Frieden klingt wie Musik
Frieden klingt wie Musik
Fröhliche Kindergeschichte vom Frieden
Frieden beginnt oft ganz leise im Kleinen mit einem Lächeln, einem Lied oder einem fröhlichen Tanz auf der Straße.
Diese Kindergeschichte erzählt davon, wie Musik, gute Laune und Offenheit Menschen verbinden können und wie selbst ein grauer Morgen heller wird, wenn jemand den ersten Schritt macht.
Für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, für den Einsatz in Schule, Religions- oder Ethikunterricht, für Gespräche über Frieden, Gemeinschaft und Zusammenhalt – und für fröhliche Vorlesemomente.
Mit Erstleserfassung, Fragerunde und Ausmalbild.
Frieden klingt wie Musik
Laut ging es zu auf der Straße. Wie oft am Morgen schlief die gute Laune noch und die Menschen taten das, was sie seit einiger Zeit am liebsten taten. Sie zeigten einander ihre Unzufriedenheit und stritten miteinander. Gründe dazu gab es genug, wie sie fanden. Oder sollte man sich etwa alles gefallen lassen?
Einer aber hatte mit dieser Streiterei nichts am Hut. Es war der kleine Herr Fröhlich.
„Seid nett zueinander! Ohne Frieden ist der Tag ein trauriger Tag“, sagte er. „Der Frieden bemalt die Welt mit bunten Farben und er klingt wie Musik.“
Er setzte die Kopfhörer auf, drehte die Lautstärke in seinem Smartphone hoch, machte ein paar Wiegeschritte und tänzelte singend los ins Büro.
„Wie kann er nur so gut gelaunt sein?“, fragte Frau Sorge ihre Nachbarin Alma, bei der sie sich gerade wieder einmal wegen Kater Franz beschwerte.
„Nomen erst Omen *“, brummte die wie immer schlecht gelaunt. „Der spielt uns seinen Frieden doch nur vor! Als ob es nicht genug Ärgernisse überall gäbe!“
„Ach so!“, meinte Frau Sorge, die sich gerne beklagte. „Es hätte mich auch gewundert, wenn seine Fröhlichkeit echt wäre. Man sollte sich beschweren.“
„Der Onkel Fröhlich ist toll!“, rief da ihre kleine Tochter Annie. Sie riss sich von ihrer Hand los und rannte dem tänzelnden kleinen Mann hinterher.
„Warte, Herr Fröhlich!“, rief sie. „Ich möchte auch so schön tanzen wie du. Und singen möchte ich und lachen … ja lachen, das besonders!“
Der kleine Herr Fröhlich hörte sie nicht, denn er hatte ja die Kopfhörer auf den Ohren. Deshalb wunderte er sich, als sich plötzlich eine kleine Hand in die seine schob. Dann aber freute er sich so sehr, dass er einen lauten, fröhlichen Jodler ausstieß.
„Ta-d-da-holididiriöööö!“
Dreimal und sehr laut. Und die kleine Annie jodelte tapfer mit. Nicht ganz so laut, aber in ganz anderen, höheren Tönen.
„Ta-d-da-holididiröööö!“
„Cool! Da mache ich mit!“, rief der Schuljunge Willi. „Ist besser als diese doofe Angst vor der Mathearbeit, die im Bauch grummelt!“ Und ehe seine Mutter etwas sagen konnte, sauste er hinaus auf die Straße.
Die drei jodelten und hüpften und lachten so ausgelassen und fröhlich, dass die Leute ihre Köpfe zum Fenster heraus streckten und mitlachten. Wenn der Tag so fröhlich begann, konnte man Ärger und Kummer ja wohl mal für eine Weile vergessen.
„Ihr seid doch verrückt!“, rief Frau Sorge voller Sorge. „Er ist wie der Rattenfänger von Hameln und stiftet nur Unfrieden. Mit seinen Albernheiten bringt dieser Mensch hier alles durcheinander. Besonders die Kinder.“
„Was für ein hübscher Vergleich!“ Alma schmunzelte. „Ein bisschen mehr fröhliche Friedlichkeit würde uns allen gut stehen. Da möchte man am liebsten mitlaufen und singen und tanzen. Was meinen Sie?“
„Ta-d-da-holididiriöööö!!“, rief da Frau Sorge laut aus und schlug sogleich die Hand vor den Mund. Was war denn nur in sie gefahren, steckte diese Fröhlichkeit etwa an?
Und ehe sie weiter darüber nachgrübeln könnte, fasste sie Nachbarin Alma am Arm und schunkelte mit ihr zum Rhythmus des Liedes. Ein bisschen. Das konnte ja nicht schaden, oder?
Ta-d-da-holididiriöööö!!
* Nomen est Omen = lateinisch und heißt hier in der Geschichte, dass Herr Fröhlich so ist wie sein Name: Fröhlich nämlich
© Elke Bräunling
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🌈 Frieden klingt wie Musik
Erstleserfassung
Am Morgen ist es laut auf der Straße.
Viele Menschen sind schlecht gelaunt.
Sie streiten und schimpfen.
Da kommt Herr Fröhlich.
Er ist klein, aber sehr fröhlich.
Er sagt:
„Seid nett zueinander.
Ohne Frieden ist der Tag traurig.
Frieden klingt wie Musik.“
Dann setzt er seine Kopfhörer auf.
Er hört Musik.
Er tanzt und singt.
Fröhlich geht er los.
Die Menschen schauen ihm nach.
Frau Sorge schüttelt den Kopf.
„Der tut doch nur so fröhlich“, sagt sie.
Da läuft Annie, ein kleines Mädchen, zu Herrn Fröhlich.
„Warte!“, ruft sie. „Ich will auch tanzen und lachen!“
Herr Fröhlich hört sie nicht.
Er hat ja Kopfhörer auf.
Doch plötzlich nimmt Annie seine Hand.
Herr Fröhlich lacht laut.
Er jodelt:
„Ta-d-da-holididiriöööö!“
Annie lacht und jodelt mit.
Ein Junge namens Willi kommt dazu.
„Ich mache auch mit!“, ruft er.
Die drei tanzen, singen und lachen.
Die Menschen schauen aus den Fenstern.
Viele müssen lachen.
Sogar Frau Sorge ruft plötzlich:
„Ta-d-da-holididiriöööö!“
Sie erschrickt ein bisschen.
Aber dann lacht sie.
Und tanzt ein kleines Stück mit.
So wird der Morgen friedlich.
Ein bisschen Frieden reicht schon.
Frieden klingt wie Musik.
© Elke Bräunling
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🎶🕊️ Fragerunde für Kinder
🎧 1. Herr Fröhlich und die Musik
• Wie beginnt die Geschichte auf der Straße?
• Wie fühlt sich Herr Fröhlich am Morgen?
• Was macht er, um gute Laune zu haben?
👉 Mitdenkfrage:
Was hilft dir, fröhlich in den Tag zu starten?
😊 2. Streit oder gute Laune?
• Warum streiten die Menschen am Anfang der Geschichte?
• Wie reagieren Frau Sorge und Nachbarin Alma auf Herrn Fröhlich?
• Glaubst du, gute Laune kann ansteckend sein?
👉 Gesprächsimpuls:
Kann man auch dann freundlich bleiben, wenn andere schlecht gelaunt sind?
👧🧒 3. Die Kinder machen mit
• Warum rennt Annie zu Herrn Fröhlich?
• Was gefällt ihr an seinem Tanzen und Singen?
• Warum macht Willi plötzlich auch mit?
👉 Übertragungsfrage:
Hast du schon einmal erlebt, dass jemand Mut gemacht hat – ganz ohne Worte?
🎵 4. Frieden klingt wie Musik
• Was meint Herr Fröhlich, wenn er sagt: „Frieden klingt wie Musik“?
• Kann Frieden auch ohne Musik entstehen?
• Wie fühlt sich Frieden im Bauch an?
👉 Nachdenkfrage:
Wann hast du dich zuletzt ganz ruhig, sicher oder froh gefühlt?
🤝 5. Wenn sich etwas verändert
• Was passiert am Ende mit Frau Sorge?
• Warum beginnt sie plötzlich mitzumachen?
• Was verändert sich auf der Straße?
👉 Mitfühlfrage:
Darf man seine Meinung ändern? Warum ist das manchmal gut?
💛 Abschlussrunde
• Wer hat in der Geschichte Frieden erlebt?
• War es ein lauter oder ein leiser Frieden?
• Was kannst du tun, damit es friedlicher wird?
🌼 Kleine Mitmach-Idee
• Alle stehen im Kreis und machen eine kleine Bewegung, die sich friedlich anfühlt
(z. B. schunkeln, klatschen, summen).
• Oder: Jedes Kind beendet den Satz: „Frieden ist für mich …“
AUSMALBILD





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