Als der Schneemann vor Freude lachte
Als der Schneemann vor Freude lachte
Fröhliches Schneemannmärchen
Auch Schneemänner kennen Einsamkeit.
Hoch oben auf einem Skihügel träumt ein Schneemann davon, einmal dort zu sein, wo Leben ist bei den Menschen im Dorf.
Ein nächtlicher Besuch des Mondes verändert alles und schenkt ihm ein kleines Winterwunder voller Freude, Licht und Lachen.
Mit kurzer Fassung für Erstleser, Fragerunde und Ausmalbild.
Als der Schneemann vor Freude lachte
Hoch oben auf dem Skihügels stand eines Tages ein Schneemann groß und stattlich mit einem dicken Bauch und einem kugelrunden Kopf. Mit seinen schwarzen Knopfaugen, der Möhrennase, dem breiten Mund und dem roten Schlapphut sah er freundlich aus, frech fast. Frech war auch seine Haltung: Er stand nicht wie ein normaler Schneemann aufrecht und starr im Schnee. Nein, er stützte sich auf Skistöcke, als wolle er gleich wie ein Skifahrer bergabwärts gleiten.
„Wo kommst du denn her?“, fragten die Kinder, die mit dem Ski-Schlepplift heraufkamen.
Der Schneemann grinste und schwieg.
„Schade, dass du nicht reden kannst“, meinte ein Mädchen. „Du siehst nämlich nett aus.“
Das bin ich auch, dachte der Schneemann.
„Du würdest toll vor unsere Schule passen“, sagte ein Junge.
Wieder grinste der Schneemann, und man konnte meinen, seine Mundwinkel hätten sich noch breiter verzogen.
„Er lacht wirklich“, rief das Mädchen. „Bist du ein Schneegeist?“
„Ach was! Ein blöder, langweiliger Schneemann ist er“, maulte ein Junge. „Schneemänner sind immer langweilig.“
Alle lachten und gaben dem Schneemann einen Stups, bevor sie sich mit Schwung abstießen und ins Tal hinunter fuhren.
Wehmütig sah der Schneemann ihnen hinterher. Wie gerne wäre er die Piste auch abwärts gefahren. Die Kinder hatten recht. Er war langweilig und ihm war auch langweilig. Er seufzte, und als der Mond in der Nacht des Wegs kam, blickte der Schneemann richtig griesgrämig drein.
„Was ist mit dir, mein Freund?“, fragte der Mond.
„Mir ist langweilig“, klagte der Schneemann. „Einmal möchte ich auch ins Tal hinunter. Als Schneemann will man schließlich unter die Leute.“
„Das kann ich verstehen.“ Der Mond nickte. „Auch ich fühle mich oft einsam, wenn ich alleine über den Himmel ziehe.“
„Du hast deine Sterne“, brummte der Schneemann.
Da lächelte der Mond und sandte zwei starke Lichtstrahlen zu dem grollenden Schneemann hinab. „Bitte schön! Mondskier! Eigens für gelangweilte Schneemänner erfunden.“
„Mondskier? Für mich?“ Jetzt konnte der Schneemann wieder grinsen.
„Stets zu Diensten allezeit bin ich gerne hilfsbereit“, grinste der Mond zurück. „Nun beeile dich! Ich muss weiter.“
Da hüpfte der Schneemann auf die Mondstrahlen und glitt langsam den Berg hinab bis ins Dorf hinein. Dort suchte er sich einen besonders schönen Platz auf dem Marktplatz, wo es ihm nicht langweilig werden würde.
„Danke“, rief er dem Mond hinterher, und er grinste so breit über die dicken Backen, dass sein Mund fast die Ohren erreichte.
Wie, glaubt ihr, hatte er am nächsten Tag erst gegrinst, als die Kinder auf ihrem Weg zur Schule staunend vor ihm stehen blieben und ihn anstarrten?
© Elke Bräunling
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Kurze, einfache Fassung für Erstleser
Als der Schneemann vor Freude lachte
Oben auf dem Skihügel stand ein Schneemann.
Er trug einen roten Hut.
In den Händen hielt er zwei Skistöcke.
Die Kinder fuhren mit dem Lift nach oben.
Sie sahen den Schneemann und lachten.
„Cool!“, riefen sie.
„Der Schneemann würde gut vor unsere Schule passen.“
Der Schneemann hörte das.
Er nickte leise.
Eigentlich wollte er auch ins Tal.
Hier oben war er oft allein.
In der Nacht kam der Mond.
Er leuchtete hell am Himmel.
Der Schneemann seufzte.
„Was ist los mit dir?“, fragte der Mond.
„Mir ist langweilig“, sagte der Schneemann. „Ich möchte zu den Menschen ins Dorf.“
Der Mond nickte.
„Das verstehe ich gut“, sagte er.
Dann schickte er zwei helle Lichtstrahlen hinab.
„Das sind Mondskier“, sagte der Mond. „Damit kannst du fahren.“
Der Schneemann staunte.
Er stellte sich auf die Lichtstrahlen.
Langsam rutschte er den Hügel hinunter. Bis ins Dorf.
Dort blieb er auf einem Platz stehen.
„Danke!“, rief der Schneemann.
Er lachte laut.
Am nächsten Morgen kamen die Kinder.
Sie entdeckten den Schneemann im Dorf.
Und sie lachten auch.
© Elke Bräunling
Fragerunde für Erstleser
🔹 Fragen zum Text
1 Wo stand der Schneemann am Anfang?
2 Was trug der Schneemann auf dem Kopf?
3 Warum war der Schneemann traurig?
4 Wer sprach in der Nacht mit dem Schneemann?
5 Was schenkte der Mond dem Schneemann?
6 Wohin fuhr der Schneemann am Ende?
🔹 Denk- und Gesprächsfragen
1 Wärst du auch gern mit dem Schneemann ins Dorf gefahren?
2 Findest du es schön, wenn jemand hilft?
3 Hast du dich schon einmal allein gefühlt?
4 Wer hilft dir, wenn du traurig bist?
🔹 Kleine Zusatzidee
👉 Male den Schneemann im Dorf.
👉 Oder: Überlege dir einen Namen für den Schneemann.
Diese Geschichte findest du in dem Buch:

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