Vier Dezembergeschichten für Kinder

Vier Dezembergeschichten für Kinder

Fröhliche Kindergeschichten im Advent

titel + Illustration Winter, die 12 Monate treffen sich zu einem Kreisgespräch Vier Dezembergeschichten für Kinder voller Adventszauber:
Von der Dezemberfrau über Geburtstagswunder bis zum sprechenden Schaukelstuhl und den zwölf Monaten. Warmherzige Vorlesegeschichten mit liebevollen Illustrationen und Ausmalbildern – perfekt für Adventstage.

 


Dezembergeschichten
Die Dezemberfrau
Geburtstag im Dezember
Der verzauberte Schaukelstuhl
Die Monate und der Dezember

 

 

Die Dezemberfrau

Pinterestpin TextanfangAdventsmärchen vom Licht – Wie im Advent Licht und Ruhe zu den Menschen kommen

„Es ist so dunkel hier und still. Bin ich zu früh?“
Die Dezemberfrau war sich nicht sicher. Zu früheren Zeiten hatte sie die Musik der vielmehrtausend Lichter ins Land gerufen. In diesem Jahr aber wartete sie vergebens.
Was war geschehen? Kein einziges Licht sah sie und sie hörte auch keine Lieder, nicht einmal den Klang der Kirchenglocken konnte sie vernehmen.
Hatte sie sich etwa in der Zeit geirrt? Das konnte nicht sein, auf gar keinen Fall.
„Die Zeit hat ihren Klang verloren, verschwunden scheint ihr Licht“, murmelte sie. „Das gefällt mir nicht.“
Illustration Winter, Schnee, im Hintergund Städtchen, eine Frau läutet mit einem GlöckchenSie griff in die Tasche ihrer Jacke und holte ein Glöckchen hervor. Damit läutete sie in alle Richtungen je drei Mal:
„Bingbing! Bingbing! Bingbing!“
Auch wenn die Glöckchen nur winzig klein waren, erreichte ihr feiner Klang alle Menschen im Land, die Großen und die Kleinen, die Alten und die Jungen. Wie ein weit hallendes Echo antworteten die Kirchenglocken und in den Fenstern der Häuser blinkten Lichter auf, eines nach dem anderen.
„Advent, Advent!“ sangen die Sänger des Chores, die sich zu einer Probe in der alten Schule getroffen hatten.
„Ein Lichtlein brennt!“, sang das Kind, das auf dem Schoß seiner Mutter kuschelte.
„Advent?“, wunderte sich auf einmal so manch einer. „Ist es schon wieder so weit? Die Zeit rast, oh, wie sehr sie rast!“
Und die Herzen jener Menschen, die vom Eintritt des Advents überrascht wurden, schlugen etwas schneller als gewohnt. Es war noch so viel zu erledigen. Gar nicht daran denken mochte man da.
„Ich muss ihnen sagen, dass sie zur Ruhe kommen und die Zeit genießen mögen. Es ist doch die schönste Zeit im Jahr!“, murmelte die Dezemberfrau.
Sie griff in die andere Jackentasche, holte das Glas mit dem Sternenstaub heraus, häufelte etwas davon auf ihre Handfläche und pustete die kostbaren Körnchen weit ins Land hinein, wo sie sich auf Dächer und Straßen, Bäume, Felder und Wiesen legten.
Illustration Winter, Schnee, im Hintergund Städtchen, eine Frau zaubert„Schaut nur! Das Licht, wie schön es funkelt!“, rief ein Kind, das gerade noch traurig aus dem Fenster gestarrt hatte. Seine Augen strahlten und die Erwachsenen wischten sich ein paar Freudentränchen von den Wangen.
Die Adventszeit, nun war sie auch bei ihnen angekommen. Wie schön sie doch war! Wie ruhig und still.
„Oh, dieses Funkeln, diese Ruhe, diese Stille. So lieben wir den Dezember!“, sagten sie. Dann entzündeten sie eine Kerze und stellten sie ins Fenster.
Die Dezemberfrau nickte. Sie war zufrieden. Nun konnte sie beruhigt weiter ziehen. Es gab ja auch noch so viel zu tun. Irgendwie war er halt doch ein wenig stressig, der Dezember.

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

Hier erzählt dir Regina Meier zu Verl die Geschichte. Habt Freude damit!

 

 

Geburtstag im Dezember

Pinterestpin TextanfangWeihnachtsgeschichte für Kinder – Geburtstag zusammen mit dem Christkind

„Mein allerliebster Monat ist der Dezember!“, schwärmte Marius. „Weil ich im Dezember auf die Welt gekommen bin.“
„Jeder liebt den Monat, in dem er geboren wurde.“ Mama lächelte. „Aber ich mag den Dezember auch sehr.“
„Weil du mich liebst und weil ich im Dezember zu dir gekommen bin, oder?“, fragte Marius.
„Aber ja. Was denkst du?“ Mama sah Marius staunend an. „Du bist mir das Wichtigste auf der Welt. Aber noch ein anderer ist im Dezember gekommen. Der ist mir auch sehr lieb und wichtig.“
„Wer denn?“ Marius überlegte. Wenn konnte Mama meinen?
„Na, überleg doch mal! Du kennst ihn auch.“ Mama zwinkerte Marius zu, doch der hatte keine Ahnung, wen sie meinen könnte.
Illustration kleiner Junge hat Geburtstag, Adventsdeko„Hat derjenige vor oder nach mir Geburtstag?“, wollte er wissen.
„Nach dir. Aber er kam viele, viele Jahre vor dir zur Welt“, antwortete Mama.
„Hm!“ Marius fing an zu grübeln. „Dann ist der auch viel älter als ich. Hm.“ Er machte eine Pause, kramte in seinen Erinnerungen. „Ist er so alt wie Papa? Oder wie Opa vielleicht?“
„Noch älter, viel älter!“ Mama machte eine ausladende Handbewegung. „Er lebt schon lange nicht mehr. Am 24. Dezember ist sein Geburtstag.“
„Am 24. Dezember? Aber da ist … da ist ja Weihnachten!“ Marius stutzte.
„Nein“, sagte Mama. „Es ist Heiligabend.“
Marius dachte wieder nach. Dann überzog ein Strahlen sein Gesicht. „Ich weiß es. Es ist der Weihnachtsmann.“
Illustration kleiner Junge träumt von der Krippe„Nein, der ist es auch nicht. Ich weiß gar nicht, wann der Geburtstag hat! Aber wer ist denn in Bethlehem in einem Stall geboren?“
„Ach ja, das Christkind! Jetzt weiß ich es wieder.“ Marius war ein wenig verlegen. Oma hatte ihm doch so schöne Geschichten vom Christkind im Stall und seinen Engeln erzählt. Wie konnte er das nur vergessen?
Er nahm sich vor, dem Christkind in diesem Jahr auch einmal etwas zu schenken. Wo sie doch beide im gleichen Monat Geburtstag feierten! Dass er daran nicht schon früher gedacht hatte!

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

 

 

Der verzauberte Schaukelstuhl

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Fröhliche Adventsgeschichte – Manchmal begegnet man einem sprechenden Stuhl, nicht nur beim Geschenke kaufen

Mia und Papa kaufen Weihnachtsgeschenke. Im Kaufhaus haben es die Leute alle sehr eilig. Sie schieben und schubsen, und Mia kann vor lauter Drängeleien fast nichts sehen.
„Können wir unsere Geschenke nicht woanders kaufen?“, fragt sie.
Illustration Mädchen mit Vater im gut gefüllten Weihnachtskaufhaus„Gute Idee“, sagt Papa. „Ich mag diesen Rummel auch nicht.“
Sie biegen in eine dunkle Gasse. Vor einem alten Trödelladen bleiben sie stehen. Eine Türharfe begrüßt sie mit hellem Geklimper, und Mia singt mit:
„Schlaf, Kindchen, schlaf, der Papa ist ein Schaf…“
Und Papa fährt fort: „…die Mia sucht Geschenkelein, sie tritt ins Märchenland hier ein. Dam, da, da, daaa!“
„Bravo!“ Hinter einem Bücherstapel taucht ein strubbeliger Männerkopf auf.
„Märchen?“, sagt der Strubbelkopf, „gibt es hier genügend. Viele Geschichten wüsste der alte Trödel zu erzählen, wenn er reden könnte.“
„Wirklich?“, staunt Mia.
Illustration Mädchen mit Vater entspannt in einem alten TrödelladenPapa nickt. „Erlebt haben all die Schätze hier bestimmt vieles.”
Er geht zu einem alten Schaukelstuhl. „Na?“, fragt er. „Wie alt bist du denn? Und wer hat es sich auf dir gemütlich gemacht? Eine hübsche Prinzessin?“
„Oder vielleicht der Weihnachtsmann?“, wünscht sich Mia.
„Oder ein lieber Großvater mit einem Enkelkind auf dem Schoß“, schlägt der Strubbelkopf vor.
„Oh ja“, sagt Mia, „und dem Enkelkind hat er viele Märchen erzählt. Von Bären und mutigen Prinzen, von Hexen und Zauberern, von Waldgeistern und Wolkenmalern…“
„…von Frau Holle und den Wintergeistern“, meint Papa.
„Oder vom Christkind, von Engeln und Weihnachtssternen…“, überlegt der Strubbelkopf.
Er streicht sanft über den Schaukelstuhl. „Ja, wenn er reden könnte…!“
Und während Papa später suchend durch den Laden geht, wiegt sich Mia auf dem Schaukelstuhl hin und her. „Vielleicht bist du ein Märchenstuhl und kannst sprechen?“
„Klar kann ich das!“, antwortet der Stuhl. „Aber nur Kinder, die Geschichten mögen, können mich verstehen.“
„Ich mag Geschichten“, sagt Mia. „Erzählst du mir eine?“
Illustration Mädchen in einem alten Trödelladen entdeckt einen Zauber-Schaukelstuhl und hat SpaßDa erzählt der alte Stuhl Mia die Geschichte vom dummen Wüstenscheich Abba-Dabba-Dumm, der es sich mit dem Denken etwas schwer tat und glaubte, ein Schaukelstuhl könne ihn wie ein Pferd von einem Ort zum anderen bringen. Du glaubst nicht“, kichert der Schaukelstuhl, „wie lange wir im Wüstensand hin- und her geschaukelt sind! Ich glaube, er hat nie kapiert, warum wir nicht von der Stelle kamen. Hihi!“
„Hihi!“, kichert auch Mia.
„Was ist denn hier so lustig?“, fragt Papa, der mit dem Strubbelkopf von seinem Rundgang zurückgekehrt ist.
„Oh, hihi, nichts“, sagt Mia schnell. „Es ist nur wegen Abba-Dabba-Dumm!“
„Hä!“ Nichtsbegreifend starrt Papa Mia an. „Ich denke, du wolltest dich nach Geschenken umsehen!“
„Hab ich doch!“, antwortet Mia und schaukelt mit einem schelmischen Grinsen hin und her. „Dieser Schaukelstuhl ist ein tolles Geschenk, und alle können sich darüber freuen: Du, Mama, Oma, Opa und Tante Karla. Gut, nicht?“
Und am allermeisten, denkt sie insgeheim, freue ich mich über meinen Märchenstuhl, der Geschichten erzähle kann.
Schön, wenn sich alle freuen.

© Elke Bräunling

 

Diese Geschichte stammt aus dem Buch „Opas Adventskalender“ – 31 Adventskalendergeschichten
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Die Monate und der Dezember

Pinterestpin TextanfangKindergeschichte zum Ende des Jahres – Die Monate und das versöhnliche Ende des Jahres

Das Jahr neigte sich seinem Ende zu und es war still geworden. Es schien, als versteckten sich die Tage in einem frühen Winterschlaf. Der November tat alles, dass dies so blieb, und deckte das Land mit einem silbergrauen Nebelschleier sorgsam zu. Ruhe! Das scheidende Jahr, das für die Menschen so schwer gewesen war, verdiente diese Stille, um sich in Würde auf sein Ende vorzubereiten. Nur noch wenige Wochen, dann würde mit dem neuen Jahr auch ein neues Leben beginnen.
Illustration Winter, die 12 Monate treffen sich zu einem Kreisgespräch„Das Alte“, murmelte der November, „halte ich fest unter meiner schützenden Decke. Es ist zu müde zum Feiern und das ist gut so.“
Gut?
„Von wegen müde“, brummten die Monate, die ihre Zeit schon gelebt hatten.
„Man darf das Ende unseres Jahres nicht verschlafen“, rief der April erregt. „Wozu haben wir uns angestrengt?“
„Das stimmt“, sagte der Juli. „Unser Jahr droht, in Sorgen und Traurigkeiten zu ermüden. Das hat es nicht verdient.“
„Wir haben das auch nicht verdient“, stellte der Oktober fest und er gab dem November einen Stoß. „Hey, Kollege, übertreibe es nicht mit deiner Schläfrigkeit!“
„Ich tue nur meine Pflicht“, wehrte sich der November. „Ich halte das Jahr in meinen Armen und wiege es in den Schlaf. Es ist müde.“
„Auch wer müde ist, kann feiern“, knurrte der Februar, und der Januar ergänzte:
„Ein Jahr, das traurig endet, erstickt in meinem jungen Monat das Glück für einen fröhlichen Neuanfang.“
Er rüttelte den Dezember, der seltsam schweigsam war, an seinem Gewand. „Hörst du, Kollege? Es ist an dir, das Ruder herumzureißen und für ein versöhnliches und freudiges Ende zu sorgen.“
Der Dezember gähnte. „Das Grau des Kollegen November hat mich ermüdet. Warum kann ein Jahr nicht in einer feierlichen Stille enden? Denkt nur, wie angenehm und friedlich es sich anfühlte.“
„Eine gute Idee“, stimmte der Mai zu. „Den Menschen, und auch uns, würde es guttun. Aber …“
„Aber es ist langweilig und Langweile versinkt im Vergessen“, dröhnte der August. „Wollt ihr wirklich sehen, wie unser Jahr in Traurigkeit und Mutlosigkeit endet?“
„Nein!“ Die Monate sahen sich erschrocken an.
„Feiern!“, rief der Juni. „Ihr müsst es feiern und ihr müsst euch feiern.“
„Ein Fest, an das wir alle auch im kommenden Jahr denken und das wir uns immer wieder aufs Neue wünschen werden.“
„Ein einziges Fest nur?“ Die Stimme des Dezembers klang nun frisch und aufgewacht und sehr bestimmt. „Wie immer soll es sein zum Ende des Jahres. Jeder Tag verdient es, gefeiert zu werden. Viele kleine und große, ruhige und laute Feste sollen einen Platz in meiner Zeit finden. Einverstanden?“
„Einverstanden.“ Die Monate nickten.
„Du auch, November?“
Der November zögerte. „Und was geschieht mit meiner Stille?“, fragte er. „Man kann sie doch nicht wieder zerstören!?“
Illustration Winter, der Dezember entzündet ein Licht„Die Stille?“ Der Dezember überlegte. „Sie wird mitfeiern und jedem meiner Feste eine ganz besondere Feierlichkeit und Besinnlichkeit verleihen.“ Er sah den November an. „Bist du nun einverstanden?“
Der November lächelte. „Wie sollte ich nicht? Wundervoll klingt das. Feierlich festlich oder festlich feierlich oder beides und kein bisschen traurig. Der Gedanke gefällt mir. Es ist … Es ist wie immer und das ist gut so.“
Und mehr gab es dazu dann auch nicht mehr zu sagen. Wie immer sollte es im Monat Dezember sein. Oder vielleicht ein kleines Bisschen besser, heller, friedvoller, fröhlicher, feierlicher und … stiller.

© Elke Bräunling

 

Das passt auch in den Dezember
Dezemberzauber
❄️ Vom festlichen Monat Dezember
🌟 Das kleine Traumlicht
🍎 Dezemberdüfte
🌬️ Apfelwinter
🌸 Barbara und die Winterblüten
🎶 Die Musik der Adventsfrau
🍪 Ein Freund für den Adventskeks
🌲 So duftet der Winter im Advent
🌈 Der Besuch des kleinen Regenbogensterns
🔔 Der Klang des Glöckchens
🕊️ Die Glocken des Friedens
🏠 Das Haus mit der offenen Tür

 

 

AUSMALBILDER

Ausmalbild Winter, Schnee, im Hintergund Städtchen, eine Frau zaubert

Ausmalbild kleiner Junge träumt von der Krippe

 

Ausmalbild Mädchen in einem alten Trödelladen entdeckt einen Zauber-Schaukelstuhl und hat Spaß

 

Ausmalbild Winter, der Dezember entzündet ein Licht

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