fühlt sich alles wieder gut an.
© Elke Bräunling
AUSMALBILD

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