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Das Leben ist voller Geschichten. Jeder Lebensmoment vermag eine Geschichte in sich zu verbergen oder laut herauszurufen oder leise in sich hinein zu weinen oder bunt zu zeichnen, zu singen, zu träumen…


Kindergeschichten rund durch den Tag und das Jahr. Nach dem Sommer meldet sich Herr Herbst erst stürmisch und nebelig, dann besinnlich und adventlich mit vielen Geschichten und Bildern zu Wort. Ihm folgen Herr Winter und die verrückten Faschingstage, der Frühling wagt sich endlich auch aus seiner Winterschlafpause, ja, und weil die Tage und Monate rasen, ist der Sommer schon wieder da, Ferien kommen und gehen, ja, und schon winkt der Sommer uns wieder zum Abschied zu und gibt lächelnd das Zepter erneut weiter an den grimmigen Herrn Herbst. Und so fängt wieder alles von vorne an mit neuen Geschichten, Märchen und Gedichten …

Immer wieder zieht hier eine weitere Geschichte in das neue Blog-Zuhause von Elkes Kindergeschichten ein. So werden nach und nach die Texte aus dem alten Blog von der einstigen Plattform blog.de hier ihre neue Heimat finden.
Es handelt sich um viele Geschichten und Märchen aus vergriffenen Büchern und/oder Zeitschriften/Zeitungen, (von denen heute keiner mehr redet,) die gerne noch weiter leben wollen. Ja, und auch NAGELNEUE Geschichten und Gedichte wird es hier nach und nach und nach geben. Es bleibt also spannend.   

Die fröhlichen Weiterlesen →

21. Dezember 2016 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Gutenachtgeschichten, Herbstgeschichten, Sommergeschichten, Traumgeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , | 4 Kommentare

Die Zeichen des frühen Sommers

Den Sommer kann man sehen, hören, fühlen, schmecken, staunen

Manchmal, wenn das Stille nicht still und das Laute nicht laut ist, vermag man an lauen Frühsommertagen jene Zwischentöne zu vernehmen, die sich hinter Stimmen, Bildern oder zwischen Buchstabenreihen verstecken. Sie zu hören, zu lesen, zu sehen oder zu erspüren, ist nicht einfach. Es gelingt nur wenigen Menschen, dort Farben wahrzunehmen, Gesichter zu sehen und Worte zu hören, wo man eigentlich nichts sehen, spüren und hören kann. Die besten ‚Zwischentönehörer‘ und ‚Gesichterseher‘ sind die Kinder. Sie sehen bunte Lachgesichter in Sonnenblumen, auf Blättern und Moosflechten, auf Blumenkohlköpfen, Pilzen und Äpfeln, im Mond, in Wolken und in Regentropfen, auf Kieselsteinen und Schmetterlingsflügeln, auf Straßenlichtern und Brillengläsern, Plüschtiernasen oder bunten Bällen. Eigentlich tauchen sie überall auf, jene Gesichter aus anderen Welten, und sie alle können lachen, lächeln, kichern, reden, brüllen, streiten und noch mehr.
Psst! Lausche! Schaue! Staune!
Siehst du zum Beispiel vielleicht nun auch das kleine Mädchen, das dort in der kleinen Stadt auf dem Wochenmarkt am Stand mit den bunten Luftballons steht? Es blickt in die Gesichter der Luftballons, die zu einem dicken Strauß zusammengebunden sind, und belauscht deren Gespräch. Sie streiten miteinander und ihre Gesichter sind voller Grimm und Neid. Jeder will der schönste und größte sein. Und jeder gibt mächtig an.
Besonders toll treibt es der rot-blau-gepunktete Luftballon. „So groß wie ich“, tönt er, „ist keiner von euch. Seht ihr?“
Und er pumpt und pumpt mehr und noch mehr Luft in sich hinein. Er hört gar nicht mehr auf damit.
Seine Kollegen staunen. Der ist ja wirklich mächtig stark und riesig gut drauf.
„Seht mal den dicken Luftballon!“, ruft da das Mädchen und deutet auf den rot-blau-gepunkteten Angeber-Luftballon. „Wie groß er nun ist! Toll!“
Da freut sich der ehrgeizige Luftballon so sehr, dass er noch einmal mehr Luft in sich hinein pumpt. Vor lauter Eifer aber vergisst er, aufzupassen. Er pumpt und pumpt und … dann macht es laut ‚Pffft!‘. Der Angeberballon zerplatzt mit einem lauten Knall. Nicht viel bleibt übrig von ihm. Nur ein paar rot-blaue Plastikfetzen fallen zu Boden.
„Bumm hat’s gemacht!“, ruft das kleine Mädchen. Es klatscht in die Hände und läuft schnell davon. Es hat nämlich schon wieder andere Farben, Töne und Abenteuer dieser Tages wahrgenommen, die es gleich begrüßen möchte. Der Sommer ist noch lang … und doch so kurz.

© Elke Bräunling

Aus dem neuen Buch: Omas Sommergeschichten


Taschenbuch:Omas Sommergeschichten: Sommergeschichten und -märchen für Kinder
Ebook: Omas Sommergeschichten: Sommergeschichten und Märchen für Kinder
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28. Mai 2017 von Elke
Kategorien: Fantasiereisen, Kindergeschichten, Sommergeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Der Sommer erwacht

Und plötzlich ist der Sommer da

Winter und Frühling, die beiden,
sie streiten fortwährend und neiden
einander das Regiment.
Einmal kommt eisig der Winter zurück,
und dann wieder hat der Frühling mehr Glück.
Der Sommer aber, der pennt.
So streiten die beiden bis tief in den Mai.
Sie merken es nicht, die Zeit rast vorbei.
Doch dann, unbemerkt über Nacht,
ist er vom Schlafe erwacht,
der Sommer, mit Sonnenglut,
und die tut keinem der Streithähne gut.
Grollend ziehen sie sich zurück.
Die Menschen aber rufen voll Glück:
„Hurra und Juchhu! Der Sommer ist da.
Die Sommerzeit ist die schönste im Jahr.“

© Elke Bräunling

1die sonne geht auf cross blue

27. Mai 2017 von Elke
Kategorien: Kindergedichte, Sommergeschichten | Schlagwörter: , , , | Schreibe einen Kommentar

Opa sieht bunt

Wenn Opa so fröhlich ‚bunt‘ sieht, könnte etwas Neues beginnen. Der Sommer vielleicht?

„Bunt“, sagt Opa eines Tages. „Ich sehe bunt!“
„Bunt?“, fragen Ulla und Daniel erstaunt. „Hier ist es doch wie immer, oder?“
„Ich rieche auch bunt“, antwortet Opa und schnuppert.
Ulla und Daniel schnuppern und schniefen, doch es riecht nicht anders als sonst. Und überhaupt: Wie riecht bunt?
„Bunt kann man auch nicht riechen“, sagt Daniel.
„Aber ja“, sagt Opa, „ich kann es riechen, ich kann es sehen, ja, und auch hören. Bunt, bunt, bunt. Schön ist das!“
Ulla und Daniel erschrecken. Was ist mit Opa los?
„Hast du schlecht geträumt?“, fragt Daniel, und Ulla fasst an Opas Stirn: „Fühlst du dich krank?“
„Nein“, kichert Opa. „Bunt! Ich fühle mich bunt!“
Au weia. Bunt? Verrückt ist das.
„Also“, brummt Daniel, „mir wird es langsam zu bunt.“
Ulla nickt. „Mir auch. Du willst uns foppen, stimmt´s?“
Opa sieht die beiden ernst an, doch man sieht, dass er Mühe hat, sich das Lachen zu verkneifen.
„Wird es euch zu bunt?“, schmunzelt er. „Es ist doch nur, weil ich mich freue.“
„Worüber?“ „Eine Überraschung?“
„Ja“, sagt Opa, „eine Überraschung, die uns jedes Jahr aufs Neue freut.“
„Und die ist bunt?“, fragt Ulla.
„Kunterbunt“, antwortet Opa und öffnet das Fenster. „Seht selbst. Da draußen. Er ist da, der Sommer!“
Ulla und Daniel blicken aus dem Fenster. Stimmt: Bei Sommersonnenschein ist die Welt bunter als sonst: Bunt sind die Blumen, die Bäume, die Sonnenschirme und auch die Kleider der Leute. Und hören kann man das Bunt auch: Von überallher zwitschern Vögel, Grillen zirpen, Hunde bellen, Menschen lachen und Kinder jubeln. Die Luft riecht würzig nach tausenderlei Blumendüften, nach Erdbeer-Eis und frischem Obst und nach Grillwürsten.
„Stimmt“, sagt Daniel. „Der Sommer ist bunt.“
„Ich kann jetzt auch bunt sehen und riechen und fühlen und hören“, freut sich Ulla. „Ich mag den Sommer.“
Opa schmunzelt noch immer: „Wer mag den Sommer nicht leiden? Ich glaube, bunt mag jeder, selbst der größte Griesgram, oder? Ja, und bunt sind auch meine Geschichten. Geschichten von Sonne und Sommer, von Regen und Gewittergeistern, von Blumen und Tieren, von aufregenden Abenteuern und weiten Reisen, von, ach, hört selbst, wenn ihr Geschichten mögt.“
„Und zuerst“, sagt Ulla, „möchte ich eine bunte Geschichte hören. Eine Geschichte vom Sommer …“

© Elke Bräunling

Hier sieht Opa bunt. Sommerbunt: Opa sieht rot. Beerenrot

 

Diese Geschichte findest du neben vielen anderen Sommergeschichten in diesem Buch:
Geschichten vom SOMMER


Buch:Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Sommer: Sommergeschichten und -märchenEbook:Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Sommer Information

24. Mai 2017 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Kindergeschichten, Sommergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Konferenz im Blumenhimmel

Nicht alle Blümchen schauen glücklich auf die Frühlingswochen zurück

Traurig saßen die Frühlingsblumen im Blumenhimmel und starrten auf die Erde. Die Sonne schien warm auf Wiesen, Felder, Wälder und Gärten und die Luft roch süß nach frischer Erde und Blütendüften.
„Was schaut ihr so trübsinnig?“, fragte die Himmelsfee. „Ihr habt in diesem Frühling eine schöne Zeit gehabt und in euren Samen werdet ihr im nächsten Jahr weiter leben.“
Da weinten die Frühlingsblumen. Sie konnten damit gar nicht mehr aufhören.
Die Himmelsfee erschrak. „Was ist mit euch?“
Da sagte der Huflattich mit wehmütiger Stimme: „Wie gerne hätte ich meine Blütensonne aus der Erde gestreckt. Aber ein altes, verrostetes Fahrrad ließ mir keinen Platz zum Blühen.“
„Genauso ist es mir ergangen“, rief das Maiglöckchen. „Ein Gummireifen hat mir die Luft genommen. Geblüht habe ich nie.“
„Wir auch nicht“, heulten die Krokusse auf. „Kinder haben ihre Plastikautos auf uns geparkt.“
„Auf mir“, sagte ein Gänseblümchen leise, „hat jemand eine Coladose vergessen.“
„Mir hat eine Plastiktüte den Blick zur Sonne versperrt“, rief die Tulpe.
„Und mir ein Schokoladepapier“, klagte das Veilchen.
„Und ich…“
„Bei mir war das so…“
Erregt berichteten die Blumen von ihrem Erdenleben.
Die Himmelsfee war nachdenklich geworden.
„Arme Blumenkinder“, murmelte sie. „Wenn ich euch nur helfen könnte!“
„Uns ist nicht mehr helfen“, meinte das Veilchen traurig. „Aber den anderen Blumen und Gräsern und Moosen soll es nicht genauso ergehen wie uns.“
„Bitte“, riefen die Blumen, „Hilf unseren Gefährten da unten!“
„Aber wie?“ Die Himmelsfee wusste sich keinen Rat.
„Mit den Kindern musst du reden!“, sagte das Gänseblümchen. „Kinder mögen Blumen leiden. Bestimmt.“
„Du hast Recht“, sagte die Himmelsfee. „Ich werde es versuchen.“
Ja, und das tut sie nun auch. Nachts schickt sie Träume zu den Kindern und bittet sie, gut auf die Natur aufzupassen und den Pflanzen und Tieren nicht weh zu tun. Bestimmt war sie auch schon bei dir, die Himmelsfee mit ihren Blumenträumen.

Diese Geschichte findest du auch als Gedicht hier im Blog: „Schade“, sagte das Veilchen

© Elke Bräunling


Gänseblümchen

22. Mai 2017 von Elke
Kategorien: Auf dem Land, Blumengeschichten, Frühlingsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Kindergeschichten, Naturgeschichten | Schlagwörter: , , , , , | 2 Kommentare

Die kleine Waldmaus und das kitzelige Rehkitz

Der Tag, an dem die Mähmaschine der Menschen über die Waldwiese fuhr

Es war ein warmer, trockener Sommertag. Anstatt sich wie die anderen Waldmäuse in der schattigen Höhle auszuruhen und den kühlen Abend abzuwarten, trieb sich die kleine Waldmaus am Waldrand bei der großen Wiese herum. Hier war immer etwas los und es gab immer etwas zu bestaunen. Heute aber war es laut hier. Ein Dröhnen und Knattern lag in der Luft. Je näher die kleine Maus zur großen Wiese kam, umso lauter wurde dieser Lärm. Komisch. Diese Geräusche hatte die kleine Waldmaus noch nie gehört. War dies Menschenlärm?
Da! Ein großer, schwarzer, lärmender Schatten ratterte und knatterte mit lautem Getöse vom Tal her den vorderen Wiesenhang aufwärts. Eine Menschenmaschine. Sie trug blitzende Messer mit sich und schnitt ratsch und ritsch und schnapp die Kräuter und Gräser der Wiese alle ab. Weiter fuhr dieses Blechding bergan und immer weiter. Die Gräser und Kräuter aber ließ es platt auf der Wiese liegen.
Die kleine Waldmaus erschrak. Gehörte die Wiese nicht den Tieren? Hoffentlich hatten sich die Wiesentiere alle rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Nicht auszudenken, wenn diese blitzenden Messer ihre Freunde, die Tiere … Nein, gar nicht weiter denken mochte die kleine Waldmaus diesen Gedanken. Er fühlte sich so schmerzhaft an. So gemein.
„Ich muss sie warnen, die Freunde, die dort noch auf der Wiese unterwegs sind“, murmelte die kleine Maus. „Ja, warnen. Aber wie?“
So schnell sie konnte, sauste sie hinauf zum großen weißen Stein. Dort würde sie eine bessere Aussicht haben und vielleicht einige Wiesenfreunde, die anderen Waldmäuse, die Feldmäuse und Hamster und die Kaninchenkinder, treffen.
Sie hatte Glück. Beim weißen Stein hatten sich schon viele Freunde versammelt.
„Wie gut, dass du in Sicherheit bist“, riefen sie der kleinen Waldmaus entgegen. „Wir hatten schon Angst, du würdest dieses Menschenmonster mit den scharfen Messern treffen.“
Die kleine Maus nickte. Ja, was für ein Glück!
„Geht es euch allen gut?“, japste sie, während sie sich von dem schnellen Lauf erholte und erst einmal verschnaufte.
„Alles gut, alles klar“, antwortete eine der Feldmäuse und alle atmeten auf. Das war ja noch einmal gut gegangen.
Da aber ertönte von der Mitte der Wiese her ein Schrei.
„Das kleine Reh“, hallte es zum weißen Stein herauf. „Kommt alle her und helft! Das Rehbaby liegt hier in seinem Wiesennest und Mama Reh ist noch im Wald unterwegs.“
Das kleine Reh? Oh je.
So schnell sie konnten, stürzten sich alle Mäuse und Hamster wieder in die Wiese und rannten an der Menschenmaschine vorbei zu dem Rehkitz.
Das aber kannte die Menschen und ihre Maschinen noch nicht und wollte ohne seine Mutter den Wiesenplatz nicht verlassen.
„Bleib liegen, bis ich wiederkomme!“, hatte ihm die Rehmutter befohlen. „Hier bist du sicher.“
„Du musst aufstehen und die Wiese verlassen. Komm mit uns, kleines Rehbaby!“, riefen die Mäuse und Hamster nun.
Das Rehkitz aber dachte an die Worte seiner Mutter und weil es ein gehorsames Rehkind war, blieb es liegen. Aber seine Furcht war groß. Die Höllenmaschine, die das Gras kleiner machte, kam nämlich näher und näher, und das Lärmen und Brausen und Knattern wurde immer lauter.
Und dann war da plötzlich auch noch dieses Kitzeln. Überall kitzelte und krabbelte und juckte es auf einmal. Nun sprang das kleine Reh doch auf. Vor Schreck dieses Mal. Es war nämlich sehr kitzelig. Und weil das Kitzeln an den Pfoten und Beinen nicht aufhörte, hüpfte es Schritt für Schritt für Schritt aus der Wiese heraus bis hoch hinauf zum weißen Stein. Dort traf es die anderen Tiere … und die Wald- und Feldmäuse, die hinter ihm her kamen. Sie waren es gewesen, die das kleine Reh mit Kitzeln und Krabbeln und Pieksen aus der Wiese fort gelockt hatten. Gerade noch rechtzeitig. Die Menschenmaschine hatte den Platz mit dem Rehkitznest längst erreicht. Nicht auszudenken, wenn nicht eine der Mäuse auf die Idee mit dem Kitzeln gekommen wäre.
Welche der Mäuse das gewesen ist?
Die kleine Waldmaus saß auf dem Stein und kicherte.
„Kitzeln hilft immer“, lachte sie und lachte. Und alle Tiere lachten mit. Vor Erleichterung und vor Freude, dass alles gut ausgegangen war.

© Elke Bräunling

18. Mai 2017 von Elke
Kategorien: Auf dem Land, Frühlingsgeschichten, Kindergeschichten, Mutgeschichten, Sommergeschichten, Tiergeschichten, Waldgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Jules Wunderstein

Manchmal will Jule nicht in die Schule gehen

Jule mag nicht in die Schule gehen. Wegen dem langen Robin, der ihr in letzter Zeit immer wieder auf dem Schulweg auflauert.
Traurig sitzt sie am Bach und starrt ins Wasser. Plötzlich blinkt ihr ein Stein zu. Er liegt im Bachbett und sieht wie ein Halbmond aus.
Jule vergisst ihre Sorgen und greift nach dem Stein. Er ist wunderschön.
”Das ist bestimmt ein Wunderstein”, sagt Oma später. ”Nur Wundersteine können funkeln.”
”Kann er auch zaubern?”, fragt Jule.
”Das Wunder kommt, wenn man es nötig hat“, meint Oma. „Am besten, du trägst den Stein immer bei dir.“
Vielleicht hat Oma ja recht? Jule steckt den Stein in ihre Hosentasche und flüstert:
”Mach, dass ich mich nicht vor der Schule fürchte, Wunderstein! Und mach, dass das Wochenende nie aufhört!”
Aber kein Wunder geschieht und schon ist der Montag da. Und Jules Angst ist auch noch da.
”Blöder Stein“, mault Jule. ”Ich hätte so sehr ein Wunder brauchen können.”
Ängstlich geht Jule an diesem Morgen zur Schule.
Plötzlich steht Robin ein paar Schritte vor ihr.
Jule erschrickt. Ganz komisch wird ihr im Bauch. Ihre Beine sind weich wie Wackelpudding. Was tun?
Schnell umklammert sie den Wunderstein in ihrer Hosentasche, reckt den Kopf weit in die Höhe, pfeift ein Liedchen und geht Robin entgegen. Einfach so. Und komisch: Auf einmal ist ihre Angst wie weggeblasen.
Robin glotzt ganz schön blöd, als Jule fröhlich pfeifend an ihm vorbei stolziert. Vor lauter Glotzen vergisst er, Jule zu schubsen oder sonst irgendwie zu ärgern.
Jule staunt. Sie streicht sie über ihren Wunderstein und freut sich. Und ein schöner Spruch fällt ihr auch ein. Der geht so:
“Ich habe einen Wunderstein, drum muss ich nicht mehr ängstlich sein!”
‚Wirklich ein schöner Spruch‘, denkt Jule, und sie nimmt sich vor, immer wenn sie sich fürchtet, an ihn zu denken. Klar, und an ihren Wunderstein natürlich.
© Elke Bräunling

16. Mai 2017 von Elke
Kategorien: Geschichten über Gefühle, Kindergeschichten, Mutgeschichten, Schulgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Ein Glückskleeblatt für Papa

Nicht jeder mag Vatertag und Muttertag leiden und eigentlich ist es viel wichtiger, einander fürs ganze Jahr Glück zu wünschen

„Heute ist ein Glückstag“, sagt Anton. Er bückt sich, pflückt aus dem Kleebüschel am Wegrain ein Blatt und reicht es Papa. „Das bringt Glück.“
„Heute ist Vatertag“, antwortet Papa. „Und dein Kleeblatt hat nur drei Blätter. Dies gilt nicht für das Glück.“
„Ist doch egal. Dieses Blatt ist auch mit drei Blättern ein Glücksblatt. Jedes Blatt ist nämlich eines“, behauptet Anton. „Und sag: Hast du gerade kein Glück?“
Den Vatertag ignoriert er. Papa hat nämlich einmal gesagt, er findet es doof, einen Vatertag und einen Muttertag zu feiern. Jeder Tag im Jahr sei nämlich so etwas wie Vater- und Muttertag in einem und das sei gut so. Und ein Kindertag, hat Anton da noch schnell hinzugefügt und dann hat Papa gelacht und Anton und Mama in den Arm genommen. Anton erinnert sich noch genau daran. Auch dass er sich vorgenommen hat, seinen Eltern nichts von all dem zu schenken, was man üblicherweise zu Vatertag und Muttertag so schenkt. Auch darüber sprechen würde er nicht mehr. Nur besonders nett würde er zu Mama und Papa sein. Noch netter als sonst. Ja, das hat er sich auch für heute vorgenommen. Klare Sache. Und Glück ist, findet Anton, eine besonders feine Sache und davon will er seinen Eltern ganz viel bringen.
„Es heißt aber, dass nur vierblätterige Kleeblätter Glücksblätter sind“, will Papa es mal wieder besser wissen. „Du kannst das nicht einfach so verallgemeinern und …“
„Was heißt ‚verallgemeinern‘?“, fragt Anton, bevor Papa weiter redet und einen langen Vortrag hält über Dinge, die Anton nicht versteht.
„Ähm!“ Papa stutzt. „D-d-das ist … d-d-das ist … jetzt nicht so wichtig“, lenkt er ab und sieht Anton an. „Du hast gefragt, ob ich gerade glücklich bin. Ja, das bin ich. Weil nämlich Vatertag ist. An diesem Tag geht es Vätern besonders gut. Ist es ein Wunder bei all dem Glück, das ich mir dir habe?“
Anton grinst und deutet auf das Glückskleeblatt. „Nein“, sagt er dann. „Ich habe es dir ja auch eben geschenkt, das Glück. Weil …“ Er kichert. „Weil jeder Tag im Jahr Vatertag ist. Sag, ist das nicht auch ein Glück?“
Da muss Papa lachen. Er hat verstanden.

© Elke Bräunling

14. Mai 2017 von Elke
Kategorien: Blumengeschichten, Familiengeschichten, Frühlingsgeschichten, Kindergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Danke, Mama – Muttertagsgeschichten

Danke, Mama!

Wenn ich traurig bin,
wischst du mir die Tränen weg
und hältst mich in deinen Armen
kuscheltrostwarm.
Du bist für mich da.
Danke, Mama!

© Elke Bräunling

 

Geschichten zum Muttertag findest du hier
Muttertag und weiße Nelken
Jeder Tag ist Muttertag
Bist du eine Mutter?
Ein Bild zum Muttertag
Muttertag in unserer Familie
Ein Rosenstrauß für Oma
Frau Berger lächelt
Die Muttertagstasse
Hochzeitssuppe und falscher Hase
Ein Herz für Mama
Ruhetag für Mama
Der Familientag
Der große Blumentag
Mia und das liebevolle Geschenk für Mama
Die richtigen Blumen für Mama
Mias Traum von den Blütenkindern
Der kleine Bär und der Blumenstrauß
Ein Glückskleeblatt für Papa

Muttertagsgedichte
Danke, Mama – Muttertagsgeschichten
Ein bisschen so wie du: Für Mama, Papa, Oma und Opa
An jedem Tag im ganzen Jahr

12. Mai 2017 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Freundschaftsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Gutenachtgeschichten, Märchen, Naturgeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

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