Hexennacht

 

Hexennacht

Gedicht zur Walpurgisnacht

Heut tanzen sie wieder
um Mitternacht
hoch am Berge
den schaurigen Tanz.

Heut fliegen sie wieder
mit finstrer Macht,
sind übel am Werke,
vergessen sich ganz.

Heut dürfen sie wieder,
nur heute Nacht:
Durch Lüfte reiten,
fluchen und streiten,
kichern und necken,
spuken, erschrecken,
heulen und lachen
und Gruselkram machen.

Ja, heute Nacht
geht’s gruselgrausgespenstischhexenzaubergeisterhaft zu.
Doch ab morgen
ist für ein Jahr
wieder Ruh.

© Elke Bräunling

Ein weiteres Gedicht zur Hexennacht findest du hier: Walpurgisnacht

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

27. April 2017 von Elke
Kategorien: Auf dem Land, Frühlingsgeschichten, Kindergedichte, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Dabei sind und waren doch Hexen eigentlich die Grenzgängerinnen und Zaunreiterinnen (Hagusa) mit ihrem Draht zur Seite des Nichtsichtbaren, sie hatten und haben Zugang zum alten Heilwissen und damit eigentlich gar nicht finsteres an sich. Nur dass sie halt nicht ins Muster passen und das war und ist manchen zuweilen unheimlich.
    Die finstere Mächte praktizieren, so denke ich, jene, die die Hexen verbrannten und so ihrem Machthunger mit der Erfüllung klerikaler Dogmen nachkamen.
    Dies einfach als Gegengewicht zum obigen Gedicht, um das Hexenbild zu komplettieren.

  2. Da bin ich ganz deiner Meinung. Allerdings glaube ich, dass nur sehr wenige Menschen die weisen Frauen mit den Walpurgishexen in Verbindung bringen. Sie sehen in ihnen ein Märchensymbol, ein Anlass zum Feiern, wie in dieser Nacht schon seit dem frühen MA gefeiert wurde – ähnlich wie bei der Fastnachtshexe. Beide Feste, Fastnacht wie Walpurgisnacht, haben etwas mit dem Frühling und dem Gefühl, sich aus der Kälte und dem Dunkel des Winters zu befreien. Die Hexe ist, scheint mir, hier nur so etwas wie ein Aufhänger. Meine ich jedenfalls.

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