Fünf Fastnachtsgeschichten für Kinder

Fünf Fastnachtsgeschichten für Kinder

Fröhliche Geschichten von Fastnacht und bunten Kostümen

Titel + Illustration Kinder ziehen mit ihren fröhliche Lachgesichtermasken durch die StraßeEin Kostüm kann Mut machen. Ein Grinsen kann anstecken. Und manchmal hilft sogar ein „Faschingsgeist“, damit aus Kälte wieder Freude wird.
Hier findest du fünf fröhliche Fastnachtsgeschichten für Kinder – bunt, witzig und ideal zum Vorlesen. Unten warten außerdem passende Ausmalbilder.

 

 

Inhalt
🎭 Nora will nicht Prinzessin sein
👻 Noah und der Faschingsgeist
😄 Kicherfröhliche Grinsemasken
🌙 Das Mädchen und das Mondkostüm
🌈 Weg mit dem Faschingsmuffel
🖍️ Ausmalbilder

 

 

Nora will nicht Prinzessin sein

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Kindergeschichte vom Fastnachtskostüm – Von Jungen und Mädchen, Prinzessinnen und Räubern

„Na, Prinzessin, wie geht es dir heute? Hast du das neue Buch schon gelesen, das ich dir gestern mitgebracht habe“, fragt Papa und Nora verzieht das Gesicht zu einer Schnute. Einer sehr beleidigten Schnute sogar. Das neue Vampirbuch ist toll, aber das mit der Prinzessin findet Nora doof. Sie mag es nicht, wenn Papa sie Prinzessin nennt.
Illustration Mädchen im Prinzessinkostüm sitzt grimmig auf dem Sofa, Papa guckt bekümmert„Doof!“, antwortet sie deshalb mit einem Murren. „Alles ist doof.“
„Das Buch ist doof? Du hattest es dir doch gewünscht“, wundert sich Papa. „Magst du keine Vampirbücher mehr lesen, Prinzessin?“
Nora platzt der Kragen. „Ich mag nicht mehr, dass du PRINZESSIN zu mir sagst. Aber das habe ich dir schon hundert Mal und öfter gesagt“, schimpft sie.
„Ich glaube“, sagt Papa, „du hast es mir sogar schon tausend Mal gesagt. 1001 Mal, um genau zu sein.“ Er grinst. „Ich habe mitgezählt.“
„Prinzessinnen sind langweilig und ich will nicht langweilig sein.“
Nora hasst Langeweile. Noch mehr hasst sie es, über feine Kleider und Schminken und Krönchen im Haar nachdenken und reden zu müssen. Ihr ist immer fade, wenn die Mädchen in ihrer Klasse über diesen nervigen Modekram reden. Das ist spießig, findet sie.
„Prinzessinnen müssen dusselige Glitzerklamotten in blöden hellen Babyfarben tragen und sie müssen immer ganz fein tun. Das ist Mädchenzeugs und nervt.“
„Ich dachte, alle Mädchen wünschen es sich, eine Prinzessin zu sein. Und du bist ein Mädchen“, sagt Papa. Irgendwie klingt er enttäuscht.
„Ihhh!“, schreit Nora und Mama und Niko, die bis jetzt nichts gesagt haben, lachen.
Illustration Junge im Prinzessinkostüm und Mädchen im Vampirkostüm„Ich wäre gerne einmal eine Prinzessin“, sagt Niko. „An Fasching. Mit einem langen, rosafarbenen Kleid, goldenen Locken, einer Krone und vielen bunten Ketten. Ja, und ganz lange Augenhaare mit Schminke, so wie Mama sie manchmal hat, möchte ich auch haben.“
„Du meinst falsche Wimpern?“, fragt Mama und lacht noch mehr.
Papa aber wird blass. „D-d-du bist ein Junge“, stammelt er. „D-d-du kannst dich doch nicht als Mädchen, äh, ich meine als Prinzessin verkleiden.“
„Doch. Kann ich“, sagt Niko. Er hängt sich Omas Häkeltischdecke über die Schulter, setzt sich die silberne Obstschale auf den Kopf, schlüpft in Mamas Pumps und stakst mit schwingenden Hüften durchs Zimmer.
Illustration Mädchen im Vampirkostüm„Und ich“, ruft Nora, „kann prima ein wilder Ritter oder ein Räuberhauptmann oder ein gruseliger Vampir sein mit schwarzem Umhang, einem bleichem Gesicht, Vampirzähnen und einem Blut-Schminke-Mund. Ich brauche dazu nur …“
Papa will protestieren. Dann aber seufzt er und tut, als kapituliere er.
„Aber nur zu Fasching“, sagt er lahm. „Und du!“ Er deutet auf Nora. „Du wirst immer meine kleine feine Prinzessin sein. Das ist eben so mit Papas und Töchtern.“
Und weil Niko wieder zu lachen anfängt, fügt er schnell hinzu: „Und du bist mein tapferer Prinz. Auch für immer. Ohne rosafarbenes Kleid, goldene Locken und Krönchen.“

© Elke Bräunling


Diese Geschichte findest du in dem Buch: Omas Wintergeschichten

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Noah und der Faschingsgeist

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Fröhliche Fastnachtsgeschichte für Kinder – Vor „gruseligen“ Faschingsgeistern muss sich keiner fürchten

Eine bärengute Faschingslaune hatte Noah heute. Als Ritter verkleidet sauste er mit seiner Faschingstrompete durch die Straßen des ruhigen Wohnviertels und veranstaltete einen Höllenlärm.
Tröööt! Tröööt! Tröööööööt!
Einige Nachbarn lächelten, andere warfen ihm böse Blicke hinterher.
„Ruuuhe!“, beschwerte sich Frau Nagel, diese Launeverderberin. „Ich wünsche Ruhe!“
Illustration kleiner Fastnachtsritter mit trötender Trompete aufd er Straße„Geht nicht!“, rief Noah. „Ich feiere Fasching. Da darf jeder Lärm machen.“
Und er trompetete noch lauter als zuvor.
Auf einmal stand eine seltsame Gestalt vor ihm. Sie war verhüllt in weiße Laken und hatte das bleiche Gesicht zu einer schaurigen Grimasse verzerrt.
Ein Geist? Hoho! Noah war viel zu gut gelaunt, um sich zu fürchten.
„Bist du ein Faschingsgeist?“, fragte er. „Blöd siehst du aus!“
„Ich bin der schrecklichste Gruselgeist der Welt“, heulte der Geist. „Und ich werde dich nun zu Tode erschrecken. Huhuuu!“
Noah kicherte. „Es gibt keine Geister, sagt Papa.“
Illustration kleiner Fastnachtsritter mit trötender Trompete erschreckt einen Faschingsgeist„Oooh!“, fistelte der Geist. „Auch Väter können sich irren. Sieh mich an! Alle Kinder fürchten sich vor mir.“
„Ich nicht.“ Noah blies so laut in seine Trompete, dass es in des Geistes Ohren dröhnte.
„Ich kann mich in einen Ritter ohne Kopf verwandeln“, drohte der Geist und stand sogleich als Ritter vor Noah. Er nahm den Kopf vom Hals und warf ihn wie einen Ball in die Luft.
„Ich bin auch ein Ritter“, antwortete Noah und fing den Ritterkopfball auf. „Spielen wir Ball?“
„Grrr!“, grollte der Fremde. „Gib mir meinen Kopf zurück, aber dalli!“
„Schade. Ball spielen macht Spaß.“ Noah war enttäuscht.
Der Faschingsgeist aber hatte sich längst in ein riesiges Drachenmonster verwandelt.
„Vor einem Drachen wirst du dich fürchten“, fauchte er. „Tausend Meter weit speie ich meine Feuerstöße aus. Huachhhh!“
„Einen Drachen habe ich schon“, meinte Noah. „Der fliegt weit im Wind. Kannst du auch fliegen?“
„Oha, oha!“ Der Geist schien sich zu ärgern. Er schrumpfte zusammen und stand als altes Weiblein mit Hakennase, Buckel und Zauberstab vor Jule.
Illustration kleiner Fastnachtsritter mit trötender Trompete erschreckt einen Ritter ohne Kopf, eine Hexe, einen Drachen„Aber eine gemeine Gifthexe“, krächzte er, „wird dich das Fürchten lehren. Ich könnte dich in eine Maus verwandeln oder in einen kleinen Käfer, den ich mit den Fingern – Ssssst! – zerdrücke. Hä!”
„Hexen sammeln Kräuter und helfen kranken Menschen“, sagte Noah unbeeindruckt.
Die Hexe schüttelte ihren hässlichen Kopf. „Nicht alle Hexen sind gut.“
„Mein Papa hat gesagt…“
„Dein Papa, dein Papa…“
Der Faschingsgeist war nun sehr aufgeregt. „Ich werde dich heute noch erschrecken. Als Riesensaurier nämlich. Auffressen wird er dich.“
„Saurier fressen Blätter“, erklärt Noah dem Geist, der sich gerade in einem Riesensaurier verwandeln wollte. „Außerdem sind die ausgestorben.“
„Hat das auch dein Papa gesagt?“, brüllte der Geist.
„Das haben wir in der Schule gelernt“, sagte Noah und blies wieder in ihre Trompete.
Immer lauter trompetete sie, und der Geist begann, schaurig laut zu schreien.
Da musste Noah lachen.
„Wenn du so laut schreist, bist du nachher heiser, und dann macht dir der Faschingsumzug bestimmt keinen Spaß. Also, bis später!“, sagte er und lief laut trompetend davon.
Es war nämlich Zeit. Der Faschingsumzug würde gleich beginnen.

© Elke Bräunling

 

 

Kicherfröhliche Grinsemasken

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Fröhliche Fastnachtsgeschichte für Kinder – Sollen Fastnachtsmasken lustig oder gruselig sein?

Lena, Jens und Timo basteln runde, bunte, grinsende Fastnachtsmasken. Grinsegeister wollen sie sein und zur Fastnacht damit fröhlich und lachend durch die Straßen toben. Und klar, beim Fastnachtsumzug sind sie auch mit von der Partie und bei der Maskenprämierung im Kinderfastnachtstanzsaal möchten sie unbedingt einen tollen Preis gewinnen.
„Unsere Masken sind die schönsten“, ruft Lena. Sie hält sich ihre Grinsgesichtmaske vors Gesicht. „Ich bin eine freche Fastnachtshexe und werde alle Leute mit meinem Grinselachen verzaubern.“
Illustration Masken Kinder basteln fröhliche Lachgesichter„Hoho, Hahaaaa“, stöhnt Timo. „Ich werde ein gruseliger Lachgeist sein und alle zum Lachen bringen.“
„Jahaaa, klahaaar“, fügt Jens hinzu. „Und ich bin ein flitzeflinker Kicherclown. Überall sause ich herum und quäle die Leute so lange, bis sie kichern und kichern und kichern.“
Er kichert und Lena und Timo müssen auch gleich ganz laut und fröhlich kichern. Gar nicht mehr aufhören können sie damit.
„Und beim Kinderfasching werden wir alle Leute im Saal so sehr zum Kichern bringen, dass sie gar nicht mehr damit aufhören können“, ruft Lena. „Das wird ein mächtiges Gekichere geben. Hihi!“
„Und weil alle über uns so doll kichern müssen, geben sie uns die schönsten Kostümpreise“, meint Jens. „Weil wir sie nämlich alle im Saal verzaubert haben.“
„Klar“, sagt Lena. „Wir sind ja auch Kichergeister.“
Schon müssen die drei Freunde wieder lachen und kichern.
„Toll wird das sein. Und witzig.“
„Höhö“, lacht da Timos älterer Bruder Tom. „Kichergeister sind doch megalangweilig! Ein Geist muss gruselig sein. Zum Fürchten gruselig.“
Er hält sich seine Vampirfratze vors Gesicht und fängt an zu stöhnen. „Huaaah. Verjagen werden wir euch Kleingeister. Huaaaah!!!“
Timo schmollt. „Wir sind nicht langweilig.“
Illustration Kinder ziehen mit ihren fröhliche Lachgesichtermasken durch die Straße„Du hast nur Angst, dass die Leute uns besser leiden mögen und uns einen Preis geben werden“, sagt Jens. „Weil wir als fröhliche Grinsegeister nämlich alle verzaubert haben.“
Lena nickt. „Und lachen werden die Leute auch. Über all die doofen Monsterfratzen, Gruselgeister und Vampire. Die werden es dieses Mal nämlich nicht schaffen, den Leuten Angst zu machen. Nein, kichern werden sie. Weil wir sie verzaubert haben. Ist doch klar, oder?“
Ja. Ist klar. Kichernde Vampirfratzen würden ja auch wirklich zu dämlich aussehen.

© Elke Bräunling

Aus dem Buch: Fasching, Fastnacht, Karneval

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Das Mädchen und das Mondkostüm

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Traumgeschichte für Kinder – Ein Mondkostüm ist doch viel schöner als das einer Eiskönigin, oder?

Das Mädchen, das nicht einschlafen konnte, saß am Fenster und starrte zum Mond hinauf. Wie fein er sich wieder gerundet hatte. Bald würde er wie ein großes, gelbes Gesicht aussehen und ihr zulächeln. Wie ein riesig großer Smiley würde er aussehen. Das Mädchen kannte das schon und immer, wenn es nicht einschlafen konnte, suchte es am Himmel den Mond. Er war ihm ein großer Freund.
Auch heute lächelten sie einander zu.
Illustration Mädchen sitzt im Pyjama am Fenster, draußen der lachende Mond über Winterlandschaft„Bald ist Fastnacht“, erzählte das Mädchen dem Mond. „Mama hat mir ein Eisköniginnenkostüm genäht mit einem langen Umhang, der silbern und hellblau und pinkfarben schimmert. Doof, nicht?“
Das Mädchen seufzte. Es hatte keine Lust, eine Eiskönigin zu sein. Viel lieber hätte es sich als Mond verkleidet mit gelben Hosen, einem T-Shirt mit fröhlichen Mondgesichtern und einem großen, runden Mondhut. Ja, dieses Kostüm wäre toll. Fand das Mädchen. Fand Mama aber nicht.
„Mama sagt, ein Mondkostüm sähe albern aus“, erzählte es nun dem Mond. „Das wäre etwas für kleine Kinder. Ich aber bin schon groß und soll als Eiskönigin Fastnacht feiern. Siehst du, so!“
Es hielt dem Mond ein Bild entgegen, das das Mädchen als prächtige Eiskönigin mit einer silbernen Krone zeigte.
„Das ist ein sehr schönes Kostüm“, sagte der Mond. „Aber wer sagt, ich sei albern? Tss. Was Erwachsene aber auch immer denken!“
Das Mädchen nickte. „Ich weiß, dass du nicht albern bist und meine Fastnachtsidee vom Mondkostüm ist es auch nicht. Oder?“
Illustration Mädchen sitzt im Pyjama am Fenster, hat ein Bild von einer Prinzessin, denkt aber an ihr Mondkostüm (Luftblase)„Es ist ungewohnt“, meinte der Mond. „Noch nie habe ich in jenen verrückten Zeiten, die ihr Menschen Fastnacht nennt, einen Mond in den Straßen gesehen. Du etwa?“
„Nö“, sagte das Mädchen. „Es gibt viel mehr Eisköniginnen als Monde. Und deshalb möchte ich ein Mond sein.“
„Dein Wunsch ehrt mich“, sagte der Mond. „Aber sag, kannst du dir einen Mond vorstellen, der sich dick und rund durch die Straßen und Tanzsäle kugelt?“
„Ja, das kann ich mir vorstellen. Sehr gut sogar“, sagte das Mädchen und lachte. „Es ist lustig. Fastnachtskostüme sollen lustig sein.“
Da musste auch der Mond lachen und sein Smileygrinsen sah gleich noch runder und fröhlicher aus.
„Jahaa“, lachte er. „Lachen tut gut. Nur kann ich mir dein lustiges Mondkostüm so gar nicht vorstellen. Zeige es mir!“
„Au ja!“, rief das Mädchen, das immer noch nicht müde war. „Ich male dir ein Bild.“
„Dann aber schläfst du!“, mahnte der Mond. „Versprochen?“
Illustration Mond schaut durchs Fenster, auf Schreibtisch liegt ein Bild von einem Mondkostüm„Versprochen.“ Das Mädchen hatte nun keine Zeit, sich weiter mit dem Mond zu unterhalten. Es holte Papier und Farbstifte und malte einen dicken, runden, fröhlich lachenden Mondkopf, der auf einem kleinen Mädchen in einer gelben Hosen und einem gelben Hemd wie ein fettes lachendes Stück Käse thronte.
Als es am nächsten Morgen aufwachte, fiel sein Blick sogleich auf das Bild. Eine Eiskönigin hatte es gemalt mit einem prächtigen Gewand und einer silbernen Krone, auf der eine hohe, goldene Mondsichel mit einem halben Mondgesicht steckte. Daneben lag das neue T-Shirt mit den fröhlichen Mondgesichtern, das Papa von seiner Reise gestern mitgebracht hatte. Sie lachten, die Mondgesichter.

© Elke Bräunling

Diese Geschichte findest du in dem Buch zum Winter:
Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir
eine Geschichte zu Festen im Winter

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Weg mit dem Faschingsmuffel

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Fastnachtsgeschichte – Manche Zeitgenossen könnte man direkt auf den Mond schießen, jene, die immer und ständig schlecht gelaunt sind und das Lachen nicht leiden mögen

Ein seltsamer Kerl ging während der Faschingstage durch die Straßen der kleinen Stadt. Wieder und wieder war er zu sehen, die Kleider schwarzgrau, das Gesicht übellaunig, griesgrämig, muffig. So stolzierte er in einem fort die Straßen auf und ab.
„Wer ist dieser Launeverderber?“, fragten die Leute erregt. „Der Kerl verdirbt uns ja jede Faschingsfreude!“
Illustration Brummiger dunkler Mann im bunten FastnachtstrubelDas stimmte, denn jedes Mal, wenn der Fremde einer fröhlich bunt verkleideten Faschingsgestalt begegnete, grunzte er voller Missmut und warf dem Faschingsnarr böse, grimmige Worte an den Kopf. Manche Leute lachten, andere waren betroffen, wieder andere gingen dem Fremden, der ihnen immer wieder begegnete und vorwurfsvolle Worte an den Kopf warf, aus dem Weg.
Am zweiten Tag zeigten sich schon weniger maskierte Leute auf den Straßen, und am dritten Tag noch weniger. Nur der schwarze Kerl, der lief den ganzen Tag und die halbe Nacht straßauf, straßab, so grimmig und Furcht einflößend, dass sich immer weniger Menschen auf die Straße wagten. Sie hatten auf einmal auch wenig Lust zum Faschingfeiern.
Illustration Brummiger dunkler Mann im bunten Fastnachtstrubel schimpft, hinter ihm Regenbogen, Sonne und WindDer Faschingsmuffel nickte zufrieden. Die wenigen Menschen, denen er begegnete, gingen ihm aus dem Weg oder hasteten an ihm vorbei.
„Wie wundervoll!“, murmelte er. „So stelle ich mir Fasching vor. Heutzutage gibt es nämlich nichts mehr zum Lachen. Jawohl!“
Denkste, dachte die Sonne, die hinter Regenwolken schlief und die Faschingsmuffel nicht leiden konnte, und schickte ihre Strahlen auf die Erde.
Die Wolken rissen auf und machten dem Himmelsblau, über das sich ein breiter Regenbogen mit knallbunten Farben spannte, Platz. Schön sah das aus!
„Oh“ und „Ah“ und „Toll!“, riefen die Leute und lachten.“
Und es schien, als lachte der Regenbogen zurück.
„Grässlich“, grollte der Faschingsmuffel. Er drohte dem Regenbogen mit den Fäusten. „Diese Kitschfarben sind schauderhaft! Wie wenig Geschmack die Leute doch haben! Und überhaupt: Warum lachen sie? Heutzutage gibt es nichts zu lachen!!!“
Der Fremde schimpfte und fuchtelte drohend mit seinen Fäusten in der Luft herum.
Illustration Brummiger dunkler Mann im bunten Fastnachtstrubel schimpft, steht auf dem Regenbogen, Sonne und WindDa hatte die Sonne die Nase von diesem Miesepeter endgültig voll. Sie rief den Wind zu Hilfe. Der packte den meckernden Kerl und trug ihn himmelwärts, und ehe sich der versah, stand er als kleiner schwarzgrauer Schmuddelfleck auf dem bunten Regenbogen.
„Gemeinheit!“, schrie der Faschingsmuffel. Erregt hopste und trampelte er auf dem Regenbogen herum. Das sah lustig aus, und alle lachten: die Leute, die Sonne und der Wind.
„Und nun feiern wir Fasching!“, riefen die Leute. „Und ihr, Sonne, Wind und Regenbogen, ihr feiert mit!“
„Einverstanden“, rief der Regenbogen. „Ich muss nur diesen Muffelkopf noch loswerden. Und er packte den griesgrämigen Kerl und schoss ihn mit einem kräftigen Schubser in die Luft.
Illustration Brummiger dunkler Mann fliegt durch die Luft hinauf zum Mond, der guckt unfrohSssst! Pfeilschnell sauste der Faschingsmuffel hoch und höher, und wenn der Mond, der sich gerade auf seinen Weg machte, nicht im Weg gestanden hätte, würde der Muffelkopf bis zum St. Nimmerleinstag durch die Lüfte zischen. So aber landete er mit einem Plumpser auf dem Mond und wunderte sich.
„Wieder ein Faschingsmuffel weniger“, grinsten die Leute. „Eigentlich sollte man all diese Meckerköpfe einfach auf den Mond schießen. Und nun wird gefeiert!“
Jetzt erst begann der Fasching in der kleinen Stadt. Der fremde Faschingsmuffel aber hockt seither auf dem Mond und wundert sich. Bei Vollmond kannst du ihn sehen. Da blickt er besonders verdrießlich zur Erde herab.

© Elke Bräunling

Buchvorstellung Fastnachtsgeschichten

Aus dem Buch: Fasching, Fastnacht, Karneval

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AUSMALBILDER

 

Ausmalbild Junge im Prinzessinkostüm und Mädchen im Vampirkostüm

 

Ausmalbild kleiner Fastnachtsritter mit trötender Trompete erschreckt einen Faschingsgeist

 

Ausmalbild fröhliche Lachgesichtermasken

Ausmalbild Mond + Mädchen im Mondkostüm

 

Illustration Brummiger dunkler Mann hockt auf dem Mond, unten wird Fasching gefeiert

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