Archiv für Adventsgeschichte für Senioren

Der schönste Monat im Jahr


Vom festlichen Monat Dezember und seiner Zeit der Lichter

„Ich bin der Letzte!“, sagte der Dezember und betrachtete sich in der spiegelnden Oberfläche des großen Meeres. Er klatschte er in die Hände, weckte seine Monatskollegen aus ihrem Schlaf und rief: „Aufwachen! Dezemberzeit ist Partyzeit! Jeder meiner Tage wird ein Fest sein.“
Die anderen Monate sahen sich verwundert an. Was war los mit dem Dezember, diesem besonnenen und weisen Kollegen?
„Es ist die Zeit des Winterschlafs. Die Natur hat sich zur Ruhe begeben, die Tiere schlafen und die Tage sind kurz“, sagte der Juni.
„Kurz und dunkel“, bestätigte der März. „Und …“
„Genau“, unterbrach ihn der Dezember. „Es ist dunkel bei den Menschen. Sie sind müde und gestresst. Höchste Zeit, die Lichter anzuzünden. Ich bin der Monat des Lichts und der festlichen Feste und der Lieblingsmonat der Kinder.“
„Falsch!“, warf der Februar ein. „Der Lichtmonat, der bin ich.“
„Mein Licht ist anders.“ Der Dezember lächelte. „Es ist ein kleines Licht, ein leises, feierliches. Ein geheimnisvolles. Und dieses warme Licht bringe ich nun zu den Menschen. Der Advent beginnt und mit ihm die Zeit der funkelnden Kerzen.“
Sprach’s und zog los. Mit kundigen Schritten zog der Dezember von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus, und überall lag plötzlich eine leise, feine, liebevolle und freudige Stimmung in der Luft. Wenn man ganz still war, konnte man es auch hören. Ein Singen, das durchs Land erklang: Dezember ist da, die schöne Zeit im Jahr mit hellem Licht und Kerzenschein, mit süßen Düften und Heimlichkeiten, mit Nikolausfreuden, Lichtfesten, Winteranfang und ersten Schneeflocken, dem Weihnachtsfest und seinen Feiertagen und mit dem letzten Tag im Jahr.
Und die Menschen? Die liebten den Dezember. Und der liebte die Menschen. Und ein kleines bisschen auch sich selbst.
„Ich bin der Beste … und der schönste“, murmelte er und schielte zu seinen Kollegen hinauf.
„Und der Letzte …“, griente der Januar, der sich schon die Hände rieb.
Doch das überhörte der Dezember, und das war auch gut so.

© Elke Bräunling

Die lange Fassung dieser Geschichte findest du hier: Vom festlichen Monat Dezember

15. Dezember 2017 von Elke
Kategorien: Adventskalender, Geschichten für Demenzkranke, Geschichten für Kinder, Geschichten für Senioren, Kindergeschichten, Weihnachtsgeschichten | Schlagwörter: , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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