Pfannkuchentag
Pfannkuchentag
Fröhliche Essgeschichte für Groß und Klein
Besonders gut schmecken Pfannkuchen am Fastnachtsdienstag, der auch Pancakeday genannt wird
Manchmal duftet es so verführerisch, dass man gar nicht widerstehen möchte, und manchmal passt genau das nicht in den Plan.
Diese Geschichte erzählt mit Augenzwinkern vom Pfannkuchentag, von guten Vorsätzen und davon, dass morgen oft alles schon ganz anders aussieht.
Für Kinder ab etwa 5 Jahren, Familien, Grundschule und generationsübergreifendes Vorlesen.
Besonders geeignet für Fastnacht, Fastnachtsdienstag, Aschermittwoch und den Einstieg in die Fastenzeit. Mit Ausmalbild.
Pfannkuchentag
Oma Wolke von nebenan hat Pfannkuchen gebacken. Sie ist die beste Kuchenbäckerin auf der Welt und alle in der Straße freuen sich, wenn sich der Duft frischer Pfannkuchen aus dem Küchenfenster auf die Straße hinaus schleicht.
Es ist ein köstlicher, ein himmlisch köstlicher Duft. Noch mehr freuen sich die Nachbarn, wenn Oma Wolke „Hat hier jemand Appetit auf einen Pfannkuchen?“ ruft. Kaum einer, der dann nicht „Ich habe Lust“ oder „Oh wie fein, Pfannkuchen!“ oder einfach nur „Jaaa!“ ruft.
Normalerweise.
Auch heute kriechen würzige Pfannkuchendüfte durch die Straße. Sie riechen nach Vanille, Schokolade und Aprikosenmarmelade und sie locken. Lecker wie die Sünde.
Doch da ist keiner, der sich heute locken lassen möchte.
„Heute beginnt die Fastenzeit, Oma Wolke“, rufen die Kinder. „Wir dürfen nichts Süßes essen. Deine leckeren Pfannkuchen passen nicht zum Fasten.“
„Ich bin seit heute auf Diät“, murmelt Frau Pfannbier von gegenüber. „Meine jährliche Frühlingskur. Leider.“ Und mit Bedauern atmet sie noch ein paar Mal tief die süßen Kuchendüfte ein, bevor sie ihr Fenster schließt.
„Mein Magen“, jammert Herr Peters, der Nachbar von rechts. „Ich glaube, ich habe mir den Magen verdorben.“
„Ha!“, ruft Herr Maimann, der Nachbar von links, dem magenkranken Herrn Peters zu. „Von wegen Magen verdorben. Zu viel gefeiert hast du in den letzten Tagen und zu viel gegessen und getrunken. Ha!“
Aber einen Oma-Wolke-Pfannkuchen will auch Herr Maimann nicht essen. Er hat auch zu viel gefeiert.
Überhaupt scheint heute niemand Appetit oder Lust auf Pfannkuchen zu haben. Und so bleiben nur Opa Wolke und die kleine Katharina von den Meiers am Ende der Straße zum Pfannkuchenessen.
„Dein Pfannkuchen ist eine Wolke, Oma Wolke“, sagt Katharina und lacht.
Auch Oma Wolke lacht.
Und gemeinsam vertilgen sie einen Pfannkuchen nach dem anderen, bis sie nicht mehr ‚papp‘ sagen können. Der Kuchenberg ist aber immer noch groß.
„Er ist für morgen“, sagt Oma Wolke. „Morgen sieht die Welt wieder anders aus.“
Ja. Fastenzeit ist heute. Morgen würden sie wieder kommen und sie würden noch hungriger sein als sonst. Ganz gewiss.
Oma Wolke grinst. Sie kennt das schon.
© Elke Bräunling
Einen Pfannkuchentag gibt es übrigens wirklich. Es ist der Fastnachtsdienstag, der hauptsächlich in Großbritannien und Nordamerika als Pancake Day mit vielen Pfannkuchen (=pancakes) und Pfannkuchenwettessen und -wettrennen gefeiert wird. Davon hat Oma Wolke just an jenem Aschermittwochmorgen in der Zeitung gelesen und dann eine unbändig große Lust bekommen, auch einen Pfannkuchentag in der Straße zu feiern. Am Aschermittag, dem ersten Fastentag. Ist es ein Pech für Oma Wolke, dass fast alle an diesem Tag ihre Pfannkuchen ablehnen?
„Es ist alles eine Frage der Sichtweise“, pflegt Oma Wolke immer zu sagen. Und dann lacht sie wie sie immer lacht, wenn sie sich über irgendetwas köstlich amüsiert.
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Weitere Geschichten zu Fasten und Fastenzeit findest du hier:
🥕 Ab morgen wird gefastet
🌷 Frühlingszeit ist Fastenzeit
🍽️ Mama und das Fasten
👧 Johanna will auch fasten
❌ Die Fastenzeit fällt aus
🥧 Der Frühlingskuchen
🐾 Die Sache mit Kater Paul
Oma Wolkes Pfannkuchen
RezeptDu brauchst für 4 Personen:
• 150 g Dinkelmehl
• 4 Eier
• 80 ml Milch (1,5% Fett)
• 100 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
• 2 mittelgroße Kartoffeln *
• eine Handvoll gemischte frische oder tiefgekühlte Kräuter
• etwas Salz nach Geschmack
• Öl (Rapsöl/Olivenöl) oder Butter zum Ausbacken
- * Die Kartoffeln kannst du auch weglassen, doch sie sind, irgendwie, das Besondere an Oma Wolkes Pfannkuchen. Probiere es aus! 😉
Du machst:
• Vermische Mehl, Salz, Milch und Mineralwasser
• Reibe die Kartoffeln zu einer breiigen Masse und gebe sie zum Teig
• Gebe die Eier und die Kräuter in die Teigmasse
• Rühre den Teig und lasse ihn eine Viertelstunde ruhen
• Erhitze eine Pfanne und streiche sie mit etwas Öl oder Butter aus
• Gebe Teig in die Pfanne, so dass er den Pfannenboden bedeckt
• Backe den Pfannkuchen von beiden Seiten
• Genieße den ersten Pfannkuchen am besten gleich aus der Pfanne. So schmeckt er am besten
• Guten Appetit!* Dazu passt Apfelmus oder Ahornsirup oder Marmelade oder Käse oder Schinken oder Salami oder ein Gemüse aus Tomaten, Zucchini, Kidney-Bohnen
Diese Geschichte findest du in dem Buch: Omas Wintergeschichten

Taschenbuch: Omas Wintergeschichten: Wintergeschichten und Märchen für Kinder *
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AUSMALBILD





der offizielle crèpes-tag ist hier chandeleur (lichtmess) Die runden, goldenen dinger sollen die sonne und die rückkehr des lichtes symbolisieren.
bisous bretons 🙂
Dankeschön, liebes Flitzesternchen. Das ist eine sehr schöne Sitte. Sie gefällt mir besser als der von mir beschriebene Pancakebrauch.
Auch freue ich mich immer sehr, von dir zu lesen. Ich hoffe, es geht dir gut?
Lieber Gruß <3
Ele