Vier fröhliche Adventsmärchen für Kinder
Vier fröhliche Adventsmärchen für Kinder
Kindergeschichten in der märchenhaften Adventszeit
„In der Adventszeit werden Märchen lebendig: auf dem Weihnachtsmarkt, im Märchenbuch, im Bastelkörbchen – und im Herzen der Kinder.“
In der Adventszeit wird alles ein bisschen leiser und gleichzeitig bunter: Lichterketten glitzern, es duftet nach Gebäck und auf den Weihnachtsmärkten trifft man Figuren, die plötzlich ihre ganz eigenen Geschichten bekommen.
Dieses kleine Märchenquartett lädt Kinder dazu ein, in die zauberhafte Adventswelt einzutauchen: mit einem Märchen, das selbst zaubern lernen möchte, einem nachdenklichen Kastanienmann, einem sprechenden Weihnachtshasen und einem Weihnachtsmarkt, der nachts zum Leben erwacht.
Vier fröhliche Adventsmärchen zum Vorlesen in der Adventszeit mit Ausmalbildern.
Inhalt
Das Weihnachtsmärchen und die Märchenfee
Kastanienmann und Lebkuchenmann
Pips, der Weihnachtshase
Nachts auf dem Weihnachtsmarkt
Das Weihnachtsmärchen und die Märchenfee
Adventsmärchen vom ganz besonderen Märchen zur Weihnachtszeit
Einmal zur Weihnachtszeit wollte eines der vielen Märchen ein ganz besonderes Märchen sein. Ein Märchen, das die Menschen in das geheimnisvolle Weihnachtsland zu verzaubern vermochte. Lange dachte es nach. Ja, ein zauberhaftes Weihnachtsmärchen wollte es sein und nichts anderes.
Als die Tage dunkler und kürzer wurden, stahl es sich aus dem Märchenbuch, in dem es seinen Platz hatte, und machte sich auf den Weg zur Märchenfee.
„Bitte, hilf mir!“, bat es die gute Fee. „Mach aus mir ein Weihnachtszaubermärchen!“
„Das ist ein außergewöhnlicher Wunsch“, staunte die Fee.
„Stimmt“, sagte das Märchen. „Ich möchte den Menschen eine Freude bringen, die man nicht kaufen und in bunte Päckchen packen kann.“
Bittend sah es die gute Fee an. „Schau doch zur Erde hinab! Viele Menschen haben so wenig Anlass zur Freude. Ich will ihnen das Leben ein kleines bisschen heller machen.“
Die Märchenfee seufzte. „So ein Märchen gibt es nicht. Oder glaubst du an Märchen?“
Das Märchen nickte. „Ich bin doch selber eins!“
„Du bist hartnäckig. Ich werde darüber nachdenken.“
Die Märchenfee grübelte lange. Dann hatte sie eine Idee.
„Du wirst zur Weihnachtszeit im Traum zu den Menschen kommen. Ein Traumzaubermärchen wirst du sein.“
Das Märchen machte einen Freudenluftsprung.
„Ein Traumzauberweihnachtsmärchen. Wie schön!“ Es war glücklich. „Jetzt bin ich das schönste Märchen auf der Welt und alle werden mich lieb haben.“
Und so war es auch. Das Traumzauberweihnachtsmärchen wurde zum Lieblingsmärchen der Menschen. Ganz besonders der Kinder. Es war überall, auch wenn es keine Hörspiele oder Aufnahmen davon gab.
Aber es war da, in den Herzen der Menschen, und es schenkte ihnen in der Weihnachtszeit wunderschöne Träume.
Du kennst es noch nicht? Warte! Bestimmt kommt es auch noch zu dir. Du kannst es weder sehen noch hören, doch es ist da, in der Weihnachtszeit, wenn alles ganz still ist. Psst! Fühlst du es?
© Elke Bräunling
Kastanienmann und Lebkuchenmann
Lebkuchenmärchen – Eigentlich haben sie den gleichen Job, der Kastanienmann und der Lebkuchenmann
Einmal traf ein kleiner Kastanienmann auf dem Weihnachtsmarkt einen Gesellen, der ihm von der Statur her ähnelte. Aber der Bauch des Fremden war flach und er trug ein duftendes braunes, weiß verziertes Gewand. Hmm! Was für einen herrlich süßen Duft er verströmte!
„Du riechst so gut! Wer … wer bist du?“, fragte der Kastanienmann und er war ein wenig neidisch auf den duftenden Kerl.
„Das wollte ich dich gerade auch fragen“, antwortete der Fremde.
„Ich bin ein Maronimann“, sagte der kleine Kastanienmann. „Ich komme aus dem großen Wald weit weg von hier und habe mein Leben mit meinen Freunden im Wipfel eines prächtig hohen Baumes verbracht.“
„Oh!“ Der braune Fremde staunte. „Du bist also ein weit gereister Herr. Wie interessant! Aber was machst du hier? Überhaupt, was machen wir alle hier?“
Er deutete auf die vielen anderen braunen, duftenden Gesellen, die neben ihnen lagen. „Siehst du all die hier, die mir aufs Haar gleichen?“, fragte er. „Sie warten. Manchmal kommt ein Mensch und tauscht uns ein für paar Münzen … und wir anderen warten weiter. Aber worauf?“
„Es ist unsere Bestimmung, hier zu landen“, sagte der kleine Kastanienmann und seine Stimme klang fast ein bisschen stolz. „Es heißt, wir sollen den Menschen hier Freude bringen. Und eine Botschaft.“
„Eine Freude? Das verstehe ich ja. Aber eine Botschaft? Was für eine Botschaft?“, fragte der Fremde.
Der Kastanienmann zuckte mit den Schultern. „Ich hoffte, das würde man mir hier mitteilen. Ich weiß auch nicht, was eine Freude bedeuten soll.“
Der Fremde lachte. „Das frage ich mich gerade auch. Oder kann man dich essen so wie mich?“
„Essen? Du meinst damit, ein Mensch wird kommen und dich in seinen Mund stecken, zerkauen und schlucken?“ Der Kastanienmann war nun doch sehr erschrocken.
„Essen bringt den Menschen Freude und wenn dies meine Botschaft ist, so soll es gut sein.“ Der Fremde verbeugte sich. „Oh, pardon, ich vergaß mich vorzustellen: Ich bin ein Lebkuchenmann. Wir Lebkuchenmänner sind dazu da, den Menschen das Leben zu versüßen.“
„Oh!“, sagte der Kastanienmann. Dann schwieg er. Er musste nachdenken.
Schließlich sagte er leise: „Weißt du… ich glaube, ich bringe auch eine Botschaft mit.“
„Was ist deine Botschaft?“, fragte der Lebkuchenmann.
„Mich hat ein Kind gemacht,“ erklärte der Kastanienmann. „Mit kleinen Händen, mit viel Lachen und mit einer Menge Fantasie. Ich bin nicht gebacken worden, ich bin entstanden. Aus Wald, aus Herbst, aus Freude.“
Er hob den Kopf ein Stückchen höher. „Vielleicht soll ich die Menschen daran erinnern, wie schön es ist, etwas selbst zu erschaffen. Wie warm es ums Herz wird, wenn man etwas mit Liebe macht.“
Der Lebkuchenmann staunte. „Das… das ist eine wunderbare Botschaft!“, rief er.
Der Kastanienmann lächelte stolz. „Du bist die Freude für den Bauch“, sagte er. „Und ich bin die Freude für das Herz. Und beides gehört zum Weihnachtsmarkt.“
Und zum ersten Mal war er froh, dass er nicht süß duftete. Er war genau richtig so, wie er war.
© Elke Bräunling
Pips, der Weihnachtshase

Fröhliche Adventsgeschichte für Kinder – Pips, der Weihnachtshase, wartet auf dem Weihnachtsflohmarkt auf ein Kind, das ihn lieb hat
Am Rande des weihnachtsglitzerbunten Weihnachtsmarktes warten ein paar armselige Flohmarktstände mit Spielsachen, Büchern, Schallplatten, Geschirr und anderem Krimskrams auf Käufer.
Wie alle anderen Weihnachtsmarktbesucher will auch Max achtlos an den Ständen vorbeigehen. Weil seine Eltern aber vor einem Bücherstapel Halt machen, bleibt Max nichts anderes übrig, als zu warten.
Ungeduldig tritt er von einem Fuß auf den anderen. Er kann es nicht abwarten, auf den Weihnachtsmarkt zu kommen. Dort glitzert und klingt es so schön nach Weihnachten. Hier aber war echt nur tote Hose.
Max will gerade losmeckern, als er in der Spielzeugecke ein Auge aufblinken sieht. Es gehört zu einem Plüschhasen.
„Hallo!“, sagt der Hase. „Nimmst du mich mit?“
„D-du kannst sprechen?“, stammelt Max.
„Und wie!“, sagt der Hase und kuschelt sich in Max´ Arme. „Oh, wie schön! Bei dir möchte ich bleiben.“
Max seufzt. „Es ist Advent. Was soll ich denn jetzt mit einem Osterhasen?“
„Oho!“, lacht der Hase. „Wusstest du nicht, dass es auch Weihnachtshasen gibt? Zum Kuscheln und Schmusen, ach, wir Weihnachtshasen können alles sein: Glückshasen, Gute-Nacht-Hasen, Zuhörhasen, Märchenhasen, Musikhasen …“ Er nickt stolz. „Ja, ich kann sogar singen. Du kannst mir glauben, ein echter Weihnachtshase bin ich. Und nun frage ich dich, was hat ein Weihnachtshase auf einem Flohmarkttisch zu suchen? Nichts. Kinderarme braucht er, warme Kuschelkinderarme. Sag, nimmst du mich jetzt mit?“
Max zögert. Wie kann ein kleiner Hase so viel und so schnell sprechen?
„Okay“, antwortet er und drückt den Hasen an sich. „Ich werde dich Pips nennen.“
„Okay“, sagt Pips. „Und jetzt lass uns rasch gehen, bevor du es dir anders überlegst!“
Max geht zu seinen Eltern, die noch immer mit sehnsüchtigen Blicken in den alten Büchern blättern.
„Ich hätte da ein Weihnachtsgeschenk gefunden“, sagt er vorsichtig.
„Fein“, freut sich Mama. „Für wen denn?“
„Ei-eigentlich ist es für mich“, sagt Max verlegen und zieht den Hasen hinter seinem Rücken hervor. „Das ist Pips, mein Weihnachtshase.“
Mama und Papa sehen Max an. „Wie bitte? Dieser schmutzige Osterhasenzottel soll ein Weihnachtshase sein?“
„Klare Sache!“, ruft der Hase Pips schnell. „Und wenn Weihnachten vorüber ist, biete ich an, ein Faschingshase zu sein, ein Frühlingshase, ein Osterhase, ein Sommerhase, ein…“
„Halt, halt“, ruft Mama. „Sag mal, du tolles Hasentier, was tut ein Weihnachtshase eigentlich so?“
„Märchen erzählen“, antwortet Pips stolz. „Ich kenne eintausendundzwei Märchen. Vielleicht auch ein paar mehr. Es sind Weihnachtsmärchen, Wintermärchen, Gruselmärchen, Gute-Nacht-Märchen, Gute-Morgen-Märchen…“
„Schon gut“, ruft Papa. „Überredet. Du darfst mitkommen.“
„Fein“, freut sich Max. „Das ist das schönste Geschenk auf der Welt. Dann aber spürt er sein schlechtes Gewissen, weil er sich schon vor Weihnachten ein Geschenk erbettelt hat.
„Und ihr“, sagt er schnell, „könnt euch diese alten Bücher schenken. Dann habt ihr auch etwas zum Freuen.“ Er lacht. „Man soll sich in der Weihnachtszeit doch freuen, oder?“
Da müssen Mama und Papa auch lachen. Am lautesten aber lacht Pips, der Oster- -pardon – Weihnachtshase.
© Elke Bräunling
Diese Geschichte ist erschienen in dem neuen Buch:
OMAS ADVENTSGESCHICHTEN

Omas Adventsgeschichten
Advents- und Weihnachtsgeschichten für Kinder
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Nachts auf dem Weihnachtsmarkt

Fröhliches Adventsmärchen – Nachts, wenn alle schlafen, feiern die Weihnachtsfiguren ihre Feste
Zwei Weihnachtsmänner sind am späten Abend in der Marktstraße unterwegs. Zwei Weihnachtsmänner, ein großer und ein kleiner, und ein Rentier. Genau so.
Der kleine Weihnachtsmann trägt einen Sack, der große trägt nichts. Er hat die Hände in die Taschen gesteckt, schaut zufrieden durch die Nacht und pfeift ein Liedchen. Ein schwungvolles Weihnachtsliedchen.
Und das Rentier, das tänzelt im Rhythmus des Weihnachtsmann-Liedes. Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links und Wiegeschritt und gleich von vorn. Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links und Wiegeschritt und …
„Haaalt! Ich komme mit!“ Ein Weihnachtsmann, der seit Tagen schon mit Sack und Pack und Leiter an einer Hauswand hängt und so tut, als würde er gleich durchs Fenster ins Haus einsteigen, lässt sich fallen und läuft dem Trio hinterher.
„Mir hängt dieser Job hier zum Halse heraus. Wer bin ich denn? He?“ Er stolpert kurz, tänzelt und passt sich dem Rhythmus des Rentieres an. Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links und Wiegeschritt und gleich von vorn.
Ja, das macht Spaß! Und Spaß soll man haben im Leben. Auch als Weihnachtsfigur.
Sie ziehen weiter, zu viert nun. Doch das bleiben sie nicht lange. Drei Weihnachtswichtel, die vor der Bäckerei in einem Holzschlitten hocken, das Vierer-Rentiergespann vom Garagendachs des Bürgermeisters, fünf Engel vom Eingang der Stadtkirche, die Gruppe der Kurrendesänger neben der Apotheke und ein Schneemann mit einer Weihnachtsglöckchenkette schließen sich ihnen an. Und weiter geht es: Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links und Wiegeschritt und gleich von vorn.
Sie erreichen den Marktplatz mit dem Weihnachtsmarkt. Dort herrscht Ruhe. Längst sind die Lichter ausgegangen und die Akteure warten auf den nächsten Tag.
Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links und Wiegeschritt und gleich von vorn.
Tanzend und pfeifend und singend tänzeln die Weihnachtsmänner und Rentiere und Weihnachtswichtel und Kurrendesänger und Schneemänner und Weihnachtsengel über den Platz und alle, wirklich alle Weihnachtsmarktbewohner schließen sich dem Zug an. Schlafen können sie noch lange. Jetzt wird gefeiert.
Und sie feiern und tanzen und lachen und erfreuen sich ihres sonst nicht ganz so erfreulichen Daseins. Sie leben. Ganz im Rhythmus der Musik.
Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links und Wiegeschritt und gleich von vorn.
„So liebe ich dieses Weihnachten!“, ruft einer ausgelassen und alle klatschen Beifall.
Ja, so lieben sie dieses Weihnachten. So ganz ohne Menschen. So ganz frei und ausgelassen und fröhlich.
Und sie feiern und tanzen und tanzen und tanzen und … und da schlägt die Kirchturmuhr ihre vierundzwanzig Stunden. Mitternacht.
Ein Ruck geht durch die Feiernden. Eine heisere Stimme lacht kurz auf, dann wird es finster. Ruhe kehrt ein. Und blitzschnell kehrt jeder wieder an seinen Platz zurück.
Nur die zwei Weihnachtsmänner und das Rentier sind noch da. Sie nicken einander zu und machen sich auf den Weg aus der Stadt hinaus. Sie werden schon erwartet. Morgen Abend. In der nächsten Stadt. Zwei Schritte rechts, zwei Schritte links und Wiegeschritt und gleich von vorn.
© Elke Bräunling
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von Advent und Weihnachten – Sammelband

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