Der Schneemann und die Sonne

Schneemänner mögen die Sonne nicht unbedingt gut leiden

„Ha! Du kriegst mich nicht!“, sagte der Schneemann, der von Tag zu Tag etwas mitgenommener aussah. Er blickte zur Sonne und wischte sich die Schweißtropfen von der Stirn. „Gleich wirst du hinter dem Berg verschwinden und die Kälte der Nacht wird meinen tropfenden Körper wieder in ein prachtvolles Eiskostüm verwandeln.“
„Mag sein“, lachte die Sonne. „Aber morgen werde ich wieder da sein.“ Mit einem letzten Strahlen verschwand sie hinter dem Berg.
Der Schneemann seufzte. Lange würde er sich den Sonnenstrahlen nicht mehr widersetzen können. Aber was tun?
„Könnte ich nur bei der Tanne im Schatten stehen“, überlegte er laut. „Dort würde mich die Sonne nicht erwischen.“
„Keine schlechte Idee“, kicherte es da.
Erstaunt blickte sich der Schneemann um und sah einen Hasen, der sehnsüchtig auf seine Mohrrübennase schielte.
„Stimmt“, sagte er. „Keine schlechte Idee. Aber wie soll ich den Weg zur Tanne finden? Ich habe keine Füße zum Laufen und zum Purzelbäume schlagen bin ich wohl doch etwas zu dick.“
Da kicherte der Hase wieder. „Wir helfen dir“, versprach er. „Gemeinsam mit meinen Hasenfreunden schieben wir dich heute Nacht zur Tanne hinüber. Einverstanden?“
„Einverstanden!“ Der Schneemann freute sich.
„Da wäre nur ein Problem“, meinte der Hase.
„Was für ein Problem?“, fragte der Schneemann bestürzt.
„Deine Nase“, sagte der Hase. „Wir sind hungrig, und ich kann nicht versprechen, ob sich meine Freunde zurückhalten können, wenn sie deine leckere Möhrennase sehen.“
Da lächelte der Schneemann. „Aber klar, ich schenke euch meine Nase als Lohn für eure Mühen. Mein Schneekleid zu erhalten ist mir wichtiger und vielleicht kommt morgen mein Kind und schenkt mir eine neue Nase.“
Da rief der Hase seine Kollegen herbei. Es dauerte nicht lange und der Schneemann stand an seinem neuen Platz neben der Tanne.
„Danke“, rief er den Hasen zu, die gerade die lange Schneemannnase genüsslich auffraßen, und er freute sich schon mächtig auf den nächsten Tag und auf das enttäuschte Gesicht der Sonne.

© Elke Bräunling

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Über Elke

Elke Bräunling, Autorin

10. Januar 2015 von Elke
Kategorien: Gutenachtgeschichten, Naturgeschichten, Tiergeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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