Elkes Kindergeschichten

Das Leben ist voller Geschichten. Jeder Lebensmoment vermag eine Geschichte in sich zu verbergen oder laut herauszurufen oder leise in sich hinein zu weinen oder bunt zu zeichnen, zu singen, zu träumen…


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Kindergeschichten rund durch den Tag und das Jahr. Nach dem Sommer meldet sich Herr Herbst erst stürmisch und nebelig, dann besinnlich und adventlich mit vielen Geschichten und Bildern zu Wort. Ihm folgen Herr Winter und die verrückten Faschingstage, der Frühling wagt sich endlich auch aus seiner Winterschlafpause, ja, und weil die Tage und Monate rasen, ist der Sommer schon wieder da, Ferien kommen und gehen, ja, und schon winkt der Sommer uns wieder zum Abschied zu und gibt lächelnd das Zepter erneut weiter an den grimmigen Herrn Herbst. Und so fängt wieder alles von vorne an mit neuen Geschichten, Märchen und Gedichten …

Immer wieder zieht hier eine weitere Geschichte in das neue Blog-Zuhause von Elkes Kindergeschichten ein. So werden nach und nach die Texte aus dem alten Blog hier ihre neue Heimat finden, ja, und NAGELNEUE Geschichten und Gedichte wird es auch geben.

Die fröhlichen Herbstgeister, die Advents- und Weihnachtswichte, die Schneezwerge, Frühlingselfen und Sommerfeen und viele viele viele andere Freunde aller Kinder, die sich hier im Blog in Geschichten, Märchen und Gedichten verstecken, freuen sich sehr über Euren Besuch

Seid herzlich Willkommen, liebe Besucher, und fühlt Euch wohl hier!

Geschichten, Märchen und Gedichte zu bestimmten Monaten und Jahresfesten findet Ihr ganz leicht auf der rechten Seitenleiste im ARCHIV oder wenn Ihr nach Stichworten Eure Themen sucht in der Schlagwörterwolke oder im Feld SUCHE

DAS NEUE ADVENTSKALENDERBUCH

Lichterglanz und Weihnachtsduftmit vielen bunten Bildern


Adventskalenderbuch: Omas Wintergeschichten: Wintergeschichten und Märchen für KinderLichterglanz und Weihnachtsduft: Adventskalender-Lesebuch  Information

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Als wir die Weihnachtsfreude fanden

Im Stillen kann man sie finden, die Weihnachtsfreude

„Irgendwie“, sagte Papa, „mag ich dieses Weihnachten dort draußen nicht mehr leiden.“
Er deutete zur Stadt hinüber. Mehr sagte er nicht und alle schwiegen. Keiner von uns aber konnte Papas Worte vergessen.
Wir dachten auch daran, als wir uns mit den Großeltern und Onkel Léon ein paar Tage später zum Heiligabend-Nachmittagsspaziergang trafen.
„Ich möchte euch einen ganz besonderen Ort der Weihnacht zeigen“, sagte Papa. „Zieht eure Wanderschuhe an!“
Wanderschuhe am Heiligen Abend? Wir wunderten uns, doch keiner wagte es, dazu eine Frage zu stellen. Wir meckerten auch nicht, als Papa nach kurzer Autofahrt auf einem ruhigen Waldparkplatz parkte. Der Weg, den Papa von hier aus einschlug, führte oberhalb der Weinberge am Waldrand entlang bergan. Er war steil, doch von der Bergkuppe leuchtete uns ein Licht entgegen.
„Weihnachtlich sieht es dort oben aus. Seht!“, sagte Mama und deutete auf den hellen Punkt im Winterdämmerlicht. „Es fühlt sich gut an, den Berg hinauf zu steigen, dem Licht entgegen.“
„Wie friedlich und still es hier ist!“, freute sich Oma.
Und Opa meinte leise: „Hier draußen ist man dem Fest näher, findet ihr nicht auch?“
„Besuchen wir das Weihnachtslicht?“, fragte meine kleine Schwester Bibi und Bastian äugte zum Himmel hinauf. „Vielleicht sehen wir den Stern von Bethlehem?“
„Oder das kleine Weihnachtskind?“, flüsterte Onkel Léon.
Jeder von uns hatte so seine Gedanken auf dem Weg hinauf zu dem Licht.
Endlich hatten wir die Weinbergkapelle erreicht. Es war still hier. Stumm betraten wir den Raum, der vom Licht vieler Kerzen erhellt war. Auf dem kleinen Altar stand eine Krippe. Ein Stall mit dem Jesuskind, Maria und Josef, mit Ochs und Esel und einem Engel. Schlicht und schön.
„Das ist mein Weihnachten“, sagte Papa.
Mein Herz schlug ein wenig schneller. Papa hatte recht. Das war Weihnachten. Dazu brauchte es keine weiteren Worte. Die Stille, die herrschte, war zu schön.
Ich glaube, an jenem Heiligabendnachmittag hatten wir sie für uns wieder gefunden, die Weihnachtsfreude.

© Elke Bräunling

Aus dem Buch: Omas Geschichten durchs Jahr


Taschenbuch:Omas Geschichten durchs Jahr: Frühling, Sommer, Herbst und Winter – Geschichten für Kinder  Ebook mobi:Omas Geschichten durchs Jahr: Frühling, Sommer, Herbst und Winter- Jahreszeitengeschichten für Kinder Information

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Der kleine Engel und das Märchen

Vom Märchen, das erzählt werden wollte

Als der kleine Engel eines Abends auf einem Ausflug zur Erde in einer kleinen Stadt landete, traf er ein Märchen. Das saß auf einem Zweig der Marktplatztanne, die mit vielen Lichtern und Glitzersternchen festlich geschmückt war, und wartete auf ein Menschenkind. Nicht abwarten konnte es, endlich ein Kind oder besser sehr viele Kinder zu treffen, hatte es doch sehr viel zu erzählen. Es war nämlich ein neues Märchen. Ein Weihnachtsmärchen, um genau zu sein. Ein wunderfeines, nigelnagelneues Weihnachtsmärchen.
„Hallo“, begrüßte es den kleinen Engel. „Bist du ein Menschenkind? Ich warte auf dich. Sehr lange schon.“
Der Engel schüttelte den Kopf. „Nein. Tut mir leid. Ein Menschenkind bin ich nicht. Ich bin ein Engel. Ein kleiner Engel noch, aber das sollte sich mit der Zeit ändern.“
„Dann bist du ein Engelkind. Wie wunderbar.“ Das Märchen freute sich. „Das passt. Auch auf Engelkinder könnte ich gewartet haben, denn was ich erzählen möchte, gefällt jedem Kind. Auch jedem Engelkind. Es ist nämlich für Kinder erdacht. Ich, das Märchen, bin für Kinder erdacht. Was sagst du?“
Der kleine Engel stutzte. Er verstand nicht, was das Märchen ihm damit sagen wollte. „Ich schätze, es gibt keine Engelkinder. Jedenfalls habe ich noch keines getroffen und ich habe schon vie…“
„Kind ist Kind“, sagte das Märchen, das nun endlich sein Märchen erzählen wollte, schnell. „Und deshalb …“
„Halt! Halt ein“, unterbrach der kleine Engel das Märchen, das gerade mit dem Erzählen beginnen wollte. „Verschwende dein Märchen nicht an mich! Für die meisten Menschen bin ich nämlich oft selber eines. Daher lass uns lieber gemeinsam auf ein Kind warten, das an Märchen und an Engel glaubt!“
Er setzte sich zu dem Märchen auf den Zweig der Lichtertanne und dann warteten sie beide. Die Zeit wurde ihnen nicht lang, denn sie wussten einander viel zu erzählen.

© Elke Bräunling

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Als der Weihnachtsmann Weihnachten verschlief

Weihnachten ohne den Weihnachtsmann?

Es kam die Zeit, da fühlte sich der Weihnachtsmann alt und müde und zum Arbeiten hatte er keine Lust. Am liebsten saß er am Ofen und träumte.
„Auch ein Weihnachtsmann wird einmal alt“, erklärte er seinen Gehilfen. „Ich sollte mich zur Ruhe setzen.“
Seine Gehilfen waren anderer Meinung.
„Haha“, lachte Paketengel Friedrich. „Du wirst nie alt.“
„Was wird aus den Kindern ohne uns?“, rief Bäckerengel Hannes entsetzt.
Und Wunschzettelengel Heinrich meinte: „Du bist nur faul, Alter.“
„Nicht faul. Müde “, antwortete der Weihnachtsmann. „Aber ihr habt Recht: Weihnachten naht. An die Arbeit!“
Und während seine Gehilfen ihre Vorbereitungen trafen, schloss der Weihnachtsmann wieder die Augen.
Ich habe wirklich keine Lust mehr, jedes Jahr von Haus zu Haus zu laufen, dachte er. Die Wünsche der Kinder werden immer größer, ich muss immer mehr schleppen. Wenn ich an die vielen Wunschzettel denke, die sich bei Wunschzettelengel Heinrich stapeln, fühle ich mich ganz krank.
Er stöhnte, lehnte sich im Sessel zurück und schlief ein. Tief und fest verschlief er die Tage vor Weihnachten. Er hörte nicht seine Gehilfen nach ihm rufen. Er merkte nicht, wie sie versuchten ihn zu wecken, wie sie ihn rüttelten und schüttelten. Er schlief und schnarchte und träumte.
Seine Gehilfen waren sehr erregt.
„Was sollen wir tun?“, jammerte Paketengel Friedrich. „Morgen ist Weihnachtsabend.“
„Er muss sich auf den Weg machen“, klagte Bäckerengel Hannes. „Sonst bekommen die Kinder keine Plätzchen und Lebkuchen und Schokoladeweihnachtsmänner.“
„Was wird aus den vielen Päckchen, die ich für die Kinder gepackt habe?“, heulte Wunschzettelengel Heinrich.
Er zerrte an den Armen des Weihnachtsmannes. „Steh auf, Weihnachtsmann!“
Doch der Weihnachtsmann knurrte nur ein bisschen und schnarchte weiter. Seine Gehilfen jammerten und heulten und klagten, doch da war keiner, der ihnen zuhörte. Und so kam es, dass der Weihnachtsmann in jenem Jahr Heiligabend verschlief.
Trotzdem hatten die Kinder ein wunderschönes Weihnachtsfest. Als ihre Eltern nämlich gemerkt hatten, dass der Weihnachtsmann nicht kommen würde, kramten sie rasch ihre alten Spielsachen vom Dachboden hervor, stellten Äpfel, Nüsse, Naschereien und Kuchen auf den Tisch und suchten nach spannenden Spielen, die sie mit ihren Kindern an den Weihnachtstagen spielten.
Und die Kinder freuten sich riesig über dieses ungewohnte Weihnachtsfest. Niemand war enttäuscht oder traurig. Es gab keinen Streit beim Auspacken, keinen Neid und auch keinen verdorbenen Magen. Dafür gab es umso mehr Zeit, um gemeinsam zu spielen, singen, erzählen und zu lachen.
„Seht ihr“, rief der Weihnachtsmann, als er in der Silvesternacht erwachte, „es geht auch ohne mich. Und wie gut es geht!“
Ja, und seither besorgen die Eltern die Sache mit den Wünschen und Geschenken. Sie machen es genau so gut wie der Weihnachtsmann. Oder fast so gut. Da passt der Weihnachtsmann genau auf. Und manchmal, wenn er doch einmal Lust hat, Weihnachtsmann zu sein, geht er zu den Kindern. Nachts, wenn sie schlafen. Und er schenkt ihnen wunderschöne Träume. Vom Weihnachtsmann und vom Christkind.

© Elke Bräunling

Auch in der Geschichte „Der Weihnachtsmann und seine Gehilfen“ haben die drei Weihnachtsmanngehilfen große Mühe, den schläfrigen Weihnachtsmann aus dem Sessel zu locken. Lest nach, wie sie es dann doch geschafft hatten

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Der kleine Weihnachtsabendstern

Der kleine Weihnachtsabendstern
Ein klitzekleines Weihnachtssternengedicht

Einen kleinen Weihnachtsstern
hab ich vom Bett aus nachts gesehn.
Er funkelte vom Fenster her
und war so wunderschön.
„Freu dich, das Weihnachtsfest ist nah“,
flüsterte er mir leise zu.
„Ich schenk dir einen schönen Traum.
Schlaf gut! Mach deine Äuglein zu!“

© Elke Bräunling

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Das Weihnachtsmärchen und die Märchenfee

Das ganz besondere Märchen zur Weihnachtszeit

Einmal zur Weihnachtszeit wollte eines der vielen Märchen ein ganz besonderes Märchen sein. Ein Märchen, das die Menschen in das geheimnisvolle Weihnachtsland zu verzaubern vermochte. Lange dachte es nach. Ja, ein zauberhaftes Weihnachtsmärchen wollte es sein und nichts anderes. Als die Tage dunkler und kürzer wurden, stahl es sich aus dem Märchenbuch, in dem es seinen Platz hatte, und machte sich auf den Weg zur Märchenfee.
„Bitte, hilf mir!“, bat es die gute Fee. „Mach aus mir ein Weihnachtszaubermärchen!“
„Das ist ein außergewöhnlicher Wunsch“, staunte die Fee.
„Stimmt“, sagte das Märchen. „Ich möchte den Menschen eine Freude bringen, die man nicht kaufen und in bunte Päckchen packen kann.“ Bittend sah es die gute Fee an. „Schau doch zur Erde hinab! Viele Menschen haben so wenig Anlass zur Freude. Ich will ihnen das Leben ein kleines bisschen heller machen.“
Die Märchenfee seufzte. „So ein Märchen gibt es nicht. Oder glaubst du an Märchen?“
Das Märchen nickte. „Ich bin doch selber eins!“
„Du bist hartnäckig. Ich werde darüber nachdenken.“
Die Märchenfee grübelte lange. Dann hatte sie eine Idee.
„Du wirst zur Weihnachtszeit im Traum zu den Menschen kommen. Ein Traumzaubermärchen wirst du sein.“
Das Märchen machte einen Freudenluftsprung.
„Ein Traumzauberweihnachtsmärchen. Wie schön.“ Es war glücklich. „Jetzt bin ich das schönste Märchen auf der Welt und alle werden mich lieb haben.“
Und so war es auch. Das Traumzauberweihnachtsmärchen wurde zum Lieblingsmärchen der Menschen. Ganz besonders der Kinder. Es war überall, wenn man es auch nicht im Fernseher und nicht auf CDs hören konnte. Aber es war da, in den Herzen der Menschen, und es schenkte ihnen in der Weihnachtszeit wunderschöne Träume.
Du kennst es noch nicht? Warte! Bestimmt kommt es auch noch zu dir. Du kannst es weder sehen noch hören, doch es ist da, in der Weihnachtszeit, wenn alles ganz still ist. Psst! Fühlst du es?

© Elke Bräunling

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Klitzekleines Nikolausgedicht

Wann kommst du, Nikolaus?

Hallo du, Nikolaus!
Kommst du auch zu mir nach Haus?
Ich freue mich schon so auf dich!
Wann, Nikolaus, besuchst du mich?

© Elke Bräunling

Nikolausgeschichten und – gedichte findest du HIER:
Schlamperpaule und der Nikolaus
Der kleine und der große Nikolaus
Jule und der Nikolaus mit den Plastiktüten
Mia und die Nikolausüberraschung
Ein seltsamer Wunsch an den Nikolaus
Der kleine und der große Nikolaus
„Wilde Nikolauskerle“ sind unterwegs
Stiefel für den Nikolaus
Zum Belzenickel auf den Hollerberg
Ein Besuch bei Sinterklaas – Ein fröhliches Nikolausfest

Der Nikolaus war da – Gedicht
Fragen an den Nikolaus – Gedicht
Wenn ich der Nikolaus wär‘

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Die Weihnachtswichtel vom Hellerwald

Die Waldwichtel, die auch einmal Weihnachtswichtel sein möchten

Hinten im Hellerwald bei der großen Distelwiese lebten die Waldwichtel Joki, Jon und Jakob. Gemeinsam mit ihrer Freundin Tilla, der kleinen Hexe, führten sie ein schönes Wichtelleben. Dennoch wollten sie auch zu gerne einmal die kleine Stadt am Rande des Waldes besuchen. Voller Sehnsucht starrten sie immer wieder in die Ferne, wo die Menschenhäuser standen und die Menschenkinder lebten.
Die Menschen kannten die vier Freunde gut. Oft waren sie ihnen im Wald begegnet. Manchmal machten auch welche auf ihrer Wiese Rast. Dann hatten Joki, Jon und Jakob einen Riesenspaß, diese Fremden zu belauschen. Alles wollten sie von ihnen wissen: wie sie dachten, wie sie fühlten, was ihnen Spaß machte und was sie ärgerte. Und bald hatten sie vieles von den Menschen, die so viele verschiedene Gesichter hatten, kennen gelernt.
„Die Menschen sind schon komische Wesen“, sagte die kleine Hexe Tilla manchmal, und Joki, Jon und Jakob nickten zustimmend.
“Jaja”, kicherten sie. “Wahnsinnig komisch.”
Wann sie zum ersten Mal von Weihnachten gehört hatten, wusste keiner mehr. Vergessen aber konnten sie dieses Wort nicht. Weihnachten, das klang schön! Viel wussten die vier Waldfreunde nicht über dieses ´Weihnachten´, nur dass es im Winter war, dass es Kerzenlicht gab, Musik, Naschereien und dass sich die Menschenkinder riesig darauf freuten.
“Wir wollen auch Weihnachten haben”, sagte Joki eines Tages. Seine Wichtelfreunde Jon und Jakob nickten zustimmend, und je mehr sie darüber nachdachten, desto schöner stellten sie es sich vor. Und so spitzten sie noch mehr die Ohren. Alles wollte sie über dieses Fest wissen. Und es gab einiges, was sie aufschnappten: Da waren Männer, die ´Weihnachts´-Bäume fällten, Kinder, die Tannenzapfen für die ´Weihnachts´-Krippe sammelten, und die Waldtiere freuten sich auf ihre ´Weihnachts´-Fütterung. Eines Tages dann hörten sie, dass es auch Weihnachtswichtel gab. Die hatten die Aufgabe, Kindern zur Weihnachtszeit heimlich eine Freude zu bereiten.
Joki, Jon und Jakob freuten sich riesenwichtelmäßig darüber. Kindern eine Freude machen? Nichts lieber als das!
„Juchhu, wir haben etwas mit Weihnachten zu tun“, jubelten sie, und sie beschlossen, als Weihnachtswichtel in die Stadt zu gehen.
“Es ist unsere wichtelmäßige Aufgabe, Weihnachten zu machen”, sagte Jakob und tat sehr wichtig dabei.
“Und ich?”, fragte Tilla. “Gibt es auch Weihnachtshexen?”
“Ganz bestimmt”, sagte Jon großzügig. “Oder wie sonst, glaubst du, sollen die Waldwichtel in die Städte kommen? Du musst uns auf deinem Hexenbesen zu den Kindern fliegen.”
“Au fein!” Tilla freute sich, und am nächsten Tag machten sie sich gemeinsam auf den Weg in die kleine Stadt.
Ja, und was dann passierte, ist eine Geschichte für sich. Komisch war nur, dass sich in jenen Tagen viele Bewohner der Stadt mächtig wunderten, weil urplötzlich und klammheimlich kleine Päckchen, die so ein winziges Bisschen nach Wald rochen, vor ihren Haustüren lagen.

© Elke Bräunling

Aus dem Buch:
Adventskalendergeschichten

Taschenbuch:Opas Adventskalender: 31 Adventskalendergeschichten
Ebook: Opas Adventskalender
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Ein Eisblumenstern für die kleine Oma

Ein Eisblumenbild am Fenster schenkt Oma Klein Adventsfreude und neuen Mut

Wie jedes Jahr im Advent sind viele Fenster weihnachtlich geschmückt. Nur das Fenster von Oma Klein, die von allen in der Straße ´die kleine Oma´ genannt wird, ist dunkel und leer. Komisch. Früher hat die kleine Oma immer das schönste Adventsfenster gehabt.
Alle wundern sich. Was ist los mit Oma Klein?
Das fragt sich Oma Klein auch. Sie hat einfach keine Lust, ihr Haus zu schmücken.
„Für wen?“, fragt sie traurig und denkt an ihre Kinder, die weit weg über das große Meer nach Pennsylvania umgezogen sind. Seither fühlt sie sich sehr allein, und das ist kein schönes Gefühl.
„Für mich allein lohnt sich das Schmücken nicht“, sagt Oma Klein. „Es ist ja niemand da, der sich darüber freut.“
Die kleine Oma ist wirklich sehr traurig, doch weil sie über ihren Kummer nicht redet, weiß das keiner.
Keiner? Nun, der Winter ist gar nicht damit einverstanden, dass die kleine Oma so traurig ist, und eines Nachts zaubert er eine Eisblume, die wie ein Adventsstern aussieht, an Oma Kleins kahle Fensterscheibe.
Wie freut sich da die kleine Oma, als ihr morgens der Stern vom Fenster entgegen funkelt!
Ein Wunder? Lange schaut die kleine Oma auf den Stern, und ihr wird warm ums Herz.
„Ich kann mich noch freuen!“, ruft sie und wischt sich ein paar Freudentränen von der Backe. „Schön ist das Leben!“
Da kitzelt ein Sonnenstrahl den Eisblumen-stern. Der blinkt Oma Klein einen Abschiedsgruß zu, dann löst er sich in viele kleine Wassertropfen, die langsam die Fensterscheibe herab rinnen.
„Danke, Wunderstern!“, ruft ihm die kleine Oma hinterher. Dann eilt sie in den Speicher, um den Weihnachtsschmuck zu holen. Viel hat sie heute zu tun: Tannenzweige kaufen, das Fenster schmücken, einen Adventskranz binden und backen. Wie jedes Jahr nämlich will sie die Kinder aus der Straße zum Plätzchen essen, Tee trinken und Geschichten erzählen einladen. Die kleine Oma freut sich darauf, und während sie ihre Vorbereitungen trifft, denkt sie sich neue Geschichten aus, die sie den Kindern in den nächsten Tagen bis Weihnachten erzählen wird.

© Elke Bräunling

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Die Weihnachtsreise, die am Nikolausabend beginnt

Die Weihnachtsreise
Einen wundersamen Traum haben Pia und Pit in eines Nachts im Advent. Sie träumen eine Reise in einem großen Stiefel. Eine Reise mit dem kleinen Weihnachtsgeist „Wunschkind“. Gemeinsam begleiten sie den Weihnachtsmann auf seiner Reise zu den Kindern in vielen Ländern…
Eine Heiligabendgeschichte, die ins Haus des Weihnachtsmannes und in viele Länder auf der ganzen Welt führt und die das „Warten aufs Christkind“ ein bisschen verkürzt

Diese Reise findet Ihr in diesem Buch:


Taschenbuch: Die Weihnachtsreise: Ein Adventsmärchen für 24 Tage
Ebook Die Weihnachtsreise – Ein Weihnachtsmärchen.: Wunschkind, Pia und Pit erleben ein unvergessliches Weihnachtsfest
  Information
Und aus dem Beginn dieses Buches ist diese Geschichte entstanden: Stiefel für den Nikolaus

Einen wundersamen Traum haben Pia und Pit in der Nikolausnacht. Sie träumen eine Reise in einem großen Stiefel. Eine Reise mit dem kleinen Weihnachtsgeist „Wunschkind“. Gemeinsam begleiten sie den Weihnachtsmann auf seiner Reise zu den Kindern in vielen Ländern…
Diese Geschichte ist der Beginn des Buches „Die Weihnachtsreise“, in dem die Geschichte von Pia, Pit und Wunschkind erzählt wird.

Bald ist Nikolaustag. Pia und Pit sitzen in der Küche und polieren Papas Gartenstiefel blitzblank sauber.
„Was macht ihr denn da?“, fragt Mama erstaunt.
„Stiefel putzen“, antwortet Pia. „Siehst du doch!“
„Für den Nikolaus“, sagt Pit.
Mama wundert sich. „Papas Stiefel für den Nikolaus? Und ich dachte schon, ihr wolltet Papa eine Freude machen.“
„E-e-es ist nur, weil…“ Pia weiß nicht weiter.
„Papas Stiefel haben viel mehr Platz für die Nikolausgeschenke als unsere Schuhe“, erklärt Pit. „Da muss der Nikolaus ganz schön viel reinpacken, bis sie voll sind. Schlau, nicht?“
„Und Papa „, fügt Pia schnell hinzu, „muss ja auch mal wieder saubere Schuhe haben.“
„Ihr Schlauberger!“ Mama muss lachen. „Die anderen Kinder werden eure Idee nicht so gut finden. Viel bleibt für sie nämlich nicht übrig, wenn der Nikolaus erst einmal eure großen Stiefel gefüllt hat.“
Pia und Pit überlegen. Ob Mama Recht hat?
„Der Nikolaus-Sack wird nie leer“, meint Pit schließlich. „Der Nikolaus kann nämlich zaubern.“
„Klar. Zaubern.“ Kichernd schlüpft Pia in Papas Stiefel und hampelt wie ein Clown durch die Küche.
Lustig sieht das aus: die kleine Pia in den riesigen Papa-Stiefeln.
„Wie der kleine Däumling in den Siebenmeilenstiefeln“, sagt Mama und lacht auch.
„Wie wer?“, fragen Pia und Pit.
Da erzählt Mama das Märchen vom kleinen Däumling, der den bösen Menschenfresser überlistet und seine Brüder mit den Siebenmeilenstiefeln gerettet hat.
Am Abend kann Pia nicht einschlafen. Immer wieder muss sie an den Menschenfresser aus dem Märchen denken. Nicht auszudenken, wenn der plötzlich vor ihr stände! Uihh!
Pia fängt an zu weinen: „Mama! Papa! Der Menschenfresser! Er ist hier. Bestimmt.“
Mama nimmt Pia in den Arm. „Den bösen Kerl“, tröstet sie, „gibt es nur im Märchen.“
„Wirklich?“ Pia kann es nicht recht glauben.
Pit jedoch ist enttäuscht. „Dann gibt es auch diese Siebenmeilenstiefel nur im Märchen?“, mault er. „Schade. Bestimmt ist das mit dem Nikolaus auch nur ein Märchen!“
„Nein“, sagt Mama. „Den Nikolaus hat es wirklich gegeben. Er lebte vor mehr als 1500 Jahren als Bischof in Myra und hat armen Menschen mit seinen guten Gaben geholfen.“
„Und bald“, fährt Papa fort, „kommt er in der Nacht zu den Kindern und füllt alle Stiefel mit seinen Geschenken. Deshalb müsst ihr nun schnell einschlafen und etwas Schönes träumen. Im Traum nämlich können Wünsche manchmal wahr werden.“ „Ehrlich?“, fragen Pia und Pit aufgeregt.
„Ehrlich“, antworten Mama und Papa. „Aber nur manchmal.“
„Dann will ich jetzt ganz schnell schlafen und vom Nikolaus träumen“, sagt Pia und -schwups- ist sie auch schon eingeschlafen. Ja, und sie träumt auch vom Nikolaus, nein, besser gesagt von den großen Papa-Stiefeln. Die nämlich stehen auf dem Fensterbrett und sind leer. Doch daneben liegen viele kleine bunte Geschenke: Äpfel, Orangen, Nüsse, Lebkuchen, Süßigkeiten, zwei Schokoladenikoläuse, ein Bilderbuch und eine kleine Stoffpuppe mit einem Wuschelkopf, buntem Pullover, Jeans, Turnschuhen und einem fröhlichen Grinsen im Gesicht.

© Elke Bräunling

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Nikolaus hilft in der Not

Manchmal hat auch ein Nikolaus seine Not

Wieder einmal gab es Streit zwischen Julia und ihren Brüdern Tom und Tobias. Julia hatte heute nämlich den Nikolaus in der Stadt gesehen, doch ihre Brüder glaubten es ihr nicht.
„Dumme Nuss“, spottete Tobias. „Es gibt keinen Nikolaus.“
Auch Tom kicherte. „Der verkleidete Nikolauskerl macht bloß Reklame für die Kaufhalle.“
Das wollte Julia nicht hören. „Es gibt ihn, den Nikolaus“, sagte sie. „Für alle ist er da. Und armen Menschen hilft er in der Not. Das weiß jeder.“
„Höhö!“, johlten Tom und Tobias. „Bist du denn ein armer Mensch in Not?“ Dann schubsten sie Julia unsanft hin und her und lachten.
„Ihr seid gemein, gemein, gemein“, heulte Julia. „Und das sag ich auch dem Nikolaus. Der hilft mir. Ihr werdet es schon sehen!“
Sie riss sich los und machte sich auf den Weg zum Nikolaus. Unterwegs sah sie viele Nikoläuse: In den Schaufenstern standen sie aus Schokolade und Lebkuchen, auf Bildern und Weihnachtsdekorationen lachten sie ihr entgegen, und vor dem Supermarkt stand ein Plastik-Nikolaus, der sich ein um das andere Mal verbeugte.
Vor der Kaufhalle fand Julia endlich den echten Nikolaus mit einem roten Mantel, weißem Bart und einem prall gefüllten Nikolaussack.
Fröhlich lächelte Julia dem Nikolaus zu. Der aber blickte gar nicht fröhlich drein. Traurig sah er aus und müde, und eine rote Frostnase hatte er auch. Frierend schenkte er den Leuten, die an ihm vorbei drängelten, bunte Prospekte. Die Leute aber schienen sich darüber nicht zu freuen. Sie stießen ihn zur Seite, schubsten, lachten oder riefen hässliche Worte.
‚Wie Tom und Tobias‘, dachte Julia. ‚Armer Nikolaus!‘
Zaghaft lächelte sie ihm wieder zu, und nun lächelte der Nikolaus zurück.
Da fasste sich Julia ein Herz. Sie ging zu ihm hinüber und fragte:
„Kannst du mir helfen?“
Der Nikolaus sah sie ungläubig an. „Ich? Dir helfen?“
Julia nickte. „Du hilfst doch allen in der Not, oder?“
Da lachte der Nikolaus bitter auf. „Ich könnte selbst Hilfe brauchen“, sagte er dann.
Julia konnte es nicht fassen. „Du brauchst Hilfe? Du bist doch nicht arm und schwach, Nikolaus. Oder?“
Der Nikolaus blickte erstaunt auf. „Bist du denn arm und schwach?“, fragte er.
Julia nickte. „Und wie“, sagte sie und erzählte von ihrer Not mit Tom und Tobias.
Der Nikolaus nickte. „Ich kann dich gut verstehen. Aber ich bin nicht der Nikolaus. Tut mir leid.“
Julia erschrak. „Aber warum stehst du denn hier?“
„Weil ich Geld für mein Studium verdienen muss“, antwortete der Nikolaus.
„Geld?“, fragte Julia verständnislos. „Studium?“
Da erzählte der Nikolaus, der kein Nikolaus war, dass er die Miete für sein Zimmer nicht mehr bezahlen konnte.
„Und deshalb“, schloss er, „habe ich diesen Job als Nikolaus. Doch es macht keinen Spaß.“ Er griff in den Sack und reichte Julia ein Reklameblatt. „Das passt nicht zum echten Nikolaus, oder?“
„Nein“, sagte Julia, „das passt nicht.“
„Übrigens, ich heiße Peter“, sagte der Nikolaus.
„Ich bin Julia“, sagte Julia. Sie war enttäuscht. „Schade“, sagte sie, „dass du nicht echt bist. Jetzt lachen mich Tom und Tobias wieder aus.“
Da lächelte der Peter-Nikolaus. „Komm!“, sagte er und fasste Julia an der Hand. „Ich mag kein Reklame-Nikolaus mehr sein. Und die Sache mit deinen Brüdern, hm, vielleicht kann ich dir ja doch helfen.“
Dann gingen Julia und der Peter-Nikolaus nach Hause.
Tom und Tobias staunten nicht schlecht, als Julia einen Nikolaus, der recht grimmig dreinblickte, mitbrachte. Ein bisschen bekamen sie es nun doch mit der Angst zu tun.
„Der Nikolaus“, erklärte Julia, „hilft mir, weil ich arm und schwach bin.“
„D-du b-bist arm und schwach?“, stotterte Tom, und Tobias rief:
„Du hast doch uns, wenn du Hilfe brauchst.“
Da mussten Julia und der Peter-Nikolaus lachen.
„Na ja“, meinte Peter und zog sein Kostüm aus. „Ihr seid nicht arm und schwach, und ich bin kein Nikolaus. Aber es muss ja nicht immer ein Nikolaus sein, der hilft, oder?“
„Nein“, riefen Tobias und Tom wie aus einem Mund.
„Helfen“, meinte Tobias, „kann jeder. Dazu braucht man keinen Nikolaus.“
„Stimmt“, sagte Julia leise, „es muss nicht immer der Nikolaus sein.“
Und sie musste auf einmal an Oma und ihr großes Haus denken. Ob sie nicht ein Zimmer an Peter vermieten könnte? Julia überlegte. Dann wäre Oma auch ein Helfer in der Not. Gleich morgen, nahm sich Julia vor, würde sie sie fragen. Hoffentlich sagte Oma „ja“!

© Elke Bräunling

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Schlamperpaule und der Nikolaus
Der kleine und der große Nikolaus
Jule und der Nikolaus mit den Plastiktüten
Mia und die Nikolausüberraschung
Ein seltsamer Wunsch an den Nikolaus
Der kleine und der große Nikolaus
“Wilde Nikolauskerle“ sind unterwegs
Stiefel für den Nikolaus
Zum Belzenickel auf den Hollerberg
Ein Besuch bei Sinterklaas – Ein fröhliches Nikolausfest

Der Nikolaus war da – Gedicht
Fragen an den Nikolaus – Gedicht
Wenn ich der Nikolaus wär’

 

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