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Das Leben ist voller Geschichten. Jeder Lebensmoment vermag eine Geschichte in sich zu verbergen oder laut herauszurufen oder leise in sich hinein zu weinen oder bunt zu zeichnen, zu singen, zu träumen…


Kindergeschichten rund durch den Tag und das Jahr. Nach dem Sommer meldet sich Herr Herbst erst stürmisch und nebelig, dann besinnlich und adventlich mit vielen Geschichten und Bildern zu Wort. Ihm folgen Herr Winter und die verrückten Faschingstage, der Frühling wagt sich endlich auch aus seiner Winterschlafpause, ja, und weil die Tage und Monate rasen, ist der Sommer schon wieder da, Ferien kommen und gehen, ja, und schon winkt der Sommer uns wieder zum Abschied zu und gibt lächelnd das Zepter erneut weiter an den grimmigen Herrn Herbst. Und so fängt wieder alles von vorne an mit neuen Geschichten, Märchen und Gedichten …

Immer wieder zieht hier eine weitere Geschichte in das neue Blog-Zuhause von Elkes Kindergeschichten ein. So werden nach und nach die Texte aus dem alten Blog von der einstigen Plattform blog.de hier ihre neue Heimat finden.
Es handelt sich um viele Geschichten und Märchen aus vergriffenen Büchern und/oder Zeitschriften/Zeitungen, (von denen heute keiner mehr redet,) die gerne noch weiter leben wollen. Ja, und auch NAGELNEUE Geschichten und Gedichte wird es hier nach und nach und nach geben. Es bleibt also spannend.   

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21. Dezember 2016 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Gutenachtgeschichten, Herbstgeschichten, Sommergeschichten, Traumgeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , | 4 Kommentare

Der Job des Weihnachtsmannes

Keiner in der Familie möchte sich zu Heiligabend als Weihnachtsmann verkleiden

Wie in jedem Jahr suchten die Krügers den besten Weihnachtsmann für ihr Fest. Wer würde diesen Job in diesem Jahr übernehmen und die Krügerkinder bescheren?
„Nein“, sagte Papa. „Ich stehe dieses Jahr nicht zur Verfügung.“
„Nein“, rief Opa Claus. „Ich bin ein schlechter Schauspieler.“
„Nein“, sagte auch Onkel Toni. „Ich bin dem Weihnachtsmann kein Bisschen ähnlich.“
„Ein Weihnachtsmuffel wie ich?“, wehrte Großonkel Hannes ab. „ Das ist nicht euer Ernst.“
„V-vielleicht“, stotterte Opa Bernhard. „A-aber d-das muss ich mir noch sehr gut überlegen und meine Rolle müsste ich auch einstudieren und … Oh, fragt mich nächstes Jahr wieder.“
Opa Bernhard also auch nicht.
„Wie wäre es mit einer Weihnachtsfrau?“, fragte Oma Annaluise. „Das könnte ich mir vorstellen und wenn ich …“
„Ha!“ Oma Erna fing an zu lachen. „Du als Weihnachtsfrau, Annaluise? Das glaubt dir doch keiner. Und überhaupt: Sagst du nicht immer, die Sache mit dem Weihnachtsmann missfiele dir? Weil an Weihnachten das Christkind kommt und sonst keiner. Ha!“
Oma Erna lachte und Oma Annaluise tupfte schnell zwei Tränen aus ihren Augenwinkeln. Sie war sehr empfindlich und fand, das solle auch jeder sehen.
„Dann geh du doch als Weihnachtsfrau!“, sagte sie mit weinerlicher Stimme.
Da lachte Oma Erna noch mehr und wenn Oma Erna erst einmal mit dem Lachen angefangen hatte, war ein Ende nicht abzusehen.
Und Großtante Inge und Tante Karin lachten gleich mit. Vorsorglich. Weil sie auch nicht Weihnachtsfrau sein wollten.
„Also wenn sich kein Freiwilliger meldet, müssen wir wieder zum Lostopf greifen“, stellte Mama fest. „Wie in den letzten Jahren auch.“
Da schmunzelte der Weihnachtsmann. Er saß in seinem Weihnachtsmannhaus gemütlich im Lehnstuhl, trank einen heißen Tee mit Rum und blickte durch sein Erdenfernrohr.
„Es ist doch immer dasselbe“, brummte er. „Wenn man nicht alles selbst macht!“

© Elke Bräunling

Die lange Fassung dieser Familiengeschichte findest du hier: Wer ist nun der Weihnachtsmann?

17. Dezember 2017 von Elke
Kategorien: Adventskalender, Familiengeschichten, Geschichten für Kinder, Geschichten für Senioren, Kindergeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Adventskalender *17* Eine merkwürdige Geschichte

17. Kapitel

Eine merkwürdige Geschichte

„Aua“, schrie Anna und sprang aus dem Bett. „Was ist das?“
Mariele und Frederik kringelten sich vor Lachen.
„Ein Stein“, kicherte Mariele. „Nur ein heißer Stein. Zum Wärmen.“
Ein heißer Stein? Im Bett?
„Hm. Gar nicht so schlecht“, murmelte Anna und kroch wieder zu Mariele unter das dicke Strohkissen. „Kann man hier gut brauchen.“
Sie sah sich in der engen Schlafkammer um. Es gab nur zwei Betten und einen Hocker. An den Wänden hingen Kleiderhaken und ein kleines Regal. Einen Ofen entdeckte Anna nicht. Es war kalt. Lausig kalt.
Anna kuschelte sich an Mariele und tastete vorsichtig mit den Füßen nach dem heißen Stein. Da sprang Flöckchen aufs Bett und rollte sich am Fußende zusammen. Jetzt war es gemütlich warm.
„Gute Nacht“, murmelte Anna und schielte zu Frederik hinüber, der mit Lotti, der kleinen Schwester, das zweite Bett teilte.
Frederik lächelte und pustete die Kerze aus. „Und nun erzähle!“, sagte er.
Und jetzt fiel es Anna überhaupt nicht mehr schwer, die ganze Geschichte zu erzählen.
„Es ist wegen dem Adventskalender“, begann sie.
„Adventskalender? Was ist das?“, fragte Mariele.
„Oh, ein hübsches Bild mit 24 Türen.“
„Und wohin führen diese Türen?“
„Zu Weihnachten?“, kicherte Anna und stellte sich vor, wie man durch die Türen eines Adventskalenders ging und in ‚Weihnachten’ ankam. Eine komische Vorstellung.
Das fanden Mariele und Frederik auch.
„Alles mit dir ist irgendwie komisch“, sagte Frederik.
„Mit euch auch“, meinte Anna und seufzte. „Und deshalb erzähle ich euch eine Geschichte. Von zwei Adventskalendern und von zwei Eltern, die sich andauernd streiten.“
„Deine Eltern?“, fragte Mariele aufgeregt.
„Ja, meine Eltern. Und meine beiden Adventskalender. Einer mit einem bunten Glitzerweihnachtsbaum und Schokolade…“
„Glitzerweihnachtsbaum“, wiederholte Mariele andächtig.
„Scho-ko-la-de“, buchstabierte Frederik.
„…la…la…lade“, brabbelte Lotti.
„… und ein Adventskalender mit einem Bild von einem Haus mit Butzenscheiben und einem Kerzenlicht im Fenster unten rechts“, fuhr Anna fort.
„Unser Fenster?“, rief Mariele.
„Unser Haus ist in einem Adventskalender?“ Frederik konnte es nicht glauben.
„Ja“, sagte Anna, „und damit fängt die Geschichte an.“
Dann erzählte sie von daheim, von ihrer fremden Welt, von ihren Eltern, von der Schule, von doppelten Adventskalendern und Adventskränzen und vom vielen Traurigsein. Auch von Papas Weihnachtsland und vom ersten Christbaum in Schlettstadt sprach Anna.
Mariele, Lotti und Frederik hörten aufgeregt zu. Es war wirklich eine merkwürdige Geschichte. Und es waren auch seltsame Dinge, die sie alle dann in dieser Nacht träumten.

© Elke Bräunling

Wie die Geschichte weiter geht, erfährst du morgen am 18. Adventskalendertag im nächsten Kapitel, und zwar hier:

 

 

 

 

 

Diese Erzählung findest du in dem gleichnamigen Buch, als Taschenbuch und eBook erhältlich, mit Klick auf diesen Banner: *

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einen neuen Adventskalender findest du auch hier mit der Geschichte für den 17. Dezembertag:

Das Wunderlicht des Christkinds – 17. Adventstag

 

 

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17. Dezember 2017 von Elke
Kategorien: Adventskalender, Geschichten für Kinder, Kindergeschichten, Traumgeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Weihnachtswichtel

 

Weihnachtswichtel
Adventsgedicht

Ein Päckchen liegt hier
hübsch verpackt vor der Tür.
Wer hat es gebracht?
Weißt du es nicht?
Ein kleiner,
ein feiner,
ein heimlicher Wicht,
der manchmal verborgen,
zur Adventszeit zumeist,
herumschleicht und geistert
als dein Wichtelgeist.

© Elke Bräunling

 

16. Dezember 2017 von Elke
Kategorien: Adventskalender, Kindergedichte, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , | Schreibe einen Kommentar

Adventskalender *16* Ihr habt es gut

16. Kapitel

Ihr habt es gut

„Hallo“, sagte Anna leise.
„Da sind wir wieder“, rief Frederik.
„Und das ist Anna“, stellte Mariele vor.
„Sie ist nass und ihr ist kalt“, rief der Vater. „Gib ihr einen heißen Tee oder eine Suppe!“
„Nass und kalt?“ Die Mutter ging mit schnellen Schritten auf Anna zu, nahm sie am Arm und führte sie zum Feuer. Dort zog sie ihr die nassen Kleider aus und sagte: „Armes Kind!“
Ehe sich Anna versah, saß sie in ein warmes Tuch gehüllt mit Mariele und Frederik auf der Holzbank und schlürfte süßen heißen Tee.
„Lindenblütentee“, sagte Oma Liese, „mit Honig. Da wird euch schnell wieder warm.“
Und Anna fühlte sich warm. So warm hatte sie sich lange nicht mehr gefühlt.
„Ihr habt es gut“, sagte sie ein bisschen neidisch und blickte sich um. „Es ist so schön hier.“
„Schön?“ Die Mutter lachte auf. „Wir sind nur arme Weinbauersleute. Du bist bestimmt Besseres gewohnt, da, wo du herkommst und wo man solche Kleider trägt.“
Sie strich über Annas nasse Jeans und hängte sie vorsichtig zum Trocknen auf.
„Wirklich, seltsame Kleider“, murmelte sie.
Frederik nickte. „Sag, wo kommst du denn nun her?“
„Und wo kleidet man sich so komisch?“, fragte Mariele.
Anna überlegte krampfhaft. Was sollte sie antworten?
„Man könnte meinen, du stammst aus einer fremden Welt weit weg von uns“, meinte Frederik nachdenklich.
„Hm!“ Anna schwieg.
Es stimmte. Sie lebte in einer anderen Welt. Aber wie sollte sie das erklären?
„Aus Frankfurt“, sagte sie endlich. „Wir kommen aus Frankfurt.“
„Frankfurt?“, meinte der Vater. „Das ist aber weit weg. Bist du diesen weiten Weg ganz alleine gegangen?“
„N-n-nein“, stotterte Anna und deutete auf Flöckchen, der es sich vor dem Feuer gemütlich gemacht hatte und nach den duftenden Töpfen schielte. „Flöckchen hat mich begleitet.“
„Aha“. Der Vater nickte. „Flöckchen! Hoho. Das ist ja eine Überraschung. Ein kleines Mädchen in seltsamen Kleidern und ein Hund, der wie ein Schaf aussieht. Und beide kommen sie von weither. Alleine. Mitten im Winter.“ Er schüttelte den Kopf. „Es geschehen schon merkwürdige Dinge.“
Anna musste fast grinsen. Ja, wirklich merkwürdig, dachte sie.
„Und warum bist du hierher gekommen?“, fragte Frederik.
Anna zuckte mit den Schultern. „Wo bin ich hier eigentlich?“, fragte sie.
„In Schlettstadt“, erklärte der Vater. „Oder Sélestat, wie es jetzt heißt. Aber …“
„Nun lasst das Mädle in Ruhe“, knurrte Oma Liese endlich. „Sie sieht müde aus.“
„Und hungrig.“ Die Mutter stellte eine große Schüssel mit Suppe auf den Tisch und drückte jedem einen Löffel und eine Scheibe Brot in die Hand.
„Da, esst erst einmal! Und dann ist Zeit zum Schlafengehen.“
Anna hatte Hunger. Die Suppe schmeckte gut. Und es machte Spaß, gemeinsam aus einer Schüssel zu essen.

© Elke Bräunling

Wie die Geschichte weiter geht, erfährst du morgen am 17. Adventskalendertag im nächsten Kapitel, und zwar hier:

 

 

 

 

 

Diese Erzählung findest du in dem gleichnamigen Buch, als Taschenbuch und eBook erhältlich, mit Klick auf diesen Banner: *

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einen neuen Adventskalender findest du auch hier mit der Geschichte für den 16. Dezembertag:

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16. Dezember 2017 von Elke
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Der schönste Monat im Jahr


Vom festlichen Monat Dezember und seiner Zeit der Lichter

„Ich bin der Letzte!“, sagte der Dezember und betrachtete sich in der spiegelnden Oberfläche des großen Meeres. Er klatschte er in die Hände, weckte seine Monatskollegen aus ihrem Schlaf und rief: „Aufwachen! Dezemberzeit ist Partyzeit! Jeder meiner Tage wird ein Fest sein.“
Die anderen Monate sahen sich verwundert an. Was war los mit dem Dezember, diesem besonnenen und weisen Kollegen?
„Es ist die Zeit des Winterschlafs. Die Natur hat sich zur Ruhe begeben, die Tiere schlafen und die Tage sind kurz“, sagte der Juni.
„Kurz und dunkel“, bestätigte der März. „Und …“
„Genau“, unterbrach ihn der Dezember. „Es ist dunkel bei den Menschen. Sie sind müde und gestresst. Höchste Zeit, die Lichter anzuzünden. Ich bin der Monat des Lichts und der festlichen Feste und der Lieblingsmonat der Kinder.“
„Falsch!“, warf der Februar ein. „Der Lichtmonat, der bin ich.“
„Mein Licht ist anders.“ Der Dezember lächelte. „Es ist ein kleines Licht, ein leises, feierliches. Ein geheimnisvolles. Und dieses warme Licht bringe ich nun zu den Menschen. Der Advent beginnt und mit ihm die Zeit der funkelnden Kerzen.“
Sprach’s und zog los. Mit kundigen Schritten zog der Dezember von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus, und überall lag plötzlich eine leise, feine, liebevolle und freudige Stimmung in der Luft. Wenn man ganz still war, konnte man es auch hören. Ein Singen, das durchs Land erklang: Dezember ist da, die schöne Zeit im Jahr mit hellem Licht und Kerzenschein, mit süßen Düften und Heimlichkeiten, mit Nikolausfreuden, Lichtfesten, Winteranfang und ersten Schneeflocken, dem Weihnachtsfest und seinen Feiertagen und mit dem letzten Tag im Jahr.
Und die Menschen? Die liebten den Dezember. Und der liebte die Menschen. Und ein kleines bisschen auch sich selbst.
„Ich bin der Beste … und der schönste“, murmelte er und schielte zu seinen Kollegen hinauf.
„Und der Letzte …“, griente der Januar, der sich schon die Hände rieb.
Doch das überhörte der Dezember, und das war auch gut so.

© Elke Bräunling

Die lange Fassung dieser Geschichte findest du hier: Vom festlichen Monat Dezember

15. Dezember 2017 von Elke
Kategorien: Adventskalender, Geschichten für Demenzkranke, Geschichten für Kinder, Geschichten für Senioren, Kindergeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Adventskalender *15* Die gemütlichste Küche auf der Welt

15. Kapitel

Die gemütlichste Küche auf der Welt

Zögernd folgten Anna und Flöckchen den beiden Kindern, die auf das Haus mit den Butzenscheiben zugingen.
Anna konnte es immer noch nicht glauben. War es ein Traum? Oder gab es sie wirklich, Mariele und Frederik?
Sie sind nett, dachte Anna. Hoffentlich ist das nicht wieder ein Traum!
Frederik öffnete eine schmale Tür in dem großen, runden Eingangstor. Sie kamen in einen Hof.
„Dort drüben“, erklärte Frederik, „ist das Kelterhaus und der Weinkeller. Und da vorne ist die Scheuer.“
Neugierig sah sich Anna um. Hübsch sah es hier aus mit dem Brunnen, den kahlen, knorrigen Weinstöcken, dem Mandelbaum und den alten Gebäuden.
Ein Mann mit einer Laterne trat aus der Scheuer. „Da seid ihr ja endlich“, sagte er. „Es wird schon dunkel. Habt ihr die Krüge mitgebracht?“
„Ja, Vater“, antwortete Frederik. „Meister Albert lässt Euch grüßen. Er hat uns auch einen ganz neuen Tonkrug mitgegeben. Er ist besonders gut für den Wein, sagt er.“
„So so“, brummte der Vater und zog Anna, die sich hinter Frederik versteckte, zu sich heran. „Und wen habt ihr uns hier noch mitgebracht?“
„Das sind Anna und Flöckchen“, stellte Frederik vor.
„Ja“, rief Mariele, „und sie kommen von weit her.“
Der Vater hob die Laterne etwas höher und leuchtete Anna ins Gesicht.
„Willkommen in unserem Haus“, sagte er freundlich. Er nahm Annas Hand und zog sie mit sich ins Haus.
Anna kam in die gemütlichste Küche auf der Welt. Sie staunte. So eine Küche hatte sie noch nie gesehen:
Holzbänke und ein langer, breiter Tisch standen in der Mitte. An den Wänden hingen Schränke und Regale mit Tellern, Bechern und Krügen. Von den dunklen Deckenbalken baumelten Kräuterbüschel und Tannenzweige. Sie wiegten sich im Schein der Kerzen und warfen Schattenbilder an die Wände. Am besten gefiel Anna die große Feuerstelle mit den Töpfen und Pfannen und dem Steinsims, auf dem Kochgeschirr stand. Über dem Feuer hingen Töpfe, unter denen die Flammen prasselten.
Die Mutter stand am Feuer und rührte in einem Topf.
Auf der Holzbank saß Oma Liese mit einem kleinen Mädchen. Sie hatte eine Pfeife im Mund, strickte und schaukelte mit den Füßen die Holzwiege, in der ein Baby schlief. Das kleine Mädchen summte leise vor sich hin und spielte mit der Wolle.
Anna seufzte. Alles hier erinnerte sie an ein altes Bild oder an das Heimatmuseum, das sie mit ihren Eltern einmal besucht hatte. Nein, schöner war es. Gemütlicher. Und warm war es. Kuschelig warm und hell. Kerzenleuchter standen auf dem Tisch, und auch auf dem Fensterbrett leuchtete eine Kerze.
Wie gebannt starrte Anna auf die Kerze im Fenster, und ihr Herz begann zu klopfen. Ja, da flackerte es: das Licht im Butzenscheibenfenster! Und auf einmal fühlte sich Anna wohl wie schon lange nicht mehr.
Aus den Töpfen über dem Feuer duftete es. Anna merkte, dass sie hungrig war.

© Elke Bräunling

Wie die Geschichte weiter geht, erfährst du morgen am 16. Adventskalendertag im nächsten Kapitel, und zwar hier:

 

 

 

 

 

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Einen neuen Adventskalender findest du auch hier mit der Geschichte für den 15. Dezembertag:

Der kleine Engel und das Märchen – 15. Adventstag

 

 

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15. Dezember 2017 von Elke
Kategorien: Adventskalender, Geschichten für Kinder, Kindergeschichten, Traumgeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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