Archiv für Traumgeschichte

Opas Abenteuer mit dem Zauberdrachen


Auf der Drachenwiese erzählt Opa von seinem Abenteuer mit einem Drachen, der ihn in die Luft (ver)zauberte. Oder hatte er an jenem Tag dies alles nur geträumt?

Heute sind Pia und Pit mit Opa zur großen Wiese am Waldrand zum Drachensteigen gegangen. Der Wind weht prima und die drei bunten Drachen von Opa, Pia und Pit tanzen miteinander durch die Luft. Opas Drachen schlägt sogar fröhliche Purzelbäume. Da üben Pia und Pit so lange, bis auch ihre Drachen sich in Purzelbäumen am Himmel drehen. Toll sieht das aus. Aber es ist auch anstrengend, über die Wiese zu laufen und die Drachenleine festzuhalten. Sie fühlt sich nämlich ganz schön schwer an, wenn der Wind etwas heftiger die Drachen anpustet.
Prustend und ein bisschen müde sitzen die drei später am Rand der Wiese und machen eine Pause. Weitere Kinder sind gekommen und ihre Drachen schmücken nun den Himmel mit bunten Pünktchen.
Pia und Pit schauen dem Farbenspiel zu und freuen sich.
„Drachen sind toll“, sagt Pit.
Opa lächelt. „Stimmt! Toll sind sie – und manchmal ein bisschen verzaubert.“
Dann erzählt er den Geschwistern von einem merkwürdigen Drachenabenteuer, das er als Kind erlebt hatte:
„Einmal“, sagt er, „ist mir beim Drachensteigen etwas Merkwürdiges passiert. Der Wind packte meinen Drachen und jagte mich so heftig über die Wiese, dass ich bald keine Kraft mehr hatte. Ich wollte die Drachenschnur loslassen, doch sie klebte an meinen Händen. Auf einmal gab es einen Ruck, und ich flog dem Drachen hinterher durch die Luft. Zuerst fürchtete ich mich, dann aber war die Freude über dieses Abenteuer größer. Die Welt unter mir wurde immer kleiner. Bald konnte ich die Wiese nicht mehr erkennen. Mein Drache tanzte fröhlich und lachte mir zu. Ich lachte zurück, und bald tanzte ich genauso elegant am Himmel wie er. ´Juchhu´, rief ich. ´Ich kann fliegen´! Als ich aber für einen Moment die Augen schloss, fand ich mich hinterher doch tatsächlich in meinem Bett wieder. Mitten am Tage.“
Opa schüttelte den Kopf. „Bis heute verstehe ich das nicht.“
„Ganz einfach“, meint Pia. „Es war nur ein Traum.“
„Nein, dein Drache war ein Zauberdrache?“, überlegt Pit.
„Oder hat dich ein Drachengeist verhext?“, schlägt Pia vor.
Die beiden überlegen noch lange und freuen sich schon darauf, vielleicht irgendwann einmal auch so ein aufregendes Drachenabenteuer zu erleben. Wer weiß?

© Elke Bräunling

Aus dem Buch:
Hör mal, Oma! Ich erzähle dir eine Geschichte vom Herbst

Taschenbuch Hör mal, Oma! Ich erzähle dir eine Geschichte vom Herbst: Herbstgeschichten – von Kindern erzählt
Ebook: Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Herbst *

 

 

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Noch mehr Drachen

Drachen am Himmel
Ein Drache für Tim und Papa
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Und hier kommt ein paar etwas andere Drachen:
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Die Sache mit dem Drachenzahn
Der rote Kopf, der tapfere Ritter und der wilde Drache
Der Weihnachtsdrache
Der lilafarbene Drache

 

21. August 2018 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Familiengeschichten, Gutenachtgeschichten, Herbstgeschichten, Sommergeschichten, Spaßgeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Dumme Sprüche und so


Sind Kühe dumm? Eine Geschichte über das Schimpfwort „Dumme Kuh“ und über einen kleinen Streit zwischen zwei Freundinnen

„Dumme Kuh!“, schimpft Maja. Wütend sieht sie Lena an. Die nämlich hat beim Spielen aus Versehen ein Glas Kirschsaft ausgerechnet neben Majas Poesiealbum umgestoßen. Ein tiefroter Fleck macht nun das Gedicht, das Mario für Maja aufgeschrieben hat, unleserlich.
„Ausgerechnet Marios Seite hast du kaputt gemacht“, heult Maja. „Wo der doch sonst fast nie etwas in Poesiealben schreibt. Du bist neidisch und gemein, du dumme Kuh, du!“
Nun ist auch Lena sauer. „Ich bin nicht dumm und wie eine Kuh sehe ich auch nicht aus“, schimpft sie zurück. „Und jetzt habe ich keine Lust mehr, mit dir zu spielen.“
Sie schnappt sich ihre Jacke und geht ohne einen Abschiedsgruß nach Hause.
„Sind Kühe dumm?“, fragt sie am Abend Papa.
Der sieht Lena nachdenklich an und fragt: „Was ist ‚dumm’?“
Hm. Gute Frage. Lena überlegt, doch genau kann sie es Papa nicht erklären, was sie mit ‚dumm’ eigentlich wirklich meint.
„Och“, meint sie schließlich. „Es ist nur so ein dummer Spruch.“
„Aha.“ Papa nickt. „Und was möchtest du nun fragen?“
Darauf weiß Lena keine Antwort mehr. Über dumme Sprüche nachzudenken ist ihr – irgendwie – zu dumm.
Ja, und einen seltsamen Traum hat sie dann auch noch in der Nacht. Sie träumt von Kühen auf der Weide. Sie streiten sich, die Kühe. Laut brüllen sie aufeinander ein und ihre Schwänze wedeln so wild hin und her, dass sie damit die Mücken ringsum in dichten Schwärmen über die Weide jagen.
Auf einmal brüllt die dicke Braungefleckte der noch dickeren schwarzbunten Kuh zu:
„Mir reicht es jetzt! Sei endlich still, du dummer Mensch, du!“
„Gemeinheit“, jault die Schwarzbunte auf. „Ich bin nicht dumm und wie ein Mensch sehe ich schon gar nicht aus.“
Die Braungefleckte stapft mit bedrohlicher Miene auf die Schwarzbunte zu, öffnet ihr Maul, muht und schreit: „Aber du …“
Was sie sonst noch schreien wollte, kann Lena nicht weiter träumen, denn irgendwie muss sie im Traum lachen und wacht auf.
„Zu dumm mit diesen dummen Sprüchen“, kichert sie. „Maja wird sich halbtot lachen, wenn ich ihr morgen von meinem Traum erzähle. Hihi.“
Halbtot lachen? Auch so ein Spruch, oder?

© Elke Bräunling

13. August 2018 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Freundschaftsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Gutenachtgeschichten, Spaßgeschichten, Tiergeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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