Vier Kindergeschichten von den Frühlingsboten
Vier Kindergeschichten von den Frühlingsboten
Geschichten voller Frühlingssehnsucht
Diese vier Frühlingsgeschichten erzählen von Vorfreude, Sehnsucht und den ersten leisen Zeichen des Neubeginns. Kinder begegnen Mäusen, Amseln, Störchen, Ponys und sogar einem Nebelkind und entdecken: Der Frühling kommt oft ganz leise.
Für Kinder ab ca. 4 Jahren, zum Vorlesen im Kindergarten, zu Hause oder im Unterricht – besonders geeignet für die Vorfrühlingszeit im Februar und März.
Mit vier Ausmalbildern.
Inhalt
Frühlingssuche
Nebelkind sucht den Frühling
Frühlingsboten auf dem Ponyhof
Das erste kleine Frühlingsbunt
Ausmalbilder
Frühlingssuche
Frühlingsgeschichte für Groß und Klein – Ein bisschen ist der Frühling schon da
„Die Sonne scheint. Jetzt kommt der Frühling und es ist warm und ich kann wieder im Garten spielen! Juchhu!“
Das Kind öffnet die Tür und zuckt zurück. Es ist ja immer noch kalt draußen!
„Der Winter gibt noch nicht auf“, sagt Mama, aber du kannst den Frühling ein bisschen sehen. Er bereitet sich schon vor für seine Zeit.“
„Den Frühling sehen? Ohhh!“ Das Kind staunt. Es stellt sich vor, wie ein kleiner Junge mit Frühlingsblumen im Haar und hellgrün-gelb getupften Hosen im Garten steht und wartet. Schnell zieht es seine Jacke an, stülpt die Mütze über die Ohren und läuft in den Garten, um nach dem Jungen zu schauen.
„Hallo Frühling, ich komme!“, ruft es.
„Achte auf deine Füße!“, bittet Mama.
Sie denkt an die grünen Spitzen der Krokusse, die sie am Morgen gesehen hat.
Das Kind aber saust schon über die Wiese. Den Frühling will es finden. Unbedingt. Doch wie sieht der eigentlich wirklich aus? Ob er reden kann? Lachen? Singen?
„Hey, Frühling, wo steckst du?“, ruft es zu den Obstbäumen hinüber. „Komm und spiel mit mir!“
Ein winziges Mäuschen huscht über den Rasen, bleibt kurz sitzen, putzt sich die Pfötchen und wundert sich. Der Frühling ist doch schon überall zu spüren!
„Du musst still sein und schauen und lauschen“, wispert es.
Das Kind aber nimmt das Mäuschen nicht wahr.
Die kleine Maus schüttelt ihr Köpfchen. „Ich bin’s doch! Ich bin eine Botschafterin des Frühlings. Es weiß doch schließlich jeder, dass wir Mäuse erst unser Winterschlafversteck verlassen, wenn der Frühling uns ruft.“
Sie blickt zur Amsel, die auf der Hainbuchenhecke sitzt, hinauf.
„Hey, du bist auch eine Frühlingsbotschafterin. Sing dem Kind ein Lied!“
„Keine Zeit, keine Zeit!“, flötet die Amsel und hebt sich in die Luft, kehrt aber gleich wieder zurück.
„Na gut, aber nur ein kleines Lied!“
Sie hebt ihr Köpfchen gen Himmel und singt:
„Im Frühling bauen wir Amseln ein Nest, tirili, mit starken Wänden, dicht und fest, tirili. Frau Amsel legt die Eier hinein und schon bald wird Amselgeburtstag sein, tirili!“
„Fein!“ Das Mäuschen freut sich und um ein Haar hätte es in die Hände geklatscht. Doch das tun Mäuse nicht, und Frühlingsbotschafterinnen schon gar nicht. Oder doch?
„Fein!!!“, hallt sein Ruf durch den Garten und das Kind blickt auf und horcht dem hellen Stimmchen hinterher. Da sieht es die Amsel und lauscht ihrem Lied, das vom Frühling singt.
Und was tut das Kind da? Es singt mit. Was sonst?
„Im Frühling freuen wir Kinder uns sehr, tirili. Kälte und Schnee gibt es nun nicht mehr, tirili. Den Frühling lieben wir alle so sehr. Frühling, beeil dich, komm her, tirili.“
© Elke Bräunling
Suche auch du die draußen die ersten Frühlingsbotschafter. Du wirst staunen, wie viele du findest. Auch Blumen sind darunter. Die ganz besonders.
Nebelkind sucht den Frühling
Vorfrühlingswettermärchen – Mit Nebel fängt der Frühling nicht gerne an
Was ‚Frühling‘ bedeutet, wusste das kleine Nebelkind nicht, und weil es das neugierigste Nebelkind der ganzen Wolkenherde war, machte es sich heimlich auf den Weg zur Erde. Den Frühling suchen wollte es. Seine älteren Wolkengeschwister hatten ihm so viel vom Frühling, diesem seltsamen Burschen, vorgeschwärmt. Er ist bunt, sagten sie. Und milde. Und süß duftend.
„Uns“, hatte eine Nebelwolke zufrieden gesagt, „macht er arbeitslos. Zumindest so gut wie.“
Hm. Komisch klang das. Und spannend.
Sanft landete das kleine Nebelkind auf einer Wiese und legte sich sorgsam über Obstbäume, Blumenknospen und Grashalme.
„Könnt ihr mir sagen, wer der Frühling ist und wo ich ihn finde?“, wollte es fragen, doch die Wiesenbewohner kamen ihm zuvor.
„Jetzt Nebel? Oje, wie soll da der Frühling kommen?“, riefen die Grashalme, und der Wind trug ihre Stimmen weit über das Land.
„Ojeoje“, klagten die Blütenknospen. „Wie sollen wir bei Nebel je aufblühen? Hallo, Frühling, schick den Nebel weg!“
„Wir haben Hunger. Wir suchen süßen Nektar“, summten die ersten Bienen, die auf der Suche nach Blüten waren.
„Bei Nebel halten wir noch ein Weilchen Winterschlaf“, beschlossen die Obstbäume. „Wir mögen es nicht leiden, wenn unsere zarten Blüten an den Zweigen nass werden und frieren.“
„Blödes Wetter“, schimpften zwei Kinder, die auf der Wiese spielen wollten. „Im kalten Nebel macht es keinen Spaß, nach draußen zu gehen. Wann kommt endlich der Frühling?“
Das kleine Nebelkind erschrak.
Es wagte nicht mehr, sich nach dem Frühling, wer oder was das auch immer sein mochte, zu erkundigen.
„Die mögen mich nicht leiden“, murmelte es.
Schmollend zog es seine Nebelarme ein und machte sich auf den Heimweg.
Vielleicht lerne ich den Frühling ja morgen kennen oder übermorgen oder irgendwann…, dachte es und kuschelte sich zu einem langen Schläfchen an seinen Platz in der Wolkenherde.
Na, irgendwann so gegen Ende des Sommers wird es wieder aufwachen und sich erneut auf Frühlingssuche begeben. Oder was meint ihr?
© Elke Bräunling
Frühlingsboten auf dem Ponyhof

Kindergeschichte zum Frühlingsanfang – Frühling? Was ist das?, fragt Mini, das kleine Pony, das bis jetzt nur den Winter kennt. Dann sieht es ihn am Himmel, den Frühling. Er kann fliegen. Fliegen?
Dieses Jahr hat der Winter lange gedauert. Kalt ist es gewesen und ungemütlich.
Noch immer tief verschneit liegt der Ponyhof inmitten der Wiesen und Felder. Seine Bewohner aber sehnen den Frühling herbei: Maja und Mark mit ihren Eltern und allen Tieren auf dem Hof. Keiner von ihnen mag den Winter noch leiden.
Selbst die Bernhardinerhunde Möpschen und Karla, die Schnee über alles lieben, liegen in den letzten Winterwochen am liebsten nur noch vor dem Kachelofen in der Küche und warten auf den Frühling.
Auch die Ponys finden es nicht mehr so lustig, durch die nasse, kalte Winterlandschaft zu traben. Sie sehnen sich nach Sonne und Wärme und nach frischen grünen Frühlingswiesen.
Als die Sonnenstrahlen endlich die letzten Schneereste weggetaut haben, dürfen die Tiere zum ersten Mal wieder auf die Koppeln und Weiden hinaus. Am meisten freuen sich die Ponys darauf, über die Wiesen zu toben. Wie freche Raufbolde spielen sie miteinander, rasen mit den Hunden um die Wette und strecken ihre Köpfe der Sonne entgegen. Das sieht lustig aus.
Ein wenig kosten sie auch schon von den kleinen frischen Grasspitzen und den ersten Frühlingsblümchen, die zaghaft ihre Knospen geöffnet haben. Hmm. Wie schmeckt das lecker! Immer nur Heu und Hafer essen ist langweilig, finden sie.
Nur Mini, das junge Fohlen, schaut staunend in diese fremde Welt hinaus.
Ängstlich drückt es sich an die Seite seiner Mutter Millie. Es fürchtet sich vor dem Gras, vor den Blümchen, vor der Sonne, den Vögeln, den hohen Zäunen, den Bäumen.
Alles ist der kleinen Mini fremd und neu. Sie ist nämlich im Dezember zur Welt gekommen. Am ersten Weihnachtstag. Alle haben sich sehr gefreut und gesagt, Mini sei ein Weihnachtspony. Mama Millie ist sehr stolz gewesen und sehr stolz führt sie nun ihr Töchterchen auch über die Koppel.
Ganz böse guckt sie, wenn die anderen Ponys zu sehr in Minis Nähe toben. Nur Carla und Möspchen dürfen mit Mini schmusen. Die beiden Hunde haben das kleine Weihnachtspony nämlich im Winter oft im Stall besucht und es zärtlich abgeleckt. Seither sagen alle, Mini habe drei Mütter: Millie, Carla und Möpschen.
Das interessiert die schwarz-weiß gefleckten Mini im Augenblick aber nicht. Aufgeregt blickt das kleine Fohlen zu den beiden großen dunklen Vögeln mit den langen roten Beinen hinauf. Die kreisen mit breiten Schwingen über der Koppel.
Mini zittert. Wer sind diese seltsamen Fremdlinge, die in der Luft ‚laufen’ können
Noch aufgeregter wird das kleine Ponyfohlen, als nun alle Hofbewohner fröhlich lachend die Neuankömmlinge begrüßen.
„Hurra!“, ruft Mark laut. „Mama, Papa, schaut nur, die Störche sind wieder da!“
Auch Maja freut sich. Sie klatscht in die Hände und tanzt mit den laut bellenden Hunden einen Jubeltanz über den Hof.
„Jetzt ist der Frühling wirklich da“, singt sie. „Hurra! Hurra! Hurra!“
Der Frühling ist da? Aha, denkt Mini, das kleine Pony. Diese beiden großen fremden Flugtiere heißen also ‚Frühling‘. Mini ist stolz, so viel an diesem aufregenden Tag gelernt zu haben.
© Elke Bräunling
Eine kürzere Fassung gibt es als Zweiminutengeschichte in dem Buch:
Minutengeschichten – Frühling

Taschenbuch: Elkes Minutengeschichten – Frühling: 40 kurze Märchen und Geschichten für Kinder *
Ebook: Elkes Minutengeschichten – FRÜHLING *
Das erste kleine Frühlingsbunt

Umweltgeschichte – Alle freuen sich über die ersten Frühlingsblümchen
Fast ist der Frühling nun da. Überall kann man ihn riechen. Wenn man genau hinsieht, kann man ihn auch sehen. In geschützten Ecken von Gärten, Parks, Wäldern und Wiesen blühen nämlich schon die ersten frühen Frühlingsblumen. Mit zarten weißen, violetten und hellgelben Farbtupfern machen sie die Vorfrühlingswelt jeden Tag ein bisschen bunter.
„Kommt!“, sagt Janina zu Christine. „Wir suchen das erste kleine Frühlingsbunt!“
Die Mädchen kriechen durch das Loch im Zaun, der den Park mit dem Spielplatz von den dahinter liegenden Wiesen und Feldern abtrennt, und schlendern suchend über die Wiese. Einen bunten Frühlingsblumenstrauß möchten sie für ihre Mütter pflücken.
„Oh, sieh nur!“, ruft Christine und deutet auf die duftig weißen „Blütenflecken“ am Rand der Wiese. „Märzenbecher! Wie schön sie sind! Und wie süß sie duften!“
Sie springt zu den Glockenbüscheln und pflückt rasch ein ganzes Blütenpolster ratzekahl ab.
Janina zögert. Sie sehen so hübsch aus, diese duftenden weißen Blümchen unter den Büschen. Viel hübscher als abgerupft in Christines Hand.
„Magst du keine davon für deinen Strauß?“, fragt Christine.
„N-n-nachher vielleicht“, sagt Janina und geht weiter.
Am Wegrand finden die beiden Mädchen die ersten Veilchen.
„Wie sind die niedlich!“ Aufgeregt stürzt sich Christine auf die blauen Blütenpolster und fängt an zu pflücken. Ein Veilchen und noch ein Veilchen und noch eines und …
„Eigentlich“, sagt Janina schnell, „sind Veilchen viel zu klein für eine Blumenvase. Findest du nicht?“
„Hm.“ Christine schaut auf die kleinen Blümchen und überlegt.
„Stimmt“, sagt sie dann.
„Und wie ist es mit den Weidenkätzchen dort drüben?“ Sie deutet auf die Sträucher am Rand der Wiese.
„Mal sehen.“ Langsam schlendert Janina zur Wiesenböschung.
Die Weiden und Haselsträucher sind mit Blüten übersät. Bienen summen eifrig um sie herum und saugen sich am Nektar satt.
„Lasst mir auch noch ein paar Blüten übrig!“, ruft Christine und schüttelt die Bienen von den Zweigen.
„Sie haben doch Hunger nach dem langen Winter“, sagt Janina leise.
„Ach“, meint Christine und beginnt mit dem Pflücken. „Die paar Zweige, die ich für meinen Strauß brauche …“
Da geht Janina nach Hause. Sie hat keine Lust mehr, einen bunten Frühlingsblumenstrauß zu pflücken. Vielleicht, überlegt sie, male ich ein noch viel bunteres Frühlingsbild mit Krokussen, Schneeglöckchen, Narzissen, Tulpen, Schlüsselblumen und Löwenzahnblüten für Mama. Ob sie sich darüber auch freuen wird?
© Elke Bräunling
Hier erzählt dir Marc Schröder die Geschichte
💬 Welcher Frühlingsbote zeigt sich bei dir zuerst – Schneeglöckchen, Vogelgesang oder vielleicht sogar ein Storch?
🌷 Weitere Vorfrühlingsgeschichten für Kinder
🌼 Als der kleine Spatz zu früh ein Frühlingslied sang
🌼 Der kleine Bär und die Frühlingssuche
🌼 Schneeglöckchen Weißröckchen
🌼 Späte Schneeflocken und frühe Frühlingsblumen
🌼 Frühlingserwachen
🌼 Frühlingsgeflüster im Wald
🌼 Glückskäferfrühlingsglück
🌼 Die kleine Elfe und das tanzende Frühlingslicht
🌼 Geschichten rund um die Kröte
🌼 Der Himmelsschlüssel und das Licht des Frühlings
🌼 Der Frühlings(auf)wecker
🌸 Vorfrühlingsgedichte für Kinder
📜 Sechs kleine Frühlingsgedichte
📜 Frühlingsflüstern
📜 Schneeglöckchenmusik
📜 Frühlingskind und Winterkind
AUSMALBILDER






4 Gedanken zu „Vier Kindergeschichten von den Frühlingsboten“