Späte Schneeflocken und frühe Frühlingsblumen

Späte Schneeflocken und frühe Frühlingsblumen

Wintermärchen

Titel + Illustration Krokusse und Schneeglöckchen schlafen unter einer Schneedecke, Schneeflöckchen schneien auf sie herabManchmal treffen sich Winter und Frühling ganz leise. In den letzten Tagen des Winters schützen Schneeflocken die ersten Frühlingsblumen vor der Kälte.
Ein zartes Märchen über Schnee, Blumen und den Abschied vom Winter. Ideal für die Zeit zwischen Winterende und Frühlingsbeginn. Mit Ausmalbild.

 

 

 

Späte Schneeflocken und frühe Frühlingsblumen

Seit zwei Wochen hatte der Wind mit süßer, warmer Frühlingsluft die Nasen der Menschen verwöhnt. Auch die Strahlen der Sonne waren wärmer geworden und fast hätten die Menschen vergessen, dass der Winter noch nicht ‚Adieu’ gesagt hatte. Und eines Tages brauste der mit einem wilden Sturmtief wieder über das Land. Er trieb den Frühlingswind weit nach Süden und versperrte für die Sonnenstrahlen den Weg mit dicken Schneewolken.
„Juchhu!“, riefen die Schneeflocken. „Wir dürfen wieder schneien.“
„Juchhu!“, riefen auch die Kinder, als sie jubelnd den neuen Schnee begrüßten.
Illustration Krokusse und Schneeglöckchen im Schnee, Schneeflöckchen schneien auf sie herabNur die Blumenzwiebeln in der Erde freuten sich nicht. Sie hatten sich schon auf den Frühling vorbereitet und ihre Hüllen für die Pflanzentriebe geöffnet. Eis und Schnee konnten sie jetzt nicht mehr brauchen.
„Was macht ihr hier?“, knurrten sie die Schneeflocken an. „Ihr habt euch wohl in der Zeit verirrt?“
„Falsch“, wehrten sich die Schneeflocken. „Es ist Winter und Winter ist die Zeit des Schnees.“ Misstrauisch beäugten sie die ersten grünen Triebspitzen, die die Blumenzwiebeln aus dem Boden hervorlugen ließen. „Warum wollt ihr jetzt schon blühen? Wollt ihr uns Schneeflocken ins Handwerk pfuschen?“
„Wir Frühlingsblumen blühen immer früh im Jahr – und dieses Jahr treiben wir eben etwas früher ans Licht. Weil der Frühling nämlich schon ein bisschen da ist.“
„Es ist noch Winter“, riefen die Schneeflocken. „Ihr müsst noch ein wenig schlafen. Und wir decken euch nun zu.“
Zuerst wollten die Blumentriebe protestieren, doch dann fanden sie es angenehm, sich unter der leichten Spätwinterschneedecke vor dem Frost zu schützen.
Illustration Krokusse und Schneeglöckchen schlafen unter einer Schneedecke, Schneeflöckchen schneien auf sie herab„Einverstanden“, sagten sie. „Aber wenn der Frühling kommt, helft ihr uns mit euren Tautropfen, schnell zu wachsen.“
„Einverstanden“, sagten da auch die Schneeflocken und gemeinsam verbrachten sie noch ein paar schöne Schneewintertage, bis ein neuer Frühlingswind den Winter ein Stück weiter nach Norden vertrieb und die Schneedecke zum Schmelzen brachte.

© Elke Bräunling

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AUSMALBILD

Ausmalbild Krokusse und Schneeglöckchen schlafen unter einer Schneedecke, Schneeflöckchen schneien auf sie herab

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