Fünf Februargeschichten für Kinder

Fünf Februargeschichten für Kinder

Bunte Geschichten vom Ende des Winters

Titel + illustration Februarfee in Menschengestalt entdeckt im Wald bunte Konfettipunkte und Luftschlangen, MeiseDer Februar ist ein Monat zwischen den Zeiten. Noch liegt Winter in der Luft, doch erste Farben, wärmere Sonnenstrahlen und leise Frühlingszeichen mischen sich bereits darunter.
Diese fünf Februargeschichten erzählen vom Übergang: vom Loslassen des Winters, von Hoffnung, Licht und kleinen Wundern – liebevoll, ruhig und kindgerecht.
Ideal für die Spätwinterzeit, für Zuhause, Kita, Schule oder als kleine Auszeit im Alltag.
Mit Ausmalbildern.
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Die Farben der Februarfrau

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Fröhliches Februarmärchen – Die Februarfrau bringt das Bunt in den Winter und die Vorfreude

„Was ist das denn? Bunt! Ich sehe Farben im weißen Land.“
Mit Staunen beugte sich die Februarfrau über die bunten Spuren, die überall im Land zu ihrer Ankunft zu sehen waren.
„Kunterbunt diese Punkte im Schnee und die Streifen an den Bäumen hier und da. Sind sie ein Werk der Menschen oder habe ich etwas verpasst?“
„Hihi, das ist doch Konfetti!“, zwitscherte die kleine Blaumeise, die die Februarfrau schon eine Weile beobachtete. „Und Luftschlangen.“
illustration Februarfee in Menschengestalt entdeckt im Wald bunte Konfettipunkte und Luftschlangen, MeiseDie erschrak. „Buntschlangen?“, wunderte sie sich. „In meinem Monat sind keine Schlangen unterwegs. Noch nie bin ich ihnen begegnet. Mein Monat ist ein kalter Monat mit viel Weiß.“
„Und mit viel Bunt“, kicherte die Meise. „Weil die Menschen von deinem Weiß und deinem Kalt die Nase voll haben, zaubern sie ein feines, buntes Bunt herbei. So ist das.“
Die Februarfrau überlegte einen Moment. Dann nickte sie.
„Weißt du, kleine Meise. Die Menschen mögen mich trotz meines weißen Kleides. Sie lieben mich sogar so sehr, dass sie einander am Valentinstag, der auch in meiner Zeit seinen Platz hat, rote Herzen und Rosen und andere schöne Dinge schenken. Rot und weiß, das passt zusammen. Gut sogar. Oder nicht?“
illustration Februarfee in Menschengestalt entdeckt im Wald Herzen im Schnee, Meise + Rabe„Warum sollen die Menschen dich auch nicht mögen?“, mischte sich der Rabe, der in der Baumspitze saß, ein. „Du bringst ihnen das Bunt ebenso wie das weiße Weiß und die liebevolle Liebe der Herzen. Und noch eines hast du im Gepäck: Die Hoffnung und die Vorfreude.“
„Genau!“, tschilpte die Meise. „Ist das nichts?“
Die Februarfrau lächelte, sie strahlte sogar, so gut gefielen ihr die Worte der beiden.
„Ja“, sagte sie. „Ich bringe ihnen Hoffnung mit. Was gibt es Schöneres?“
Sie griff in die Tasche ihres Umhangs, holte eine Puderdose hervor und streute ein paar Prisen feinsten weißen Pulvers in alle vier Richtungen.
„Ich werde sie mit den Düften meiner Zeit, mit meinen Düften, verfeinern. Schnuppert mal!“
Sogleich rieselten feine, zarte Schneesternchen vom Himmel. Sie legten sich über das Bunt der Menschen und schmückten es. Aber sie dufteten auf einmal anders nun. Nach Frühling, irgendwie.

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

 

 

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Späte Schneeflocken und frühe Frühlingsblumen

PinterestpinSeit zwei Wochen hatte der Wind mit süßer, warmer Frühlingsluft die Nasen der Menschen verwöhnt. Auch die Strahlen der Sonne waren wärmer geworden und fast hätten die Menschen vergessen, dass der Winter noch nicht ‚Adieu’ gesagt hatte. Und eines Tages brauste der mit einem wilden Sturmtief wieder über das Land. Er trieb den Frühlingswind weit nach Süden und versperrte für die Sonnenstrahlen den Weg mit dicken Schneewolken.
„Juchhu!“, riefen die Schneeflocken. „Wir dürfen wieder schneien.“
„Juchhu!“, riefen auch die Kinder, als sie jubelnd den neuen Schnee begrüßten.
Illustration Krokusse und Schneeglöckchen im Schnee, Schneeflöckchen schneien auf sie herabNur die Blumenzwiebeln in der Erde freuten sich nicht. Sie hatten sich schon auf den Frühling vorbereitet und ihre Hüllen für die Pflanzentriebe geöffnet. Eis und Schnee konnten sie jetzt nicht mehr brauchen.
„Was macht ihr hier?“, knurrten sie die Schneeflocken an. „Ihr habt euch wohl in der Zeit verirrt?“
„Falsch“, wehrten sich die Schneeflocken. „Es ist Winter und Winter ist die Zeit des Schnees.“ Misstrauisch beäugten sie die ersten grünen Triebspitzen, die die Blumenzwiebeln aus dem Boden hervorlugen ließen. „Warum wollt ihr jetzt schon blühen? Wollt ihr uns Schneeflocken ins Handwerk pfuschen?“
„Wir Frühlingsblumen blühen immer früh im Jahr – und dieses Jahr treiben wir eben etwas früher ans Licht. Weil der Frühling nämlich schon ein bisschen da ist.“
„Es ist noch Winter“, riefen die Schneeflocken. „Ihr müsst noch ein wenig schlafen. Und wir decken euch nun zu.“
Zuerst wollten die Blumentriebe protestieren, doch dann fanden sie es angenehm, sich unter der leichten Spätwinterschneedecke vor dem Frost zu schützen.
Illustration Krokusse und Schneeglöckchen schlafen unter einer Schneedecke, Schneeflöckchen schneien auf sie herab„Einverstanden“, sagten sie. „Aber wenn der Frühling kommt, helft ihr uns mit euren Tautropfen, schnell zu wachsen.“
„Einverstanden“, sagten da auch die Schneeflocken und gemeinsam verbrachten sie noch ein paar schöne Schneewintertage, bis ein neuer Frühlingswind den Winter ein Stück weiter nach Norden vertrieb und die Schneedecke zum Schmelzen brachte.

© Elke Bräunling

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Das Glück des kleinen Sonnenstrahls

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Märchen von der Wintersonne – Wenn dich ein Sonnenstrahl umarmt, wird dir selbst an einem frostigen Wintertag warm

Nach grauen Schnee- und Nebeltagen waren die Wolken weiter gezogen. Sie hatten der Sonne und einem frostigen Wintertag Platz gemacht und der kleine Sonnenstrahl durfte zum ersten Mal seine Strahlengeschwister auf die Erde begleiten.
„Besonders viel Freude will ich den Menschen mit meinem Licht bringen“, versprach er.
Vergnügt durchstreifte er die Stadt und spielte mit den Schatten des Winters Fangen.
illustration Sonnenstrahl auf der Straße im verschneiten StädtchenGroßen Spaß machte das und die Straßen, Plätze, Häuser und Gärten sahen gleich nicht mehr ganz so wintertrüb aus. Menschen aber traf er nur wenige. Fast meinte er, sie würden ihn meiden.
„Flieht ihr vor mir?“, fragte er einen Mann, der mit schnellen Schritten eine Straße überquerte und in einem Hauseingang verschwinden wollte.
„Mir ist kalt, kleiner Sonnenstrahl“, antwortete der Mann.
„Ich kann dich wärmen“, schlug der kleine Sonnenstrahl vor.
„Da brauchst du bei dieser Kälte aber sehr warme Arme“, sagte der Mann.
„Was sind Arme?“, rief der kleine Sonnenstrahl ihm hinterher, doch der Mann war längst hinter der Tür im Haus verschwunden.
„Schade“, murmelte er. „Wie kann ich bei dieser kalten Kälte meinen Job tun? Die Menschen scheinen sie nicht sehr zu mögen. Und mich mögen sie wohl auch nicht.“
Er blickte sich um. „Und deshalb brauche ich zuerst warme Arme. Was darf ich mir darunter vorstellen?“
illustration Sonnenstrahl im Zimmer trifft eine kleine Familie, die sich in Armen hältEr beschloss, sich auf die Suche zu machen und zog weiter. Durch alle Straßen zog er, durch alle Fenster blinzelte er und alle Menschen, die er traf, fragte er:
„Was sind warme Arme?“
Eine Antwort aber gab ihm niemand. Die Menschen waren viel zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt.
Er kam zu dem Haus zurück, in dem der nette Mann verschwunden war. Ob er ihm noch einmal behilflich sein konnte? Er strich über die Wand des Hauses und lugte durch die Fenster. Und da sah er den Mann. In einem Zimmer stand er und hielt ein Kind und eine Frau in den Armen.
„Ach, wie schön das ist!“, sagte er gerade zu ihnen. „Wenn ich euch in meinen Armen halte, scheint die Sonne besonders hell und warm und ich fühle mich sehr wohl. Das nennt man Glück.“
So sah es also aus, dieses Umarmen! Und es brachte Glück!
„Warme Arme sind so etwas Ähnliches wie Glück?“
illustration Sonnenstrahl trifft zuf ein Mädchen, das das Gesicht ihm entgegen strecktDer kleine Sonnenstrahl freute sich und rief: „Ich bin ein Glücksstrahl! Wenn ich euch in meinen Strahlenarmen halte, wird euch warm und ihr fühlt euch wohl.“
Er zog los und nahm jeden, den er traf, fest in seine Arme. Eine Menge hatte er damit zu tun. Und das Glück sah er nun in vielen Augen. Wie froh machte ihn das!
Und du? Hat dich heute schon ein Sonnenstrahl umarmt? Wenn nicht, so nimm deine Mama oder deinen Papa oder jemand, den du lieb hast, in die Arme und sage: „Hallo! Ich bin dein kleiner Sonnenstrahl!“
Es geht ganz einfach. Ehrlich.

© Elke Bräunling

 

 

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Ein müder Wolkentag

PinterestpinWettermärchen im Winter – Auch Wolken brauchen manchmal ihre Ruhe, besonders in der Spätwinterzeit

„Hey, Wolkenmaler! Schieb die Wolken weg! Wir wollen die Sonne sehen.“
„Und wir wollen ihre Wärme wieder spüren, Wolkenmaler, hörst du?“
Zwei Kinder standen auf der verschneiten Wiese und winkten zum Himmel herauf.
Der alte Mann im Wolkenschloss sah es genau. Er hörte die Rufe wohl, allein er konnte nichts daran ändern, dass diese Spätwinterzeit noch kalt und wolkenreich war. Er musste sich nämlich an den himmlischen Zeitplan halten.
illustration Kinder winken schlafenden Wolken zu, SchneelandschaftDie Wolkenherde schienen das heute aber anders zu sehen.
„Ich bin es leid, Tag für Tag für Tag den Himmel zu verdunkeln“, beschwerte sich eine besonders dicke Wolke.
„Schon lange hat es keinen Sonnentag mehr gegeben“, pflichtete ihr ihre Nachbarin bei.
„Ein wolkendunkler Winter tut keinem gut“, klagte eine dritte Wolke. „Den Menschen nicht und auch nicht den Tieren und Pflanzen. Und uns auch nicht.“
„Wie?“ Der alte Wolkenmaler blickte auf. „Wolkentage tun euch Wolken nicht gut? Das hieße, ihr tut euch nicht gut? Das verwundert mich. Wie darf ich euer Begehren verstehen?“
„Ganz einfach!“, rief ein schneeweißes Wölkchen, das in jenen dunklen Tagen besonders hart zu kämpfen hatte. „Wir würden uns gerne ausruhen. Der Dunkelwinter macht müde.“
illustration Schlafenden Wolken und Sonnenstrahl„Die Kleine hat recht“, bestätigte die schwere Schneeflockenwolke. Sie gähnte. „Ein Schläfchen könnte nicht schaden. Jeder braucht einmal eine Ruhepause.“
„Ihr habt eure Ruhe an Blauhimmeltagen. Viele davon hat es im letzten Frühling und Sommer gegeben.“ Der Wolkenmaler schüttelte den Kopf. „Nein, meine Lieben! Ich kann euren Wünschen nicht nachgeben. Eine Sturm- und Regenwoche steht auf dem Plan, danach wird es eine Schneezeit geben. Das Land weiß bemalen sollen wir noch einmal, damit der Winter ein helles, sauberes Ende findet.“
„Hell und sauber geht auch anders“, mischte sich die Sonne, der es in diesen Tagen etwas langweilig war, ein. „Ich hätte da eine Idee. Außerdem war mir, als würde jemand nach mir rufen.“
illustration Winter als Person sitzt mit seinem Wolkenhund und maltSie grinste frech und schickte all ihre Wärme, die sie aufzubringen vermochte, zu der Wolkenherde herüber.
Da lachten die Wolken. Schnell zogen sie ihre Wolkenarme ein und machten den Strahlen der Sonne Platz.
Ahh, wie gut das tat!
Menschen und Tiere und Pflanzen und Wolken atmeten auf an jenem Wintertag, der nicht wie vorhergesagt Regen und Sturm brachte, sondern ein paar feine, helle, warme Sonnenstunden.
Und der Wolkenmaler? Der schwieg. Irgendwie nämlich fühlte er sich auch ein bisschen müde.

© Elke Bräunling

 

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Der bunte Traum des Winters

PinterestpinWintermärchen zur Fastnachtszeit – Wenn der Winter von seinem Ende träumt

„Weiß, weiß, weiß! Ich sehe nur weiß da unten. Narrt mich mein Verstand? Oder ist alles wie immer und gut?“
Laute Klagerufe fegten über das verschneite Land.
Der Winter, der die Farbe WEISS eigentlich über alles gut leiden mochte, war heute mit einer entsetzlich schlechten Laune erwacht. Er hatte nämlich wundervoll BUNT geträumt und er hatte es genossen, dieses Bunt, was für ihn sehr ungewöhnlich war. Es war ein Traum, der ihn mit vielen tausenden und mehr bunter Schweißtröpfchen auf seinem Haupt erwachen ließ.
illustration Winter als Person liegt in seinem Wolkenbett und träumt bunte Dinge, unter ihm bunte Menschen„Was für ein Albtraum!“, stöhnte er nun. „Bunt! Was soll ich damit? Wie grauenhaft das ist!“
Er schüttelte sich und all die tausend und mehr bunten Schweißtröpfchen schwirrten mit einem hellen Sirren vom Winterwolkenschloss hinab zur Erde. Dort verwandelten sie sich in viele tausend und mehr bunte Pünktchen und die betupften das schneeweiße WEISS, das über dem Land lag.
Dieses war nun nicht mehr wunderschön weiß, sondern kunterbunt. Und jedes Pünktchen hatte ein anderes Gesicht und trug ein anderes Gewand.
Toll bunt sah das aus! Und es war genau wie in dem Traum, der ihn gerade so aus der Fassung gebracht hatte.
Der Winter erschauderte. Er schwitzte nun nicht mehr.
„Wie närrisch das bloß ist!“, murrte er.
Dann fauchte er schnell einen eisig kalten Schneeflockenschwall den bunten Pünktchen hinterher.
illustration Bunte kleine Menschlein feiern im Schnee, ringsum viel KonfettiDie aber ließen sich davon nicht beirren. Als bunte Narren tobten sie durch die Straßen und sorgten dafür, dass es für einige Tage kunterbunt und verrückt närrisch im Land zuging. Und auch ein bisschen wärmer.  Im Land und in den Herzen der wintermüden Menschen.
Der Winter seufzte. Er fühlte sich auf einmal sehr müde und legte sich wieder aufs Ohr.
Er musste rasch einen neuen Traum finden … oder allmählich dem Frühling Platz machen. Der nämlich schickte ihm in den letzten Tagen auch immer wieder Träume, die ihn schwitzen ließen.

© Elke Bräunling

 

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Auch hier findest du Geschichten zum Monat Februar
😊 Vom fröhlichen Monat Februar
🌸 Als die Februarfee ihr buntes Winterlied sang
🍩 Als der Fastnachtskrapfen auf Reisen ging
📌 Viele bunte Fastnachtsgeschichten
❄️ Späte Schneeflocken und frühe Frühlingsblumen
☃️ Als der Winter die Schneemänner suchte
🌷 Ein wichtiger Frühlingsjob für den Schneemann
💧 Das Frühlingslied der Wassertropfen
🐻 Der kleine Bär und der schöne Schneemann
🌼 Schneeglöckchen, Weißröckchen
😊 Der Gänseblümchen-Smiley auf der Wiese
💛 Kleine Schwester des Glücks
🌨️ Schneeflöckchen hilft Schneeglöckchen

 

 

AUSMALBILDER

Ausmalbild Kinder winken schlafenden Wolken zu, Schneelandschaft

 

Ausmalbild Krokusse und Schneeglöckchen schlafen unter einer Schneedecke, Schneeflöckchen schneien auf sie herab

 

Ausmalbild Sonnenstrahl trifft zwei Kinder, die sich umarmen

 

Ausmalbild Februarfee in Menschengestalt entdeckt im Wald Herzen im Schnee, Meise

 

Ausmalbild Bunte kleine Menschlein feiern im Schnee, ringsum viel Konfetti

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