Ein neues Zuhause für Elkes Kindergeschichten

elkesblogbaerchen

Immer wieder nun wird eine weitere Geschichte in das neue Blog-Zuhause von “Elkes Kindergeschichten” einziehen.
So werden nach und nach die Texte aus dem alten Blog hier ihre neue Heimat finden, ja, und NAGELNEUE Geschichten und Gedichte wird es auch geben.

Langsam, mit etwas Geduld, entsteht so ein neues Heim für “Elkes Kindergeschichten”.
Langsam, denn Gut Ding will Weile haben.

Seid herzlich Willkommen, liebe Besucher, und fühlt Euch wohl hier!

Liebe Grüße

Elke

Mia und der kleine Ärger

Es lohnt nicht, sich über andere zu ärgern, auch nicht in der Schule

Mia ist sauer. “Herr, lass Hirn regnen!”, hat Alex beim Fußballspielen zu ihr gesagt. Weil sie zwei Mal wegen diesem doofen Abseits den Ball an die Gegnermannschaft abgeben musste. Das ist bloß passiert, weil Mia zu schnell gelaufen ist und weil sie unbedingt auch ein Tor schießen wollte.
“Das mit dem Abseits begreift ihr Weiber nie!”, hat Alex laut gerufen und blöde dabei gelacht.
Klar, dann haben alle gelacht.
“Ich bin doch nicht doof!”, hat Mia zurückgerufen. “Nur ein bisschen schneller bin ich. Pah!”
Da haben alle noch mehr gelacht und Alex hat, ebenso laut wie vorher, gegrölt: “Die Rechenarbeit vorgestern hast du auch verhauen. Fußball und Rechnen, ha, das kapieren Mädchen nie!”
Wie gemein. Vorgestern hatte Continue reading »

Schulgeschichten

SCHULGESCHICHTEN

So langsam fängt die Schule nun wieder an. Freut Ihr Euch? Oder habt Ihr mulmige Gefühle im Bauch? Oder seid Ihr traurig, dass die Ferien zu Ende gehen?
Nur Mut! Das wird schon! Und die nächsten Ferien, ja, die stehen schon fast vor der Tür.

Nein, die Ferien sollen nicht zu Ende gehen: Nie mehr Schule

Vorfreude auf die Schule, Meike kommt in die erste Klasse, Fabian wechselt aufs Gymnasium: Die Schule, das Heute und das Morgen

Schule und doofe Spitznamen: Der Spitzname Glühwürmchen klingt lieb

Angst auf dem Schulweg?: Jule und der Wunderstein

Neu in der Schule?: Der Angstkäfertanz in Evas Bauch

Angst vor der Klassenarbeit?: Angst mit roten Punkten

Glück bei der Rechenaufgabe an der Tafel?: Der kleine Glücksschimmer und das Glück

Uropa erzählt von früher, als er ein kleiner Junge war und in die Schule ging: Die Schule, das damals und das heute

Schulfreunde und ein bisschen verknallt?: Die Sache mit dem seltsam schönen Kribbeln

Ärger auf dem Schulweg? Nicht mit Kirsten: Kirsten und die Wut im Bauch

Umzug und noch keine neuen Freunde und ein wenig Angst?: Die Ballonfahrt

Kein Bock auf Schule?: Nie mehr Schule schwänzen

Schule schwänzen?: Schulschwänzer-Tom und die Halsschmerzen

Neue Brille und Schule? Geht gar nicht. Oder?: Florian will keine Brillenschlange sein

Rechnen ist ganz schön schwierig: Rechenstunde mit geraden und ungeraden Zahlen

Morgens aufstehen ist fies: Morgenmuffel-Krankheit

Und hier noch eine kleine Fantasreise: Atem frei, Angst vorbei!

Einige dieser Geschichten findet Ihr auch in dem Buch (Taschenbuch und Ebook): Da wird der Mut ganz groß


Taschenbuch:Da wird der Mut ganz groß: Mutgeschichten für Kinder
Ebook:Da wird der Mut ganz groß


Information

Die Ballonfahrt

Neu in der Stadt, neu in der Schule und keine Freunde. Umziehen ist doof. Oder doch nicht?

Wie immer nach dem Umzug nach Burgbach ist Christian am Nachmittag alleine zu Hause. Mit den Kindern aus dem Wohnviertel mag er nicht spielen. Die sind so fremd, und Christian fürchtet sich vor ihnen. Besonders den großen Benno, der immer so laut herumtönt und “blöder Stadtzwerg” zu ihm sagt, mag Christian überhaupt und gar nicht leiden. Bestimmt würde der ihn bloß verhauen! Nein, da bleibt Christian lieber zu Hause und langweilt sich.
So auch heute. Christian sitzt am Fenster und schaut den Wolken am Himmel hinterher.
“Fliegen müsste man können”, seufzt er. “Ach, schön wäre das! Und überhaupt nicht langweilig.”
Auf einmal sieht er einen großen Ballon über den Himmel fahren. Bunt glitzert er im Licht der Sonnenstrahlen, und das sieht so toll aus, dass Christian auf die Straße läuft, dem Ballon hinterher. Wohin er wohl fahren mag? In die nahe Stadt? Über die Berge? Oder einfach so aufs Geradewohl nach Irgendwo?
“Ja, nach Irgendwo ins Land Überall”, ruft Christian und wünscht sich, auch in der kleinen Gondel zu sitzen und mit dem Ballon in das Land Überall zu fahren.
Da, der Ballon senkt sich herab, tief und tiefer, und macht Continue reading »

Atem frei, Angst vorbei

Atem frei, Angst vorbei
Angst vor der Schule? Hier ist eine Fantasiereise mit Atemübung und Mutspruch für dich

Klopft dein Herz wieder einmal besonders heftig?
Und grummelt die Angst in deinem Bauch?
Keine Bange…
Setze oder lege dich hin und stelle dir vor, du liegst auf einer Wolke.
Ruhig und langsam schwebt die Wolke mit dir über den Himmel.
Schön ist das.
Und wie still es ringsum ist!
Spürst du die Stille?
Versuche, dich auch so still und ruhig zu fühlen.
Atme ruhig und gleichmäßig ein und aus!
Ein und aus. Ein und aus.
Achte darauf, dass sich beim Einatmen dein Bauch hebt und beim Ausatmen wieder senkt!
So atmest du richtig.
Ein und aus. Ein und aus.
Sage dir dabei vor:
„Atem frei, Angst vorbei!“
Sage dir diesen Mutspruch mehrere Male vor:
„Atem frei, Angst vorbei!“
„Atem frei, Angst vorbei!“
„Atem frei, Angst vorbei!“
Spürst du, wie ruhig du wirst?
Spürst du, wie dein Herz schon viel langsamer pocht?
Und du atmest weiter ganz ruhig ein und aus.
Ein und aus.
„Atem frei, Angst vorbei!“ sagst du dir dabei.
Wieder und immer wieder sagst du diesen kleinen Mutspruch.
„Atem frei, Angst vorbei!“
Du bleibst noch ein Weilchen auf deiner Wolke liegen und schwebst weiter über den Himmel.
Du siehst andere Wolken an dir vorüberziehen.
Vögel, kleine und große.
Ein Flugzeug.
Du winkst und schwebst weiter.
Und die ganze Zeit atmest du ganz langsam ein und aus.
Ein und aus. Ein und aus.
Nun schaust du hinab zur Erde und siehst eine winzig kleine Gestalt.
Sie schaut zu dir hoch, die Gestalt.
Du winkst ihr zu.
Dann bittest du die Wolke, dich hinab zur Erde zu bringen.
Die Wolke dreht sich zur Antwort einmal langsam im Kreis.
Dann schwebt ihr gaaaanz langsam zur Erde hinab.
Gaaaaanz langsam.
Und gaaaaanz ruhig und gleichmäßig und langsam atmest du ein und aus.
Ein und aus und ein und aus.
„Atem frei, Angst vorbei!“
Dann seid ihr wieder Zuhause angekommen, deine Wolke und du.
Du sagst „Tschüs“ und „Danke für die schöne Reise“ und kletterst aus dem weichen Wolkenbett heraus.
Recke und strecke dich und stehe auf.
Ganz ruhig fühlst du dich nun.

© Elke Bräunling


Mutsonnensternchen, Foto © Elke Bräunling

Kirsten und die Wut im Bauch

Typen, die auf dem Schulweg lauern und Stress machen, kann Kirsten gar nicht leiden. Sie will sich wehren. Aber wie?

Kirsten mag nicht gerne alleine von der Schule nach Hause gehen. Wegen Paule, der oft am Wegrand steht, mit den Fäusten droht und ”Wegzoll!” brüllt. Schon oft hat Kirsten aus Angst vor Prügel ihr letztes Taschengeld an Paule abgegeben. So auch heute. Mit einer großen Wut im Bauch kommt sie nach Hause. Zwei Euro hat Paule ihr abgeknöpft.
”Das ist nicht fair”, schimpft sie. ”Bloß weil ich kleiner und schwächer bin als dieser Kerl!” Verärgert blättert sie in der Zeitung, die auf dem Küchentisch liegt. WEN-DO, DIE NEUE SELBSTVERTEIDIGUNG! steht da. Kirsten kichert. WEN-DO klingt komisch. Doch dann denkt sie an Paule, und sie betrachtet sich die Bilder zu den Selbstverteidigungsübungen genauer. Continue reading »

Angst ist doof

Ein Leben ganz ohne Angst, geht das?

“Angst ist doof“, sagt Tim zu Jan. „Ich möchte stark und mutig sein und mich nie mehr fürchten.“
“Wie ein Comic-Held?”, fragt Jan.
“Genau so. Keiner würde mich dumm anmachen.“
“Und genau dann hättest du keine Freunde mehr”, meint Jan.
“Wieso? Ich tue doch niemandem etwas”, wundert sich Tim. “Ich will nur keine Angst mehr haben. Dann könnte ich alles tun, was ich möchte: Auf Continue reading »

Lisa, Papa und die Arbeit

Papa hat wieder keine Zeit, mit Lisa in den Zirkus zu gehen. Immer muss er arbeiten

Lisa tobt. Sie ist wütend wie lange nicht mehr. Auf Papa! Der hat ihr nämlich einen Zirkusbesuch für heute Nachmittag versprochen, aber nun ist er nicht rechtzeitig nach Hause gekommen. Wegen seinem Chef, sagt Mama.
„Immer wegen diesem blöden Chef“, schimpft Lisa. „Alles macht der kaputt, weil Papa fast nie mehr Zeit für mich hat.“
Mama seufzt. „Für mich hat Papa auch nur wenig Zeit. Sei nicht traurig, Lisa. Papa muss Überstunden machen, damit sein Chef nicht wütend auf ihn ist.“
„Pah! Soll er Continue reading »

Pit hat Geburtstag

Rosen für alle Geburtstagskinder

Wenigstens am Geburtstag möchte Pit einmal berühmt sein und reich beschenkt werden. Aber macht es Spaß, berühmt zu sein?

“Einmal im Jahr müsste man berühmt sein”, sagt Pit oft. “Nur einmal im Jahr. Am Geburtstag.”
Viele Leute würden dann kommen und gratulieren, ganz viele: aus der Schule, aus dem Dorf und sogar aus der Stadt. Und alle würden sie etwas mitbringen, ein Geschenk, eingepackt in buntes Seidenpapier. Pit packt nämlich für sein Leben gern Päckchen aus. Ja, und dann würden sie ihm die Hand schütteln, ihn hochleben lassen und “Happy Birthday” singen. Nur für ihn. Einmal im Jahr.
“Das wäre toll”, schwärmt Pit, als er am Abend vor seinem Geburtstag im Bett liegt. Immer wieder denkt er an die geheimnisvolle Geburtstagsüberraschung, deretwegen seine Eltern seit Tagen miteinander tuscheln.
“Ach je”, seufzt er. “Wie soll es ein schöner Geburtstag werden, wenn keiner kommt?”
Pit hat nämlich in den Ferien Geburtstag, und da sind seine Freunde meist verreist. So ein Pech! Wie gerne hätte er seinen Geburtstag mit allen Freunden gefeiert, schön mit Kakao und Kuchen, Ratespielen und Sackhüpfen, Würstchen und Kartoffelsalat. Doch wenn keiner da ist zum Mitfeiern?
“Fade ist das”, murmelt er. “Richtig fade.”
Und Pit beginnt, vor sich hinzuträumen. “Berühmt müsste man halt sein. Dann würde keiner verreisen. Nein, dann nicht.” Continue reading »

Der Luftballon-Wettkampf

So kann’s passieren mit Angebern. Manchmal

Die bunten Luftballons, die an einer dicken Schnur zu einem Strauß zusammengebunden auf Käufer warten, streiten sich. Jeder will der schönste und größte sein. Und jeder gibt mächtig an.
Besonders toll treibt es der rot-blau-gepunktete Luftballon.
„So groß wie ich“, tönt er, „ist keiner von euch. Seht ihr?“
Und er pumpt und pumpt und pumpt mehr und noch mehr Luft in sich hinein. Er hört gar nicht mehr auf damit.
Seine Kollegen staunen. Der ist ja wirklich mächtig stark und riesig toll drauf.
„Seht den dicken Luftballon“, ruft da ein kleines Mädchen und deutet auf den rot-blau-gepunkteten Angeber-Luftballon. „Wie toll groß der ist!“
Da freut sich der rot-blau-gepunktete Luftballon so sehr, dass er noch mehr Luft in sich hineinpumpt. Vor lauter Stolz vergisst er, aufzupassen. Er pumpt und pumpt und pumpt und… ja, und dann macht es laut ´Pffft´. Der Angeberluftballon zerplatzt mit einem lauten Knall. Nichts mehr übrig ist von ihm. Nur ein paar rot-blaue Plastikfetzen fallen zu Boden.
„Bumm hat´s gemacht!“, ruft das kleine Mädchen begeistert. Es klatscht in die Hände und läuft schnell davon.
© Elke Bräunling

Weitere Geschichten auf der Kirmes/auf dem Jahrmarkt findest du hier:
Max und der Luftballonstrauß
Lena und die Mutprobe auf dem Jahrmarkt
Der kleine Rabe und das Riesenrad

Zwei Bücher sind im neuen Gewand und mit neuen Titeln erschienen:
Apfelzauber (vormals “Hallo Opa! Erzählst du mir eine Geschichte von der Apfelfrau?”)
Erntezauber (vormals “Hallo Opa! Erzählst du mir eine Geschichte vom Erntedank?”)

ÜBERARBEITETE NEUAUFLAGE DES BUCHES “APFELFRAU”:
Geschichten, Gedichte und Lieder von Apfel und Apfelbaum rund ums Jahr

Taschenbuch:Apfelzauber – Apfel, Apfelbaum und Apfelfrau: Geschichten, Lieder und Fantasiereisen
Ebook:Apfelzauber – Apfel, Apfelbaum und Apfelfrau: Geschichten und Lieder für Kinder

Information

Erntezauber

Taschenbuch:Erntezauber – Ernte und Erntedank: Geschichten und Lieder
Ebook:Erntezauber – Ernte und Erntedank: Geschichten, Gedichte, Spiele und Lieder

Information

Die Sonne und das Blatt

Warum das Blatt mit der Sonne in diesem späten Sommer so gar nicht mehr einverstanden ist

“Hallo Sonne!”, sagte das Blatt. “Ich freue mich, dass du mich jeden Tag für ein Weilchen besuchst. Aber du tust mir nicht gut. Deine Strahlen verbrennen meine Haut. Sie machen sie trocken, braun und dünn.”
“Es ist später Sommer”, erwiderte die Sonne mit einem Schmunzeln. “Es ist meine beste Zeit.”
“Meine auch!”, rief das Blatt. Nein, es schrie es fast. “Es ist auch meine beste Zeit. Meine letzte Lebenszeit. Und die möchte ich genießen, möchte sie leben. Frei und ohne Verletzungen. Also bitte, zieh weiter, Sonne! Lass ab von mir. Du tust mir weh.”
“Eigentlich bin ich es gewohnt, dass man mich liebevoll Willkommen heißt und meine Strahlenkinder freudig aufnimmt.”
In der Stimme der Sonne lag so etwas wie erschrockene Verwunderung. “Meinst du nicht, auch wir könnten uns arrangieren und Freunde sein?”
Besänftigend legte sie ihre Sonnenarme auf das Blatt. Es war, als wolle sie Continue reading »

Wolkentanz am Himmel

Wolkentanz am Himmel

Wolken tanzen wie Schafe am Himmel.
Es ist ein ganz schön wildes Gewimmel.
Sie holpern und poltern, wild geht es zu,
es rummst und des bummst, und -peng- dann ist Ruh.
Der Wind und der Sturm, die beiden
könnnen die Schafswolkenbande nicht leiden
und haben sie, weil sie sie so geplagt,
mit Donner und Blitz weit fortgejagt.
Die Wolkenschafe haben geflucht
und ganz schnell das Weite gesucht.
Schmollend sind sie rasch fortgezogen
holterdipolter zum Regenbogen.
Nun toben sie dort – es ist nicht gelogen.
Wolkenschafe sind halt recht ungezogen…
© Elke Bräunling

Als Tim ‚Stierkampf’ spielte

Die Sache mit Stieren, Ochsen und dem “Rot”-Sehen – Eine Feriengeschichte auf dem Land

Der Stadtjunge Tim hatte Lust auf ein tolles Ferienabenteuer. Er deutete zur Weide. „Die Kuh dort langweilt sich bestimmt.“
„Die Kuh ist ein Ochse“, sagte Jonas, der Sohn des Bauern.
„Umso besser“, freut ich Tim. „Eine Kuh wäre für einen Stierkampf viel zu langsam.“
„Du willst Stierkampf spielen?“, fragte Jonas. „Lass das lieber!“
„Ich hab keine Angst.“
Ehe Jonas noch etwas sagen konnte, zog Tim seinen roten Pullover aus, stieg über den Zaun und stapfte zu dem Ochsen hinüber. Mutig baute er sich fünf Schritte vor ihm auf.
„Wir spielen Stierkampf“, sagte er zu dem Ochsen. „Ich bin Continue reading »

Eine seltsame Begegnung am Waldrand

Beim Schuleschwänzen erlebt Max am Waldrand eine ganz eigenartiges Abenteuer. Oder ist er auf einmal in einer falschen Zeit gelandet?

Auf dem Schulweg bog Max an einer Wegkreuzung ohne weiter nachzudenken ab und trottete langsam aus dem Städtchen hinaus zum nahen Wald.
„Eine gute Idee“, murmelte er, als er sich wenig später am Waldrand ins Gras setzte. „Während sie in der Schule das blöde Diktat schreiben, habe ich einen tollen Sonnentag.“
Er beobachtete den Bussard am Himmel, lauschte dem Vogelgezwitscher, beobachtete eine Ameisenstraße und seufzte zufrieden. „Hier bleibe ich bis Schulschluss. Es gibt so viel zu sehen, dass mir nicht langweilig wird. Verhungern muss ich auch nicht. Bestimmt finde ich Himbeeren und Walderdbeeren.“
Das schlechte Gewissen meldete sich. „Ich könnte für Mama Beeren pflücken. Dann ist sie nicht ganz so sauer, wenn sie erfährt, dass ich Schule schwänze.“
Max griff nach der Dose mit den längst aufgegessenen Pausenbroten und trottete zu den Himbeerbüschen hinüber. Er hatte Glück. Schon viele Beeren waren reif und an der Böschung lachten ihm rote Walderdbeeren entgegen.
„Ganz schön viel Arbeit“, murmelte Max. Er überlegte und …
Da. Es raschelte im Unterholz, ein Ast knackte und Continue reading »

Jules Schmetterlingstraum

Wie kann man zarte bunte Schmetterlinge in die Gärten locken? Jule hat da eine ganz besondere Idee

Aus dicken, hässlichen Raupen schlüpfen zarte, bunte Schmetterlinge, hat Jule gehört. Das kann Jule erst nicht glauben, doch weil sie Schmetterlinge über alles leiden mag, träumt sie von einem fröhlich kunterbunten Schmetterlingsgarten.
Schmetterlinge aber sieht Jule im Garten nur wenige. Weil die nämlich ihre Eier, aus denen die Raupen schlüpfen, lieber auf Brennnesseln, Wildkräutern und -büschen ablegen, und die gibt es in den gepflegten Gärten der Siedlung nicht.
Schade, findet Jule, und denkt an ihren Schmetterlingstraum. Dann hat sie eine Idee. Sie nimmt ein Einmachglas und geht zum Wäldchen hinter dem Spielplatz. Dort wachsen Brennnesseln, Wildkräuter, Büsche und Birken, und von denen sammelt Jule alle Raupen, die sie finden kann, in ihr Glas. Vorsichtig trägt sie ihre Beute heim in den Garten und setzt die Raupen auf die Blätter der Bäume, Büsche, Rosen, Stauden und Salatköpfe. Mehrere Tage lang macht sie das, und es ist keine einfache Sache.
Am Anfang Continue reading »

Die Wolkenträne

Regentropfen, sind sie Wolkentränen?

Lange bevor der große Regen angekündigt war, stahl sich ein Regentropfen aus der Wolke und sprang mit einem Hüpfer vom Himmel.
“Ich bin frei”, rief er und schlug übermütig ein paar Purzelbäume. “Frei-ei-ei…!”
Platsch! Schon landete er auf der Nase eines kleinen Mädchens.
“Oh!”, rief das Mädchen. “Eine Wolkenträne. Ich hab doch immer gewusst, dass Wolken weinen können.” Es sprang auf, um die Wolkenträne seinen Freunden zu zeigen.
Die aber lachten nur.
“Heute ist doch kein Regentag!”, riefen sie und grinsten. “Diesen Tropfen hat bestimmt ein Vogel … verloren! Hahaha!”
Ein Vogel?
Das Mädchen schüttelte sich voller Ekel, rannte zum nahen Bach und wusch sich schnell das Gesicht.
So landete der Regentropfen bei seinen Kollegen im Bach und war wie in der Wolke wieder nur einer von vielen.
Ich bin vielleicht eine dusselige Träne!, dachte er noch, doch da verschlang ihn schon eine Welle und trug ihn mit all den anderen Wassertropfen dem Fluss entgegen.
© Elke Bräunling

Die Rose weint ...
© Elke Bräunling, Viele Wolkentränen treffen sich auf der Rosenblüte

Im roten Klatschmohnmeer

Wenn ein Feld oder eine Wiese zum Meer werden, dann, ja, dann bist du gerade unterwegs auf einer Traumreise/Fantasiereise

Auf einem Ausflug oder auf einem Bild hast du ein Feld oder eine Wiese gesehen mit vielen Klatschmohnblumen. Es sind 1000 und mehr und sie schmücken das Land mit vielen klatschmohnroten Punkten. Schön sieht das aus! Am liebsten würdest du gleich einen großen Strauß Mohnblüten pflücken. Vielleicht möchtest du aber auch eine kleine Traumreise machen? Hast du Lust auf eine Reise ins rote Klatschmohnmeer? Continue reading »

Urlaub auf der Insel des Glücks

Es gibt da eine Insel, auf der man Gerüchten zufolge sein Glück finden kann. (Eigentlich gibt es viele solcher “Inseln”, man muss nur mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen, dann kann man sie entdecken)

Einmal hängte ein schlauer Reisebürobesitzer ein Schild mit einem ganz besonderen Angebot ins Schaufenster seines Geschäftes:

Einmaliges Sonderangebot
Pauschalreise zur INSEL DES GLÜCKS zum Preis von 999.– Euro

Insel des Glücks? Wie bitte? Die Leute wunderten sich.
„Wo findet man heute noch Glück?“, murmelte ein Griesgram.
„Stimmt“, klagte eine Dame. „Glück ist so rar geworden.”
Und sogleich hatte jeder etwas zu sagen und dass es so etwas wie ´Glück´ heutzutage gar nicht mehr gäbe.
„Vielleicht findet man es auf dieser Insel?“, meinte einer schließlich.
„Ein bisschen Glück wäre nicht schlecht“, sagte ein anderer und buchte gleich zwei Plätze.
Und weil viele Leute ähnlich dachten, war die Reise zur Insel des Glücks rasch ausgebucht.
Der Geschäftsmann freute sich. „Was für ein Glück mit dem Glück!“, rief er und rieb sich die Hände.
Sechs Wochen später brachte ein alter Fischkutter Continue reading »

SOEBEN ERSCHIENEN
Elkes Minutengeschichten – Sommer: 40 kurze Sommergeschichten für Kinder


Taschenbuch:Elkes Minutengeschichten – SOMMER: 40 Geschichten zur Sommerzeit
Ebook:Elkes Minutengeschichten – SOMMER: Sommergeschichten für Kinder

Information

Vierzig Sommergeschichten für Kinder. Geschichten und Märchen von Festen im Sommer, von Abenteuern, Träumen, Spiel und Spaß, von Natur und Wetter, Tieren, Blumen und Bäumen, von Urlaubsreisen und Ferienzeit, von guten und schlechten Launen und von den Menschen mit ihren Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen in dieser bunten Jahreszeit.

Minutengeschichten sind Geschichten und Märchen, die mit einer Vorlesedauer von 1-3 Minuten als kleiner Morgengruß oder als Betthupferl, als kleine Überraschung oder in einer kurzen Pause am Tag erzählt oder vorgelesen werden können.
Die Texte sind so konzipiert, dass sie das Display eines Smartphones ausfüllen. Ohne Scrollen kann man aus der Ferne dem Kind oder Enkelkind am Telefon/Handy mit einer Geschichte eine kleine Freude bereiten. So kann Papa oder Mama beispielsweise die Tradition der Gutenachtgeschichte auch von unterwegs oder von der Arbeit aufrechterhalten.

Die Bitte „Papa/Mama/Oma/Opa, erzählst du mir noch schnell eine Geschichte?“, lässt sich mit dieser Sammlung so zu aller Zufriedenheit und ohne viel Aufhebens erfüllen. Es „kostet“ eine oder zwei Minuten Zeit „nur“ …

Als der Märchenerzähler alle Märchen vergessen hatte

Eines Tages konnte sich der alte Märchenerzähler nicht mehr an die Märchen, die er immer erzählt hatte, erinnern.

“Es war einmal, es war keinmal, es war und es ist…” Der Märchenerzähler stockte. Er wusste nicht mehr weiter. All die Märchen und Geschichten, die er in seinem Kopf gut verwahrt hatte, waren auf einmal – wie durch einen bösen Zauber verhext – weg. Ausradiert waren sie. Vergessen.
Erschrocken rieb sich der Märchenerzähler die Augen, dann schüttelte er ratlos und auch ein bisschen ängstlich den Kopf.
“Das kann doch nicht wahr sein. Das … ist … nicht … wahr!”
Er vergrub das Gesicht in seinen Händen und schloss die Augen.
“Erinnern”, murmelte er. “Ich muss mich erinnern.”
“Niemand muss müssen und niemand kann immer Continue reading »

Sommerspaß

Sommerspaß
Was man im Sommer so alles machen kann

Im Sommer kann man viele Sachen,
die Kinder mögen, prima machen:
so zum Beispiel barfuß laufen,
sich ein Eis ums andre kaufen,
oder in der Sonne sitzen
und dabei ganz mächtig schwitzen,
am Sandstrand hohe Burgen baun,
beim Nachbarn ein paar Beeren klaun,
mit Papa abends Bälle kicken,
einfach in den Himmel blicken,
Fahrrad fahren, Reisen machen,
Schwimmen gehen, blödeln, lachen,
im Garten grillen und gut essen,
Sommerfeste nicht vergessen,
die sind nämlich echt der ´Hit´,
und der Sommer feiert mit.

© Elke Bräunling

Sommerkirschenzeit
Sommerzeit-Kirschenzeit

Leuchttürme sind toll

Leuchtturm-Stadt-Sonja-Mengkowski
Leuchttürme sind toll, dieser Meinung ist auch meine geschätzte Kollegin, die Malerin Sonja Mengowski. Sagt, hat sie nicht einen wunderschönen Leuchtturm gemalt? Besucht sie mal in ihrem Atelier mit KLICK auf dem Link! :)

Leuchttürme sind toll und sie sind sehr sehr wichtig und nützlich, lernt Pia bei ihrem Nordseeurlaub

In den Ferien machten Pia und Pit Urlaub auf dem Bauerhof, und dieser Bauernhof stand auf einer Nordseeinsel. Das war, fanden die Geschwister, ziemlich cool.
Nur den Leuchtturm, den fand Pia nicht so toll. Hohe Türme nämlich machten ihr Angst.
“Dort wird mir schwindelig”, maulte sie. “Wozu brauche ich einen Leuchtturm?”
“Leuchttürme sind wichtig für die Schifffahrt”, sagte Papa.
“Sie retten Leben”, fügte Mama hinzu.
“Und man kann von dort oben die ganze Insel sehen”, schwärmte Pit.
Während ihre Eltern und Pit auf den Turm kletterten, wartete Pia trotzdem lieber auf dem Deich. Es machte ihr Spaß, die Schafe zu beobachten, die hier weideten. Es war Ebbe und das Meer hatte dem Watt Platz gemacht. Pia mochte das Watt. Am liebsten hätte sie den ganzen Urlaub damit verbracht, im Watt auf „Forschertour“ zu gehen.
Da! War da nicht ein klägliches Blöken? Pia sprang auf.
“Bestimmt hat sich eines der Lämmer verirrt. Ich muss ihm helfen.”
Ohne nachzudenken zog sie Continue reading »

Eine Fantasiereise zu den Urlaubsgeschichten am Meer findest du ebenfalls hier im Blog.
Klick auf den Link und du gelangst zur Fahrt übers Meer

In der Fantasie kannst du übrigens immer und überall hin verreisen. Auch ans Meer und selbst, wenn du noch mitten im Schulstress oder zuhause beim Arbeiten bist.
Viel Spaß damit!

Ferienspaß an der Nordsee

Urlaub am Meer ist eine tolle Sache. Das lernen nun auch Pia und Pit kennen, die ihr ja schon aus weiteren Urlaubsgeschichten hier im Blog (Links siehe unten) kennt.

Spannend waren die Ferien auf der Halbinsel Nordstrand für Pia und Pit. Kein Tag war langweilig. Immer gab es etwas zu entdecken. Nur zum Faulsein und zum „Die-Sonne-am-Strand-auf-den-Bauch-scheinen-lassen“ hatten sie noch keine Zeit gefunden. Da gab es so viele Dinge, die mehr Spaß machten: Schätze im Watt suchen, die Sandbänke mit den Seehunden besuchen, mit Fischer Hansen zum Krabbenfischen aufs Meer fahren, das Krabbenpuhlen, die Segelschule, die Robbenstation, der Leuchtturm, der geheimnisvolle Piratenfelsen, die Salzwiesen, das Schiffermuseum, die Nachtwanderung, der rätselhafte nächtliche Sandburgenbauer, der Märchenerzähler im Strandkorb, der Beachball-Wettkampf, die schaurigen Geschichten und Sagen, die Continue reading »

Die Stadt im Watt

Eine versunkene Stadt gibt es im Watt und manchmal soll man sie noch … nein, lest selbst!

Im Urlaub auf der Nordseeinsel Nordstrand hatten Pia und Pit mit ihren Eltern Unterkunft in einem alten Fischerhaus hinterm Deich gefunden. Gleich am ersten Abend hatte der alte Fischer den Kindern versprochen, ihnen das Watt mit all seinen Wundern und Geheimnissen zu zeigen.
Mächtig gespannt waren Pia und Pit, als sie am Morgen zum Deich liefen und aufs Meer spähten. Das Watt lag unter dem Wasser verborgen, doch wenn man genau hinschaute, sah man, wie sich das Meer langsam zurückzog.
„Dort!“, sagte Pit und deutete nach Westen aufs Meer. „Irgendwo dort hinten liegt sie, die versunkene Stadt.“
Pia nickte und dachte an die Geschichten, die ihnen der alte Fischer erzählt hatte.
Früher nämlich hatte Continue reading »

Pia und Pit suchen das Meer

An ihrem ersten Urlaubstag an der Nordsee suchen Pia und Pit erst einmal das Meer

Endlich waren die Ferien da und Pia und Pit fuhren mit ihren Eltern zum Urlaub an die Nordsee. Auf die Halbinsel Nordstrand wohnten sie gleich hinter dem Deich in einem Fischerhaus und das war, fanden Pia und Pit, toll. Man musste nur auf den Deich laufen, und schon sah man das Meer. Oder auch nicht. Zweimal am Tag nämlich zog sich das Wasser zurück und machte einer Landschaft Platz, die wie eine Matschwüste aussah.
Das ist das Watt, lernten Pia und Pit. Man sieht es bei Ebbe. Kommt das Wasser, so nennt man es „Flut“. Ebbe und Flut! So teilt man die Zeiten am Meer ein. Man nennt es „Gezeiten.“
Das war alles neu für die beiden Landratten. Sie hatten zwar davon gehört, aber so richtig hatten sie sich das mit den Gezeiten nicht vorstellen können. Und deshalb begann der Urlaubstag mit einer Enttäuschung.
Während ihre Eltern noch Koffer auspackten, rannten Pia und Pit Continue reading »

Davids Schneckenzoo

Ein lauter Schreckensschrei aus dem Nachbargarten riss alle Bewohner des Wohnviertels aus der Mittagsruhe. Nachbar L. stapfte wütend und schimpfend durch seine Gemüsebeete und sein kleiner Sohn stand dabei, grinsend. Was war passiert?
So etwas Ähnliches vielleicht wie Davids Vater in der folgenden Geschichte?

Davids Schneckenzoo

Eine tolle Idee hat David heute. Er baut im Garten aus großen Steinen ein viereckiges Gehege und legt Steine, Salatblätter, Äste, Strohhalme, eine Hütte aus Bausteinen und eine Wasserschale hinein.
„Was baust du da?“, fragt Papa neugierig.
„Einen Schneckenzoo“, sagt David und deutet auf das Glas voller Schnecken, das im Schatten der Hecke steht. „Die hab ich auf den Feldern gesammelt. Sie kommen in meinen Schneckenzoo, und ich werde gut auf sie aufpassen.“
Papa klopft David anerkennend auf die Schulter. „Ich mag es, wenn Kinder gute Ideen haben“, sagt er stolz. „Aus Naturbeobachtungen kann man mächtig viel lernen.“
Papa findet alles gut, was sich zum Lernen eignet, und David freut sich, wenn Papa ihn lobt. Den ganzen Tag kümmert er sich um seinen Zoo, und Papa guckt immer mal bei ihm vorbei und blickt sehr stolz und glücklich drein.
Am nächsten Tag aber ist Papas Blick überhaupt und gar nicht mehr stolz und glücklich. Davids Schnecken haben nämlich während der Nacht mit großem Appetit eine kleine Klettertour über die ´Zoo´-Mauern hinüber zu Papas jungem Salatbeet gemacht. Dort ruhen sie sich nun unter Erdkrumen und Steinen versteckt von der üppigen Salat-Mahlzeit aus.
„Sauerei“, schimpft Papa los und blickt auf die zerfressenen Salatreste. „Da haben wir den Salat! Du mit deinen blödsinnigen Ideen!“
„Was für Ideen?“, fragt David. „Und was für einen Salat?“ Lachend deutet er auf das kahl gefressene Beet. „Weißt du“, sagt er kichernd zu Papa, „aus Naturbeobachtungen kann man wirklich viel lernen.“
Was bleibt Papa da noch übrig als mitzulachen?

© Elke Bräunling

Schnecke unterwegs
© Elke Bräunling, Weinbergschnecke auf der Suche nach Salatblättern


Ein farbenfroher Regenwettermorgen

Regentage müssen nicht langweilig sein. Auch nicht in den Ferien

Immer wieder regnet es in diesem Sommer. Stundenlang oft. Auch jetzt.
“Ich sehe schwarz”, sagt Papa. “Unser Ausflug zum Kletterpark wird wohl ins Wasser fallen.”
Papas Miene ist düster und griesgrämig, so als wäre die Welt um ihn herum wirklich rabenschwarz.
“Och!”, sagt Florian traurig. Er deutet aus dem Fenster und entdeckt eine Lücke im Wolkendunkel. Eine himmelblaue Lücke. Gleich fühlt er sich nicht mehr traurig.
“Und ich sehe blau”, ruft er und ist zufrieden. Wer nämlich ‘blau’ sieht, hat er in der Schule gelernt, fühlt sich entspannt und zufrieden. Er zwinkert Mama zu.
Mama lächelt. “Stimmt”, sagt sie. “Und in deinem Blau sehe ich nun noch ein kleines, fröhliches Sonnengelb. Es drängelt sich immer mehr durch die Wolken und Continue reading »

Ein schöner Schreck – Mama ist weg

Wenn Mama müde ist und einfach einmal verschwindet, sieht die Welt plötzlich ganz anders aus und alle müssen zusammenhalten

Eines Tages war Mama fort. Sie war einfach nicht mehr vom Büro nach Hause gekommen. Ohne uns etwas zu sagen, war sie weggegangen. Uns hatte sie alleine gelassen. Einfach so. Sie wollte auch nicht mehr zu uns heimkommen. Warum das?
„Ich habe es satt“, sagte sie zu Papa am Telefon. „Nichts als Ärger habe ich mit euch. Und Stress. Und jeder denkt nur an sich alleine. Ja, und das mache ich jetzt auch.“
Sie sagte noch viel mehr über Papa und uns, über ihren Chef und ihre Arbeit, über unser altes Haus und den großen Garten und noch vieles mehr. Sie sagte so viel, dass Papa irgendwann überhaupt nichts mehr sagte. Er sah nur ganz blass aus.
Es war ein schöner Schreck. Da saßen wir nun, Papa, Lena und ich, und wir wussten nichts mit uns anzufangen. Mama fehlte uns so schrecklich. Noch nie war sie von uns fort gewesen. Ach, wir hatten sie ja so lieb!
„Wir sind Schuld“, heulte Lena, „wo wir ihr doch den dummen Stress gemacht haben!“
„Meinst du?“
Papa nickte. „Ein bisschen schon.“
„Du hast sie aber auch oft geärgert“, riefen wir.
Papa Continue reading »

Onkel Niki und das allerschönste Sommerfest

Es gibt ein Fest im Sommer, das ist schöner als alle anderen. Für viele Kinder zumindest ;)

„Das schönste Fest im Sommer“, sagt Onkel Niki, „ist das Schulfest.“
„Au ja“, ruft Daniel. „Da ist immer ganz schön was los.”
„Bei uns im Kindergarten auch“, sagt Ulla. „Und in diesem Jahr ist es ein ganz besonderes Fest für mich und für Kathrin, Mara, Basti, Rolf und Maximilian.“
„Warum gerade für euch?“, fragt Onkel Niki und lächelt.
Daniel kichert. „Weil sie die Doofsten im Kindergarten sind“, lacht er.
„Selber doof!“ Ulla ärgert sich. Warum muss Daniel sie immer hänseln? Er weiß doch, warum das Kindergartenfest für sie dieses Mal ein ganz besonderes Fest ist. Es ist ihr letztes Kindergartenfest. Nach den Sommerferien wird sie auch in die Schule gehen wie Daniel und seine Freunde. Darauf freut sich Ulla sehr. Ein bisschen traurig macht sie der Abschied vom Kindergarten aber auch.
„Ärgere dich nicht!“, tröstet Onkel Niki. Wir wissen, dass Continue reading »

Der Garten der 2b

Ein eigener Schulgarten ist eine feine Sache. Und eigenes Gemüse, Obst und Salate schmecken prima

Hinter der Schule liegt eine große Wiese, und daneben ein verwildertes Ackergrundstück. Dort haben die Kinder immer besonders gerne gespielt, doch als sie eines Tages in die Schule kommen, gibt es ihren Lieblingsspielplatz mit den verwilderten Hecken nicht mehr. Schade. Hier hat man immer so schön Ball und Verstecken spielen und Hütten bauen können. Frisch gepflügt und langweilig leer liegt das Land nun in Rechtecke unterteilt neben der Wiese. Die Kinder sind enttäuscht. Gerade heute ist so ein schöner Sonnentag zum Spielen. Muffig sitzen sie auf der Wiese und ärgern sich.
”Ich habe eine Überraschung für euch”, sagt Frau Schäfer, die plötzlich mit einem Korb und Gartengeräten bepackt vor ihnen steht. ”Kommt mit!”
Die Kinder haben gar keine Zeit zum Murren, so schnell läuft Frau Schäfer über die Wiese und macht vor dem ehemaligen Ackerstück Halt. Sie deutet auf die sauber geharkte Erde und sagt:
”Das ist unser Schulgarten, und dieses Rechteck gehört uns, der Klasse 2b. Jede Klasse erhält ein Gartenstück, und dort können wir anpflanzen, was wir uns wünschen.”
“Wäg!” Der dicke Robin heult auf. “Gartenarbeit ist doof.”
“Warte es ab!” Frau Schäfer lächelt. Sie Continue reading »

Der kleine Bär und der Blumenstrauß

Einmal hatte der kleine Bär ein eigenartiges Erlebnis im Wald. Als er Blumen pflückte

Einmal wollte der kleine Bär einen großen bunten Blumenstrauß für Mama Bär pflücken.
Überall blühte es kunterbunt in den prächtigsten Farben: rot, gelb, weiß, blau, lila, rosa, pink, orange, gräsergrün und bunt, bunt, bunt. Eine Blume schöner als die andere. Und wie süß es duftete! Der kleine Bär konnte sich nur schwer entscheiden, welche er wählen sollte. Die Margeriten und Glockenblumen oder der wilde Flieder? Die ersten Rosen oder die Holunderblüten? Oder … ?
„Nehme ich von jeder Blüte eine“, beschloss er.
Er beugte sich über einen blauen Wiesensalbei. Da glaubte er eine Stimme zu hören. „Lass mich Continue reading »

Ein Glückskäfer-Glück für Jule

Wie ein Marienkäfer der grübelnden Jule doch ein bisschen Glück brachte … und vielleicht sogar den Eintritt ins Zirkuszelt?

Traurig sitzt Jule am Rande des Festplatzes und blickt auf das bunte Zirkuszelt. Zu gerne hätte sie sich die Nachmittagsvorstellung mit den beiden Clowns, die am Eingang fröhlich ihre Späßchen machen und die Leute ins Zelt einladen, angesehen. Ihre Freunde sind schon im Zelt. Nur sie hat kein Geld für die Eintrittskarte. Nie hat Jule Geld, seit ihre Eltern arbeitslos sind. Immer muss sie sich all die Dinge, die ihre Freunde erleben, von draußen ansehen. Jule schüttelt den Kopf. Sie mag nicht weiter grübeln. „Grübeln”, sagt Papa immer, „macht nur ein Griesgramgesicht. Aber helfen, nein, das tut es nicht.”
Jule will kein Griesgramgesicht haben. Sie zwingt sich zu einem kleinen Lächeln, und weil niemand zum Anlächeln da ist, schenkt sie ihr Lächeln der Margerite, die neben ihr am Wegrand wächst. Ja, und ihr ist, als lächelte die Blume zurück. Oder hat sie das geträumt? Nachdenklich Continue reading »

Das Beerenfest im Wald

In diesen Sommertagen wird überall gefeiert. Auch im Wald.

“Die Waldbeeren blühn, die Waldbeeren blühn, habt ihr sie schon gesehen?”
Laut hallen die Rufe durch den Wald.
“Die Waldbeeren blühn. Hurra! Hurra! Und bald feiern wir ein Fest. Ein Beerenfest. Hurra!”
Fröhlich tanzen die Waldbewohner, die Tiere, Elfen, Wichtel, Zwerge und Feen um die blühenden Brombeersträucher. Feste nämlich feiern sie für ihr Leben gern. Und süße Beeren essen sie auch für ihr Leben gern. Ja, das Waldleben ist schön, so schön! Und sie jubeln und lachen und freuen sich über jede Blüte, die sich aus den Knospen schält.
“Die Waldbeeren blühn. Hurra! Hurra!”
“Pah!”, dröhnt da plötzlich eine Stimme von der alten knorrigen Baumwurzel her. “Was bringen sie euch jetzt ein, die Blüten der Waldbeeren? Noch eins, zwei, drei oder vier Wochen müsst ihr warten, bis ihr Beeren ernten und ein Beerenfest feiern könnt. Ihr müsst nicht einiger Blüten wegen so einen Lärm machen. Davon werdet ihr nicht satt. Also schweigt still und stört die Waldruhe nicht weiter!”
Die Waldbewohner halten inne. Eins, zwei, drei oder vier Wochen warten? Das ist eine lange Zeit. Jetzt aber Continue reading »

Traumgedicht – Der Himmelaufräumer

Der Himmelaufräumer – Traumgedicht

Heute Nacht hab ich geträumt
´nen wunderschönen Traum:
Ich hab den Himmel aufgeräumt
mit Blitzblankseifenschaum.
Die Sterne hab ich Stück für Stück
vom Himmel sauber abgepflückt,
poliert und in den Wald gebracht
für eine helle Lichternacht.
Den Mond, den nahm ich mit nach Haus
als Lampenschirm. Toll sah das aus.

© Elke Bräunling

Mia und der Wald der Träume

Im Wald der Träume findest du alle Träume … und auch die Traumgeister und Feen und Wichte leben dort

Mia hat schlecht geträumt. Ein Geist hat vor ihrem Bett gestanden und schaurig geheult. Deshalb will Mia am nächsten Abend nicht zu Bett gehen.
„Dein böser Traum“, sagt Mama, „ist längst im Wald der Träume. Der böse Geist kommt bestimmt nicht zurück.“
„Wald der Träume? Was ist das?“, fragt Mia.
„Ein großer Wald, den noch kein Mensch je gesehen hat. Dort landen alle Träume, und aus jedem Traum wächst ein neuer Baum.”
„Uih“, sagt Mia, „da wird der Wald ja jeden Tag größer!“
Mama nickt. „Ist das nicht prima? Jeder Baum hat sein Geheimnis. Und vielleicht“, sagt sie, „verirrt sich mancher Traumbaum nach einem besonders schönen Traum hierher in unseren Wald.“
„Fein“, sagt Mia. „Dann träume ich jetzt einen schönen Traum, und morgen suchen wir ihn im Wald.“
Mama lächelt und knipst das Licht aus. „So machen wir das. Doch nun schlaf gut und träume schön!“
Mia denkt an den Wald der Träume. Viele ganz unterschiedliche Bäume stellt sie sich vor, ja, und auf einmal steht Mia auf einer Waldlichtung. Hell ist es hier und sonnig. Ringsum wachsen Bäume so hoch und so dicht, dass kein Lichtstrahl dort zum Boden gelangt. Mia fröstelt.
„Willkommen im Wald der Träume“, sagt eine fröhliche Stimme, und Continue reading »

Die Elfe und der Wichtel mit den roten Backen

Der kleine Erdbeerwichtel ist ein scheuer Wichtel. Er mag nämlich nicht gerne ausgelacht werden. Es macht ihm Angst.

Als die kleine Wiesenelfe die Waldbewohner zum Tanzfest auf der Hollerwaldwiese einlud, hätte sie beinahe den scheuen Erdbeerwichtel vergessen. Ihn hatte sie heute noch nicht getroffen. Eigentlich hatte sie ihn in diesem Frühling und Frühsommer nicht gesehen.
“Es wird ihm doch nichts passiert sein?”
Eilig sauste die Elfe zur Waldlichtung, wo er seine Höhle hatte und rief:
“Hallo, Erdbeerwichtel! Wo steckst du?”
Niemand antwortete. Nur im Waldbeerenhang oben links raschelte es für einen Moment.
“Erdbeerwichtel! Bist du da?” Schnell flog die Elfe zum Hang hinauf. Dort schaute sie unter jedes Blatt. Dann sah sie ihn, den scheuen Wichtel. Unter zwei Blättern verborgen lag er und hielt sich die Augen zu.
“Huhu!”, kicherte die Elfe. “Da bist du? Warum antwortest du nicht?”
“W-w-weil i-i-ich gar nicht da bin”, stammelte der Wichtel und seine Backen färbten sich erdbeerrot.
“Wer nicht da ist, kann auch nicht gesehen werden.” Die Elfe kicherte noch immer. “Und wer nicht gesehen werden kann, liegt nicht mit erdbeerroten Backen unter zwei Blättern.”
Der Wichtel schwieg. Seine Continue reading »

Opa, ärgere dich nicht!

Opa kann beim Spielen nicht verlieren und Robin kann es eigentlich auch nicht. Ärgerlich, dieses ‘Mensch-ärgere-dich-nicht’!

„Und eins und zwei und drei und vier … und schon geht es hinaus mit dir.“
Opa rückt seine rote Spielfigur vier Felder weiter und kickt Robins gelbe Figur mit Schwung aus dem Spiel.
Nun stehen wieder alle gelben Figuren draußen vor dem Feld. Wie dumm aber auch!
„Schon wieder!“ Robin ist sauer. Schon zum vierzehnten Mal hat ihn Opa nun aus dem Spiel gekegelt. Und jedes Mal hat er dabei in die Hände geklatscht und so sehr gelacht, dass er sich die Lachtränen aus den Augenwinkeln wischen muss.
Robin kann nicht mehr lachen. Es ist fast so etwas wie eine Strafe, mit Opa zu spielen.
„Doofes Spiel!“, mault er.
Opa lacht wieder. „Mensch! Ärgere dich nicht!“, sagt er und findet das schrecklich lustig.
Robin Continue reading »

Das allerschönste Spiel auf der Welt

tormann-tim
Hier erzählen Jolie, das Neufundländer-Mädchen, und Tormann Tim, und Ihr findet ihn und seine Freunde bei meiner lieben Kollegin Sonja Mengkowski

Das allerschönste Spiel auf der Welt
Auch Hunde spielen gerne Fußball, am allerliebsten zusammen mit den Kindern auf der Straße. Wichtig ist: Ihr müsst die Hundesprache verstehen. Klar, oder?

Ein neuer Junge ist in unsere Straße gezogen. Vor ein paar Monaten schon. Er heißt Rasmus und ist, finde ich, ein toller Kerl. Oft sehe ich ihn draußen. Er spielt das allerschönste Spiel auf der Welt: Fußball! Und wenn ich zuschaue, wie geschickt er den Ball gegen die Mauer kickt oder die Strasse entlang dribbelt, dann weiß ich Bescheid: Fußball ist auch sein Lieblingsspiel. Stundenlang könnte ich am Fenster stehen und ihm zuschauen. Und wie gerne würde ich mitspielen!!! Sooo gerne. Aber das geht nicht. Und ehrlich, ich finde, das ist sooo schade. Ganz traurig macht mich das. Weil ich aber glaube, dass Rasmus Angst vor mir hat, wage ich es nicht, zu ihm zu laufen und mitzukicken.
Heute spielt er wieder vor unserem Garten. Von hier aus kann man nämlich am allerbesten gegen die Nachbarmauer kicken. Ich bin gleich zum Fenster gerast und schaue ihm nun zu. Wow! Hat Rasmus heute einen Drive drauf. Wumm! Wumm! Kabumm! Wieder und wieder knallt der Ball gegen die Mauer. Wumm! Wumm! Kabumm! Und noch einmal und noch einmal und …
Aber Halt! Hey! Was ist das? Mit Wumm! Wumm! Kabumm! landet der Ball in unserem Garten und poltert über die großen Steine herunter bis vors Küchenfenster. Toll! Ich freue mich riesig! Ein großer, orangefarbener Fußball liegt genau vor meiner Nase. Nur die Fensterscheibe trennt uns.
„Jetzt Continue reading »

Pit und der Zauberbesen

Als Pit es geschafft hat, eine Fußballmannschaft herbeizuzaubern

Pit spielt für sein Leben gern Fußball. Er zaubert aber auch gerne, und manchmal aber will er ein Zauberer sein. Ein Zauberer, wie Harry Potter es ist. Mit einem richtigen Zauberbesen.
„Wetten, es gibt diesen Zauberbesen zum Fliegen?”, fragt er seine Freunde eines Tages.
Die aber lachen nur. „Harry Potter ist eine Erfindung. Ein Held aus Büchern und Filmen..”
„Hoho! Ein Märchen ist er.”
„Ja, eine Zauberergeschichte. Nichts weiter …”
Pit nickt. „Eine Zaubergeschichte mit einem Zauberbesen. Und heute Mittag werde ich euch zeigen, dass es solche Zauberbesen, mit denen man fliegen kann, sehr wohl gibt. Ich habe einen tollen Trick geübt. Kommt zum Spielplatz! Ich werde ihn euch zeigen.”
Haha! Was für ein Spaß! Pit und sein Zauberbesen! Das muss man sich ansehen.
Pits Freunde sind sehr neugierig. Keiner fehlt heute keiner auf dem Spielplatz.
Als Pit schließlich mit einem Besen unter dem einen und einem Fußball unter dem anderen Arm kommt, lachen alle.
„Hähä”, gröhlt Alex. „Warum Continue reading »

Die Sonne und der Mond

Gestern war Vollmond. Vollmond ist für viele Menschen besonders magisch und spannend und aufregend. Ja, und manchem Kind schenkt er in diesen Tagen ganz besonders fantasievolle Träume

Seit es die Welt gibt, gibt es zwei, die sich gar nicht ausstehen können. Es sind die Sonne und der Mond.
„Mich mögen die Menschen, Tiere und Pflanzen lieber”, sagt die Sonne jeden Tag aufs Neue zufrieden. „Ich schenke ihnen Licht und Wärme, und damit mache ich die Menschen fröhlich, die Tiere sind zufrieden und die Pflanzen saugen mein Licht auf, um wachsen zu können.”
„Nicht alle Tiere mögen dein Sonnenlicht leiden”, erwidert der Mond. „Ich kenne viele, die erst in der Nacht aufwachen und auf Nahrungssuche gehen.”
„Wie viele?”, fragt die Sonne und lacht.
„Nun”, sagt der Mond, „da sind die Eulen, die Nachtfalter, Schnecken, Wildschweine, Füchse und viele andere Waldtiere, ja, und auch die Katzen mögen das Nachtlicht lieber leiden als deine brennend heißen Sonnenstrahlen.”
„Ist das alles?”, fragt die Sonne gönnerhaft. „Mehr hast du nicht zu bieten?”
Der Mond überlegt. „Ich Continue reading »

Glühwürmchennächte

Glühwürmchennächte
Ein Gedicht zum Juni, dem “Glühwürmchenmonat” – Rätselgedicht

Siehst du das Glimmern
im Dunkeln hier schimmern?
Zahllose Pünktchen
als leuchtende Fünkchen
schweben und tanzen ganz sacht
wie Geisterchen hell durch die Nacht.
Sind´s Sternentränen, die hier im Dunkeln
in Sommernächten tanzen und funkeln?
Sind´s Sonnenkinder, die im Nachtdunkel blühn
und nach einem sonnigen Tage noch glühn?
Ist´s ein Zauber, ein Traum oder was könnt es sein?
Denk an Sommer und Nächte! Bestimmt fällt´s dir ein …
(= Glühwürmchen)

© Elke Bräunling

Glühwürmchen, auch Johanniskäfer genannt, sind DIE Sommerkäfer überhaupt. Jetzt, in den warmen Juninächten, besonders um St. Johannis, sehen wir sie wieder, die charmanten Funkelpünktchen, die durchs Dunkel schweben und tanzen und die die Nacht gleich viel romantischer und auch ein bisschen magisch erscheinen lassen. Sie sind so etwas wie Symbolkäfer der Johannisnacht.

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Die Kirschfee und ihre Bäume

Eigentlich will die Kirschfee ihre Kinder, die Kirschen, alle für sich behalten. Sie sollen auf den Bäumen bleiben. Was aber sagen die Bäume dazu?

Fast bogen sich in diesem Jahr die Zweige an den Kirschbäumen bis zum Boden, so voller Früchte waren sie. Die Frühlingssonne hatte den Bäumen in den ersten Aprilwochen viele Bienen geschickt. Die hatten auf der Suche nach Nektar jede einzelne Kirschblüte wieder und wieder besucht, so dass nun fast aus jeder Blüte eine Kirsche reifte.
Die Bewohner des kleinen Tales waren sehr zufrieden mit ihren Kirschbäumen.
“Das wird ein feines Kirschenjahr! Wie wundervoll!”, sagten sie und freuten sich. Sie dachten an leckere Kirschtorten, Kirschmarmelade, Kirschkompott, Kirschpudding, an Kirschsaft, Kirschwein und klaren Kirschschnaps. Hmmm …
Jeden Abend besuchten sie ihre Kirschbäume nun und warteten voller Ungeduld darauf, dass sich die Bäckchen der Kirschen rot färbten.
“Die tiefroten Kirschen schmecken am besten. Saftig sind sie und zuckersüß”, sagte ein Vater zu seinen Kindern. “Deshalb sollten wir mit der Ernte warten.”
Und weil alle im Dorf so dachten, warteten auch alle mit dem Ernten.
“Wie schön!”, freute sich die Kirschfee und ihre Wangen Continue reading »

Als die Junifee die Nächte heller machte

Juni ist der Monat des Lichts und der Glühwürmchen und die Junifee hat viel zu tun in ihrem Monat, wenn sie ihre Lichtpünktchen verteilt

Singend tanzte die Junifee ins Land herein. Sie war bester Laune. Übermütig fast umarmte sie die Bäume. Den Blüten und Kräutern winkte sie fröhlich zu und den Früchten an Bäumen und Sträuchern schenkte sie süße Küsse. Sie war so guter Dinge, dass sie die Tage am liebsten festhalten wollte. Tag für Tag ein bisschen mehr.
“Oh ja!”, rief sie. “Der Junisommer ist’s, der die Tage länger macht und die Nächte kürzer. Ich helfe ihm ein wenig dabei. Das Leben soll fröhlicher sein in diesen Tagen. Alle sollen ein bisschen fröhlicher sein.”
Sie lächelte und tänzelte weiter singend durchs Land:
“Sommer ist’s und ich bin da. Die hellen Nächte sind nun nah. Ich schenke Helligkeit dem Land. Als Fee des Lichts bin ich bekannt.”
Wenn es am Abend dämmerte, Continue reading »

Als der kleine Sommergeist verschlafen hatte und für ein Gewitter sorgte

Wenn Sommergeister verschlafen, kann so manches passieren, das eigentlich nicht geplant ist

Heute Morgen hatte der kleine Sommergeist verschlafen. Auch jetzt fühlte er sich zu müde, um seinen Job zu tun und im Tal nach dem Rechten zu sehen. Faul lag er vor seiner Berghöhle im Gras, freute sich an dem warmen Tag und sang:
“Ich bin der kleine Sommergeist und wandre durch die Welt, zieh über Wiesen, Berg und Tal, so wie es mir gefällt. La lalala, la lalala, so wie es mir gefällt. Ich bin der …“
“Hahaha! Du wanderst ja gar nicht. Träge liegst du im Gras und lässt dir den Pelz von der Sonne wärmen. Ein Schwindler bist du.”
“Ein Schwindler?” Der kleine Sommergeist blickte überrascht auf. “Wer bist du und wo steckst du? Er schaute nach allen Seiten. Nichts. Nur ein leises, helles Kichern konnte er hören. Er hatte diese freche, fremde Stimme also nicht geträumt.
“Ich habe keine Lust zu deinem Versteckspiel”, rief er. Und zum ‘Durch–die-Welt-Wandern’ habe ich heute auch keine Lust. Dazu ist es viel zu schwül.”
“Du sagst es!”, tönte das fremde Wesen mit heller Stimme. “Aber schwül wird es nicht mehr lange sein. Ein Gewitter wird kommen. Und das erzähle ich, nein, falsch, das erzählen wir nun allen hier.”
“Du? Ihr? Was wollt ihr? Ein Gewitter verkünden? Da habe ich aber auf meinem Berg und unten im Menschental auch ein Wörtchen mitzureden. Ich bin hier für das Sommerwetter zuständig.”
Empört sprang der kleine Sommergeist auf. Er rannte über die Wiese, suchte hier und da und dort nach den Eindringlingen, doch er hatte kein Glück. Ganz außer Puste und sehr verschwitzt ließ er sich wieder ins Gras fallen. Es war wirklich schwül heute. Kein gutes Wetter für die Pflanzen und Tiere und auch nicht für die Menschen.
“Bestimmt ist diesen seltsamen Fremden genau so heiß und unwohl wie mir.” Er kuschelte sein Haupt in ein Glockenblumenpolster, blickte zum Himmel hinauf und da entdeckte er sie: viele kleine weiße Wölkchen. Sie lachten zu dem kleinen Sommergeist herunter. Dann sangen sie:
“Wir sind die Schäfchenwolkenherde und ziehn durch die Welt. Wir künden Wind und Regen an, so wie es uns gefällt. La lalala, la lalala, so wie es uns gefällt.”
“Ihr seid das!”, grummelte der kleine Sommergeist. “Ihr seid für heute aber nicht geplant.”
“Stimmt”, kicherten die Wölkchen. “Dein schwüles Wetter war auch nicht geplant. Deshalb müssen wir rasch ein Gewitter ankünden, das die schwüle Luft verdrängt.”
“Pah!” Der kleine Sommergeist war gekränkt. Nur weil er einmal verschlafen hatte, mussten doch nicht alle Sommerpläne geändert werden! So etwas Dummes aber auch!
“Aber nur ein ganz kurzes Gewitter, einverstanden? Schließlich habe ich auch nur ganz kurz verschlafen”, rief er zu den Wolken hinauf.
Die aber waren bereits weiter gezogen.

© Elke Bräunling

Weitere Gewittergeschichten findest du hier:
Mia und die Gewittergeister
Mia und das Donnermännlein
Eine Nacht in Gewitterstimmung
Pech für den kleinen Regentropfen



Neu im November 2013: Diese Geschichte findet Ihr in dem neuen Buch:
Opas Gutenachtgeschichten



Taschenbuch: Opas Gutenachtgeschichten: Betthupferl-Geschichten für Kinder

Ebook: Opas Gutenachtgeschichten


Information

Die Sonne und die Kinder

Vom Sommer, in dem die Sonne zu viele heiße Sonnenstrahlen zur Erde schickte

In diesem Sommer war die Sonne besonders fröhlich gestimmt. Am liebsten hätte sie den ganzen Tag mit den Kindern gespielt. Weil ihr dies so viel Freude bereitete, sandte sie noch mehr Wärme auf die Erde hinunter.
Wie schön ist es, mit euch an Stränden und Flussufern, auf Wiesen und Spielplätzen herumzutoben!”, rief sie fröhlich und brannte voller Freude mit ihren Strahlen so kräftig, wie sie nur konnte.
Das gefiel den Kindern gar nicht, denn ihre Haut wurde rot und röter.
“Hey, Sonne!” riefen sie. “Du brennst unsere Haut kaputt!”
Und sie rieben ihre Körper noch dicker mit Sonnencreme ein und zogen noch größere Hemden, T-Shirts und Schutzmützen an.
Die Sonne aber lachte nur, und schickte noch ein paar Strahlen mehr Continue reading »