Archiv für Feenmärchen

Leonas Frühlingstraum

Ein kleiner Traumbesuch mit Krähe Karla bei der Frühlingsfee

Wenn Leona an ihrem Schreibtisch saß, hatte sie einen guten Blick auf den Kirschbaum hinten im Garten. Immer wieder wanderten ihre Augen dorthin, besonders wenn sie keine Lust zum Arbeiten hatte.
So auch heute. Längst waren die Hausaufgaben vergessen und Leona hockte wie durch einen geheimen Zauber verhext unter dem Baum im weichen Gras. Sie lehnte ihre Rücken an den Baum und wartete auf ihre Freundin, die Krähe Karla.
Nur wenig später krächzte die ihr von ihrem Platz im Baum fröhlich zu.
„Hallihallo, wie geht es dir?“, erkundigte sie sich. „Also, mir geht es gut, was ja auch kein Wunder ist bei dieser feinen Frühlingssonne. Wir sollten sie feiern! Sag, wollen wir beide etwas unternehmen? Hast du Lust auf einen Ausflug?“
„Immer, das weißt du doch!“ Auf Karla war Verlass und das liebte Leona so sehr an ihr. Sie war immer fröhlich und sagte niemals Sätze wie ‚Wasch deine Hände!‘, ‚Zappele nicht herum!‘, ‚Mach deine Hausaufgaben!’ Sie war ja auch eine Krähe, eine Zauberkrähe, und sie war immer zur Stelle, wenn Leona Stress hatte oder einfach nur oder Lust zum Träumen. Heute wollte sie träumen.
„Lass uns die Frühlingsfee besuchen!“, bat sie.
„Zur Frühlingsfee möchtest du reisen? Kein Problem!! Augen zu und los geht’s!“, krähte Karla vergnügt.
Leona schloss die Augen und schon flog sie neben der Zauberkrähe durch die Luft. Hui, war das aufregend!
„Hui!“, rief sie. „Wie ist es schön, zur Frühlingsfee zu gehn. Hui!!!“
Weit ging der Flug und weiter, und plötzlich duftete es süß. Kuchenbäckersüß.
Leona schnupperte, das Wasser lief ihr im Mund zusammen.
„Backt die Frühlingsfee Kuchen?“, rief sie. „Vielleicht erwartet sie uns zur Teestunde?“
Karla kicherte. „Das wirst du schon sehen!“
Über einer Löwenzahnwiese machten sie Halt. Dort hatte jemand unter einem blühenden Apfelbaum ein Tischtuch ausgebreitet mit zwei Torten, drei Kuchen und einem Teller voller Muffins und Schaumküsschen. Toll sah das aus!
„Toll!“, rief Leona. „Ist das der Wiesentisch der Frühlingsfee?“
„Lass dich überraschen!“
Langsam ließen sie sich abwärts gleiten.
„Willkommen!“, rief ihnen da eine Stimme entgegen. Es war die Stimme der Frühlingsfee. „Ich habe euch schon erwartet!“
Und dann stand sie vor ihnen in ihrem duftig bunten Kleid und dem Löwenzahnblütenkranz im Haar. Ihre Augen strahlten und ihr Haar schimmerte hell mit vielen lustigen Goldpünktchen, die sich in der Frühlingssonne spiegelten.
„Was bist du doch für ein fleißiges Kind!“, sagte sie zu Leona. „Aber willst du nicht mal eine kleine Pause machen?“
Woher wusste die Fee, dass sie Hausaufgaben machen sollte? Leona blinzelte.
„Schau mal aus dem Fenster! Ich habe uns im Garten eine kleine Überraschung vorbereitet.“
Mama war es, die vor ihr stand, und nicht die Frühlingsfee. Sie deutete aus dem Fenster.
Und was sah Leona dort unten auf der Wiese unter dem Kirschbaum? Eine Picknickdecke mit roten Tellern, Tassen und mit Kuchen.
Leona blinzelte wieder. Es war wie in ihrem Traum. Nur die Krähe Karla und die Frühlingsfee fehlten. Aber hörte sie da nicht gerade ein Kichern beim Gartenzaun?

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

13. April 2018 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Geschichten für Kinder, Kindergeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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