Das kleine schwarze Kätzchen

Das kleine schwarze Kätzchen

„Manchmal braucht es nur ein kleines Streicheln, damit ein ganzes Herz zu schnurren beginnt.“

Katzengeschichte für Groß und Klein – Fremd fühlt sich das kleine schwarze Kätzchen unter seinen weißen Katzengeschwistern

TitelbildIllustration: "Das kleine schwarze Kätzchen" - Katzenkorb voller weißer Katzen und ein schwarzes KätzchenWenn man sich anders fühlt …
Diese Katzengeschichte erzählt feinfühlig vom Außenseitersein, von der Sehnsucht nach Zuneigung – und davon, wie ein einziger liebevoller Blick alles verändern kann. Für Kinder (und Erwachsene), die lernen wollen, dass Anderssein etwas Besonderes sein kann. Mit Ausmalbild.

 

 

 

Das kleine schwarze Kätzchen

Salome, die vornehme Katzendame, hat Junge bekommen: vier weiße Katzenbabys, ein hellgrau-gestreiftes und ein pechschwarzes.
Sie ist stolz auf ihre Kinder, wenn sie es auch nicht begreifen kann, wie sie zu diesem kleinen schwarzen Sonderling kommt. Seltsam, denkt sie. Mein Gatte ist hellgrau, ich bin weiß – wieso ist dieses Katzenkind so pechschmutzigschwarz?
So recht kann sich Salome mit diesem Katerkind nicht anfreunden, und beim Füttern sorgt sie immer dafür, dass zuerst die anderen Kätzchen satt werden.
Klar, auch die Katzenbabys sind bald nach ihrer Geburt nicht mehr blind. ”Du gehörst nicht zu uns”, sagen sie zu dem schwarzen Katerchen, und keines mag mit dem Außenseiter spielen, schmusen oder raufen.
Illustration: Geschichte "Das kleine schwarze Kätzchen" - Katzenkorb voller weißer Katzen und ein schwarzes KätzchenDas schwarze Katerkind versteht das alles nicht, aber um nicht aufzufallen, duckt es sich und macht sich klitzeklein. Vielleicht sehen sie mich und meine hässliche schwarze Farbe dann nicht, denkt es. Mich mag ja sowieso keiner leiden. Sehr traurig ist das kleine Katerkind.
Eines Tages kommen Leute. Papa, Mama und ein kleines Mädchen. Sie möchten sich ein Kätzchen aussuchen, das sie mit nach Hause nehmen und lieb haben können.
Mich hat bestimmt niemand lieb, denkt das schwarze Katerchen, das in seinem kurzen Leben noch nicht erfahren hat, was Liebhaben bedeutet. Noch tiefer duckt es sich in der hinteren Korbecke, damit die Fremden seinetwegen nicht erschreckten.
Drei Augenpaare schauen nun in den Katzenkorb.
”Oh, sind die süß!”, ruft das Mädchen und streichelt die weißen Katzenbabys.
Doch was ist das? Plötzlich spürt das schwarze Katerchen auch ein Kribbeln auf seinem Fell. Hm! Wie schön dieses Streicheln doch ist! Das Katerchen schnurrt behaglich und vergisst, sich zu ducken und zu verstecken.
Illustration: Geschichte "Das kleine schwarze Kätzchen" - Mädchen hält ein schwarzes Kätzchen im Arm, hinter sitzen weißer Katzen”Das will ich haben!”, ruft das Mädchen, und ehe sich das schwarze Katerkind versieht, sitzt es schon in den warmen Armen des Mädchens. ”Schon immer habe ich mir ein schwarzes Kätzchen gewünscht. Die schwarzen sind nämlich die schönsten.” Es drückt ein Küsschen auf des Katers Köpfchen und sagt: ”Ich werde dich Momo nennen. Dieser Name passt gut zu dir.”
Momo? Ja, das ist ein schöner Name. Das Katerchen freut sich.
Momo?, wundert sich Katzenmama Salome. Mir scheint, als wäre mir mit diesem Momokind etwas ganz Besonderes gelungen. Wo es den Menschen doch so sehr gefällt!?
Stolz blickt sie ihr Söhnchen an. Auch die Katzengeschwister starren auf ihr Brüderchen, das in den Armen des Mädchens kuschelt. Sie sind ein bisschen beleidigt. Weiß ist doch viel schöner als schwarz, denken sie. Oder doch nicht?

© Elke Bräunling

 

AUSMALBILD

Ausmalbild: Geschichte "Das kleine schwarze Kätzchen" - Mädchen vor Katzenkorb voller weißer Katzen, das schwarze hält es in den Händen

 

Pinterestpin Text zur Geschichte "Das kleine schwarze Kätzchen"

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