Die Rückkehr der bunten Farben

Mutgeschichte für Kinder – Bunt hilft bei traurigen Gedanken

Immer wieder begegnete die Blumenfee in diesen Tagen Kindern, die ihr fröhliches Lachen verloren hatten. Sie weinten oft, denn sie fühlten sich grau und traurig und das machte ihnen Angst.
Die Blumenfee erschrak sehr und sie musste auch weinen. Mit jeder Träne aber verloren die Blumen auf der Wiese ein bisschen mehr von ihren Farben. Ihr leuchtendes Gelb, Rot, Rosa und Blau verwandelte sich in ein trauriges Graugelb, Graurot, Graurosa und Graublau. Traurig sah das aus! Tränentraurig.
Da erschrak die gute Fee noch mehr.
„Im Grau blühen Ängste und mutlose Gedanken“, sagte sie mit vielen Schluchzern.
Die Wiesentiere erschraken.
„Was ist passiert?“, fragten sie. „Wo ist das Bunt geblieben?“
„Wo sind die Farben der Blumen?“, klagten die Schmetterlinge, die über das Wiesengrau tanzten. „Wie sollen wir das Leben nun feiern?“
„Genau, genau“, brummten die Käfer. „Wir alle brauchen Farben zum Leben. Wir Tiere ebenso wie die Blumen und ganz besonders die Menschen. Klare Sache. Brummbrumm.“
„Die Wiese soll wieder strahlen“, rief eine kleine Wiesenmaus. „Blütenbunt in allen Farben. Und die Kinder sollen wieder lachen. Hört ihr?“
Die Blumenfee lächelte unter ihren Tränen. „Was bist du für eine mutige kleine Maus!“, sagte sie. „Wie recht du doch hast! Wir brauchen neue Farben – und die Kinder sollen frischen Mut schöpfen.“
„Aber wie soll das gehen?“, fragte der Rabe. „Was können wir tun, um das Bunt in unsere Wiesenwelt zurückzubringen?“
Ja, was?
Ratlos sahen sich die Wiesentiere an. Eine rechte Idee aber hatte keines von ihnen. Auch die Blumenfee hatte die Stirn in Falten gelegt, so sehr grübelte sie.
„Wir müssten nachdenken“, murmelte sie. „Es scheint, wir brauchen Zeit, um eine Lösung zu finden.“
„Nein, oh nein“, meldete sich da die Wiesenmaus wieder. „Wir dürfen keine Zeit verlieren. Jeder Tag ohne Freude ist ein verlorener Tag. Das bunte Bunt muss schnell zurückkehren, hört ihr?“
„Und wie soll das gehen?“
„Die Kinder! Sie werden uns helfen. Sie haben die besten Ideen … und die schönsten Farben.“
Und bevor eines der Tiere protestieren konnte, fuhr die kleine Maus schnell fort:
„Sie sollen mit Farben das Bunt malen. Überall. Bunte Blumen auf Papier, Blätter, Steine, Holzstücke, Schachteln, Dosen, Fensterscheiben! Auf Gesichter auch. Überall sollen sie die bunte Freude malen und in der Welt verteilen.“
„Und bunte Käfer“, riefen die Käfer schnell.
„Schmetterlinge auch“, ergänzten die Schmetterlinge.
„Bunte Vögel, bunte Eidechsen, Mäuse, Eichhörnchen, Igel, Hamster, Würmer, Ameisen, Bienen. Lauter bunte Wiesentiere sollen sie malen. Und …“
Noch vieles fiel den Tieren ein und es waren alles wunderschöne Ideen.
„Sag das den Kindern, Blumenfee!“, drängte die kleine Maus.
Die Blumenfee nickte. Sie lächelte. Was für ein Glück, dass die Wiesentiere so gute Ideen hatten! Sie würde gleich zu ihrer Cousine, der Traumfee, gehen und ihr von all diesen Ideen und Wünschen erzählen. Wunderschöne Träume mit wunderwunderschönen bunten Ideen sollte diese den Kindern in den Nächten bringen, auf dass das Lächeln wieder ein bisschen in die Welt zurückkehrte aller Sorgen und Ängste zum Trotz.

© Elke Bräunling

Ergänzend – oder als Fortsetzung – dazu findest du hier die Geschichte “Der farbenbunte Zauber”

Die Welt wird bunt, Bildquelle © epicioci/pixabay

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