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Elkes Kindergeschichten

Das Leben ist voller Geschichten. Jeder Lebensmoment vermag eine Geschichte in sich zu verbergen oder laut herauszurufen oder leise in sich hinein zu weinen oder bunt zu zeichnen, zu singen, zu träumen…


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Kindergeschichten rund durch den Tag und das Jahr. Nach dem Sommer meldet sich Herr Herbst erst stürmisch und nebelig, dann besinnlich und adventlich mit vielen Geschichten und Bildern zu Wort. Ihm folgen Herr Winter und die verrückten Faschingstage, der Frühling wagt sich endlich auch aus seiner Winterschlafpause, ja, und weil die Tage und Monate rasen, ist der Sommer schon wieder da, Ferien kommen und gehen, ja, und schon winkt der Sommer uns wieder zum Abschied zu und gibt lächelnd das Zepter erneut weiter an den grimmigen Herrn Herbst. Und so fängt wieder alles von vorne an mit neuen Geschichten, Märchen und Gedichten …

Immer wieder zieht hier eine weitere Geschichte in das neue Blog-Zuhause von Elkes Kindergeschichten ein. So werden nach und nach die Texte aus dem alten Blog von der einstigen Plattform blog.de hier ihre neue Heimat finden.
Es handelt sich um viele Geschichten und Märchen aus vergriffenen Büchern und/oder Zeitschriften/Zeitungen, (von denen heute keiner mehr redet,) die gerne noch weiter leben wollen. Ja, und auch NAGELNEUE Geschichten und Gedichte wird es hier nach und nach und nach geben. Es bleibt also spannend.

Die fröhlichen Herbstgeister, die Advents- und Weihnachtswichte, die Schneezwerge, Frühlingselfen und Sommerfeen und viele viele viele andere Freunde aller Kinder, die sich hier im Blog in Geschichten, Märchen und Gedichten verstecken, freuen sich sehr über Euren Besuch

Seid herzlich Willkommen, liebe Besucher, und fühlt Euch wohl hier!

Geschichten, Märchen und Gedichte zu bestimmten Monaten und Jahresfesten findet Ihr ganz leicht auf der rechten Seitenleiste im ARCHIV oder wenn Ihr nach Stichworten Eure Themen sucht in der Schlagwörterwolke oder im Feld SUCHE

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21. Dezember 2016 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Gutenachtgeschichten, Herbstgeschichten, Sommergeschichten, Traumgeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , | 4 Kommentare

Das Gespenst im Fliederbusch

Was raschelt da im Fliederbusch? Ein kleiner Schreck am Nachmittag

„Huch!“
Großtante Emilie schrak zurück und ließ das Buch mit der Tom-Sawyer-Geschichte, aus dem sie gerade vorgelesen hatte, fallen. Ihre Wangen waren blass geworden.
„Was ist los?“, fragte Anton, der neben ihr am Tisch vor dem Gartenhaus saß und malte.
„D-d-da ist jemand. I-ich habe es genau gehört. Es hat geraschelt“, stammelte Großtante Emilie und deutete auf den alten Fliederbusch, der seinen Platz neben dem Gartenhaus hatte.
„Wo?“ Anton blickte auf. „Hinter dem Gartenhaus? Ich höre nichts.“
„I-ich weiß nicht. A-aber ich meine, von dort her ist es gekommen.“
Die Großtante wischte sich über die Augen, lauschte. Nichts. Ja. Nun hörte auch sie nichts mehr. Tief atmete sie durch.
„Ich muss mich wohl geirrt haben.“
„Vielleicht ist es ein Einbrecher“, überlegte Anton. „Oder ein Mörder, der uns gleich totmachen wird.“ Und als er sah, wie Großtante Emilie noch blasser um die Nase wurde, fügte er tröstend hinzu: „Vielleicht ist es auch nur ein Geist und vor Geistern muss man sich nicht fürchten. Hast du selbst mal vorgelesen. Weißt du noch, in dem Buch vom kleinen Gespenst.“
„G-gespenst? Was meinst du da? Es hat doch bloß im Fliederbusch geraschelt.“ Tante Emilie schüttelte den Kopf, lächelte aber nun. „D-das du mich aber auch immer so erschrecken musst, du Lausekerl.“
Auch Anton grinste. „Stimmt. Gespenster sitzen nicht in Fliederbüschen.“ Er sah die Tante schief an. „Mörder aber wohl. Oder?“
„Unsinn! Worüber reden wir hier eigentlich? Vielleicht wollte ich auch nur testen, ob du mir überhaupt noch zuhörst oder ob du beim Malen nicht längst in eines deiner Traumländer weiter gewandert bist.“
Ertappt! Antons Wangen röteten sich.
„Ich … ich wollte nur ein bisschen …“
Er kam nicht weiter, denn wieder war Großtante Emilie zusammengezuckt. Mit einem lauten Aufschrei nun.
„Da!“, schrie sie gellend und deutete auf den Fliederbusch. „Da war es wieder. Und es ist auch immer noch da. Hörst du es?“
Auch Anton war blass geworden. Klar, dieses Rascheln war nicht zu überhören. Und wie nah es war! Keine fünf Schritte entfernt hockte dieser Einbrecher oder Mörder oder Geist neben ihnen im Busch und beobachtete sie. Aber wie lange noch? Wann würde er aus seinem Versteck heraus preschen und über sie herfallen? Ob es einen Sinn machte, aufzustehen und schnell ins Haus zu laufen, um Hilfe zu holen? War das noch zu schaffen? Was, wenn dieser grässliche Kerl ihm den Weg versperrte und …
Da! Wieder dieses Rascheln und ein schwarzes Monster huschte durchs Laub und schoss pfeilschnell in die Luft. Ein Monster mit Vogelfedern und einem orangeroten Schnabel.
„Ein Vogel!“, rief Anton und er wusste nicht, ob er enttäuscht oder erleichtert sein sollte.
„Eine Amsel!“, freute sich Großtante Emilie. „Bestimmt hat sie ihr Nest im Busch. Ha! Dass sie uns aber auch so erschrecken konnte. Was sind wir zwei doch für Hasenfüße!“
Hm! Vor einer Amsel hatte er sich gefürchtet? Wie peinlich das war!
Und während sich Großtante Emilie über ein Amselnest im Fliederbusch freute, beschloss Anton, dazu erst einmal nichts zu sagen. In sein Bild aber malte er mit energischen Strichen schnell noch einen großen Busch mit dichtem Laub und einem Kopf, der sich dahinter zu versteckte. Einen grausig schwarzen Vogelmonsterkopf, und der war nun wirklich zum Fürchten.

© Elke Bräunling

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30. April 2017 von Elke
Kategorien: Auf dem Land, Baumgeschichten, Familiengeschichten, Frühlingsgeschichten, Kindergeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Die Hexe Agnes

Wie ist das mit den Hexe und wer ist eine Hexe und gibt es sie überhaupt?

Es war kühl in dieser Frühlingsnacht. Zu kühl, wie Lara, Konstantin und Johannes, die im Garten hinterm Fliederbusch kauerten und zum Nachbarhaus starrten, fanden. Sie froren nämlich erbärmlich.
„Mir ist kalt“, jammerte Lara.
„Ist ja auch eine doofe Idee, hier stundenlang hinter den Büschen herumzuliegen“, knurrte Johannes. „Ich sage es ja schon die ganze Zeit: Es gibt keine Hexen.“
„Und ich sage euch die ganze Zeit, dass es sie doch gibt. Und die Agnes ist eine davon.“ Konstantin war sich da sicher.
„Sie sieht aber gar nicht wie eine Hexe aus“, knurrte Lara.
„Klar“, wusste Konstantin. „Das ist ja das Fiese bei den Hexen. Man sieht es ihnen nicht an.“
„Du spinnst doch!“ Lara war aufgestanden. „Das mit den Hexen ist überhaupt eine doofe Sache. ‚Aberglaube‘ ist es, sagt meine Mutter und meine Oma ist stinksauer, wenn bei uns einer etwas von Hexen sagt. Es ist, sagt sie, eine ganz fiese Dis … Dis … Diskrimel …“
„Diskriminierung meinst du?“, fragte Johannes, der Meister Oberschlau.
Konstantin lachte und Lara nickte.
„Genau das. Weil man Frauen damit schlecht macht, die gar nichts Schlechtes getan haben“, erklärte sie.
„Ha!“, lachte Konstantin wieder. „Gleich werdet ihr sehen, dass das Quatsch ist. Gleich nämlich wird die geile Agnes auf ihren Besen steigen und zum Hexenberg reiten.“
Johannes lachte nun auch. Aber es war ein spöttisches Lachen. „Und unterwegs verwandelt sich ihre Nase in eine Hexenhakennase und sie kriegt einen Buckel, damit sie beim Treff mit den anderen Hexen auch wie eine aussieht? Hehe!“
„Warum nicht?“, knurrte Konstantin, der die Idee, in dieser Nacht eine echte Hexe zu sehen, toll fand und deshalb nicht auf dieses Erlebnis verzichten mochte. „Die Agnes ist bestimmt eine. Mein Vater sagt immer, ihr Garten sähe aus wie ein Hexenkräutergarten. Und arbeiten tut sie auch nichts.“
„Wenn das mal kein Vorurteil ist!“, meinte Johannes.
„Die Kräuter braucht sie zum Kochen. Und für leckere Tees“, sagte Lara. „Die schmecken echt superlecker. Und die verkauft sie mit tollen Rezepten und ihren Kochbüchern dann im Internet. Ich sag euch, sie arbeitet sogar ziemlich viel, die Agnes. Auch nachts, wenn alle schlafen.“
„Klar“, murmelte Konstantin. „Das machen Hexen so.“
„Bestimmt schreibt sie auch jetzt gerade wieder ein neues Kochbuch, wetten?“
„Gut geraten, Lara!“ Eine fröhliche Stimme schrak sie aus ihren Flüsterten. Sie kam von hinten, die Stimme. „‚Meine hundert Pfannkuchenrezepte mit Kräutern‘, so lautet das neue Buch, das ich schreibe.“
Es war die Agnes, die eine Hexe war und sich fies gemein an sie herangeschlichen hatte. Gleich würde sie sie mit einem Zauberspruch in Steinfiguren verwandeln und dann auf ihren Besen steigen und zum Blocksberg davon zischen. Jede Wette.
„Sagt, ihr Drei! Ich habe gerade einen Walpurgistee aus frischen Frühlingskräutern aufgebrüht. Der wärmt auf! Es ist doch noch sehr kalt heute Abend“, fuhr diese Hexe Agnes mit einem Lachen in der Stimme fort. „Habt ihr Lust auf einen Becher?“
Es dauerte einen langen Moment, bis sich die Kinder vom ersten Schreck erholt hatten. Dann aber nickten sie.
„Au ja!“, rief Lara. „Deine Tees schmecken immer sehr lecker.“
„Danke!“, murmelte Johannes. „Es ist doch ziemlich kalt, hier draußen auf den Mai zu warten.“
„Na ja!“, brummte Konstantin. „Einen Becher könnte ich auch trinken. Aber nur einen.“
Der, so dachte er insgeheim, würde sicher nicht schaden. Aber mal ehrlich, sie war doch eine Hexe, die Agnes. Oder wie sonst war es ihr gelungen, sich so leise an sie heran zu schleichen?

© Elke Bräunling

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29. April 2017 von Elke
Kategorien: Auf dem Land, Frühlingsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Hexennacht

Hexennacht

Heut tanzen sie wieder
um Mitternacht
hoch am Berge
den schaurigen Tanz.

Heut fliegen sie wieder
mit finstrer Macht,
sind übel am Werke,
vergessen sich ganz.

Heut dürfen sie wieder,
nur heute Nacht:
Durch Lüfte reiten,
fluchen und streiten,
kichern und necken,
spuken, erschrecken,
heulen und lachen
und Gruselkram machen.

Ja, heute Nacht
geht’s gruselgrausgespenstischhexenzaubergeisterhaft zu.
Doch ab morgen
ist für ein Jahr
wieder Ruh.

© Elke Bräunling

Ein weiteres Gedicht zur Hexennacht findest du hier: Walpurgisnacht

27. April 2017 von Elke
Kategorien: Auf dem Land, Frühlingsgeschichten, Kindergedichte, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , | 2 Kommentare

Die Sache mit dem Vergessen

Vergessen ist nicht schlimm, oder? IMG_3332

„Hast du an die Einladung bei den Weidmanns heute Abend gedacht?“, fragt Mama Papa beim Frühstück. „Ich besorge einen Blumenstrauß. Denkst du an den Wein?“
„Welchen Wein?“ Papa sieht von seinem Handy auf, in das er gerade eine SMS an Irgendwen getippt hatte. „Und welche Einladung?“
Mama seufzte. „Sag bloß, du weißt nicht, dass die Weidmanns heute ihre Silberhochzeit feiern? Seit Wochen reden sie über nichts anderes und du …“
Nun seufzte auch Papa. „Oh je!“, sagte er. „Das habe ich ganz vergessen. Und eigentlich habe ich auch gar keine Lust auf dieses Fest. Können wir nicht …“
„Nein“, sagte Mama. „Wir können nicht absagen.“ Ihre Augen funkelten. „Warum nur vergisst du immer diese Dinge besonders schnell, die du nicht unbedingt gerne haben magst?“
Papa hob beschwichtigend die Arme. „Schon gut. Schon gut. Gehen wir auf dieses Fest. Friede?“
„Friede.“ Mama nickte. Aber man sah ihr an, dass sie sich ärgerte. Sie ärgerte sich immer, wenn Papa etwas vergaß. Das tat er nämlich wirklich nur bei Dingen, die er nicht leiden mochte oder von denen er hoffte, dass Mama sie auch vergessen würde.
Mama aber hatte ein Gedächtnis wie ein Elefant. Nie vergaß sie etwas. Na ja. Fast nie.
„Wo hast du deine Schultasche?“, fragte sie Karla nun. „Und was schreibst du jetzt beim Frühstück noch in dein Heft?“
„Das Ende vom Aufsatz“, sagte Karla und schrieb weiter. „Das habe ich gestern vergessen, fertig zu schreiben.“
„Wie kann man ein Ende vergessen?“, knurrte Mama. „Du weißt, dass …“
Sie redete nicht weiter, aber sie seufzte wieder. Lauter nun. „Was seid ihr nur vergesslich!“
Sie wandte sich zu Anton, der in seinem Müsli herumstocherte.
„Und was hast du heute vergessen, mein lieber Anton?“, fragte sie und es sollte wie ein Scherz klingen.
Anton zog den Kopf ein. „So’n bisschen ‚was“, murmelte er, ohne Mama anzusehen.
„Ein bisschen? Was ist ein bisschen?“
„Naja“, sagte Anton und starrte noch tiefer in sein Müsli. „Das mit dem Diktat heute habe ich vergessen. Echt ehrlich. Und meine Brotdose finde ich auch nicht. Ich glaube, ich habe sie gestern bei Kai liegen gelassen. Ja, und Philipps Mutter kann uns heute nicht zur Schule fahren. Das Auto ist in der Werkstatt.“
„Sie kann euch nicht fahren? Ja, wie kommt ihr denn dann in die Schule?“ Mama sprang auf. „Warum sagst du mir das erst jetzt?“
Kläglich sah Anton Mama an. „Das …das habe ich auch vergessen.“
„Herrgottnochmal! Wo habt ihr nur alle eure Köpfe?“
Mama war aufgesprungen und sah Papa, Karla und Anton wütend an.
„Was Zuverlässigkeit betrifft, so kann man euch alle manchmal echt vergessen. Wo habt ihr nur eure Gedanken? Nichts als Ärger hat man mit eurer Vergesslichkeit. Und jetzt beeilt euch. Ich fahre euch zur Schule und … Ach was! Los! Los! Beeilt euch.“
Opa, der die ganze Zeit schweigend auf sein Marmeladenbrot und das Frühstücksei gestarrt und noch nichts davon gegessen hatte, hob den Kopf.
„Sonntag“, sagte er nun. „Es ist doch Sonntag heute. Warum habt ihr es alle so eilig?“
„Nein“, antwortete Mama und ihre Stimme klang auf einmal sehr sanft. „Übermorgen ist Sonntag. Heute ist Freitag und nachher hast du eine Verabredung mit deinem Freund Andreas im Klostercafé.“
„Andreas? Andreas wer?“ Opas Augen glitten unruhig über den Frühstückstisch, dann erhellte sich seine Miene. „Ach, der Andreas. Den kannte ich schon, als er ein kleiner Bub war. Aber das mit dem Sonntag, das hatte ich doch tatsächlich vergessen.“
Er lachte unbeholfen und Mama, Papa, Karla und Anton lachten mit. Auch unbeholfen. Und vorsichtig. Opa vergaß in letzter Zeit so viele Dinge, die man eigentlich nicht vergessen sollte.
„Mach dir nichts daraus“, tröstete Mama ihn. „Jeder kann sich einmal irren.“
„Stimmt“, rief Anton schnell. „Jeder kann sich einmal irren. Auch Kinder können das und keiner muss sich deswegen ärgern. Klar?“
„Klar“, sagten da alle wie aus einem Munde und mehr gab es dann dazu auch nicht mehr zu sagen.

© Elke Bräunling

Das passende Buch zur Geschichte und zum Thema ‚Vergessen‘

Natali Mallek, die Gründerin des großartigen Portals „mal-alt-werden.de“, hat zu diesem Thema ein feines Buch herausgebracht, das sicher viele Leser interessiert: Das große Praxisbuch – Gedächtnistraining für Senioren

Das große Praxisbuch – Gedächtnistraining für Senioren

26. April 2017 von Elke
Kategorien: Erinnerungen, Familiengeschichten, Geschichten über Gefühle, Kindergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Die kleine Waldmaus, die Veilchen und die Liebe

Frühling ist so schön wie Liebe … Oder umgekehrt … oder beides?

Irgendwie, fand die kleine Waldmaus, war der Weg zur Waldwiese in diesen Tagen weiter als sonst. Es war das erste Mal, dass sie die Wiesentiere nach dem langen Winterschlaf besuchen wollte. Sie hatte es eilig, die Freunde wieder zu sehen und vielleicht auch neue Freunde kennen zu lernen. Dennoch kam sie nur langsam voran. Es gab unterwegs so viele wunderfeine Dinge zu bestaunen. Der Frühling war aber auch so schön. Er verwandelte den grauen Winterwald in einen hellen Frühlingswald. Überall verteilte er duftige Farbtupfer. Kleine hellgrüne Blättchen schmückten die kahlen Äste der Bäume und Büsche. Die Schlehen und Wildkirschen trugen cremeweiße Blütenbrautkleider. Die Zweige der Lärchen schimmerten lindgrün im Licht der Sonnenstrahlen. Auch am Boden blühte und grünte es ringsum. Und wie köstlich süß es duftete!
Die kleine Waldmaus staunte und staunte. So viel gab es zu sehen!
„Der Frühling, von dem Opa Maus erzählt hat, ist wirklich ein netter Kerl“, murmelte sie. „So schön hell und bunt schmückt er den Wald.“
Wieder blieb sie stehen und blickte sich um. Die blauen Waldblümchen mit den kleinen Blütenköpfen, dufteten die heute nicht besonders süß?
„Das sind Veilchen“, hatte Opa Maus erklärt. „Die Menschen lieben sie besonders. Wegen ihres Duftes und wegen der Liebe.“
Die kleine Waldmaus schnupperte. Duft? Das konnte sie verstehen. Immer wieder könnte sie ihre Nase in die kleinen Blütenköpfe tauchen und schnuppern, schnuppern, schnuppern.
„Hm!“, machte sie und schloss die Äuglein. „Man könnte sie glatt aufessen, so fein duften sie. Duft ist süß und süß schmeckt lecker.“ Sie überlegte. „Was aber ist Liebe? Schmeckt sie auch süß und lecker?“
Irgendwann vor dem langen Winterschlaf, erinnerte sie sich nun, hatte sie diese Liebe schon einmal getroffen. Da waren diese beiden Menschen gewesen, der Mann und die Frau. Beim weißen Stein war das gewesen, wo die kleine Waldmaus ein Schlafpäuschen gemacht hatte. Dort hatten sich die beiden Menschen ins Gras gesetzt und die Arme ineinander verschlungen. Und geseufzt hatten sie und ihre Münder aufeinander gelegt und so nett geschmatzt, dass der kleinen Waldmaus das Wasser im Munde zusammen gelaufen war. Und manchmal haben sie „Liebe!“ und „Ich liebe dich“ gesagt. Ihre Stimmen hatten dabei so sanft und zart geklungen, dass die kleine Waldmaus diese Liebe gleich sehr mochte.
„Liebe ist auch etwas Schönes“, sagte sie nun. „Genau so schön wie der Frühling und so süß wie der Duft dieser blauen Veilchen-Blümchen.“
Sie seufzte und ihr kleines Mauseherz schlug mit einem Mal ein bisschen schneller als sonst. Und das fühlte sich gut an. Fast so gut wie sich warme Sonnenstrahlen im kühlen Mausefell anfühlten. Oder gar noch besser?

© Elke Bräunling

25. April 2017 von Elke
Kategorien: Blumengeschichten, Frühlingsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Kindergeschichten, Märchen, Tiergeschichten, Waldgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Danke, Mama – Muttertagsgeschichten

Danke, Mama!

Wenn ich traurig bin,
wischst du mir die Tränen weg
und hältst mich in deinen Armen
kuscheltrostwarm.
Du bist für mich da.
Danke, Mama!

© Elke Bräunling

 

Geschichten zum Muttertag findest du hier
Muttertag und weiße Nelken
Jeder Tag ist Muttertag
Bist du eine Mutter?
Ein Bild zum Muttertag
Muttertag in unserer Familie
Ein Rosenstrauß für Oma
Frau Berger lächelt
Die Muttertagstasse
Hochzeitssuppe und falscher Hase
Ein Herz für Mama
Ruhetag für Mama
Der Familientag
Der große Blumentag
Mia und das liebevolle Geschenk für Mama
Die richtigen Blumen für Mama
Mias Traum von den Blütenkindern
Der kleine Bär und der Blumenstrauß

Muttertagsgedichte
Danke, Mama – Muttertagsgeschichten
Ein bisschen so wie du: Für Mama, Papa, Oma und Opa
An jedem Tag im ganzen Jahr

24. April 2017 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Freundschaftsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Gutenachtgeschichten, Märchen, Naturgeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Rhabarber oder Weintrauben?

Im Frühling gibt’s Rharbarer – und man kann nicht immer alles essen

Oma schrieb eine Einkaufsliste. Fürs Festessen am Sonntag. Viele leckere Speisen standen für dieses Mahl auf ihrem Plan. So lecker, dass es Spaß machte, ihr beim Planen zuzusehen. Und deshalb blieben alle mit gespannten Mienen am Abendbrottisch sitzen und lauschten. Die Liste war auch gleich voll mit Ideen und man konnte glatt Hunger kriegen alleine vom Zuhören. Was für Köstlichkeiten! Hmm!
„Und zum Nachtisch gibt es Rhabarberkompott. Punkt.“
Mit Schwung setzte Oma einen Punkt unter die Liste in ihrem Einkaufszettel.
„Seit wann setzt du einen Punkt auf deine Einkaufsliste?“, erkundigte sich Opa.
Oma schob sich die Brille zurecht. „Das wird gleich kommen“, sagte sie und ihre Worte klangen mehr als rätselhaft.
Opa starrte Oma nichts begreifend an, doch da kam es auch schon.
„Rhabarber ist doof und viel zu sauer“, maulte Papa los. „Den mochte ich noch nie. Wie wäre es denn mit Erdbeeren?“
„Die sind noch nicht reif“, sagte Oma.
„Kirschen?“, rief Johannes.
„Die sind es auch nicht“, antwortete Oma.
„Äpfel?“, versuchte es Opa.
„Die blühen noch. Die Bäume.“ Oma blieb hart.
„Weintrauben“, schlug Mama vor. „Es gibt zu einem Festessen nichts Besseres als Weintrauben, dazu ein bisschen Käse. Hm. Lecker.“ Sie schloss genießerisch die Augen.
„Au ja, Weintrauben.“ Die kleine Klara jubelte. „Trauben sind mein liebstes, mein allerliebstes Obst.“
„Fein.“ Oma legte den Einkaufszettel beiseite. „Dann verschieben wir unser Fest in den Herbst. Dann gibt es Weintrauben satt.“ Sie warf Opa einen nicht ganz so freundlichen Blick zu. „Und auch Äpfel.“
„Ich meinte ja nur“, brummte Opa und Klara rief:
„Ich habe gestern beim Einkaufen ganz viele Weintrauben gesehen.“
„Aus Südafrika oder Australien?“, erkundigte sich Oma mit sanfter Stimme.
„Nein. Vom Markt“, sagte Klara.
„Ja, ja, ich hörte davon“, sagte Oma. „Diese Weintrauben werden noch unreif irgendwo im Südteil unserer Erde geerntet und teuer gekühlt und mit Flugzeugen hierher zu uns transportiert. Was für eine Energieverschwendung! Wie verwöhnt wir Menschen doch sind!“
„Nun mach mal einen Punkt, Mama!“, sagte Mama zu Oma. „Die Welt geht doch nicht davon unter, wenn wir uns einmal im Frühling ein paar Weintrauben leisten. Oder?“
„Nein“, sagte Oma. „Nur wenn jeder so denkt und handelt, geht sie eines Tages vielleicht doch unter und …“
Sie sagte noch viel dazu, so viel, dass keiner mehr Lust hatte auf Weintrauben aus Südafrika oder Erdbeeren und Kirschen aus Spanien oder Äpfel vom letzten Jahr, die in teuren Kühlhäusern überwinterten. Eine Rharbarbertorte mit Rhabarber aus dem Garten und Sahne und Zuckerguss schmeckte ja auch sehr fein.

© Elke Bräunling

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22. April 2017 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Frühlingsgeschichten, Kindergeschichten, Naturgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Die Maiwanderung und die Sache mit den Hexen

Eine Geschichte zu Vorurteilen, Aberglaube, Hexenverfolgung – und natürlich von einer Wanderung durch den Maienwald

Endlich ist der Mai gekommen und Mia und Max haben sich für heute Regenwetter gewünscht. Wegen der Maiwanderung. Die beiden mögen nämlich nicht gerne stundenlang durch den Wald laufen. Doch ihr Wunsch ist nicht in Erfüllung gegangen, und seit dem frühen Morgen wandern sie – murrend – mit ihren Eltern auf einen Berg.
”Ah, ist das nicht herrlich?”, ruft Mama. ”Wie gut es hier duftet im Maienwald!”
”Nach Wald”, murrt Max.
”Wartet, bis wir oben sind”, sagt Papa. ”Da steht eine interessante Burgruine.”
Max wird neugierig. ”Ist das eine echte Ritterburg gewesen mit Rittern und Drachen und Prinzessinnen?”
”Ich glaube schon”, meint Papa.
”Das ist doch bloß ein Haufen alter Steine”, meckert Mia.
„Nicht weit von der Burg soll es eine Waldlichtung geben, die einmal ein Hexentanzplatz gewesen ist”, lockt Mama.
”Ein Hexentanzplatz?”, fragt Mia aufgeregt. ”Uih, ist das spannend. Treffen sich hier die Hexen und feiern Walpurgis?“
Und Max ruft: ”Tanzen sie da nachts auf ihren Besen?“
”Keine Ahnung.” Papa zuckt mit den Achseln. ”Das ist nur eine Sage.”
”Außerdem”, sagt Mama, ”sind Hexen eine Erfindung der Männer damals. Weil sie sich ärgerten, dass Frauen in der Heilkunde mehr Wissen besaßen als sie.”
Mia und Max sind enttäuscht. ”Dann ist das gar kein echter Hexentanzplatz?”
”Vielleicht haben sich die weisen Frauen damals dort getroffen und ihr Wissen untereinander ausgetauscht”, überlegt Mama.
”Ja”, grinst Papa, ”auf Besen sind sie hier herauf geritten und haben mit dem Teufel ums Feuer getanzt.”
Mia bleibt vor Staunen der Mund weit offen stehen.
Mama aber stößt Papa verärgert in die Seite. „Das sind dumme Geschichten. Es gibt keine Hexen und es hat nie welche gegeben, doch wegen des Aberglaubens mussten früher viele Frauen sterben. Das ist ein sehr trauriges Kapitel in unserer Geschichte.“ Mama schluckt.
”Sterben?”, fragt Mia kleinlaut. ”Warum?”
”Das geht ganz einfach”, erklärt Mama. „Stell dir vor, du magst Evi nicht leiden. Also sagst du laut: ´Evi ist eine Hexe´. Ja, und dann kommt die Polizei und verhaftet sie. Es gibt ein Hexengericht. Du schwörst, dass Evi eine Hexe ist, und schon wird sie als Hexe zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Und nur, weil du Evi nicht leiden magst.“
Mia ist empört. ”Das würde ich nie tun. Evi ist doch keine Hexe!”
”Na ja”, spottet Max. ”Ein bisschen wie eine Hexe sieht sie ja schon aus. Mit der langen Nase!”
”Siehst du”, sagt Mama, ”schnell geht das mit den Vorurteilen. Und so ist es auch damals gewesen. Jeder konnte eine Frau als Hexe anzeigen, aus welchem Grund auch immer. Und nie hat man den Frauen geglaubt.”
”Aber es war gelogen, oder?”, fragt Max, und Mia fasst nach Papas Hand.
”Mama hat recht”, sagt Papa. ”Hexen sind nur Märchenfiguren. Das, was die Leute damals in der Hexenverfolgung mit den Frauen getan haben, ist falsch und ungerecht gewesen. So einen Unfug gibt es heute nicht mehr.”
”Nein”, meint Mama leise. ”Heute zerstören die Leute einander auf andere Weise.” Sie schüttelt sich. ”Was reden wir da eigentlich? Es ist so ein schöner Tag!”
Mia und Max nicken. Von Hexen möchten sie heute nichts mehr hören. Und diesen komischen Hexentanzplatz möchten sie auch nicht sehen. Eine Burgruine ist spannender. Vielleicht gibt es da sogar ein echtes Verlies?

© Elke Bräunling

Mehr zu Hexen und Hexennachtbrauchtum findet ihr in dieser Geschichte mit dem begleitenden Sachtext: Der April und die Hexe
Dazu passt auch das Gedicht Walpurgisnacht

Aus dem Buch: WALDGESCHICHTEN

Taschenbuch: Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Wald: Waldgeschichten für Kinder
Ebook:  Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Wald
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21. April 2017 von Elke
Kategorien: Alte Zeiten, Familiengeschichten, Frühlingsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Kindergeschichten, Waldgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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