Featured

Das Leben ist voller Geschichten. Jeder Lebensmoment vermag eine Geschichte in sich zu verbergen oder laut herauszurufen oder leise in sich hinein zu weinen oder bunt zu zeichnen, zu singen, zu träumen…


Kindergeschichten rund durch den Tag und das Jahr. Nach dem Sommer meldet sich Herr Herbst erst stürmisch und nebelig, dann besinnlich und adventlich mit vielen Geschichten und Bildern zu Wort. Ihm folgen Herr Winter und die verrückten Faschingstage, der Frühling wagt sich endlich auch aus seiner Winterschlafpause, ja, und weil die Tage und Monate rasen, ist der Sommer schon wieder da, Ferien kommen und gehen, ja, und schon winkt der Sommer uns wieder zum Abschied zu und gibt lächelnd das Zepter erneut weiter an den grimmigen Herrn Herbst. Und so fängt wieder alles von vorne an mit neuen Geschichten, Märchen und Gedichten …

Immer wieder zieht hier eine weitere Geschichte in das neue Blog-Zuhause von Elkes Kindergeschichten ein. So werden nach und nach die Texte aus dem alten Blog von der einstigen Plattform blog.de hier ihre neue Heimat finden.
Es handelt sich um viele Geschichten und Märchen aus vergriffenen Büchern und/oder Zeitschriften/Zeitungen, (von denen heute keiner mehr redet,) die gerne noch weiter leben wollen. Ja, und auch NAGELNEUE Geschichten und Gedichte wird es hier nach und nach und nach geben. Es bleibt also spannend.   

Die fröhlichen Weiterlesen →

21. Dezember 2016 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Gutenachtgeschichten, Herbstgeschichten, Sommergeschichten, Traumgeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , | 4 Kommentare

Die kleine Waldmaus und das Sommerloch

Die kleine Waldmaus wundert sich

„Also ich weiß nicht“, sagte die kleine Waldmaus eines späten Sommertages zu ihrem Freund, dem kleinen Igel, „ich weiß wirklich nicht, was die Menschen mit diesem Sommerloch meinen. Immer wieder höre ich sie darüber sprechen, wenn sie auf ihren Wandertouren an mir vorbeikommen. Auch jene Ruhesuchenden, die auf der Waldwiese Rast machen, haben jenes seltsame Loch immer wieder einmal erwähnt. Aber ich kann es hier nicht finden.“
„Ein Sommerloch?“ Der kleine Igel blickte auf. „Was ist das? Noch nie habe ich davon gehört.“
„Du hörst ja auch nie zu, wenn die Menschen etwas sagen“, sagte die Maus.
„Sollte ich das denn?“ Der Igel begriff nicht. „Was könnte wichtig sein, das die Menschen wissen könnten und ich nicht? Waren wir uns nicht einig, dass die meisten Zweibeiner nur glauben, viel zu können und zu wissen. In Wirklichkeit sieht das aber doch ganz anders aus, oder?“
Die kleine Waldmaus grinste. „Du hast recht. Menschen sind selten gescheit. Zumindest, was unser Leben im Wald angeht. Da wissen sie nichts und meinen doch, so viel klüger zu sein als wir Tiere. Ha! Das rührt zum Lachen.“
„Eben.“ Der Igel nickte. „Und was ist nun ein Sommerloch?“
„Wenn ich das wüsste.“ Die Maus seufzte. „Mir scheint, dies ist nun mal doch ein Ding, über das nur Menschen etwas sagen können, wenn sie denn etwas sagen und darüber nicht nur klagen.“
„Was nun? Sie klagen über dieses Loch?“
„Laut und deutlich. Es muss ein ganz ärgerliches Ding sein.“
Der Igel lachte. „Ach, dann meinen sie bestimmt das Wetter. Wenn nicht immer die Sonne scheint, sind sie sauer, die Menschen, und klagen dem vermeintlich Versäumten hinterher.“
„Ein Loch ist also ein ‚vermeintlich Versäumtes‘?“ Die Maus staunte.
„Ein Loch ist ein Loch und nicht immer von Vorteil.“
„Ha!“, rief da die Maus. „Was glaubst du, wie oft mich ein Loch schon gerettet hat. Ein Erdloch. Nein, viele davon. Es gibt nichts Besseres, als sich in einem Loch vor dem Feind zu verstecken.“
„Aha!“ Der Igel überlegte. „Ob die Menschen vielleicht im Sommer ein Loch suchen, in dem sie sich verstecken können?“
„Wovor?“, fragte die Maus.
„Das ist es wohl, was sie selbst nicht zu wissen scheinen. Deshalb reden sie ja ständig davon und passen auf unterwegs, ob sie es nicht doch unterwegs finden.“
„Aufpassen? Wovor?“
Der Igel kicherte. „Vor einem Loch. Und wenn du noch einen Schritt weiter gehst, fällst auch du in eines hinein.“
„Was? Oh!“ Die kleine Maus sprang zur Seite. Fast hätte sie das Loch, das zu den Wasserwegen unter der Erde führte, übersehen. Nicht auszudenken, wenn sie dort hinein gefallen wäre.

© Elke Bräunling

27. Juni 2017 von Elke
Kategorien: Freundschaftsgeschichten, Gutenachtgeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Wiesenzaubermelodie

Eine kleine Fantasiereise und Entspannungsübung

Viel Musik kannst du auf einer Wiese hören.
Es ist die Wiesenzaubermelodie.
Lausche dieser Wiesenmusik!
Wie das geht? Ganz einfach: Setze oder lege dich auf eine Wiese oder in den Garten, schließe die Augen und achte auf alles, was du hörst. Ist es nicht so etwas wie der Gesang der Blütenknospen, wenn der Wind leise über die Wiese streift? Klingt es nicht wie Musik, wenn Käfer, Bienen, Hummeln und andere Insekten um Blüten und Grashalme herumbrummen und Vögel zwitschern?

Lege dich nun bequem hin und stelle dir vor, du liegst auf einer sonnigen Wiese.
Schließe die Augen und träume von deiner Wiese.
Schön ist es hier.
Du fühlst dich ganz ruhig.
Schwer sind deine Arme und Beine. Spürst du es?
Die Sonne scheint warm auf deinen Körper.
Warm sind deine Arme und Beine. Spürst du es?
Ruhig und sanft streicht der Wind über die Wiese, und ruhig und sanft schaukeln Grashalme und Blumen im Takt des Windes hin und her.
Genauso ruhig und sanft geht dein Atem ein und aus, ein und aus, ein und aus.
Spürst du deinen Atem?
Vögel zwitschern, Grillen zirpen, Käfer brummen, Bienen summen.
Hörst du die Wiesenmusik?
Es duftet süß nach Blumen und saftigem Gras.
Hmmm! Riechst du den frischen Wiesenduft?
Sehr wohl fühlst du dich hier.
Du bist ganz ruhig und entspannt, während du von deiner Wiese träumst.
Ruhig und entspannt.
So bleibst du eine Weile auf deiner Wiese liegen und genießt die kleine Reise.
Dann wird es Zeit, von deinem Wiesenausflug zurückzukehren.
Recke und strecke dich, bewege deine Finger, balle die Hände zu Fäusten, atme tief ein und aus und öffne die Augen.
Frisch und ausgeruht fühlst du dich nun wie nach einem langen, tiefen Schlaf.
Spürst du, wie frisch und ruhig und entspannt du bist?

 

– Sieh dich auf einer Wiese im Frühling oder Sommer um. Welche Pflanzen entdeckst du? Kennst du sie alle? Zeichne die Blumen, Gräser und Büsche, die du auf deiner Wiese findest.

– Bunt wie die Farbenpalette eines Malers ist es auf einer Wiese. Du musst nur genau hinsehen, denn viele Wiesenblüten sind winzig klein. Untersuche einzelne Blüten ganz genau. Was erkennst du alles? Welche Farben und Farbtöne entdeckst du? Kannst du sie mit deinem Farbkasten oder mit Buntstiften nachzeichnen?

© Elke Bräunling

Viele weitere Fantasiereisen, Einschlafhilfen, Entspannungsübungen findest du in dem Blog ‚Fantasiereisen‘: Komm mit ins Land der Fantasie

26. Juni 2017 von Elke
Kategorien: Fantasiereisen, Frühlingsgeschichten, Geschichten über Gefühle, Sommergeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , | Schreibe einen Kommentar

Der kleine Igel und das runde Ding

Als der kleine Igel einmal Lust zum Spielen hatte

Ein seltsames fremdes Ding lag auf der Wiese am Rande des Waldweges. Es war größer als ein Apfel oder ein Waldkiefernzapfen. Und es war bunt. Fröhlich gelb mit roten, blauen, grünen, weißen und lilafarbenen Tupfen.
„Hm! Hm! Wer bist du?“
Neugierig umrundete der kleine Igel den gelb-bunten Fremdling in sicherer Entfernung. Schließlich sollte man Wesen und Dinge, die man nicht kannte, erst einmal sorgfältig beobachten.
Der kleine Igel wartete eine lange Weile. Der bunte Fremde aber rührte sich nicht. Wie langweilig! Und wie hungrig das Warten machte! Der Magen des kleinen Igels begann zu knurren.
„Ein Feind bist du nicht“, sagte der kleine Igel schließlich. „Sag! Wer oder was aber bist du? Ein Freund?“
Nichts. Das fremde Ding bewegte sich nicht. Es sagte auch nichts.
Nun gut. Nicht jeder konnte sprechen und lachen und singen. Und nicht jeder, der nicht sprechen und lachen und singen konnte, musste ein Feind sein.
„Ich kann aussehen wie du“, erklärte der kleine Igel dem Fremdling und rollte sich zu einer Kugel zusammen. „Nicht bunt, aber rund. Siehst du?“
Er gab dem Fremden einen Nasenstupser und noch einen und noch einen.
Da, endlich, bewegte sich der bunte Kerl. Langsam rollte er ein Stück des Waldwegs hinab. Er schwieg auch jetzt.
„Du bist aber …“, wollte der kleine Igel losschimpfen, doch da hörte er Menschenschritte. Sie kamen rasch näher. Gefahr!
„Pass auf!“, rief er dem stummen Fremden zu. „Vor Menschen musst du dich in Acht nehmen.“
Und schnell rollte sich der kleine Igel wieder zu einer kleinen, runden Igelkugel zusammen.
Gerade noch rechtzeitig.
„Da liegt unser Ball!“, sagte eine Kinderstimme. „Endlich haben wir ihn gefunden.“
„Und ein Igel liegt daneben. Oh, wie toll ist das!“, rief eine andere Stimme. „Ich wollte schon immer einmal mit einem Igel spielen.“
Ball? Spielen?
Darunter konnte sich der kleine Igel nichts vorstellen. Das war ihm gerade auch gar nicht wichtig. Er wollte keine ‚tolle‘ Kugel zum Spielen sein. Auch rund und bunt wie der stumme Fremde, der sich Ball nannte, wollte er nicht mehr sein. Schnell strampelte er die Beinchen frei. Dann sprang er auf und fuselte die Wegböschung hinüber zu den schützenden Steinen. Die Lust auf fremde Freunde war ihm vergangen, und der Hunger ein bisschen, irgendwie, auch.

© Elke Bräunling

Weitere Sommergeschichten vom kleinen Igel findet ihr hier:
Der kleine Igel und der große Hunger
Als der kleine Igel über die große Katze stolperte
Der kleine Igel und das Ende des Sommers
Der kleine Igel und der große Kürbis

Merken

Merken

25. Juni 2017 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Kindergeschichten, Spaßgeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Ein bunter Sommertraum

Ein bunter Sommertraum

Sommer ist, wenn du dich fröhlich fühlst,
heiter und – ? – bunt, bunt, bunt.
Du siehst bunt
das Meer der Blüten
in Wiesen, Gärten und Häuserfassaden,
das Farbenkarussell von Kleiderstoffen und Straßencafés.
Du hörst bunt
die Jubelmusik des Sommers:
das Zwitschern der Vögel, das Grillenkonzert,
Hundegebell und fröhliches Lachen der Kinder.
Du riechst bunt
aus vielerlei Tausend-und-einer-Nacht,
gezaubert von Blumen und Bäumen,
taufrisch, sonnenwarm, regendurchtränkt.
Du fühlst bunt, denn Sommer ist
heiter und – ? – bunt, bunt, bunt.

© Elke Bräunling


Sommermorgen im Blumenbeet

19. Juni 2017 von Elke
Kategorien: Kindergedichte, Sommergeschichten | Schlagwörter: , | Schreibe einen Kommentar

Die Suche nach der hellen Nacht

In manchen Ländern sind die Nächte im Sommer hell und Abendrot und Morgenrot treffen einander am Himmel

„In manchen Ländern“, erzählte der Großvater, „geht die Junisonne nie ganz unter.“
Der Junge staunte. „Und dann bleibt es die ganze Nacht hell?“, fragte er.
Der Großvater nickte. „Abendrot und Morgenrot treffen sich zur Blauen Stunde. Sie umarmen einander wie Liebende so zärtlich und doch fest, dass für das Dunkel der Nacht kein Platz bleibt. Selbst das Licht der grauen Dämmerung vermag nur für ein kurzes Weilchen über das Himmelsrot zu streichen, um gleich darauf dem neuen Tag den Platz zu überlassen. Und …“
Noch vieles erklärte der Großvater, doch der Junge hörte nicht mehr zu. Die Liebenden Abendrot und Morgenrot hatte er vor Augen. Ob man am Himmel die Arme sehen konnte, mit denen die beiden einander in den Nächten, die der Dunkelheit keinen Platz ließen, festhielten? Ob sie sich küssten wie ein Liebespaar? Wie Mama und Papa?
Lange dachte der Junge darüber nach. Diesen Himmelskuss wollte er sehen. Unbedingt. Gleich.
„Wo sind diese Länder mit den hellen Sommernächten?“, fragte er den Großvater. „Muss man weit fahren, um sie zu besuchen?“
„Sie liegen im Norden und nicht einmal allzu sehr weit“, antwortete der Großvater und deutete nordwärts. „Einige Länder der Mittsommernächte habe ich selbst besucht. Mit dem Zug, ein anderes Mal mit dem Auto und dem Campingwagen, einmal mit dem Schiff und einmal …“ Der Großvater lächelte und um seine Augenwinkel tanzten kleine Freudenfältchen, „ja, einmal sind wir mit dem Fahrrad nordwärts geradelt. Ha! Das war ein Abenteuer!“
„Mit dem Fahrrad?“ Der kleine Junge nickte. Er war zufrieden mit dieser Antwort. Was man mit dem Fahrrad erreichte, konnte nicht allzu weit sein. Und morgen wäre ein guter Tag.
Vor Aufregung konnte der Junge in jener milden Juninacht nicht schlafen. Er dachte an helle Nächte und an die Umarmung von Abendrot und Morgenrot. Morgen würde auch er sie sehen. Nach der Fahrt, die ja nicht weit sein konnte. Und als die ersten Sonnenstrahlen den Horizont durchbrachen, schlich er sich mit einer Packung Kekse und einer Tüte Milch als Proviant aus dem Haus. Leise holte er sein neues Fahrrad, das seit einigen Monaten keine Stützräder mehr benötigte, und radelte los. Dorthin, wo der Großvater ihm den Norden angezeigt hatte.
Er fuhr unendlich viele Stunden über unendlich weite Wege. Ein Glück, dass auch der Großvater heute auf dem ‚Weg nach Norden‘ war. Den traf der kleine Junge nämlich irgendwo zwischen Ländern und Meeren, es kann aber auch am Dorfende gewesen sein, so genau konnte es der Junge später nicht mehr sagen.
„Willst du nicht erst noch frühstücken?“, fragte der Großvater.
Der Junge nickte. „Der Norden ist ganz schön stressig und Hunger habe ich auch“, sagte er und stieg ins Auto. „Aber nachher fahre ich gleich weiter.“
Und das tat er dann auch. Vierunddreißig Jahre später. Mit einem größeren Fahrrad, längeren Beinen und einem sättigenden Frühstück im Magen. Er war wieder bereit für das große Abenteuer … und für den Sommer der hellen Nächte und der rot glühenden Himmelsliebe.

© Elke Bräunling

„“

Hier findest du Geschichten und Märchen zu den hellen Nächten der Sommermitte:
Als die Junifee die Nächte heller machte
Es ist viel zu hell zum Schlafen – Eine Mittsommergeschichte
Die leise, fröhliche Nacht
Der Glühwürmchenbaum
Als Papa Jule einen Stern schenkte – Eine Sommergeschichte mit Sternen und Glühwürmchen
Glühwürmchen, Glühwürmchen, flimmere … – Eine Sommergeschichte
Glühwürmchennächte – Gedicht
Sonnwendfest und Mittsommernächte

17. Juni 2017 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Kindergeschichten, Sommergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , | 2 Kommentare

Der bunte Blumentrog

Der bunte Blumentrog
Nach der Melodie „Zehn kleine Negerlein“ zu singen

Viele bunte Sommerblumen
waren angepflanzt
im Blumentrog am Rathausplatz
als hübscher Blütenschatz.

Die bunten Sommerblumen
erfreuten alle sehr:
„Der Sommer zeigt sich in der Stadt,
wie schön, was will man mehr!“

Als ein Kind die Blumen sah,
da rief es froh: „Wie schön.
Es pflückte eine Tulpe ab,
und keiner hat´s gesehn.

Ein Mann trank eine Flasche leer,
und warf sie mit viel Schwung,
auf die Blütenköpfe drauf.
Manche knickten um.

Am Mittag spielten Kinder hier
Hüpfen, Ball, Versteck.
Der Ball fiel machmal in den Trog,
riß ein paar Blumen weg.

Eine Frau rief: Oh, wie fein,
mir fehlt auf dem Balkon
ein Pflänzchen, blau wie dieses hier.
Sie nahm´s und lief davon.

Ein Punker kam mit seinem Hund,
der hob sogleich das Bein
und pinkelte, man glaubt es kaum,
in die Blumen rein.

Am Abend, als es dunkel war,
da kam ein Mann daher,
Er pflückte einen ganzen Strauß
und nahm ihn mit nach Haus.

In der Nacht, es war schon spät,
hört´ man es krachen, schrein,
Ein Auto raste mit ´nem Knall
in den Trog hinein.

Traurig sah´s am Morgen aus
Die Blumen gab´s nicht mehr.
Der Blumentrog vorm Rathausplatz
war öd´, kaputt und leer.

Viele bunte Sommerblumen
hatte man gesehn
für einen Tag am Rathausplatz.
Sie waren wunderschön.

Wie die Geschichte weitergeht?
Der Blumentrog blieb leer.
Der Sommer zeigte sich dies Jahr
an diesem Platz nicht mehr.

© Elke Bräunling

Merken

15. Juni 2017 von Elke
Kategorien: Blumengeschichten, Kindergedichte, Sommergeschichten | Schlagwörter: , , , | 2 Kommentare

Der kleine Igel und der Garten

Als die Katze den hungrigen, kleinen Igel davon überzeugte, seine Nahrung in einem Garten der Menschen zu suchen

Der Sommer war heiß und trocken. Immer mühseliger wurde es für den kleinen Igel, Nahrung zu finden. Oft blieb sein hungriger Magen leer. Weil sich ein knurrender Magen aber nicht gut anfühlte, suchte der kleine Igel immer länger und immer mehr nach Futter. Eines Nachts verirrte er sich vor lauter Suchen so sehr, dass er zur Morgendämmerung weit ab bei den Menschengärten landete. Dort verbrachte er den Tag im Holzstapel, der vor einem Menschengartenzaun errichtet war. Hier war es genau so ruhig wie im Wald und er konnte sich ausruhen. Und so war er voller Abenteuerlust, als die Abenddämmerung den Tag beendete. Hungrig war er auch. Sehr sogar.
„Wohin soll ich nun gehen?“, überlegte er. „Zurück in den Wald? Oder soll ich mir einen dieser Menschengärten genauer ansehen. Wer weiß, vielleicht findet sich dort die eine oder andere Schnecke?“
Die Idee, einen Menschengarten zu besuchen, lockte sehr. Aber da war auch die Furcht vor den Menschen. „Sie sind anders als wir Igel. Du musst dich vor ihnen schützen“, hatte die Igelmama gewarnt.
„Aber nur ganz kurz einmal schauen, das geht schon, oder?“, fragte der kleine Igel, obwohl da niemand war, der ihm eine Antwort geben konnte. Oder doch?
„Dumm bleibt, wer sich nichts zutraut“, antwortete da eine Stimme. „Oft ist es auch dumm, auf die Angst zu hören.“
Es war die Katze, die auf dem Holzstapel lag und die Abendwelt beobachtete.
„Und dreimal dumm ist, wenn man lieber Hunger hat und auf die vielen Schnecken, die meinen Menschen hier im Garten das Leben schwer machen, verzichten will“, fuhr die Katze fort.
„Schnecken? Im Garten? Die sitzen doch in ihren Verstecken und warten auf kühles Regenwetter!“, murmelte der Igel.
Die Katze lachte auf. „Im Wald und auf der Wiese vielleicht. Nicht aber im Garten. Meine Menschen sorgen dafür, dass der Boden feucht bleibt. Schließlich wollen sie nicht auf Gemüse und Kräuter und feine Salate verzichten.“ Sie seufzte. „Genau wie die Schnecken.“
„Die Schnecken? Machen die die Menschengärten feucht?“
Da lachte die Katze. „Mitnichten. Das ist der Job der Menschengärtner. Jeden Morgen und jeden Abend kommen sie mit vielen Kannen voller Wasser.“
„Das kann man tun?“ Der kleine Igel wunderte sich. Den Wald hatte noch nie jemand mit Wasser versorgt. Wasser kam dort nur aus Wolken oder vom Bach.
„Wenn man Hunger auf Gemüse und Salat hat, muss man dies tun“, erklärte die Katze. „Nur nützt es wenig.“
„Wasser nützt immer“, sagte der kleine Igel.
„Besonders für die Schnecken“, antwortete die Katze. „Die kriechen nämlich am Abend aus ihren Löchern und fressen sich über Nacht am Salat und am Gemüsen, am Obst und an den Kräutern satt. Ach, es ist ein Jammer! Was sind meine Gartenmenschen oft wütend deswegen. Und traurig.“ Die Katze seufzte tief.
„Igel fressen Schnecken“, flüsterte der kleine Igel da und das Wasser lief ihm im Munde zusammen. „Schnecken sind nämlich eine Igel-Leibspeise.“
„Das ist mir bekannt. Das Problem ist nur, dass Igel sich vor Menschen fürchten und es nicht wagen, ihnen in den Gärten zu helfen.“
„Helfen? Du meinst, wir kleine Igel können den großen Menschen helfen?“
Der kleine Igel sprang auf. „Wenn das so ist, werde ich meine Furcht nun vergessen. Gerne helfe ich. Sehr gerne. Und gerne helfe ich auch mir und meinem Hungerbauch.“
Und ehe die Katze darauf antworten konnte, war der kleine Igel schon aufgesprungen und durch den Zaun in den Garten geschlüpft.

© Elke Bräunling

13. Juni 2017 von Elke
Kategorien: Auf dem Land, Sommergeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Fahrradausflug mit Opa

Trotz fauler Ausreden kommt Opa doch noch zum Fahrradfahren

Ein sonniger Sonntagmorgen ist heute. Pia und Pit bestürmen Opa, mit ihnen endlich die versprochene Radtour im Wald zu machen.
„Bitte, Opa!“, bettelt Pia. „Es ist so ein schöner Tag.
„Eine Radtour?“, fragt Opa mit gequältem Blick. „Ohhh! Ich würde mich gerne im Garten ein wenig sonnen. Die Sonne wärmt herrlich heute. Diesen schönen Sonnentag möchte ich genießen nach dem vielen Regen in der letzten Woche. Außerdem bin ich schon sehr lange nicht mehr mit dem Fahrrad gefahren. Ehrlich, ich weiß gar nicht, ob ich es überhaupt noch kann.“
„Fahrrad fahren kannst du nicht verlernen“, sagt Pit, und Pia murmelt:
„Du hast uns eine Radtour versprochen. Jetzt aber kneifst du. Das ist nicht fair.“
„Och bitte, seid gnädig zu eurem armen, alten, müden Großvater!“ Bettelnd sieht Opa die Geschwister an. „Lasst mich ein wenig faul sein! Aber wie wäre es, wenn ihr mit Rex Gassi geht?“, schlägt er dann vor.
„Och!“ Pit ist enttäuscht. „Und ich dachte, du freust dich, dass wir das Wochenende bei euch verbringen.“
„Ich freue mich auch. Ganz arg sogar“, brummelt Opa. „Nur jetzt gerade mache ich eine kleine Pause vom Freuen. Eine Sonnenpause.“
„Kommst du nicht doch mit? Wir könnten mit Rex zum Waldrand gehen“, versucht Pia es noch einmal, doch Opa tut, als lese er bereits wieder aufmerksam die Zeitung.
Also ziehen Pia und Pit alleine mit Rex los, aber ohne die Großeltern macht ihnen der Spaziergang keinen Spaß.
„Und er kann doch Rad fahren“, sagt Pit plötzlich. „Ich werde es euch beweisen. Machst du mit?“
Pia nickt. „Aber klar!“
Dann tuscheln die Geschwister erst einmal für eine Weile … und kichern.
Kurz darauf kommt Pit atemlos in den Garten gerannt.
„Opa! Schnell! Rex ist verschwunden!“, ruft er aufgeregt. „Er ist hinter einem Hasen her und durch den Tannengrund ins Feldbachtal gelaufen.“
„Ins Feldbachtal!?“, heult Opa auf. „Dort ist die Schnellstraße. Das ist gefährlich. Oh je! Oh je! Wir müssen Rex suchen. Wie kommen wir bloß rasch dorthin?“
„Mit dem Fahrrad?“, schlägt Pit vor.
„Gute Idee!“ Opa atmet erleichtert auf und eilt zur Garage, wo Oma und Pia schon mit den Rädern warten. Unsicher steigt Opa auf sein altes Rad, fährt einige Meter Probe und ruft erfreut: „Ich kann es noch.“
„Natürlich“, sagt Oma und ein breites Grinsen überzieht ihr Gesicht. „Radfahren verlernt man nicht. Doch nun los! Wir sind bereit. Ich habe uns auch einen schönen Picknickkorb gepackt.“
„Fein“, freut sich Pia, und Pit pfeift laut und ruft:
Rex, komm, es geht los!“
„Rex?“, fragt Opa verdutzt. „Ich denke, der ist weg?“
„Ja, aber nur so lange, bis du auf dem Fahrrad sitzt“, rufen Pia und Pit und lachen.
Zuerst scheint Opa nichts zu begreifen, dann dämmert es ihm. Sein Kopf wird rot und röter, und er will gerade losschimpfen. Als er aber in die glücklichen Gesichter von Pia und Pit blickt, schweigt er.
„Ihr habt gewonnen, ihr kleinen Teufelskerle!“, knurrt er und grinst dabei. Dann startet er mit seinem Rad wie der Blitz. „Mal sehen, wer als erster am Waldrand ist?“, ruft er und radelt flugs davon.

© Elke Bräunling

Aus dem Buch: Geschichten vom SOMMER

Buch:Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Sommer: Sommergeschichten und -märchen
Ebook:Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Sommer
Information

Merken

11. Juni 2017 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Frühlingsgeschichten, Kindergeschichten, Sommergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

← Ältere Artikel