Der Hase Pips und die neuen Regenbogenfarben

Kindergeschichte zur Osterzeit – Wieder sucht der kleine Hase Pips besonders leuchtend bunte Ostereierfarben

Langsam werden die Tage wieder heller und es ist auch wärmer rund um die große Apfelwiese geworden. Die Tiere erwachen aus dem Winterschlaf und Blümchen strecken ihre Köpfe aus den Blütenknospen. Sie verströmen einen lieblichen Duft und locken die Bienen, die noch müde, aber auch hungrig nach süßem Nektar sind. Das Leben erwacht und alles ist neu. Und alle sind sie wieder da, die Wiesentiere und Wiesenblumen. Nur Pips, der kleine Hase, fehlt. Wo bist du, Pips?
„Wo bist du, Pips?“, rufen die Tiere, die kleine Waldmaus, das Eichhörnchen, der Igel, die Spatzen und die anderen Wiesentiere.
„Ja, wo bist du, Hasenkind?“, klagt Mama Hase. „Es ist an der Zeit, dass wir uns an die Arbeit machen und Ostereier für die Kinder bemalen.“
„Hallo, Pips! Komm, hilf uns!“, rufen auch seine Geschwister, die schon ihre Farbtöpfe suchen. „Wo steckst du?“
So laut hallen die Rufe über die Wiese bis hinüber zu den Feldern, dass nun auch alle Tiere, die noch Winterschlaf gehalten haben, aufgewacht sind. Nur Pips nicht.
Faul liegt er in einer sonnig warmen Ackerfurche und ruht sich aus. Er ist müde von seiner Wanderung über die Wiese und die Felder bis hin zu den Gärten der Menschen. Vergebens ist er nämlich auf der Suche nach bunter Ostereierfarbe, die so leuchtet, dass sie die Herzen der Menschen zum Lachen zu bringen vermag. Doch die findet er nirgendwo und das macht ihn traurig. Die Farben in seinen Maltöpfen leuchten in diesem Jahr nämlich nicht so fröhlich bunt wie sonst. Was ist da los? Pips möchte den Kindern mit seinen Eiern doch eine strahlend bunte Freude bringen! Aber nirgendwo findet er diese Farben. Da hat er sich auf dem Rückweg in eine sonnig warme Ackerfurche gelegt und ist eingeschlafen. Klar, dass er niemanden hört.
Niemanden?
„Hallo, Pips“, ruft ihm ein Schönwetterwölkchen zu. „Komm! Wir fliegen über den Himmel.“
„Finden wir dort bunte Farben, die strahlen?“, fragt Pips.
Das Wölkchen überlegt. „Alle Farben des Himmels, der Wolken, der Sonne und Sterne kann ich dir zeigen.“
„Und die sind bunt?“, erkundigt sich Pips.
„Himmelblau und wolkengrau und sternengold“, antwortet das Wölkchen.
„Hm.“ Pips überlegt. „Hast du schon himmelblaue, wolkengraue und sternengoldene Ostereier gesehen?“
Das Wölkchen lacht. „Ostereier sind rot und blau und grün und gelb“, meint es dann.
„Und lila und rosa und … und ja, ein bisschen himmelblau auch“, ergänzt Pips.
„Gut“, sagt das Wölkchen. „Lila und rosa finden wir im Morgenlicht und rotblaugrüngelb sind die Farben des Regenbogens.“
„Den kenne ich?“, freut sich Pips. „Er hat mir einmal seine Tränen geschenkt. * Rote, blaue, grüne und gelbe, und das sind die allerschönsten und buntesten und strahlendsten Farben. Wenn wir die nur wieder fänden.“ Er seufzt ein wenig.
„Dann lass uns zum Regenbogen fliegen!“, sagt das Wölkchen.
„Oh ja“, bittet Pips. „Lass uns zum Regenbogen fliegen!“
Und das tun sie auch, das kleine Wölkchen und der noch viel kleinere Hase Pips.
Es macht Spaß, über den Himmel zu reisen. Pips sieht viele Farben für viele wunderbunte Ostereier. Doch auf einmal wird es dunkel und auch kalt. Eine dicke Wolke hat sich über den Himmel gelegt und schickt Regentropfen zur Erde.
„Halt ein!“, ruft da die Sonne. „Du darfst heute nicht regnen. Es ist ein Sonnentag.“
„Ich regne, wann ich will“, erwidert die Wolke und ihre Stimme klingt ein bisschen beleidigt.
„Nicht heute.“ Die Sonne klingt aufgeregt nun. „Heute ist ein Frühlingssonnentag. Also verschwinde, Wolke!“ Sie gibt der Wolke einen Schubs und noch einen und noch einen.
Die erschrickt und schwankt und die Regentropfen malen schnell einen bunten Regenbogen über den ganzen Himmel, der die beiden Streithähne trennt.
Und dabei tropfen viele tausend und mehr rote, blaue, grüne und gelbe und auch ein paar rosa- und lilafarbene, himmelblaue, wolkengraue und sonnengoldene Farben in die Farbtöpfe aller Osterhasen.
Was für eine Freude! Was für ein Glück!
Wie sehr freuen sich die Osterhasen da, als ihre Farbtöpfe auf einmal voll gefüllt sind mit leuchtend bunten Farben. Wie sehr!
Und Pips? Der reibt sich verwundert die Augen und blickt dem kleinen Wölkchen am Himmel hinterher, das mit ein paar Himmelshüpfern davon schwebt.

© Elke Bräunling

* Gemeint ist die Geschichte: Hilfe für Pips, das Hasenkind. Sie ist eine eurer liebsten Frühlingsgeschichten hier im Blog und dies ist die Fortsetzung, die ihr euch immer wieder gewünscht habt und wünscht! 🥰

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