Der perfekte Tag

Von Lieblingssprüchen und guten oder perfekten Tagen

Schon früh am Morgen stand Opa in der Küche und kochte Kaffee. Zu früh für einen Samstag. Pia und Pit waren sauer. Nach dieser anstrengenden Schulwoche hätten sie gerne einmal länger geschlafen.
Opa grinste nur.
„Carpe Diem. Nütze den Tag!“, sagte er und deutete aus dem Fenster. „Am Himmel ist keine Wolke unterwegs und wärmer soll es auch werden. Ein perfekter Vorfrühlingstag erwartet uns. Passend, um den Garten auf Vordermann zu bringen.“
Die Geschwister stöhnten. Perfekte Tage konnten viel stressiger sein als die normalen.
„Es ist aber ziemlich kühl draußen“, warf Pia ein. „Der Schnee ist in manchen Beeten noch nicht ganz geschmolzen.“
„Genau“, stimmte Pit seiner Schwester zu. „Gut arbeiten kann man im Garten heute nicht.“
„Da irrt ihr aber!“ Opa lachte. „Aufräumen kann man. Vorbereiten und planen auch.“
Aufräumen? Vorbereiten? Das klang wirklich nach Stress. Planen aber, das konnte man auch vom Fenster aus tun und im Sitzen.
„Okay“, sagte Pia. „Planen wir zuerst! Ich habe auch schon ganz viele Ideen. Es dauert bestimmt den ganzen Tag, sie dir zu erklären.“ Sie zwinkerte ihrem Bruder zu und der verstand.
„Ich auch“, tönte er gleich. „Den ganzen Winter habe ich mir Ideen für den Garten ausgedacht und die sind alle supercool.“ Er zwinkerte zurück.
Auch Opa zwinkerte. Zu Oma hinüber.
„Fein!“, sagte er. „Dann lasst uns mit dem Frühstücken beeilen! Wenn wir dann schnell im Garten aufgeräumt und einiges vorbereitet haben, können wir den Rest des Tages euren Plänen widmen. Ach, ist es nicht wundervoll, wenn Großeltern und Enkel die gleichen Gedanken und Pläne haben?“
Das klang so begeistert, dass Pia und Pit keinen weiteren Widerspruch und auch keine neuen Tricks mehr wagten. Sie nickten nur.
Oma nickte auch.
„Du hast nur eines vergessen, mein Lieber!“, sagte sie. „Den Geburtstag deiner Cousine.“
Stimmte. Wie konnten sie den Geburtstag von Großtante Luise vergessen?
„Ein Besuch bei Tante Luise macht einen Tag auch ziemlich perfekt!“, sagte Pia schnell.
„Bei dem tollen Frühlingswetter aufs Land fahren, ist nicht schlecht“, ergänzte Pit.
„Und Luises Kuchen ist schon dreimal nicht zu verachten“, stimmte Oma, die auch keine Lust auf Gartenarbeit zu haben schien, mit ein.
Opa schwieg. Er konnte es nicht leiden, wenn seine Pläne scheiterten.
Da strich ihm Oma über die Wange und sagte:
„Morgen ist auch noch ein Tag.“
Das war nämlich ihr Lieblingsspruch und den mochten Pia und Pit viel lieber als Opas ‚Cape Diem‘.

© Elke Bräunling

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Dies ist das Lieblingszitat der © Muschelfinderin vom Blog „Mein Name ist Keki“

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

20. Februar 2017 von Elke
Kategorien: Familiengeschichten, Geschichten über Gefühle, Kindergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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