Ein neues Zuhause für Elkes Kindergeschichten

elkesblogbaerchen

Immer wieder nun wird eine weitere Geschichte in das neue Blog-Zuhause von “Elkes Kindergeschichten” einziehen.
So werden nach und nach die Texte aus dem alten Blog hier ihre neue Heimat finden, ja, und NAGELNEUE Geschichten und Gedichte wird es auch geben.

Langsam, mit etwas Geduld, entsteht so ein neues Heim für “Elkes Kindergeschichten”.
Langsam, denn Gut Ding will Weile haben.

Seid herzlich Willkommen, liebe Besucher, und fühlt Euch wohl hier!

Liebe Grüße

Elke

Die Wolkenträne

Regentropfen, sind sie Wolkentränen?

Lange bevor der große Regen angekündigt war, stahl sich ein Regentropfen aus der Wolke und sprang mit einem Hüpfer vom Himmel.
“Ich bin frei”, rief er und schlug übermütig ein paar Purzelbäume. “Frei-ei-ei…!”
Platsch! Schon landete er auf der Nase eines kleinen Mädchens.
“Oh!”, rief das Mädchen. “Eine Wolkenträne. Ich hab doch immer gewusst, dass Wolken weinen können.” Es sprang auf, um die Wolkenträne seinen Freunden zu zeigen.
Die aber lachten nur.
“Heute ist doch kein Regentag!”, riefen sie und grinsten. “Diesen Tropfen hat bestimmt ein Vogel … verloren! Hahaha!”
Ein Vogel?
Das Mädchen schüttelte sich voller Ekel, rannte zum nahen Bach und wusch sich schnell das Gesicht.
So landete der Regentropfen bei seinen Kollegen im Bach und war wie in der Wolke wieder nur einer von vielen.
Ich bin vielleicht eine dusselige Träne!, dachte er noch, doch da verschlang ihn schon eine Welle und trug ihn mit all den anderen Wassertropfen dem Fluss entgegen.
© Elke Bräunling

Die Rose weint ...
© Elke Bräunling, Viele Wolkentränen treffen sich auf der Rosenblüte

Im roten Klatschmohnmeer

Wenn ein Feld oder eine Wiese zum Meer werden, dann, ja, dann bist du gerade unterwegs auf einer Traumreise/Fantasiereise

Auf einem Ausflug oder auf einem Bild hast du ein Feld oder eine Wiese gesehen mit vielen Klatschmohnblumen. Es sind 1000 und mehr und sie schmücken das Land mit vielen klatschmohnroten Punkten. Schön sieht das aus! Am liebsten würdest du gleich einen großen Strauß Mohnblüten pflücken. Vielleicht möchtest du aber auch eine kleine Traumreise machen? Hast du Lust auf eine Reise ins rote Klatschmohnmeer? Continue reading »

Urlaub auf der Insel des Glücks

Es gibt da eine Insel, auf der man Gerüchten zufolge sein Glück finden kann. (Eigentlich gibt es viele solcher “Inseln”, man muss nur mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen, dann kann man sie entdecken)

Einmal hängte ein schlauer Reisebürobesitzer ein Schild mit einem ganz besonderen Angebot ins Schaufenster seines Geschäftes:

Einmaliges Sonderangebot
Pauschalreise zur INSEL DES GLÜCKS zum Preis von 999.– Euro

Insel des Glücks? Wie bitte? Die Leute wunderten sich.
„Wo findet man heute noch Glück?“, murmelte ein Griesgram.
„Stimmt“, klagte eine Dame. „Glück ist so rar geworden.”
Und sogleich hatte jeder etwas zu sagen und dass es so etwas wie ´Glück´ heutzutage gar nicht mehr gäbe.
„Vielleicht findet man es auf dieser Insel?“, meinte einer schließlich.
„Ein bisschen Glück wäre nicht schlecht“, sagte ein anderer und buchte gleich zwei Plätze.
Und weil viele Leute ähnlich dachten, war die Reise zur Insel des Glücks rasch ausgebucht.
Der Geschäftsmann freute sich. „Was für ein Glück mit dem Glück!“, rief er und rieb sich die Hände.
Sechs Wochen später brachte ein alter Fischkutter Continue reading »

SOEBEN ERSCHIENEN
Elkes Minutengeschichten – Sommer: 40 kurze Sommergeschichten für Kinder


Taschenbuch:Elkes Minutengeschichten – SOMMER: 40 Geschichten zur Sommerzeit
Ebook:Elkes Minutengeschichten – SOMMER: Sommergeschichten für Kinder

Information

Vierzig Sommergeschichten für Kinder. Geschichten und Märchen von Festen im Sommer, von Abenteuern, Träumen, Spiel und Spaß, von Natur und Wetter, Tieren, Blumen und Bäumen, von Urlaubsreisen und Ferienzeit, von guten und schlechten Launen und von den Menschen mit ihren Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen in dieser bunten Jahreszeit.

Minutengeschichten sind Geschichten und Märchen, die mit einer Vorlesedauer von 1-3 Minuten als kleiner Morgengruß oder als Betthupferl, als kleine Überraschung oder in einer kurzen Pause am Tag erzählt oder vorgelesen werden können.
Die Texte sind so konzipiert, dass sie das Display eines Smartphones ausfüllen. Ohne Scrollen kann man aus der Ferne dem Kind oder Enkelkind am Telefon/Handy mit einer Geschichte eine kleine Freude bereiten. So kann Papa oder Mama beispielsweise die Tradition der Gutenachtgeschichte auch von unterwegs oder von der Arbeit aufrechterhalten.

Die Bitte „Papa/Mama/Oma/Opa, erzählst du mir noch schnell eine Geschichte?“, lässt sich mit dieser Sammlung so zu aller Zufriedenheit und ohne viel Aufhebens erfüllen. Es „kostet“ eine oder zwei Minuten Zeit „nur“ …

Als der Märchenerzähler alle Märchen vergessen hatte

Eines Tages konnte sich der alte Märchenerzähler nicht mehr an die Märchen, die er immer erzählt hatte, erinnern.

“Es war einmal, es war keinmal, es war und es ist…” Der Märchenerzähler stockte. Er wusste nicht mehr weiter. All die Märchen und Geschichten, die er in seinem Kopf gut verwahrt hatte, waren auf einmal – wie durch einen bösen Zauber verhext – weg. Ausradiert waren sie. Vergessen.
Erschrocken rieb sich der Märchenerzähler die Augen, dann schüttelte er ratlos und auch ein bisschen ängstlich den Kopf.
“Das kann doch nicht wahr sein. Das … ist … nicht … wahr!”
Er vergrub das Gesicht in seinen Händen und schloss die Augen.
“Erinnern”, murmelte er. “Ich muss mich erinnern.”
“Niemand muss müssen und niemand kann immer Continue reading »

Sommerspaß

Sommerspaß
Was man im Sommer so alles machen kann

Im Sommer kann man viele Sachen,
die Kinder mögen, prima machen:
so zum Beispiel barfuß laufen,
sich ein Eis ums andre kaufen,
oder in der Sonne sitzen
und dabei ganz mächtig schwitzen,
am Sandstrand hohe Burgen baun,
beim Nachbarn ein paar Beeren klaun,
mit Papa abends Bälle kicken,
einfach in den Himmel blicken,
Fahrrad fahren, Reisen machen,
Schwimmen gehen, blödeln, lachen,
im Garten grillen und gut essen,
Sommerfeste nicht vergessen,
die sind nämlich echt der ´Hit´,
und der Sommer feiert mit.

© Elke Bräunling

Sommerkirschenzeit
Sommerzeit-Kirschenzeit

Leuchttürme sind toll

Leuchtturm-Stadt-Sonja-Mengkowski
Leuchttürme sind toll, dieser Meinung ist auch meine geschätzte Kollegin, die Malerin Sonja Mengowski. Sagt, hat sie nicht einen wunderschönen Leuchtturm gemalt? Besucht sie mal in ihrem Atelier mit KLICK auf dem Link! :)

Leuchttürme sind toll und sie sind sehr sehr wichtig und nützlich, lernt Pia bei ihrem Nordseeurlaub

In den Ferien machten Pia und Pit Urlaub auf dem Bauerhof, und dieser Bauernhof stand auf einer Nordseeinsel. Das war, fanden die Geschwister, ziemlich cool.
Nur den Leuchtturm, den fand Pia nicht so toll. Hohe Türme nämlich machten ihr Angst.
“Dort wird mir schwindelig”, maulte sie. “Wozu brauche ich einen Leuchtturm?”
“Leuchttürme sind wichtig für die Schifffahrt”, sagte Papa.
“Sie retten Leben”, fügte Mama hinzu.
“Und man kann von dort oben die ganze Insel sehen”, schwärmte Pit.
Während ihre Eltern und Pit auf den Turm kletterten, wartete Pia trotzdem lieber auf dem Deich. Es machte ihr Spaß, die Schafe zu beobachten, die hier weideten. Es war Ebbe und das Meer hatte dem Watt Platz gemacht. Pia mochte das Watt. Am liebsten hätte sie den ganzen Urlaub damit verbracht, im Watt auf „Forschertour“ zu gehen.
Da! War da nicht ein klägliches Blöken? Pia sprang auf.
“Bestimmt hat sich eines der Lämmer verirrt. Ich muss ihm helfen.”
Ohne nachzudenken zog sie Schuhe und Strümpfe aus und rannte über die Deichwiese ins Watt. Wieder blökte das Lamm. Es kam von links.
Eilig stapfte Pia durch den nassen Schlick. Doch seltsam: Nun hörte sie das Blöken eher rechts. Pia blickte über die weite Wattlandschaft, dann sprang sie über einen Siel und folgte den Rufen des Tieres. Sie musste noch zwei weitere Siele überqueren, bis sie am Ziel war. Sie lauschte wieder. Nichts.
“Lämmchen! Wo bist du?”, rief sie, doch sie hörte nur ein Rauschen. Ob die Flut schon kam? Bitte nicht. Zuerst musste sie das Lamm finden. Da, ein Blöken! Von links wieder. Oder von vorne, dort, wo sich das Meer versteckt hielt? Oder …?
Pia drehte sich einige Male um sich selbst. Sie konnte nichts mehr hören, sah nur noch Schlick, Siele und Wasserpfützen ringsum. Aus welcher Richtung war sie gekommen? Und wo war der Deich? Alles sah gleich aus. Pia erschrak. Die Eltern hatten ihr verboten, alleine das Watt zu betreten. Viel zu gefährlich war das.
“Was bin ich blöde!”, schimpfte sie mit sich selbst. Ihr Herz begann zu rasen und ihre Beine fühlten sich zitterig an. Pia wollte rufen und schreien, doch da war niemand in dieser großen Weite, der sie hören würde. Was tun? Wieder starrte sie zum Horizont. Da! War da nicht ein helles Blinken? Nur kurz, aber immer wieder. Ein Licht!
“Der Leuchtturm!”, rief Pia. “Das ist bestimmt der Leuchtturm. Hurra!”
Jetzt wusste sie, welchen Weg sie nehmen musste. Und so schnell sie konnte, rannte Pia auf das Licht des Leuchtturms, das bei Tage nur schwach sichtbar war, zu.
“Leuchttürme sind toll!”, erzählte Pit später. “Ich durfte ein paar Leuchtfeuer-Signale aufs Meer schicken, obwohl es nicht dunkel war. Das war vielleicht spannend.”
Spannend? Ja, das war es.
Pia nickte. “Stimmt. Leuchttürme sind toll. Und wie!”

© Elke Bräunling

Diese Geschichte findet Ihr in dem neuen Buch: Da wird der Mut ganz groß


Taschenbuch:Da wird der Mut ganz groß: Mutgeschichten für Kinder
Ebook:Da wird der Mut ganz groß


Information

Eine Fantasiereise zu den Urlaubsgeschichten am Meer findest du ebenfalls hier im Blog.
Klick auf den Link und du gelangst zur Fahrt übers Meer

In der Fantasie kannst du übrigens immer und überall hin verreisen. Auch ans Meer und selbst, wenn du noch mitten im Schulstress oder zuhause beim Arbeiten bist.
Viel Spaß damit!

Ferienspaß an der Nordsee

Urlaub am Meer ist eine tolle Sache. Das lernen nun auch Pia und Pit kennen, die ihr ja schon aus weiteren Urlaubsgeschichten hier im Blog (Links siehe unten) kennt.

Spannend waren die Ferien auf der Halbinsel Nordstrand für Pia und Pit. Kein Tag war langweilig. Immer gab es etwas zu entdecken. Nur zum Faulsein und zum „Die-Sonne-am-Strand-auf-den-Bauch-scheinen-lassen“ hatten sie noch keine Zeit gefunden. Da gab es so viele Dinge, die mehr Spaß machten: Schätze im Watt suchen, die Sandbänke mit den Seehunden besuchen, mit Fischer Hansen zum Krabbenfischen aufs Meer fahren, das Krabbenpuhlen, die Segelschule, die Robbenstation, der Leuchtturm, der geheimnisvolle Piratenfelsen, die Salzwiesen, das Schiffermuseum, die Nachtwanderung, der rätselhafte nächtliche Sandburgenbauer, der Märchenerzähler im Strandkorb, der Beachball-Wettkampf, die schaurigen Geschichten und Sagen, die Continue reading »

Die Stadt im Watt

Eine versunkene Stadt gibt es im Watt und manchmal soll man sie noch … nein, lest selbst!

Im Urlaub auf der Nordseeinsel Nordstrand hatten Pia und Pit mit ihren Eltern Unterkunft in einem alten Fischerhaus hinterm Deich gefunden. Gleich am ersten Abend hatte der alte Fischer den Kindern versprochen, ihnen das Watt mit all seinen Wundern und Geheimnissen zu zeigen.
Mächtig gespannt waren Pia und Pit, als sie am Morgen zum Deich liefen und aufs Meer spähten. Das Watt lag unter dem Wasser verborgen, doch wenn man genau hinschaute, sah man, wie sich das Meer langsam zurückzog.
„Dort!“, sagte Pit und deutete nach Westen aufs Meer. „Irgendwo dort hinten liegt sie, die versunkene Stadt.“
Pia nickte und dachte an die Geschichten, die ihnen der alte Fischer erzählt hatte.
Früher nämlich hatte Continue reading »

Pia und Pit suchen das Meer

An ihrem ersten Urlaubstag an der Nordsee suchen Pia und Pit erst einmal das Meer

Endlich waren die Ferien da und Pia und Pit fuhren mit ihren Eltern zum Urlaub an die Nordsee. Auf die Halbinsel Nordstrand wohnten sie gleich hinter dem Deich in einem Fischerhaus und das war, fanden Pia und Pit, toll. Man musste nur auf den Deich laufen, und schon sah man das Meer. Oder auch nicht. Zweimal am Tag nämlich zog sich das Wasser zurück und machte einer Landschaft Platz, die wie eine Matschwüste aussah.
Das ist das Watt, lernten Pia und Pit. Man sieht es bei Ebbe. Kommt das Wasser, so nennt man es „Flut“. Ebbe und Flut! So teilt man die Zeiten am Meer ein. Man nennt es „Gezeiten.“
Das war alles neu für die beiden Landratten. Sie hatten zwar davon gehört, aber so richtig hatten sie sich das mit den Gezeiten nicht vorstellen können. Und deshalb begann der Urlaubstag mit einer Enttäuschung.
Während ihre Eltern noch Koffer auspackten, rannten Pia und Pit Continue reading »

Davids Schneckenzoo

Ein lauter Schreckensschrei aus dem Nachbargarten riss alle Bewohner des Wohnviertels aus der Mittagsruhe. Nachbar L. stapfte wütend und schimpfend durch seine Gemüsebeete und sein kleiner Sohn stand dabei, grinsend. Was war passiert?
So etwas Ähnliches vielleicht wie Davids Vater in der folgenden Geschichte?

Davids Schneckenzoo

Eine tolle Idee hat David heute. Er baut im Garten aus großen Steinen ein viereckiges Gehege und legt Steine, Salatblätter, Äste, Strohhalme, eine Hütte aus Bausteinen und eine Wasserschale hinein.
„Was baust du da?“, fragt Papa neugierig.
„Einen Schneckenzoo“, sagt David und deutet auf das Glas voller Schnecken, das im Schatten der Hecke steht. „Die hab ich auf den Feldern gesammelt. Sie kommen in meinen Schneckenzoo, und ich werde gut auf sie aufpassen.“
Papa klopft David anerkennend auf die Schulter. „Ich mag es, wenn Kinder gute Ideen haben“, sagt er stolz. „Aus Naturbeobachtungen kann man mächtig viel lernen.“
Papa findet alles gut, was sich zum Lernen eignet, und David freut sich, wenn Papa ihn lobt. Den ganzen Tag kümmert er sich um seinen Zoo, und Papa guckt immer mal bei ihm vorbei und blickt sehr stolz und glücklich drein.
Am nächsten Tag aber ist Papas Blick überhaupt und gar nicht mehr stolz und glücklich. Davids Schnecken haben nämlich während der Nacht mit großem Appetit eine kleine Klettertour über die ´Zoo´-Mauern hinüber zu Papas jungem Salatbeet gemacht. Dort ruhen sie sich nun unter Erdkrumen und Steinen versteckt von der üppigen Salat-Mahlzeit aus.
„Sauerei“, schimpft Papa los und blickt auf die zerfressenen Salatreste. „Da haben wir den Salat! Du mit deinen blödsinnigen Ideen!“
„Was für Ideen?“, fragt David. „Und was für einen Salat?“ Lachend deutet er auf das kahl gefressene Beet. „Weißt du“, sagt er kichernd zu Papa, „aus Naturbeobachtungen kann man wirklich viel lernen.“
Was bleibt Papa da noch übrig als mitzulachen?

© Elke Bräunling

Schnecke unterwegs
© Elke Bräunling, Weinbergschnecke auf der Suche nach Salatblättern


Ein farbenfroher Regenwettermorgen

Regentage müssen nicht langweilig sein. Auch nicht in den Ferien

Immer wieder regnet es in diesem Sommer. Stundenlang oft. Auch jetzt.
“Ich sehe schwarz”, sagt Papa. “Unser Ausflug zum Kletterpark wird wohl ins Wasser fallen.”
Papas Miene ist düster und griesgrämig, so als wäre die Welt um ihn herum wirklich rabenschwarz.
“Och!”, sagt Florian traurig. Er deutet aus dem Fenster und entdeckt eine Lücke im Wolkendunkel. Eine himmelblaue Lücke. Gleich fühlt er sich nicht mehr traurig.
“Und ich sehe blau”, ruft er und ist zufrieden. Wer nämlich ‘blau’ sieht, hat er in der Schule gelernt, fühlt sich entspannt und zufrieden. Er zwinkert Mama zu.
Mama lächelt. “Stimmt”, sagt sie. “Und in deinem Blau sehe ich nun noch ein kleines, fröhliches Sonnengelb. Es drängelt sich immer mehr durch die Wolken und Continue reading »

Ein schöner Schreck – Mama ist weg

Wenn Mama müde ist und einfach einmal verschwindet, sieht die Welt plötzlich ganz anders aus und alle müssen zusammenhalten

Eines Tages war Mama fort. Sie war einfach nicht mehr vom Büro nach Hause gekommen. Ohne uns etwas zu sagen, war sie weggegangen. Uns hatte sie alleine gelassen. Einfach so. Sie wollte auch nicht mehr zu uns heimkommen. Warum das?
„Ich habe es satt“, sagte sie zu Papa am Telefon. „Nichts als Ärger habe ich mit euch. Und Stress. Und jeder denkt nur an sich alleine. Ja, und das mache ich jetzt auch.“
Sie sagte noch viel mehr über Papa und uns, über ihren Chef und ihre Arbeit, über unser altes Haus und den großen Garten und noch vieles mehr. Sie sagte so viel, dass Papa irgendwann überhaupt nichts mehr sagte. Er sah nur ganz blass aus.
Es war ein schöner Schreck. Da saßen wir nun, Papa, Lena und ich, und wir wussten nichts mit uns anzufangen. Mama fehlte uns so schrecklich. Noch nie war sie von uns fort gewesen. Ach, wir hatten sie ja so lieb!
„Wir sind Schuld“, heulte Lena, „wo wir ihr doch den dummen Stress gemacht haben!“
„Meinst du?“
Papa nickte. „Ein bisschen schon.“
„Du hast sie aber auch oft geärgert“, riefen wir.
Papa Continue reading »

Onkel Niki und das allerschönste Sommerfest

Es gibt ein Fest im Sommer, das ist schöner als alle anderen. Für viele Kinder zumindest ;)

„Das schönste Fest im Sommer“, sagt Onkel Niki, „ist das Schulfest.“
„Au ja“, ruft Daniel. „Da ist immer ganz schön was los.”
„Bei uns im Kindergarten auch“, sagt Ulla. „Und in diesem Jahr ist es ein ganz besonderes Fest für mich und für Kathrin, Mara, Basti, Rolf und Maximilian.“
„Warum gerade für euch?“, fragt Onkel Niki und lächelt.
Daniel kichert. „Weil sie die Doofsten im Kindergarten sind“, lacht er.
„Selber doof!“ Ulla ärgert sich. Warum muss Daniel sie immer hänseln? Er weiß doch, warum das Kindergartenfest für sie dieses Mal ein ganz besonderes Fest ist. Es ist ihr letztes Kindergartenfest. Nach den Sommerferien wird sie auch in die Schule gehen wie Daniel und seine Freunde. Darauf freut sich Ulla sehr. Ein bisschen traurig macht sie der Abschied vom Kindergarten aber auch.
„Ärgere dich nicht!“, tröstet Onkel Niki. Wir wissen, dass Continue reading »

Der Garten der 2b

Ein eigener Schulgarten ist eine feine Sache. Und eigenes Gemüse, Obst und Salate schmecken prima

Hinter der Schule liegt eine große Wiese, und daneben ein verwildertes Ackergrundstück. Dort haben die Kinder immer besonders gerne gespielt, doch als sie eines Tages in die Schule kommen, gibt es ihren Lieblingsspielplatz mit den verwilderten Hecken nicht mehr. Schade. Hier hat man immer so schön Ball und Verstecken spielen und Hütten bauen können. Frisch gepflügt und langweilig leer liegt das Land nun in Rechtecke unterteilt neben der Wiese. Die Kinder sind enttäuscht. Gerade heute ist so ein schöner Sonnentag zum Spielen. Muffig sitzen sie auf der Wiese und ärgern sich.
”Ich habe eine Überraschung für euch”, sagt Frau Schäfer, die plötzlich mit einem Korb und Gartengeräten bepackt vor ihnen steht. ”Kommt mit!”
Die Kinder haben gar keine Zeit zum Murren, so schnell läuft Frau Schäfer über die Wiese und macht vor dem ehemaligen Ackerstück Halt. Sie deutet auf die sauber geharkte Erde und sagt:
”Das ist unser Schulgarten, und dieses Rechteck gehört uns, der Klasse 2b. Jede Klasse erhält ein Gartenstück, und dort können wir anpflanzen, was wir uns wünschen.”
“Wäg!” Der dicke Robin heult auf. “Gartenarbeit ist doof.”
“Warte es ab!” Frau Schäfer lächelt. Sie Continue reading »

Eine neue Geschichte mit den Odenwald-Lamas

Eine neue Geschichte mit den Odenwaldlamas
findest du
hier: Auf der anderen Seite ist das Gras grüner

Und so fängt die Geschichte an:
2 Lamas
Auf der anderen Seite ist das Gras grüner

„Guck mal!“, rief Koko. „Frisches Gras und duftige Kräuter“ Er schnupperte. „Riecht fein. Köstlich lecker fein.“
„Wo?“, fragte Luna. „Ich will es sehen, nein, schmecken will ich es. Auf der Stelle.“
„Frisches Gras ist trockenem Heu in der Tat vorzuziehen“, bemerkte Diva. „Da wächst doch gleich mein Appetit.“
Mit gemächlichem Schritt folgte sie ihren Freunden Koko und Luna. Die standen bereits an der Grenze zum Nachbargrundstück und reckten die Hälse über den Zaun.
„Hm hm!“, murmelte Diva. „Frisch gemähtes Gras mit süßen Blüten. Lecker! … Nur, hm … es liegt auf der falschen Seite.“
„Und? Ist das ein Problem ?“ Luna tauchte den Kopf tief in Nachbars Wiese. „Wie köstlich! Wie lecker! Wie … anstrengend!“
„Wohl wahr“, näselte Diva. „Es ist uns nur schwer gegeben, mit weit gerecktem Hals Nahrung aufzunehmen. Es ist …“
„Es ist ganz einfach“, unterbrach Koko die Kolleginnen. Er nahm Anlauf und stammte sich mit all seinem Gewicht gegen den Zaun.
„A-a-a-achtung!“
Koko war schwer und der Zaun, der war leicht. Ganz locker nur saßen seine Pflöcke in der Erde. Und ganz locker gelang es Koko, ihn zu Boden zu drücken.
„Bitte sehr, die Damen!“
Beinahe konnte…
Hier geht’s weiter … 

Lamas im Wald, fragst du dich vielleicht? Bei uns hier?
Opa Müllermeier aus der Geschichte hat wirklich Lamas gesehen. An manchen Orten in unserem Land gibt es sie nämlich. Man kann sie besuchen, kann mit ihnen spannende und entspannende Wanderungen machen, man kann mit ihnen kuscheln und Geburtstage feiern, ja, und man kann sogar den Lamaführerschein machen.
Glaubst du nicht? Dann schau mal bei den Odenwaldlamas vorbei! Die sind sehr knuffig und sehr sehr nett (nicht nur die Lamas ;) ) und freuen sich über Besuch. Heute Morgen erst habe ich sie wieder getroffen, und drei von ihnen haben ein bisschen gegrinst. Bestimmt waren es Koko, Diva und Luna.

3 Lamas
Ein bisschen grinsen sie, Luna, Diva und Koko, die Lamas vom Odenwald. Findest du nicht auch?

Odenwaldlamas – Hier kannst du sie besuchen

Der kleine Bär und der Blumenstrauß

Einmal hatte der kleine Bär ein eigenartiges Erlebnis im Wald. Als er Blumen pflückte

Einmal wollte der kleine Bär einen großen bunten Blumenstrauß für Mama Bär pflücken.
Überall blühte es kunterbunt in den prächtigsten Farben: rot, gelb, weiß, blau, lila, rosa, pink, orange, gräsergrün und bunt, bunt, bunt. Eine Blume schöner als die andere. Und wie süß es duftete! Der kleine Bär konnte sich nur schwer entscheiden, welche er wählen sollte. Die Margeriten und Glockenblumen oder der wilde Flieder? Die ersten Rosen oder die Holunderblüten? Oder … ?
„Nehme ich von jeder Blüte eine“, beschloss er.
Er beugte sich über einen blauen Wiesensalbei. Da glaubte er eine Stimme zu hören. „Lass mich Continue reading »

Ein Glückskäfer-Glück für Jule

Wie ein Marienkäfer der grübelnden Jule doch ein bisschen Glück brachte … und vielleicht sogar den Eintritt ins Zirkuszelt?

Traurig sitzt Jule am Rande des Festplatzes und blickt auf das bunte Zirkuszelt. Zu gerne hätte sie sich die Nachmittagsvorstellung mit den beiden Clowns, die am Eingang fröhlich ihre Späßchen machen und die Leute ins Zelt einladen, angesehen. Ihre Freunde sind schon im Zelt. Nur sie hat kein Geld für die Eintrittskarte. Nie hat Jule Geld, seit ihre Eltern arbeitslos sind. Immer muss sie sich all die Dinge, die ihre Freunde erleben, von draußen ansehen. Jule schüttelt den Kopf. Sie mag nicht weiter grübeln. „Grübeln”, sagt Papa immer, „macht nur ein Griesgramgesicht. Aber helfen, nein, das tut es nicht.”
Jule will kein Griesgramgesicht haben. Sie zwingt sich zu einem kleinen Lächeln, und weil niemand zum Anlächeln da ist, schenkt sie ihr Lächeln der Margerite, die neben ihr am Wegrand wächst. Ja, und ihr ist, als lächelte die Blume zurück. Oder hat sie das geträumt? Nachdenklich Continue reading »

Das Beerenfest im Wald

In diesen Sommertagen wird überall gefeiert. Auch im Wald.

“Die Waldbeeren blühn, die Waldbeeren blühn, habt ihr sie schon gesehen?”
Laut hallen die Rufe durch den Wald.
“Die Waldbeeren blühn. Hurra! Hurra! Und bald feiern wir ein Fest. Ein Beerenfest. Hurra!”
Fröhlich tanzen die Waldbewohner, die Tiere, Elfen, Wichtel, Zwerge und Feen um die blühenden Brombeersträucher. Feste nämlich feiern sie für ihr Leben gern. Und süße Beeren essen sie auch für ihr Leben gern. Ja, das Waldleben ist schön, so schön! Und sie jubeln und lachen und freuen sich über jede Blüte, die sich aus den Knospen schält.
“Die Waldbeeren blühn. Hurra! Hurra!”
“Pah!”, dröhnt da plötzlich eine Stimme von der alten knorrigen Baumwurzel her. “Was bringen sie euch jetzt ein, die Blüten der Waldbeeren? Noch eins, zwei, drei oder vier Wochen müsst ihr warten, bis ihr Beeren ernten und ein Beerenfest feiern könnt. Ihr müsst nicht einiger Blüten wegen so einen Lärm machen. Davon werdet ihr nicht satt. Also schweigt still und stört die Waldruhe nicht weiter!”
Die Waldbewohner halten inne. Eins, zwei, drei oder vier Wochen warten? Das ist eine lange Zeit. Jetzt aber Continue reading »

Traumgedicht – Der Himmelaufräumer

Der Himmelaufräumer – Traumgedicht

Heute Nacht hab ich geträumt
´nen wunderschönen Traum:
Ich hab den Himmel aufgeräumt
mit Blitzblankseifenschaum.
Die Sterne hab ich Stück für Stück
vom Himmel sauber abgepflückt,
poliert und in den Wald gebracht
für eine helle Lichternacht.
Den Mond, den nahm ich mit nach Haus
als Lampenschirm. Toll sah das aus.

© Elke Bräunling

Mia und der Wald der Träume

Im Wald der Träume findest du alle Träume … und auch die Traumgeister und Feen und Wichte leben dort

Mia hat schlecht geträumt. Ein Geist hat vor ihrem Bett gestanden und schaurig geheult. Deshalb will Mia am nächsten Abend nicht zu Bett gehen.
„Dein böser Traum“, sagt Mama, „ist längst im Wald der Träume. Der böse Geist kommt bestimmt nicht zurück.“
„Wald der Träume? Was ist das?“, fragt Mia.
„Ein großer Wald, den noch kein Mensch je gesehen hat. Dort landen alle Träume, und aus jedem Traum wächst ein neuer Baum.”
„Uih“, sagt Mia, „da wird der Wald ja jeden Tag größer!“
Mama nickt. „Ist das nicht prima? Jeder Baum hat sein Geheimnis. Und vielleicht“, sagt sie, „verirrt sich mancher Traumbaum nach einem besonders schönen Traum hierher in unseren Wald.“
„Fein“, sagt Mia. „Dann träume ich jetzt einen schönen Traum, und morgen suchen wir ihn im Wald.“
Mama lächelt und knipst das Licht aus. „So machen wir das. Doch nun schlaf gut und träume schön!“
Mia denkt an den Wald der Träume. Viele ganz unterschiedliche Bäume stellt sie sich vor, ja, und auf einmal steht Mia auf einer Waldlichtung. Hell ist es hier und sonnig. Ringsum wachsen Bäume so hoch und so dicht, dass kein Lichtstrahl dort zum Boden gelangt. Mia fröstelt.
„Willkommen im Wald der Träume“, sagt eine fröhliche Stimme, und Continue reading »

Die Elfe und der Wichtel mit den roten Backen

Der kleine Erdbeerwichtel ist ein scheuer Wichtel. Er mag nämlich nicht gerne ausgelacht werden. Es macht ihm Angst.

Als die kleine Wiesenelfe die Waldbewohner zum Tanzfest auf der Hollerwaldwiese einlud, hätte sie beinahe den scheuen Erdbeerwichtel vergessen. Ihn hatte sie heute noch nicht getroffen. Eigentlich hatte sie ihn in diesem Frühling und Frühsommer nicht gesehen.
“Es wird ihm doch nichts passiert sein?”
Eilig sauste die Elfe zur Waldlichtung, wo er seine Höhle hatte und rief:
“Hallo, Erdbeerwichtel! Wo steckst du?”
Niemand antwortete. Nur im Waldbeerenhang oben links raschelte es für einen Moment.
“Erdbeerwichtel! Bist du da?” Schnell flog die Elfe zum Hang hinauf. Dort schaute sie unter jedes Blatt. Dann sah sie ihn, den scheuen Wichtel. Unter zwei Blättern verborgen lag er und hielt sich die Augen zu.
“Huhu!”, kicherte die Elfe. “Da bist du? Warum antwortest du nicht?”
“W-w-weil i-i-ich gar nicht da bin”, stammelte der Wichtel und seine Backen färbten sich erdbeerrot.
“Wer nicht da ist, kann auch nicht gesehen werden.” Die Elfe kicherte noch immer. “Und wer nicht gesehen werden kann, liegt nicht mit erdbeerroten Backen unter zwei Blättern.”
Der Wichtel schwieg. Seine Continue reading »

Opa, ärgere dich nicht!

Opa kann beim Spielen nicht verlieren und Robin kann es eigentlich auch nicht. Ärgerlich, dieses ‘Mensch-ärgere-dich-nicht’!

„Und eins und zwei und drei und vier … und schon geht es hinaus mit dir.“
Opa rückt seine rote Spielfigur vier Felder weiter und kickt Robins gelbe Figur mit Schwung aus dem Spiel.
Nun stehen wieder alle gelben Figuren draußen vor dem Feld. Wie dumm aber auch!
„Schon wieder!“ Robin ist sauer. Schon zum vierzehnten Mal hat ihn Opa nun aus dem Spiel gekegelt. Und jedes Mal hat er dabei in die Hände geklatscht und so sehr gelacht, dass er sich die Lachtränen aus den Augenwinkeln wischen muss.
Robin kann nicht mehr lachen. Es ist fast so etwas wie eine Strafe, mit Opa zu spielen.
„Doofes Spiel!“, mault er.
Opa lacht wieder. „Mensch! Ärgere dich nicht!“, sagt er und findet das schrecklich lustig.
Robin Continue reading »

Das allerschönste Spiel auf der Welt

tormann-tim
Hier erzählen Jolie, das Neufundländer-Mädchen, und Tormann Tim, und Ihr findet ihn und seine Freunde bei meiner lieben Kollegin Sonja Mengkowski

Das allerschönste Spiel auf der Welt
Auch Hunde spielen gerne Fußball, am allerliebsten zusammen mit den Kindern auf der Straße. Wichtig ist: Ihr müsst die Hundesprache verstehen. Klar, oder?

Ein neuer Junge ist in unsere Straße gezogen. Vor ein paar Monaten schon. Er heißt Rasmus und ist, finde ich, ein toller Kerl. Oft sehe ich ihn draußen. Er spielt das allerschönste Spiel auf der Welt: Fußball! Und wenn ich zuschaue, wie geschickt er den Ball gegen die Mauer kickt oder die Strasse entlang dribbelt, dann weiß ich Bescheid: Fußball ist auch sein Lieblingsspiel. Stundenlang könnte ich am Fenster stehen und ihm zuschauen. Und wie gerne würde ich mitspielen!!! Sooo gerne. Aber das geht nicht. Und ehrlich, ich finde, das ist sooo schade. Ganz traurig macht mich das. Weil ich aber glaube, dass Rasmus Angst vor mir hat, wage ich es nicht, zu ihm zu laufen und mitzukicken.
Heute spielt er wieder vor unserem Garten. Von hier aus kann man nämlich am allerbesten gegen die Nachbarmauer kicken. Ich bin gleich zum Fenster gerast und schaue ihm nun zu. Wow! Hat Rasmus heute einen Drive drauf. Wumm! Wumm! Kabumm! Wieder und wieder knallt der Ball gegen die Mauer. Wumm! Wumm! Kabumm! Und noch einmal und noch einmal und …
Aber Halt! Hey! Was ist das? Mit Wumm! Wumm! Kabumm! landet der Ball in unserem Garten und poltert über die großen Steine herunter bis vors Küchenfenster. Toll! Ich freue mich riesig! Ein großer, orangefarbener Fußball liegt genau vor meiner Nase. Nur die Fensterscheibe trennt uns.
„Jetzt Continue reading »

Pit und der Zauberbesen

Als Pit es geschafft hat, eine Fußballmannschaft herbeizuzaubern

Pit spielt für sein Leben gern Fußball. Er zaubert aber auch gerne, und manchmal aber will er ein Zauberer sein. Ein Zauberer, wie Harry Potter es ist. Mit einem richtigen Zauberbesen.
„Wetten, es gibt diesen Zauberbesen zum Fliegen?”, fragt er seine Freunde eines Tages.
Die aber lachen nur. „Harry Potter ist eine Erfindung. Ein Held aus Büchern und Filmen..”
„Hoho! Ein Märchen ist er.”
„Ja, eine Zauberergeschichte. Nichts weiter …”
Pit nickt. „Eine Zaubergeschichte mit einem Zauberbesen. Und heute Mittag werde ich euch zeigen, dass es solche Zauberbesen, mit denen man fliegen kann, sehr wohl gibt. Ich habe einen tollen Trick geübt. Kommt zum Spielplatz! Ich werde ihn euch zeigen.”
Haha! Was für ein Spaß! Pit und sein Zauberbesen! Das muss man sich ansehen.
Pits Freunde sind sehr neugierig. Keiner fehlt heute keiner auf dem Spielplatz.
Als Pit schließlich mit einem Besen unter dem einen und einem Fußball unter dem anderen Arm kommt, lachen alle.
„Hähä”, gröhlt Alex. „Warum Continue reading »

Die Sonne und der Mond

Gestern war Vollmond. Vollmond ist für viele Menschen besonders magisch und spannend und aufregend. Ja, und manchem Kind schenkt er in diesen Tagen ganz besonders fantasievolle Träume

Seit es die Welt gibt, gibt es zwei, die sich gar nicht ausstehen können. Es sind die Sonne und der Mond.
„Mich mögen die Menschen, Tiere und Pflanzen lieber”, sagt die Sonne jeden Tag aufs Neue zufrieden. „Ich schenke ihnen Licht und Wärme, und damit mache ich die Menschen fröhlich, die Tiere sind zufrieden und die Pflanzen saugen mein Licht auf, um wachsen zu können.”
„Nicht alle Tiere mögen dein Sonnenlicht leiden”, erwidert der Mond. „Ich kenne viele, die erst in der Nacht aufwachen und auf Nahrungssuche gehen.”
„Wie viele?”, fragt die Sonne und lacht.
„Nun”, sagt der Mond, „da sind die Eulen, die Nachtfalter, Schnecken, Wildschweine, Füchse und viele andere Waldtiere, ja, und auch die Katzen mögen das Nachtlicht lieber leiden als deine brennend heißen Sonnenstrahlen.”
„Ist das alles?”, fragt die Sonne gönnerhaft. „Mehr hast du nicht zu bieten?”
Der Mond überlegt. „Ich Continue reading »

Glühwürmchennächte

Glühwürmchennächte
Ein Gedicht zum Juni, dem “Glühwürmchenmonat” – Rätselgedicht

Siehst du das Glimmern
im Dunkeln hier schimmern?
Zahllose Pünktchen
als leuchtende Fünkchen
schweben und tanzen ganz sacht
wie Geisterchen hell durch die Nacht.
Sind´s Sternentränen, die hier im Dunkeln
in Sommernächten tanzen und funkeln?
Sind´s Sonnenkinder, die im Nachtdunkel blühn
und nach einem sonnigen Tage noch glühn?
Ist´s ein Zauber, ein Traum oder was könnt es sein?
Denk an Sommer und Nächte! Bestimmt fällt´s dir ein …
(= Glühwürmchen)

© Elke Bräunling

Glühwürmchen, auch Johanniskäfer genannt, sind DIE Sommerkäfer überhaupt. Jetzt, in den warmen Juninächten, besonders um St. Johannis, sehen wir sie wieder, die charmanten Funkelpünktchen, die durchs Dunkel schweben und tanzen und die die Nacht gleich viel romantischer und auch ein bisschen magisch erscheinen lassen. Sie sind so etwas wie Symbolkäfer der Johannisnacht.

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Die Kirschfee und ihre Bäume

Eigentlich will die Kirschfee ihre Kinder, die Kirschen, alle für sich behalten. Sie sollen auf den Bäumen bleiben. Was aber sagen die Bäume dazu?

Fast bogen sich in diesem Jahr die Zweige an den Kirschbäumen bis zum Boden, so voller Früchte waren sie. Die Frühlingssonne hatte den Bäumen in den ersten Aprilwochen viele Bienen geschickt. Die hatten auf der Suche nach Nektar jede einzelne Kirschblüte wieder und wieder besucht, so dass nun fast aus jeder Blüte eine Kirsche reifte.
Die Bewohner des kleinen Tales waren sehr zufrieden mit ihren Kirschbäumen.
“Das wird ein feines Kirschenjahr! Wie wundervoll!”, sagten sie und freuten sich. Sie dachten an leckere Kirschtorten, Kirschmarmelade, Kirschkompott, Kirschpudding, an Kirschsaft, Kirschwein und klaren Kirschschnaps. Hmmm …
Jeden Abend besuchten sie ihre Kirschbäume nun und warteten voller Ungeduld darauf, dass sich die Bäckchen der Kirschen rot färbten.
“Die tiefroten Kirschen schmecken am besten. Saftig sind sie und zuckersüß”, sagte ein Vater zu seinen Kindern. “Deshalb sollten wir mit der Ernte warten.”
Und weil alle im Dorf so dachten, warteten auch alle mit dem Ernten.
“Wie schön!”, freute sich die Kirschfee und ihre Wangen Continue reading »

Als die Junifee die Nächte heller machte

Juni ist der Monat des Lichts und der Glühwürmchen und die Junifee hat viel zu tun in ihrem Monat, wenn sie ihre Lichtpünktchen verteilt

Singend tanzte die Junifee ins Land herein. Sie war bester Laune. Übermütig fast umarmte sie die Bäume. Den Blüten und Kräutern winkte sie fröhlich zu und den Früchten an Bäumen und Sträuchern schenkte sie süße Küsse. Sie war so guter Dinge, dass sie die Tage am liebsten festhalten wollte. Tag für Tag ein bisschen mehr.
“Oh ja!”, rief sie. “Der Junisommer ist’s, der die Tage länger macht und die Nächte kürzer. Ich helfe ihm ein wenig dabei. Das Leben soll fröhlicher sein in diesen Tagen. Alle sollen ein bisschen fröhlicher sein.”
Sie lächelte und tänzelte weiter singend durchs Land:
“Sommer ist’s und ich bin da. Die hellen Nächte sind nun nah. Ich schenke Helligkeit dem Land. Als Fee des Lichts bin ich bekannt.”
Wenn es am Abend dämmerte, Continue reading »

Als der kleine Sommergeist verschlafen hatte und für ein Gewitter sorgte

Wenn Sommergeister verschlafen, kann so manches passieren, das eigentlich nicht geplant ist

Heute Morgen hatte der kleine Sommergeist verschlafen. Auch jetzt fühlte er sich zu müde, um seinen Job zu tun und im Tal nach dem Rechten zu sehen. Faul lag er vor seiner Berghöhle im Gras, freute sich an dem warmen Tag und sang:
“Ich bin der kleine Sommergeist und wandre durch die Welt, zieh über Wiesen, Berg und Tal, so wie es mir gefällt. La lalala, la lalala, so wie es mir gefällt. Ich bin der …“
“Hahaha! Du wanderst ja gar nicht. Träge liegst du im Gras und lässt dir den Pelz von der Sonne wärmen. Ein Schwindler bist du.”
“Ein Schwindler?” Der kleine Sommergeist blickte überrascht auf. “Wer bist du und wo steckst du? Er schaute nach allen Seiten. Nichts. Nur ein leises, helles Kichern konnte er hören. Er hatte diese freche, fremde Stimme also nicht geträumt.
“Ich habe keine Lust zu deinem Versteckspiel”, rief er. Und zum ‘Durch–die-Welt-Wandern’ habe ich heute auch keine Lust. Dazu ist es viel zu schwül.”
“Du sagst es!”, tönte das fremde Wesen mit heller Stimme. “Aber schwül wird es nicht mehr lange sein. Ein Gewitter wird kommen. Und das erzähle ich, nein, falsch, das erzählen wir nun allen hier.”
“Du? Ihr? Was wollt ihr? Ein Gewitter verkünden? Da habe ich aber auf meinem Berg und unten im Menschental auch ein Wörtchen mitzureden. Ich bin hier für das Sommerwetter zuständig.”
Empört sprang der kleine Sommergeist auf. Er rannte über die Wiese, suchte hier und da und dort nach den Eindringlingen, doch er hatte kein Glück. Ganz außer Puste und sehr verschwitzt ließ er sich wieder ins Gras fallen. Es war wirklich schwül heute. Kein gutes Wetter für die Pflanzen und Tiere und auch nicht für die Menschen.
“Bestimmt ist diesen seltsamen Fremden genau so heiß und unwohl wie mir.” Er kuschelte sein Haupt in ein Glockenblumenpolster, blickte zum Himmel hinauf und da entdeckte er sie: viele kleine weiße Wölkchen. Sie lachten zu dem kleinen Sommergeist herunter. Dann sangen sie:
“Wir sind die Schäfchenwolkenherde und ziehn durch die Welt. Wir künden Wind und Regen an, so wie es uns gefällt. La lalala, la lalala, so wie es uns gefällt.”
“Ihr seid das!”, grummelte der kleine Sommergeist. “Ihr seid für heute aber nicht geplant.”
“Stimmt”, kicherten die Wölkchen. “Dein schwüles Wetter war auch nicht geplant. Deshalb müssen wir rasch ein Gewitter ankünden, das die schwüle Luft verdrängt.”
“Pah!” Der kleine Sommergeist war gekränkt. Nur weil er einmal verschlafen hatte, mussten doch nicht alle Sommerpläne geändert werden! So etwas Dummes aber auch!
“Aber nur ein ganz kurzes Gewitter, einverstanden? Schließlich habe ich auch nur ganz kurz verschlafen”, rief er zu den Wolken hinauf.
Die aber waren bereits weiter gezogen.

© Elke Bräunling

Weitere Gewittergeschichten findest du hier:
Mia und die Gewittergeister
Mia und das Donnermännlein
Eine Nacht in Gewitterstimmung
Pech für den kleinen Regentropfen



Neu im November 2013: Diese Geschichte findet Ihr in dem neuen Buch:
Opas Gutenachtgeschichten



Taschenbuch: Opas Gutenachtgeschichten: Betthupferl-Geschichten für Kinder

Ebook: Opas Gutenachtgeschichten


Information

Die Sonne und die Kinder

Vom Sommer, in dem die Sonne zu viele heiße Sonnenstrahlen zur Erde schickte

In diesem Sommer war die Sonne besonders fröhlich gestimmt. Am liebsten hätte sie den ganzen Tag mit den Kindern gespielt. Weil ihr dies so viel Freude bereitete, sandte sie noch mehr Wärme auf die Erde hinunter.
Wie schön ist es, mit euch an Stränden und Flussufern, auf Wiesen und Spielplätzen herumzutoben!”, rief sie fröhlich und brannte voller Freude mit ihren Strahlen so kräftig, wie sie nur konnte.
Das gefiel den Kindern gar nicht, denn ihre Haut wurde rot und röter.
“Hey, Sonne!” riefen sie. “Du brennst unsere Haut kaputt!”
Und sie rieben ihre Körper noch dicker mit Sonnencreme ein und zogen noch größere Hemden, T-Shirts und Schutzmützen an.
Die Sonne aber lachte nur, und schickte noch ein paar Strahlen mehr Continue reading »

Die Sommersonne lacht

Die Sommersonne lacht – Ein Sommerlied

Wenn die Sommersonne warm vom Himmel lacht,
wenn es draußen blüht in bunter Farbenpracht,
wenn die Luft voll Duft und Helligkeit,
dann ist endlich wieder Sommerzeit.

Wenn die Katze schläfrig in der Sonne liegt,
wenn der Bussard kreisend über Felder fliegt,
wenn das Leben voll Gemütlichkeit,
dann ist endlich wieder Sommerzeit.

Wenn die Menschen wieder gerne bummeln gehn
und wenn draußen bunte Sonnenschirme stehn,
wenn die Herzen voll Zufriedenheit,
dann ist endlich wieder Sommerzeit.

Wenn man draußen wieder feiert manches Fest,
wenn man bummelt und sich´s gut gehn lässt,
wenn die Welt erfüllt von Heiterkeit,
ja, dann ist endlich wieder Sommerzeit.

© Elke Bräunling

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Die Träume des Riesen

Von den Träumen eines Riesen, einer Birke auf der Wiese und der ‘Geburt’ eines jungen Birkenwäldchens

Es waren einmal eine wunderschöne stolze Birke, die mitten auf einer bunten Blumenwiese ihren Platz hatte, und ein Riese namens Trolldich.
Trolldich war so groß, dass ihm die Zweige vom Wipfel der hellgrün blättrigen Birke in der Nase kitzelten, wenn er davor stand. Er liebte diese Birke.
Manchmal, wenn er müde war, ließ er seinen riesigen dicken Hintern schwerfällig in die Wiese plumpsen und lehnte sich an den Birkenstamm, bis sich dieser wie ein Grashalm nach hinten bog. Vom Lied des Windes, das zwischen den Birkenblättern und ihren Pollen mit den Bienen um die Wette summte, schlummerte er ein und fiel in einen tiefen Schlaf. Dann träumte er die süßesten rosaroten Zuckerwatteträume. Ein Traum war schöner als der andere, so dass er immer weiter träumte. Viele bunte Träume, für jedes Birkenblatt einen.
Eines Tages aber wachte er aus einem seiner Träume nicht mehr auf. Mitsamt seinen zuckersüßen rosa Watteträumen war er im Traumland verschwunden.
An jener Stelle aber, an der Trolldich auf der Wiese gelegen war, kann man manchmal Continue reading »

Wiesenfantasie

Kleine Wiesenfantasie mit der Wiesenzaubermelodie
Eine kleine Fantasiereise zur Entspannung

Viel Musik kannst du auf einer Wiese hören.
Es ist die Wiesenzaubermelodie.
Lausche dieser Wiesenmusik!
Wie das geht? Ganz einfach: Setze oder lege dich auf eine Wiese oder in den Garten, schließe die Augen und achte auf alles, was du hörst. Ist es nicht so etwas wie der Gesang der Blütenknospen, wenn der Wind leise über die Wiese streift? Klingt es nicht wie Musik, wenn Käfer, Bienen, Hummeln und andere Insekten um Blüten und Grashalme herumbrummen und Vögel zwitschern? Continue reading »

Blütenkindmusik

Blütenkindmusik

Blütenkind nach Blütenkind
wiegt sich sanft im Wiesenwind,
singt dabei ein Zauberlied,
leis, so wie der Wind es wiegt.
Blütenkind nach Blütenkind
lacht ihn an, den Wiesenwind,
freut sich an dem Wiesentag
mit Musik, die jeder mag.

© Elke Bräunling


Die bunte Spur auf der Wiese

Aufgepasst! Da draußen sind zwei verwegene Kerle unterwegs, ein Cowboy und ein Indianer

„Nanu?“, fragt der verwegene Cowboy. „Was ist das?“ Er deutet auf die kleinen bunten Pünktchen, die über die Wiese zum Wald führen.
Sein Kumpane, der Indianer, beugt sich über die seltsame Spur. „Ich schätze, ein Feind ist in der Nähe. Ein Fall für den Sheriff.“
Der Cowboy wendet sich den Häusern zu. „Hey, Sheriff, es riecht nach Gefahr.“
„Ich komme!“, tönt die Stimme des Sheriffs zurück. „Muss nur noch meinen Mustang satteln.“
Ein wildes Gebell ertönt, dann kommt der Sheriff über die Wiese gestapft. Den Mustang, der sich heftig sträubt, zieht er an einer Leine hinter sich her. „Wo ist die Gefahr, Männer?“
„Hier!“ Der Cowboy deutet auf die Spur.
„Au Backe!“ Der Sheriff starrt zum Wald hinüber. „Wir müssen die Stadt beschützen. Seid ihr bereit, Männer?“
Der Cowboy und der Indianer nicken. „Klaro!“
Ein schwerer Marsch beginnt für Continue reading »

Schrei nicht so laut!

Schrei nicht so laut!Eine Fußballfan-Geschichte und eine Geschichte vom Laut- und Leisesein

Papa ist heute nicht gut auf Maximilian und Benjamin zu sprechen. Wieder einmal hat ihn der Hausverwalter zur Seite genommen und um etwas mehr Ruhe gebeten.
“Ihr seid zu laut!”, sagt Papa beim Samstagmorgenfrühstück zu Maximilian und Benjamin. “Immer wieder beschweren sich die Nachbarn bei der Hausverwaltung und immer wieder bekomme ich eine Mahnung. Euretwegen.” Vorwurfsvoll blickt er seine beiden Jungs an.
Mama nickt. “Wir wohnen nicht alleine in diesem Haus. Also bitte, hört auf euren Vater und stört die Nachbarn nicht!”
“Richtig”, bestätigt Papa. “Überhaupt: Heute könnte ich auch einmal meine Ruhe brauchen. Die Woche war stressig und ich bin sehr müde.”
“Was für ein blöder Tag!”, murrt Maximilian, und Benjamin fragt maulend: “Und was sollen wir machen? Von unseren Freunden ist keiner bei diesem tollen Wetter zu Hause.”
Mama zögert, dann gibt sie sich einen Ruck. “Okay”, sagt sie. “Was haltet ihr von Continue reading »

Fußball-Ombu und die neue Heimat

Zu gerne würde Ombu nach dem Umzug nach Deutschland wieder Freunde finden und Fußball spielen. Fußball spielt er nämlich für sein Leben gerne

Ombu wohnt nun schon fast vier Jahre in Deutschland und vor zwei Wochen ist er mit seiner Familie in die neue Siedlung umgezogen. Schön ist es hier. Nur eines kann Ombu nicht begreifen. Die Leute schauen ihn so seltsam an! Ihre Blicke sind unfreundlich, finster, misstrauisch. Ob es wegen seiner Hautfarbe ist? Nein, das wäre doch dumm. Ombu erinnert sich an das, was ihm sein Großvater beim Abschied aus Langa, der Township am nordöstlichen Stadtrand von Johannesburg, vor vier Jahren gesagt hat: ”Alle Menschen sind gleich. Wichtig ist nicht das Äußere. Wichtig ist der Charakter.”
Heute versteht Ombu, was Großvater gemeint hat. Ehrlichkeit nämlich ist wichtig und Freundlichkeit und Höflichkeit. Nicht das Aussehen. Trotzdem stellt Ombu immer wieder fest, dass viele Leute das nicht begriffen haben. Einmal hat ihm sogar jemand ”Blöder Neger!” hinterher gerufen. Das macht ihn traurig. Und nun wohnt er schon seit zwei Wochen hier in der Siedlung und hat niemanden zum Spielen gefunden. Wollen die Kinder hier ihn nicht sehen?
Traurig macht sich Ombu auf den Weg zum Spielplatz. Zu gerne würde er hier Fußball spielen. Ombu spielt nämlich für sein Leben gerne Fußball und daheim haben ihn alle „Fußball-Ombu“ genannt. Sein Lehrer in Langa hat gesagt: ”Aus dir wird einmal ein großes Balltalent! Ombu denkt an die Fußballweltmeisterschaft, die in seiner alten Heimat stattfand, und seufzt. Wie soll er ein guter Fußballer werden, wenn keiner mit ihm spielt? Continue reading »

Die Königin des Waldes


Fingerhut, königlich, heilsam, giftig, Foto © Elke Bräunling

Die Königin des Waldes

Eine Königin muss nicht unbedingt laut sein. Ob die Fingerhutblüte dies auch begreifen wird?

“Ich bin die Königin des Waldes”, sagte die besonders große pink-weiß-purpurfarbene Blume mit ihren tiefen Blütenkelchen. “Die Königin und Wächterin in einem.”
Sie blickte sich nach Anerkennung heischend um.
Schweigen. Keiner der Waldbewohner wusste darauf etwas zu sagen.
Nur ihre nicht ganz so besonders großen pink-weiß-purpurfarbenen Kolleginnen auf der Waldlichtung nickten ihr beifällig zu.
„Bist du! Bist du! Wer wenn nicht du?“, sirrten sie ihr im Hauch des leisen Sommerwindes.
„Ja! Ich! Ich bin die Königin des Waldes. Ich bin einzigartig”, sagte die besonders große und besonders einzigartige Fingerhut-Blüte wieder. Nun etwas lauter. Nein, sie rief es in den Waldmorgen hinein. “Hört ihr?”
Noch immer herrschte Schweigen im Walde.
Die wunderschöne große pink-weiß-purpurfarbene Blume mit den tiefen Blütenkelchen begann sich zu ärgern. Erregt bimmelte sie mit ihren Blütenglöckchen.
“Hallo! Aufwachen! Zuhören! Ich bin die …” Continue reading »

Vom arbeitsamen Monat Juni

Er ist ein fleißiger Monat, der Juni. Es gibt aber auch so viel zu tun jetzt im frühen Sommer

“Hallo Kollege, mach dich vom Acker! Der Sommer kommt. Die Zeit drängt. So viel habe ich zu erledigen!”
Eilig und ein bisschen stressig jagte der Juni in den letzten Mainächten hinter dem Mai her. “Viel Arbeit ist liegen geblieben.” Er schubste den Mai, der in den Kronen blühender Kastanienbäume schlief, fordernd an.
Der aber wehrte sich. “Verlasse meinen Monat!”, schimpfte er. “Und zwar auf der Stelle.”
“Ach bitte!” Der Juni verlegte sich aufs Betteln. “Lass mich mit meinem Job beginnen! Ich muss den Sommer anschubsen. Es ist die Zeit der ersten Heuernte. Die Sommerblumen, ach, es sind ja so viele, muss ich zum Blühen bringen. Die Erdbeeren sollten längst gereift sein und die Kirschen, die Himbeeren, die ersten Erbsen, Bohnen, Karotten, Kohlrabis und Radieschen, die …”
Der Juni redete und redete, und Continue reading »

Bitte der Blumenfee an die Menschen

Bitte der Blumenfee an die Menschen

“So geht´s nicht weiter, ach herrje!”,
sagt eines Tags die Blumenfee.
“Seht diese Blüten, die bescheiden
verborgen unter Abfall leiden!
Ihr Menschen, werft nicht so viel Dreck
und Abfall auf den Wiesen weg!
Auch für die Blumen sollt´s ein Leben
mit Licht und Sonne hier noch geben.
Drum bitt ich euch als Blumenfee:
Tut der Natur nicht mehr so weh!

© Elke Bräunling

Bittende Blütengesichter, Foto © Elke Bräunling

Die schönste Blüte im Garten

Schönsein ist nicht immer von Vorteil, das erfährt die Pfingstrose sehr schnell

„Wie schön du bist!“, sagte die Hundsrose zur Pfingstrose, die neben dem Rosenstrauch ihren Platz hatte.
Die Pfingstrose antwortete nicht. Sie hatte keine Zeit. Ein kleines Mädchen betrat nämlich gerade den Garten und rief:
„Ich suche eine ganz besondere Blume!“
„Hier! Hier!“, rief die Pfingstrose laut. „Ich bin die prächtigste ‚Rose’ hier.“
„Ich bin auch eine Rose“, rief die kleine Hundsrose. Sie rief es nur leise. „Nie werde ich so wunderhübsch sein wie du“, sagte sie zur Pfingstrose und ihr Stimmchen klang ein wenig traurig. „Ich habe auch nur fünf Blütenblätter. Du aber siehst prächtig aus mit deinen dichten Blütenkopf. Wie eine Königin.“
„Ich bin eine Königin“, antwortete die Pfingstrose würdevoll. „Die Rose des Frühlings bin ich. Schon vor vielen hundert Jahren und mehr nannten mich die Menschen ‚Königsblume’.“
„Ich bin nur eine kleine Rose. Eine echte …“, betonte das Röslein.
Das aber schien die Pfingstrose wenig zu interessieren.
„Interessant“, nuschelte sie und reckte ihren Blütenkopf mit den süß duftenden Blütenblättern dem Mädchen zu, das suchend den Garten durchstreifte.
„Hier! Hallo, hier bin ich!“, lockte sie. „Ich bin die schönste ‚Rose’ im Garten.“
„Du bist keine Rose. Echte Rosen stechen“, sagte das Mädchen. Es schnupperte an der Blüte der Hundsrose. „Wie süß du duftest! Und wie spitz deine Dornenstacheln sind!“
„Ich dufte auch süß!“, meldete sich die Pfingstrose laut zu Wort. „Und ich habe keine Dornen und keine Stacheln.“
„Fein!“ Das Mädchen bückte sich. „Du duftest wie eine Rose, aber dein Stängel trägt keine Stacheln. Das gefällt mir.“
Und schnell pflückte es die zartrosafarbenen Blütenblätter der Pfingstrose und legte sie in ein Körbchen. „Danke, wunderschöne Blume! Mit deinen Blütenblättern schmücke ich nun den Tisch. Gut, nicht?“
„G-g-gut, hja, g-g-gut“, stammelte der kahle Pfingstrosenstängel.
„G-g-gut, hja, g-g-gut“, stotterte auch die kleine Hundsrosenblüte, doch sie stotterte es nur leise. Manchmal nämlich ist es besser, etwas leiser zu sein.
© Elke Bräunling

Sie blühen auch schon in meinem Garten, die Rosen und die Pfingstrosen.
Sag, sind sie nicht wunderschön?
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“Meine” Pfingstrosen


Wolkentheater

Abenteuer beim Himmelsträumen: Der Stärkere gewinnt – oder doch der Klügere?

Mia blickt beim Schaukeln in den Himmel. Viele kleine weiße und hellgraue Wölkchen unterbrechen das Himmelsblau und ziehen gemächlich über sie hinweg. Sie sehen alle unterschiedlich aus und formen sich immer wieder zu neuen Figuren. Es ist wie ein Bild, das sich immerwährend verändert.
„Wolkenkino“, murmelt Mia und beobachtet eine Wolkengruppe, die wie eine Bärenfamilie aussieht. Man könnte meinen, sie tobten bärenfröhlich über den Himmel.
„Fein“, ruft Mia. „Spielt einen Film für mich. Einen Wolkenbärenfilm.“
Die Wolkenbären aber haben keine Lust, Mia die Zeit zu vertreiben.
„Bäh!“, macht ein kleiner Wolkenbär. Er streckt die Zunge heraus und hüpfte – schwups – auf den Rücken seines größeren Wolkenbärenbruders.
„Bäh! Bäh!“, brummt Mia zurück. „Ihr seid doof! Und langweilig.“
„Selber langweilig“, tönt eine Wolke zurück. Sie sieht aus wie ein Krokodil. „Denk dir doch selbst Continue reading »

Mia und das Donnermännlein

Eines Tages trifft Mia im Garten ein sonderbares, witziges und sehr lautes Männlein namens Rumsdibumm

Heiß ist es in diesem Sommer, und es hat schon lange nicht mehr geregnet. Ganz trocken sind die Böden, das Gras auf den Wiesen ist welk und gelb. Die Leute stöhnen. „Wenn es nur endlich wieder einmal regnete“, sagen sie. „Nicht zum Aushalten ist diese Hitze!“
„Stimmt“, sagt auch Mia, die auf ihrer Schaukel sitzt. „Die Hitze ist wirklich nicht zum Aushalten.“
Heute ist aber auch ein besonders schwüler Tag. Kein Lüftchen weht und es riecht stickig. Selbst Mia, die Regenwetter sonst nicht leiden mag, wünscht sich ein kräftiges Gewitter herbei. Doch der Himmel ist blau und diesig. Keine einzige Wolke ist zu sehen.
Wild schwingt Mia auf ihrer Schaukel hin und her. Das kühlt ein bisschen. Außerdem hat Mia beim Schaukeln immer die besten Ideen.
„Einen Regentanz müsste man machen“, ruft sie. „Wie im Märchen. Oder noch besser einen Donner- und Gewittertanz.
Dann würde es bestimmt bald blitzen und donnern, der Regen würde kommen und es wäre nicht mehr so schwül. Uih, das wäre fein!“
„Fein! Fein! Fein! So mag es sein!“, poltert da eine krächzende Stimme, und Continue reading »

Ein “echter” Ochse

Ochse Berti lebt im Museumsdorf und dort hat er seine ganz besonderen Aufgaben

Friedlich grast Ochse Berti auf der Weide. Er ist heute ganz alleine hier. Seine Gefährtinnen, die Kühe, sind heute Morgen mit dem Bauern auf eine andere Weide weiter gezogen. „Du bleibst hier, Berti“, hat der Bauer gesagt. „Es wird Zeit, dass du lernst, einen Erntewagen und einen Pflug zu ziehen.“
Einen Erntewagen soll ich ziehen?, überlegt Berti. Und einen Pflug? Was ist das überhaupt, ein Pflug?
„Ich bin doch kein dummer Ochse, oder?“, brummt er.
Berti denkt nach. Zum Ernten und Pflügen gibt es Maschinen. Das hat er in den letzten Monaten auf der Weide immer wieder gesehen und gehört. Nur einen Ochsen, der so schwer arbeiten soll, nein, den hat er nicht gesehen. Er hat auch nichts davon gehört.
Halt! Da war doch etwas? Stimmt. Neulich waren Leute da. Vom Museumsdorf.
Lange sind sie durch die Ställe gegangen, haben Continue reading »

Pech für den kleinen Regentropfen

Er muss viel kämpfen in jenen schwül-warmen Frühlings- und Sommertagen, der kleine Regentropfen – und immer wieder aufs Neue

Ein schwüler Sommertag ist heute. Am Himmel türmen sich hohe Wolkenberge, die wie Blumenköpfe aussehen. In den Wolken geht es hoch her. Millionen und Abermillionen kleiner Wassertropfen purzeln dort durcheinander, und jeder will sich den besten Platz sichern, um mit den ersten Tropfen auf die Erde hinab regnen zu dürfen. Ein richtiges Gedränge und Geschubse ist es, und auch die Blumenkohlwolken drängeln und schubsen einander immer weiter und weiter übers Land.
Da! Ein Blitzstrahl fährt vom Himmel herab, gefolgt von einem grausig lauten Donnerschlag.
“Jetzt, ja, jetzt gleich dürfen wir regnen und endlich die Erde besuchen”, ruft der kleine Regentropfen erregt und Continue reading »