Der Schulaufsatz

Ein Aufsatz über Tennis schreiben? Das fällt schwer

Manuel schreibt einen Aufsatz. Über Tennis.
Tennis? Aber hallo! Von Tennis hat er doch Null Ahnung und irgendwie hat er mit diesem Sport auch nichts am Hut. Wie langweilig ist es doch, mit einem Schläger auf einem roten Sandplatz zu stehen und den Ball übers Netz zu hauen. Todlangweilig und überhaupt nicht cool. Und noch doofer ist es, sich ein Tennisspiel im Fernseher anzusehen. Hey, wo bleibt da die action? Nein, Tennis will Manuel nicht lernen und das hat er so auch genau seinen Eltern gesagt, damals, als sie ihn zu einem Kurs im Tennisclub anmelden wollten. Er doch nicht! Nein! Er … nicht. Und Punkt.
Und nun soll er diesen Aufsatz schreiben. Hundertzwanzig Worte. Ausgerechnet über Tennis. Gähn. Heul. Jaul.
Und genau so tippt er es nun auch in sein Schreibtableau.
„Ich solle einen Aufsatz über Tennis schreiben. Hundertzwanzig Worte! Wie ätzend ist das denn? Gähn. Heul. Jaul. Ausgerechnet Tennis aber auch!“
Er überlegt und zählt schon mal die Worte. Einundzwanzig. Das wäre ein Sechstel und er muss nun nur noch fünf Sechstel schreiben. Stöhn. Ächz. Was die anderen da wohl so schreiben? Aber das bringt ja auch nichts. Da muss er nun durch.
Es wäre ja ganz easy, Mama oder Papa zu fragen. Die verbringen viel Zeit auf dem Tennisplatz. Aber nein, er ist ja nicht doof. „Siehst du! Es ist doch ein Fehler, nicht in den Tenniskurs zu gehen“, würde Mama gleich sagen. Und Papa würde grinsen und „So’n Pech, dass du keinen Aufsatz über Fußball schreiben darfst“ sagen.
Manuel seufzt. Ja, das ist wirklich ein Pech. Im Fußball kennt er sich nämlich aus. Ist ja auch etwas anderes als Tennis mit viel mehr power und überhaupt.
„Schade, dass ich keinen Aufsatz über Fußball schreiben darf. Das Thema würde mir viel mehr Spaß machen, weil es mir auch viel mehr Spaß macht, auf den Fußballplatz zu gehen und dort meine Freunde zu treffen und zu kicken. Manchmal spielen wir auch richtige Turniere und da ist dann mega ‚was los. Anders als auf dem Tennisplatz, wo man immer nur einen Ball mit einem Schläger über ein Netz klopfen muss und sonst nur dumm rumsteht. Außerdem ist es auch viel cooler, sich ein Fußballspiel im Fernseher anzugucken. Da schläft man nicht gleich ein wie bei Tennisturnieren. Echt jetzt.“
Echt jetzt. Manuel stoppt. Viel hat er nun geschrieben. Ob die Worte schon ausreichen? Er zählt wieder. Neunundneunzig Worte! Wow! Was für ein Coup! Mit den einundzwanzig Worten von vorhin ergibt das nun genau hundertzwanzig Worte. Er hat es geschafft.
Manuel atmet auf.
„Fertig!“, freut er sich. „War doch megaeinfach, dieser Aufsatz, oder?“
Oder?

© Elke Bräunling

tennisspiel-von-muschelfinderin

Auch die Muschelfinderin spielt Tennis, das heißt, sie lässt Tennis spielen. Sind sie nicht sehr niedlich, die Tennisbiber?
© Muschelfinderin vom Blog „Mein Name ist Keki“

Über Elke

Elke Bräunling, Autorin

23. Februar 2017 von Elke
Kategorien: Geschichten über Gefühle, Kindergeschichten, Schulgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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