Als der Osterhase dachte, man hätte ihn vergessen
Als der Osterhase dachte, man hätte ihn vergessen
Osterhasengeschichte für Groß und Klein
Als der Osterhase im Garten vergebens nach Nestern suchte und was wäre, wenn der Osterhase einmal glaubt, man habe ihn vergessen?
Eine warmherzige Ostergeschichte über Aufmerksamkeit, Überraschungen und die Freude, anderen eine kleine Freude zu machen.
Sie eignet sich besonders für Kinder ab etwa 5 Jahren, Vorlesestunden in der Osterzeit, Familien, Kindergarten und Grundschule, Seniorenrunden oder Generationenprojekte. Die beiden Ausmalbilder laden Kinder dazu ein, die Osterwelt selbst bunt weiterzugestalten.
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Als der Osterhase dachte, man hätte ihn vergessen
„Nanu? Wo bin ich hier? Dieser Garten ist mir fremd. Oder doch nicht? War ich im letzten Jahr auch schon hier gewesen?“
Der Osterhase blickte sich in dem großen Garten mit der Wiese und den vielen Bänken, der fast wie ein Park aussah und zu dem großen Haus mit dem Schild ‚Seniorenpark’ gehörte, um.
Er war müde. So müde, dass er an diesem Ostersonntag nur mit Mühe alle Nester, die die Kinder für ihn bereit gelegt hatten, erblicken und mit seinen Gaben füllen konnte. Aber nicht nur das: Es schien, als seien manche Gärten fremd für ihn.
„Seltsam, es ist wirklich sehr seltsam“, murmelte er. „Ich sehe kein einziges Nest, das ich füllen kann. Erwartet man mich hier denn nicht?“
Er hoppelte weiter und spähte unter Bänke, Büsche, Sträucher, hinter Baumstämme und Steine, in Blütenbüschel und Blumentröge. Nichts. Kein einziges Nest hatte man für ihn bereit gelegt. Es schien, als hätten die Menschen hier mit Ostereiern nichts am Hut. Oder hatten sie ihn vergessen?
Der Osterhase erschrak. „Habt ihr mich etwa vergessen?“, rief er. „Sagt bloß, ihr wisst nicht, dass Ostern ist und dass dieses Fest heute gefeiert werden will! Und dazu gehören die Eier und Schokoladenhäschen, die ich euch mitbringe. Hört ihr?“
Doch da war niemand, der antwortete. Wie auch? So früh am Morgen war schließlich nur einer in den Gärten unterwegs. Er!
Fast musste der Osterhase über sich selbst lachen.
„Egal!“, sagte er. „Ich muss eure Antwort nicht hören. Aber ihr werdet von mir hören, nein, ich meine, ihr werdet heute sehen, dass es mich wohl gibt. Ha! Und wie! Ihr sollt an mich und an das Fest, das nach mir benannt ist, denken. Oder ist es umgekehrt und ich werde nach dem Fest benannt? Auch egal! Heute wird gefeiert und zwar richtig.“
Und damit auch die Menschen ihn und das Osterfest nicht so schnell mehr vergessen würden, legte er viele, nein, sehr viele Eier und Schokoladenhasen überall hin auf die Wiese, unter Blüten und Sträucher, hinter Bäume und Steine, bis der ganze Garten ostereierbunt war. Schön sah das aus. Der Osterhase war zufrieden.
„So!“, sagte er. „Nie mehr werden sie mich vergessen, die Menschen, die in dem große Haus dort leben. Wetten?“
© Elke Bräunling
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