Als der Winter streikte
Als der Winter streikte
Wintermärchen
Winter und kein Schnee? Das gefällt vielen Menschen nicht
Was wäre, wenn der Winter einfach keine Lust mehr hätte? Wenn Herbst und Frühling streiten, das Wetter verrücktspielt und Kinder sehnsüchtig auf Schnee warten?
Dieses fröhliche Wintermärchen erzählt davon, warum der Winter streikt und was ihn am Ende doch zurückbringt.
Mit Kurzfassung für Erstleser, Fragerunde und Ausmalbild.
Als der Winter streikte
„Wo bleibt der Winter?“, schimpfte der Herbst. „Ich bin müde.“
„Ja, wo?”, rief der Frühling empört. „Schon wieder muss ich Haselsträucher und Schneeglöckchen blühen lassen!”
Die beiden weckten mit lautem Schimpfen den Sommer. „Lasst mich schlafen!“, gähnte der. „Zankt euch besser mit dem Winter!“
„Und wo finden wir diesen Faulenzer?“
„Im Schnee. Wo sonst?“ Der Sommer brummte noch ein bisschen, dann schlief er weiter.
„Wo liegt Schnee?“, fragte der Frühling.
„Keine Ahnung“, antwortete der Herbst.
Suchend zogen die beiden durchs Land. Dabei stifteten sie ein heilloses Durcheinander. Einmal stürmte und regnete es, ein anderes Mal brachte die Sonne warme Frühlingsluft, dann wieder überzog kalter Nebel das Land.
Die Menschen litten sehr.
„Dieses Wetter macht uns krank“, stöhnten sie. „Wo bleibt der Winter?”
„Schnee wäre toll“, riefen die Kinder.
„Den findet man nur im Gebirge“, meinte eine Dame.
Frühling und Herbst spitzten die Ohren. Im Gebirge?
Schnell jagten sie zu den schneeweißen Berggipfeln. Dort war es bitterkalt.
„Weit kann er nicht sein“, stöhnte der Frühling und blieb zitternd vor einer Höhle stehen. „Ich friere gleich fest.“
„Ha! Dann haben wir ihn“, rief der Herbst und brüllte: „Wach auf, fauler Kerl! Tu deine Pflicht! Es ist längst Winterzeit.“
„Ich streike!”, hallte es aus der Höhle heraus.
Frühling und Herbst waren entsetzt. „Spinnst du?“
„Na ja“, meinte der Winter nun doch etwas kleinlaut. „Im letzten Jahr haben alle über mich geschimpft. Wegen der Kälte. Auch stören Schnee und Eis beim Straßenverkehr. Ich mag es aber nicht leiden, wenn die Menschen meinen Schnee wegkehren und Salz streuen. Und ich hasse es, wenn die Kinder traurig ihre Schlitten wieder wegräumen. Findet ihr das okay?“
„Nein, das ist nicht in Ordnung“, sagte der Herbst.
„Du musst kämpfen!“, riet der Frühling. „Schicke so viel Eis und Schnee auf die Erde, dass keine Maschinen und kein Salz mehr helfen.“
„Gute Idee!“, stimmte der Herbst zu.
Zweifelnd sah der Winter seine Kollegen an. „Meint ihr?“
Die beiden nickten. „Denk an die Kinder! Sie warten auf dich!“
Der Winter stand auf. „Recht habt ihr. Für die Kinder werde ich so mächtig über das Land brausen, dass denen da unten Hören und Sehen vergeht.“
Das tat er dann auch und er brachte dem Land so eisiges und schneereiches Wetter, dass wieder viele Leute über diesen grausig kalten Winter stöhnten. Der aber machte sich nun nichts mehr aus dem Gestöhne.
Er sah in die fröhlichen rotbackigen Kindergesichter und lachte. Und wie er lachte! Dröhnend laut, besonders nachts, wenn er eisig und klirrekalt um die Häuser fegte.
© Elke Bräunling
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Auch hier will der Schneewinter nicht kommen:
❄️ Schneeflockengeflüster
👑 Als der Schneekönig verschlafen hatte
🛏️ Als Frau Holle Winterschlaf machte
⚡ Kristanella und das Wintergewitter
🌙 Der Schneemaler und der Mond
🐭 Die kleine Waldmaus kann nicht schlafen
🌰 Die kleine Schneeflocke und die Haselblüte
🌨️ Wolkenreise übers weiße Winterland
📖 Winterfantasie
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Kurzfassung für Erstleser
Als der Winter streikte
Der Herbst ist müde.
Der Frühling ist sauer.
Der Winter kommt einfach nicht.
„Wo ist der Winter?“, fragen sie.
Sie suchen ihn überall.
Das Wetter spielt verrückt.
Mal ist es warm. Mal regnet es.
Mal ist es kalt.
Die Menschen jammern.
Die Kinder wünschen sich Schnee.
Da hören Herbst und Frühling:
Im Gebirge liegt Schnee.
Sie laufen zu den Bergen.
Es ist eiskalt dort.
In einer Höhle finden sie den Winter.
„Ich streike!“, sagt der Winter.
Er ist traurig.
Alle haben über ihn geschimpft.
Über Kälte und Schnee.
„Denk an die Kinder!“, sagen Herbst und Frühling.
Der Winter denkt nach.
Dann steht er auf.
„Für die Kinder komme ich zurück!“, ruft er.
Und dann kommt er wirklich.
Wild und heftig.
Und er bringt viel Schnee.
Sehr viel Schnee.
Die Kinder lachen.
Der Winter lacht mit.
© Elke Bräunling
Fragerunde zum Text
🟢 Einfache Textfragen
1 Welche Jahreszeiten suchen den Winter?
2 Warum ist der Winter nicht da?
3 Wo finden Herbst und Frühling den Winter?
4 Warum ist der Winter traurig?
5 Für wen kommt der Winter am Ende zurück?
🟡 Zum Nachdenken
6 Warum beschweren sich die Menschen über den Winter?
7 Warum sind die Kinder froh, wenn der Winter kommt?
8 Findest du es gut, dass der Winter trotzdem kommt?
🔵 Kreative Fragen
9 Welche Jahreszeit magst du am liebsten? Warum?
10 Was würdest du dem Winter sagen, wenn du ihn triffst?
11 Was macht dir im Winter am meisten Spaß?
AUSMALBILD



Danke,
Wir bleiben in Verbindung.
mit freundlichen Grüssen
Jeanny Friederich-Schmit