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Das Leben ist voller Geschichten. Jeder Lebensmoment vermag eine Geschichte in sich zu verbergen oder laut herauszurufen oder leise in sich hinein zu weinen oder bunt zu zeichnen, zu singen, zu träumen…


Kindergeschichten rund durch den Tag und das Jahr. Nach dem Sommer meldet sich Herr Herbst erst stürmisch und nebelig, dann besinnlich und adventlich mit vielen Geschichten und Bildern zu Wort. Ihm folgen Herr Winter und die verrückten Faschingstage, der Frühling wagt sich endlich auch aus seiner Winterschlafpause, ja, und weil die Tage und Monate rasen, ist der Sommer schon wieder da, Ferien kommen und gehen, ja, und schon winkt der Sommer uns wieder zum Abschied zu und gibt lächelnd das Zepter erneut weiter an den grimmigen Herrn Herbst. Und so fängt wieder alles von vorne an mit neuen Geschichten, Märchen und Gedichten …

Immer wieder zieht hier eine weitere Geschichte in das neue Blog-Zuhause von Elkes Kindergeschichten ein. So werden nach und nach die Texte aus dem alten Blog von der einstigen Plattform blog.de hier ihre neue Heimat finden.
Es handelt sich um viele Geschichten und Märchen aus vergriffenen Büchern und/oder Zeitschriften/Zeitungen, (von denen heute keiner mehr redet,) die gerne noch weiter leben wollen. Ja, und auch NAGELNEUE Geschichten und Gedichte wird es hier nach und nach und nach geben. Es bleibt also spannend.   

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21. Dezember 2016 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Gutenachtgeschichten, Herbstgeschichten, Sommergeschichten, Traumgeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , | 14 Kommentare

Frühlingsgeflüster im Wald

An manchen Frühlingstagen ist viel los im Wald. Besonders viel zu tun hat die kleine Waldelfe, muss sie doch alle Waldbewohner aufwecken und zur Arbeit „antreiben“, so auch die Waldwichtel

„Hey, du! Wach auf, Langschläfer! Hörst du?“ Wieder und wieder singsangte eines lauen Frühlingstages ein helles Stimmchen diese Worte. „Du hast lange genug geschlafen.“
„Ich bin noch müde“, brummte der kleine Waldwichtel. „Lass mich schlafen!“
„Schlafen?“ Die Frühlingselfe rüttelte aufgeregt an der Schulter des Wichtels.
Der aber zog sich nur das dicke Moosstück, unter das er sich im Winter in seiner Baumwurzelhöhle kuschelwarm vergraben hatte, über den Kopf. „Komm wieder, wenn der Frühling da ist und es etwas zu tun gibt!“
„Aber er ist doch da, der Frühling! Spürt ihr Waldwichtel dies nicht? Sehen kann man ihn, fühlen, riechen, schmecken … aber ihr faulen Kerle seid mit nichts aufzuwecken. Den ganzen Tag schon laufe ich durch den großen Wald von Wichtelhöhle zu Wichtelhöhle. Aber ihr … ihr wollt eure Schlafplätze nicht verlassen. Ach, es ist jedes Jahr der gleiche Ärger mit euch.“
Erschöpft setzte sich die Frühlingselfe auf ein Buschwindröschenblütenpolster. Ihr Job, die Waldbewohner zu wecken und ihnen vom Frühling zu erzählen, war anstrengend. Dabei liebte sie ihn sehr. Alle Tiere und Pflanzen freuten sich, wenn sie als Frühlingsbotin durch den winterkahlen Wald streifte und ihr Weckliedchen sang. Und alle machten sich sogleich auf, den Frühling zu begrüßen und ihr Waldleben wieder aufzunehmen. Sehr wichtig war dies, denn es gab viel zu tun. Der Wald musste für den Sommer vorbereitet werden. Zudem mussten sie sich um ihre Familien sorgen, sich um den Nachwuchs kümmern und Nahrung suchen. Ja, und es galt der Welt zu zeigen, wie fleißig die Waldleute dem Frühling halfen mit frischem Grün, Blütentupfern und Nestbauten, mit Tirilieren, Singen und Brummsummen. Alle machten sie mit. Sie freuten sich auf das neue Leben nach dem langen Winter. Nur die Waldwichtel schliefen.
„Ihr seid immer die Letzten“, beschwerte sich die Frühlingselfe.
„Die Letzten werden die Ersten sein“, rief einer der Wichtel zurück. Ein anderer kicherte.
„Freut ihr euch denn nicht auf die warmen Frühlings- und Sommerzeiten?“, fragte die Frühlingselfe schließlich.
„Aber ja doch! Aber klar doch!“, tönte es da aus allen Ecken des Waldes. Es klang wie ein bunter, immer noch etwas schläfriger Wichtelchor.
„Aber ihr seid immer die letzten, die den Frühling begrüßen“, klagte die Elfe.
„Das Beste kommt zum Schluss“, tönte es da zurück, wieder begleitet von einem Kichern.
Ein wenig musste die Frühlingselfe nun auch kichern. ‚Sie sind eben etwas eigenartig‘, dachte sie, und laut rief sie den Waldbewohnern zu: „Tschüss, ihr Lieben! Ich muss weiter ziehen zum nächsten Wald.“ Und etwas lauter fügte sie hinzu: „Vielleicht seid ihr erwacht, wenn ich auf dem Rückweg hier vorbeischaue.“
„Vielleicht“, rief eine Wichtelstimme aus einer Höhle heraus, und eine andere Stimme brummte: „Sie wird es nie begreifen, dass wir Wichtelleute erst bei Dunkelheit richtig munter werden.“
Noch am gleichen Abend versammelten sich die Waldwichtel unter der großen Eiche und schüttelten sich bei einem Tänzchen das letzte Bisschen Schläfrigkeit aus den Gliedern. Dann machten sie sich an die Arbeit. Den ganzen Abend und die Nacht und noch viele weitere Nächte arbeiteten und arbeiteten sie, und als die Elfe nach elf Tagen und Nächten wieder des Wegs daher geschwebt kam, hatten sie den ganzen Waldboden sauber aufgeräumt. Als erste waren sie mit ihren Frühlingsarbeiten fertig. Wie jedes Jahr.
„Stimmt!“, kicherte der kleine Waldwichtel. „Wir Letzten werden die Ersten sein. Hihi.“

© Elke Bräunling

In einer etwas kürzeren Fassung findest du diese Geschichte hier: Die Frühlingselfe und die müden Waldwichtel

24. Februar 2018 von Elke
Kategorien: Freundschaftsgeschichten, Frühlingsgeschichten, Geschichten für Kinder, Gutenachtgeschichten, Naturgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Im Hühnerhof zur Osterzeit

Der Osterhase braucht viele Eier. Es wird stressig im Hühnerhof

„Los! Los! Hopp! Hopp! Beeilt euch! Es ist höchste Zeit!“
Laut hallten die Befehle über den Hühnerhof. Hahn Helmut hockte neben Olaf Osterhase auf dem Brunnenrand und blickte zu den Hennen hinüber.
„Da geht noch ‚was!“, sagte Olaf und in seiner Stimme klang ein unzufriedenes Nörgeln. „Deine Leute sind zu langsam. Ich brauche mehr Eier, viel mehr Eier sogar.“
„Wir tun unser Bestes. Siehst du doch!“, brummte Helmut.
„Das genügt mir nicht! Hörst du? Es … genügt … mir … nicht.“
Olaf war wirklich ziemlich schlecht gelaunt und Helmut war es nun auch.
„Was hast du nur in diesem Jahr?“, schimpfte er los. „Mehr als Eier legen … legen … legen können meine Leute auch nicht. Und bisher warst du mit uns auch immer sehr zufrieden.“
Er schickte ein genervtes Kikeriki über den Hof und die Hühner blickten erschreckt auf. Was war los? Der Helmut krähte doch sonst nicht um diese Zeit. Sollte das etwa ein Alarm sein oder was? Aufgeregt eilten die Chefhühner Harriet, Hannelore, Hildegard und Helma herbei.
„Gibt es ein Problem?“, rief Helma den beiden Herren zu.
„Wollt ihr uns wieder Stress machen?“, beschwerte sich Hildegard mit kampflustig aufgestelltem Kamm.
„Haben wir Fuchsalarm?“, erkundigte sich Hannelore und Harriet fragte mit näselnder Stimme:
„Oder ist da jemand nicht mit unserer Arbeit einverstanden? Eure Mienen sehen gerade gar nicht zufrieden aus.“
„Fragt Olaf, den Hasen!“, knurrte Hahn Helmut. Man hörte ihm an, dass er wirklich sauer war. „Er wird es euch erklären. Vielleicht versteht ihr ihn besser als ich es gerade tue.“
„Jaja“, schimpfte Hildegard gleich los. „Der Olaf mal wieder. Er hat immer etwas zum Meckern.“
„Wo liegt der Fehler, Osterhase?“, fragte Hannelore. „Schmecken unsere Eier etwa nicht? Oder sind wir dir zu langsam? Sprich!“
Mit drohender Miene baute sie sich vor dem Hasen auf.
Erschrocken trat Olaf einen Schritt zurück und beinahe wäre er vom Brunnenrand gekippt. Zum Glück beinahe nur. Huhn Hannelore konnte aber manchmal wirklich sehr erschreckend sein. Olaf hatte großen Respekt vor ihr. Und ein bisschen Angst auch.
„Nun! Sag schon! Ewig haben wir keine Zeit!“, knurrte Hannelore da auch schon. „Was läuft falsch?“
Hahn Helmut konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ein Osterhase, der sich vor seinen Hühnerdamen zu fürchten schien, gab aber auch ein besonders lustiges Bild ab.
„Sie genügen ihm nicht“, warf er lässig ein. „Eure Eier. Sie sind ihm zu wenig.“
„WAS?“
„Habe ich das richtig gehört? Dieser Hase hat wohl einen Maikäfer gefrühstückt!“
„Hühnerschinder!“
„Dem werde ich Flötentöne beibringen!“
Nun hatten sich alle vier Hühnerdamen so nah vor dem armen Olaf aufgebaut, dass der doch glatt darüber nachdachte, ob es nicht klüger wäre, im Brunnen abzutauchen.
„D-d-die Menschen sind’s, die mich antreiben“, stammelte er. „F-für ein Spiel zum O-osterfest b-b-brauchen sie dreimal mehr so viele Eier wie im letzten Jahr. Olympiade nenne sie es. Osterolympiade. D-d-die spinnen, die M-menschen. I-i-ich sag’s euch. D-die spinnen! D-dafür ka-kann ich doch nichts. I-i-ch …“
Er kam nicht weiter. Zu laut war das Gelächter der Hühnerdamen. Viel zu laut. Und irgendwie hatten Olaf, der Osterhase, und Helmut, der Hahn, plötzlich auch eine unbändige Lust, zu lachen, lachen, lachen. Dazu gab es ja auch allen Grund.

© Elke Bräunling

Auch hier geht es in den Tagen vor Ostern im Hühnerhof lustig zu: Frühlingsspaß im Hühnerhof

21. Februar 2018 von Elke
Kategorien: Auf dem Land, Frühlingsgeschichten, Geschichten für Demenzkranke, Geschichten für Kinder, Geschichten für Senioren, Kindergeschichten, Ostergeschichte, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Osterbücher

OSTERBÜCHER – BÜCHER FÜR DIE OSTERZEIT

Schneeglöckchen und Mandelblüten,
Krokusse mit gelben Hüten
und im Gras ein buntes Nest:
Heut feiern wir das Osterfest

© Elke Bräunling

Ostergeschichten im Blog findest du hier

 

WIEDER DA in überarbeiteter Neuauflage

TASCHENBUCH: Auf der Osterwiese: Ein Osterferienabenteuer
EBOOK: Auf der Osterwiese – Ein Osterferienabenteuer *
 

 

 

 

Auf der Osterwiese – Eine Osterferienerzählung für Kinder
Neuauflage des Buches „Die Zauberwiese“ – Eine Erzählung für Kinder

Die Osterzeit ist eine spannende Zeit in Bärsdorf, wo Jan seine Osterferien verbringt. Hier erlebt er eine Osterwoche, in denen er alte Sitten und Gebräuche rund um Ostern und die Osterzeit, historische Details sowie die Frühlingswelt in der ländlichen Natur kennen lernt. Manches versetzt ihn in eine zauberhafte Welt des Staunens. Vor allem auf der Heidwiese passieren merkwürdige Dinge. Oder ist alles nur ein Traum?
Empfohlen für Kinder, Familie, Kindergarten, Vorschule, Grundschule
64 Buchseiten

 

Ostergeschichten im Blog findest du hier

 

 

Geschichten, Märchen, Gedichte, Rätsel, Spiele und Lieder rund um die Osterzeit.

Taschenbuch: Eine Geschichte für Dich – Ostern: Ostergeschichten und -lieder fuer Kinder
Ebook:Eine Geschichte für Dich: Ostern *

 

 

Ostergeschichten und -lieder für Kinder, erzählt und zusammengestellt von Elke Bräunling.
30 Geschichten, Märchen und Sachtexte rund um die Osterzeit, dazu Gedichte, Rätsel, ein Spiel zum Aufführen und sieben (Spiel-)Lieder mit Liednoten, Harmoniesymbolen und Anleitungen von mit Stephen Janetzko, Rolf Krenzer und Paul G. Walter.

Warum sieht Tom eines Tages nur ‚grün‘ beim Essen und wie helfen die Kinder des Wohnviertels der Oster-Oma, die kurz vor Ostern plötzlich krank wird? Das Hasenkind Pips will beweisen, dass es auch Eier bemalen kann und hat auf einmal ein großes Problem. Das hat auch Jule, die den Osterhasen malen soll. Hingegen haben das Bären-Ei und das Osterkätzchen viel Grund zur Freude, und der Osterhase kommt aus dem Wundern nicht mehr heraus. Was aber hat es mit dem Osterwasser auf sich? Macht es wirklich schön – und warum ist Oskar ein Osterhund – und … ? Doch lest und singt selbst …

Die (Spiel)-Lieder mit Stephen Janetzko, Rolf Krenzer und Paul G. Walter: – Frühlingslachen im Bauerngarten (Fröhliches Spaß- und Mitmachlied) – Hasentanz (mit Spielanleitungen) – In der Ostereierwerkstatt (Lied und Spiel zum Aufführen mit Dialogen und Anleitungen) – Festliches Osterlied von Rolf Krenzer: Große Leute, kleine Leute feiern fröhlich Ostern heute – Osterhasentanz (mit Tanz-/Spielanleitung) – Franz, der Osterhase-Mann (Erzähllied) – Viele Eier nur für dich (mit Spielhinweisen)
Empfohlen für Kinder, Familie, Kindergarten, Vorschule, Grundschule.
Die Geschichten sind darüber hinaus erprobt in der Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen.
Umfang: 106 Buchseiten

Ostergeschichten im Blog findest du hier

 

*Affiliate Links

21. Februar 2018 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Schulgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Die kleine Wildbiene erwacht

Der Frühling kitzelt die kleine Wildbiene wach, und nicht nur der …

Ein Summen weckte die kleine Wildbiene aus dem Schlaf. Es war ein vertrautes Summen, das die Stille des späten Wintertages durchbrach.
„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich meinen, ich sei es, die draußen in der kalten Welt unterwegs ist“, murmelte die kleine Wildbiene. „Doch ich liege noch in meiner Schlafhöhle und halte Winterschlaf. Es ist Winter. Oder nicht?“
Sie lauschte. Vielleicht hatte der Winter, dieser kalte Kerl, sein Ende gefunden und ihre Freunde waren längst unterwegs auf Nahrungssuche?
„Man müsste nachsehen. Am besten gleich.“
Ohne weiter zu zögern, reckte sie sich, schob die Flügel zurecht und rieb sich mit den Vorderbeinchen übers Gesicht. Das musste als Morgenwäsche genügen. Und nun nichts wie raus, den Frühling begrüßen und dem Winter hinterher winken!
Vorsichtig schob die kleine Wildbiene ihre Fühler aus dem Eingang der Schlafhöhle. Ein zarter Wind streichelte ihre Nase. Er fühlte sich noch immer kalt an.
„Frühling!“, rief sie. „Bist du es dort draußen? Hast du den Winter vertrieben?“
„Nein. Ich bin’s! Die kleine Honigbiene“, antwortete eine Stimme, die wie ihre eigene und wie eine Bienenstimme klang. „Wie gut, dass du erwacht bist. Nun sind wir schon zu zweit. Das freut mich. Fast nämlich hätte ich mich hier draußen genau so sehr gelangweilt wie im Bienenstock.“
„Warum?“, fragte die Wildbiene, die noch ein bisschen schläfrig war.
„Alle Bienen dort schlafen noch. Ich aber …“ Die Honigbiene kicherte. „Ich bin ausgebüxt und das ist gut so, denn sonst hätte ich dich nicht getroffen.“
Die Wildbiene kicherte nun auch. „Du meinst, sonst hättest du mich nicht geweckt.“ Sie hielt ihr Näschen in die Luft. „Mir scheint, es ist immer noch Winter. Der Wind fühlt sich kühl an.“
„Kühl und duftig“, antwortete die Biene aus dem Bienenstock. „Und dieses Duftige hat mich nach Draußen gelockt. Kannst du es nicht auch riechen?“
Die kleine Wildbiene schnupperte. In der Tat. Es roch ein bisschen nach süßen Blüten. Ein klitzekleines Bisschen. „Stimmt“, sagte sie. „Wer ist’s, der im Winter so fein duftet?“
„Wir! Wir sind’s!“, antworteten da viele kleine Stimmchen. „Wir sind die ersten Blüten, die sich schon im Winter über den Besuch von Bienenfreunden freuen. Wir, die Haselblüten. Seht ihr uns nicht? Kommt! Besucht uns!“
Doch! Jetzt sahen sie die kleinen, gelben Blütenschwänzchen dort am kahlen Haselstrauch. Lockend schwangen sie im Hauch des Windes hin und her und schickten ihre Blütendüfte in die Welt zu den beiden Bienenkindern herüber. Und die ließen sich diese Einladung nicht zweimal sagen. Schließlich war es die erste Blüteneinladung in diesem Jahr.

© Elke Bräunling

Hier schläft sie noch, die kleine Wildbiene. Und sie träumt. Vom Frühling: Der Traum der kleinen Biene

Bienengeschichten findest du hier:
Bienenzauberer auf der Apfelwiese
Die kleine Wildbiene erwacht
Frühlingsgeflüster im Obstgarten
Oma Wolke und der Bienenfrühling
Wasser für die Bienen
Der Hunger der Bienen
Ein wundersamer Sommertag
Ein glückliches Fest für die Biene Berta
Die Glücksbiene und die gelbe Wunderblume
Der Traum der kleinen Biene

 

20. Februar 2018 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Geschichten für Demenzkranke, Geschichten für Kinder, Geschichten für Senioren, Kindergeschichten, Märchen, Naturgeschichten, Tiergeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Ein wichtiger Frühlingsjob für den Schneemann

Auch im frühen Frühling gibt es für Schneemänner noch viel zu tun

„Bing, bing!“, tönte ein leises Klingen an diesem sonnigen Frühlingstag durch den Garten. „Bing, bing! Wacht auf! Hört ihr?“
Bing, bing? Die Gräser auf der Wiese, die welk im Winterschlaf lagen, richteten ihre Spitzen auf und lauschten. Schön klang es, dieses „Bing, bing.“
Auch die Blumenzwiebeln erwachten, und einige ganz vorwitzige schickten ihre Triebe durch den Boden. Zum Nachschauen. Was sonst? Schließlich lag im Garten noch immer etwas Schnee.
„Bing, bing?“, fragte der Schneemann, der sich müde gegen den Stamm des Kirschbaums lehnte. „Was hat das zu bedeuten? Und warum weint mein Schneemannkleid so viele Tränen?“
Er blickte auf die vielen Wassertröpfchen, die eines nach dem anderen zu Boden tröpfelte.
„Bing, bing“, sangen diese Schneemannwassertropfen, die einmal Schneeflocken gewesen waren. „Wir müssen los zu unserem neuen Job.“
„Neuer Job?“ Der Schneemann verstand immer weniger.
„Aber ja“, riefen die Tropfen. „Viel zu tun gibt es. Wir müssen in die Erde sickern und die Zwiebeln und Wurzeln der Blumen, Gräser, Büsche und Bäume wecken. Die nämlich haben nun einen Riesendurst und ohne uns Wassertropfen können sie nicht wachsen. Klar?“
„K-k-klar“, stammelte der Schneemann, der überhaupt nichts begriff. „Und dann?“
„Dann steigen wir im Dunst der Sonnenstrahlen zum Himmel, wo wir uns in Wolken versammeln.“
„Warum in Wolken?“ Der Schneemann schielte himmelwärts.
„Oh, wie bist du dumm!“, riefen die Wassertropfen, die sich immer mehr und mehr von Kopf und Bauch des Schneemanns lösten und zu Boden kullerten. „Damit wir regnen können. Regen hilft der Erde und den Pflanzen beim Wachsen.“
„Aha!“, murmelte der Schneemann. „Das klingt nach Arbeit.“
Er blickte auf seinen Bauch, der immer dünner wurde. „Nur ich, ich stehe hier faul herum und fühle mich müde. Sagt, was kann ich denn tun?“
„Nichts!“, kicherten die Wassertropfen. „Weiter schmelzen und uns freigeben. Das ist dein Frühlingsjob.“
„Na, wenn’s weiter nichts ist, so soll mir das Recht sein.“ Der Schneemann lehnte sich noch ein wenig näher an den Baumstamm und murmelte:
„Durchaus angenehm, so ein Frühlingsjob. Durchaus angene-he-he-hem …“
Und durchaus angehe-he-hem schmolz er an jenem sonnigen Frühlingstag langsam dahin, bis von ihm nichts mehr übrig blieb als ein alter Hut, ein Stock und eine Möhrennase.

© Elke Bräunling

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18. Februar 2018 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Geschichten für Demenzkranke, Geschichten für Kinder, Geschichten für Senioren, Kindergeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Ab morgen wird gefastet

Fürs Fasten gibt es viele Ideen

„Ich habe euren Lieblingskuchen gebacken. Lasst ihn euch schmecken!“
Zum Nachmittagskaffee stellte Oma ihren besten Schokoladenkuchen mit einer Schale Schlagsahne auf den Tisch.
Lieblingskuchen an einem ganz normalen Werktag? Einfach so? Das konnte nichts Gutes bedeuten. Fragend blickten Pia und Pit Oma an. Und da kam es auch schon:
„Genießt und esst euch noch mal tüchtig satt!“, sagte sie mit einem etwas seltsamen Lächeln. „Ab morgen wird gefastet.“
„Gefastet?“ Fragend sahen Pia und Pit Oma an. Was meinte sie? Oma machte doch sonst nicht jeden Modekram mit.
„Oh je!“ Opa seufzte. „Das nun wieder!“
„Fasten? Sind wir zu dick?“, fragte Pia nach einer Schrecksekunde.
„Kriegen wir nun nichts mehr zu essen?“ Pit, der sehr gerne sehr viel aß, war blass geworden. „Wenn Mama und Papa das wüssten!“
Er dachte an die Eltern, die für ein Jahr in Kanada arbeiteten, und hatte plötzlich schreckliches Heimweh nach ihnen.
„Gar nichts mehr essen dürfen wir“, erklärte Opa mit dumpfer Stimme. „Jedenfalls nicht die Leckereien, die wir mögen. Doch das ist nicht alles. Meine Pfeife ist auch tabu. Wir dürfen auch nicht mehr Fernsehen und der Computer ist nur erlaubt, wenn wir ihn für den Job – oder für die Schule – brauchen. Das Handy ebenso. Ja, selbst das Autofahren ist nur für Momente der Not gestattet. Weil Laufen gesünder ist und weil man im Verzicht die wahren Bedürfnisse erkennt.“
„Momente der Not?“, fragte Pia.
„W-w-wahre Bedürfnisse?“, stammelte Pit. „W-w-was sind solche B-bedürfnisse?“
Die Geschwister sahen sich betroffen an. Das waren ja harte Zeiten, die da ins Haus standen. Opas Miene war ernst, sehr ernst, und das bedeutete höchste Alarmstufe.
„Dieses Fasten haben wir zuhause nicht gemacht“, sagte Pit schnell. „Ich glaube, das ist gar nicht mehr modern.“
„Und wenn man nichts isst, kann man auch nicht arbeiten“, half Pia nach. „Wie doof wäre das denn?“
Opa nickte. „Genau“, sagte er und sah Oma an. „Da hörst du es! Fasten ist ungesund und gar nicht mehr modern. Das sage ich dir schon seit hundert und mehr Jahren.“
„Hier verhungert keiner! Dass du aber auch immer so übertreiben musst!“ Oma bedachte Opa mit einem strafenden Blick. Dann grinste sie. „Das Fasten ist eine feine Sache zum Nachdenken und gar nicht unmodern.“
„Und worüber werden wir nachdenken?“
„Über unser Leben“, sagte Oma. „Und über Dinge, die man zum Leben braucht und Dinge, auf die man gerne auch verzichten kann. Brauchen wir immer ein Auto oder könnten wir vieles zu Fuß oder mit dem Rad erledigen? Müssen wir jede Sendung im Fernseher sehen oder können wir auch mal nur ein paar wenige Filme und Sendungen, die uns wirklich interessieren, auswählen? Und genau so ist es auch mit dem Essen. Wir wählen beim Verzicht unsere Speisen sorgfältiger aus. Versteht ihr, was ich meine?“
Die Geschwister nickten. Sie verstanden gut, was Oma sagte.
„Und nach dem Fasten mögen wir all die Dinge, auf die wir jetzt verzichten, noch mehr leiden“, stellte Pia fest. „Stimmt’s?“
Pit stopfte sich ein besonders großes Stück Kuchen in den Mund. „Man muss ja auch wirklich nicht jeden Tag Schokoladenkuchen mit Schlagsahne essen. Ein Apfelkuchen wäre auch okay, oder?“

© Elke Bräunling

Weitere Geschichten zu Fasten und Fastenzeit findet Ihr hier:
Mama und das Fasten
Frühlingszeit ist Fastenzeit
Der Frühlingskuchen
Die Sache mit Kater Paul
Pit, die Pommes und das Fasten
Pia, Pit und die zwei Kilo
Johanna und das Probleme-Fasten
Als Anna mit Worten fastete
NEU Ab morgen wird gefastet
Viel Spaß damit!
🙂

16. Februar 2018 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Geschichten für Demenzkranke, Geschichten für Kinder, Geschichten für Senioren, Kindergeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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