Warum sich Narzissen und Tulpen nicht leiden mögen
Warum sich Narzissen und Tulpen nicht leiden mögen
Frühlingsblumenmärchen
Zwei, die sich gar nicht in der Blumenvase vertragen.
Zwischen Narzissen und Tulpen herrscht seit langer Zeit ein kleiner Streit. Jede von ihnen glaubt nämlich, die schönste Frühlingsblume zu sein. Ein heiteres Frühlingsblumenmärchen über Blumenstolz, Frühlingsduft und ein kleines Geheimnis aus der Blumenvase für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, Vorlesestunden im Frühling, Gespräche über Blumen und Natur und für den Unterricht rund um Frühlingsblumen.
Mit Kurzfassungen für Erstleser, Silbenschrift, Fragerunde, Traumreise, Sachtexten, Ausmalbild und Hörfassung.
Inhalt
Warum sich Narzissen und Tulpen nicht leiden mögen
Erstleserfassung
Silbenschrift
Kurzfassung für Kindergarten
Kleine Traumreise: Im Frühlingsgarten
Fragerunde zur Geschichte
Mitmachideen zur Geschichte
Wusstest du schon?
Erweiterter Sachtext zur Geschichte: Ein Streit ohne Gewinner
Erweiterter Sachtext: Narzissen und Tulpen in der Vase
Die bekanntesten Frühlingsblumen im Vergleich
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Warum sich Narzissen und Tulpen nicht leiden mögen
Der Streit ist uralt zwischen den Narzissen und Tulpen.
„Ich! Ich bin die Königin der Frühlingsblumen!“, sagte die Tulpe.
„Das glaubst auch nur du“, erwiderte die Narzisse. „Mich mögen die Menschen besser leiden.“
„Warum sollten sie?“ Die Tulpe reckte sich gelangweilt ein wenig der Sonne entgegen.
„Wir öffnen unsere Blüten früher als ihr“, triumphierte die Narzisse. „Und mit unseren gelben Blüten, die kleinen Glocken ähneln, erfreuen wir alle Menschenherzen.“
„Es gibt auch frühe Tulpenkollegen“, gähnte die Tulpe. „Und was die Farbe eurer Blüten betrifft, ha, an eurer Stelle würde ich darüber lieber schweigen.“
„Gelb ist die Farbe der Sonne. Außerdem gibt es dunkelgelbe, blassgelbe und weiße Narzissen.“
„Und es gibt rote, gelbe, weiße, blaue, rosa- und lilafarbene, ja, sogar schwarze Tulpen“, lachte die Tulpe. „Beim Farbenwettstreit ziehst du mit deinen Kollegen den Kürzeren, meine liebe Narzisse.“
„Man nennt uns aber Osterglocken. Weil wir die Osterzeit einläuten“, sagen die Leute.
„Uns findest du zur Osterzeit ebenso wie im Mai, dem schönsten aller Blumenmonate, in dem ihr längst vergessen seid.
„Damit seid ihr doch nur eine unter vielen, Tulpe!“ Die Narzisse hob ihren Glöckchenkopf. „Und schnupper mal! So lieblich süß nach Frühling duftet ihr Tulpen nicht.“
„Phh! Was ist schon Duft? Ihr braucht ihn, um die Bienen anzulocken. Das …“ Die Tulpe nickte zufrieden. „Das haben wir nicht nötig.“
Die Narzisse verlor die Lust an dem Gespräch mit der hochnäsigen Tulpe.
„Irgendwie“, meinte sie, „kann ich dich und deine Kollegen nicht leiden.“
„Ganz meine Rede“, näselte die Tulpe. „Wir passen nicht zueinander und sollten uns aus dem Weg gehen.“
Das tun sie auch, die Narzissen und die Tulpen. Seit vielen Jahren schon – und wenn man sie aus Versehen doch einmal zusammen in eine Blumenvase steckt, merkt man schnell, wie wenig sich die beiden leiden mögen. Sie halten es nämlich nicht lange miteinander aus – und welken rasch dahin. Daher aufgepasst! Ein Versuch, beide Blumenarten miteinander zu versöhnen, bringt keinem Freude, weder der Narzisse noch der Tulpe noch dem Strauß in der Vase.
© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl
Hier erzählt dir Marc Schröder diese Geschichte. Hab Spaß damit!
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🌸 Die Elfe im Frühlingsgarten
🌷 Frühlingserwachen
❄️ Schneeglöckchenmusik
💜 Das Veilchen und die Freude
🍀 Kleine Schwester des Glücks
🌼 Der Himmelsschlüssel und das Licht des Frühlings
🌻 Die gelbe Frühlingsblütenzeit
🌿 Frühlingsweide
🌼 Hilfe für die Narzissen
🌬️ Die Reise von Leo, dem Löwenzahnsamen
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Erstleserfassung
Warum sich Narzissen und Tulpen nicht leiden mögen
Kurzfassung für Erstleser
Die Narzisse und die Tulpe standen nebeneinander im Garten.
Die Sonne schien warm vom Himmel.
„Ich bin die schönste Frühlingsblume!“, sagte die Tulpe stolz.
„Das stimmt nicht“, antwortete die Narzisse. „Ich blühe viel früher als du. Und ich duftet so schön.“
Die Tulpe schüttelte leicht ihren Kopf.
„Aber ich habe viele Farben. Rot, Gelb, Rosa, Weiß … und noch mehr!“
Die Narzisse hob ihr Blütenköpfchen.
„Gelb ist die Farbe der Sonne! Und die Menschen nennen mich Osterglocke.“
„Mich mögen sie auch“, sagte die Tulpe. „Und ich blühe sogar noch im Mai.“
Die beiden Blumen schwiegen einen Moment.
Dann sagte die Narzisse leise:
„Ich glaube, wir mögen uns einfach nicht.“
Die Tulpe nickte.
„Ja. Wir sind zu verschieden.“
Seitdem wachsen sie lieber mit ein bisschen Abstand.
Denn jede Blume ist auf ihre eigene Weise schön.
© Elke Bräunling
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Silbenschrift
🌷Warum sich Narzissen und Tulpen nicht leiden mögen
Die Nar-zis-se und die Tul-pe stan-den ne-ben-ei-nan-der im Gar-ten.
Die Son-ne schien warm vom Him-mel.
„Ich bin die schön-ste Früh-lings-blu-me!“, sag-te die Tul-pe stolz.
„Das stimmt nicht“, ant-wor-te-te die Nar-zis-se.
„Ich blü-he viel frü-her als du. Und ich duf-te so schön.“
Die Tul-pe schüt-tel-te leicht ih-ren Kopf.
„A-ber ich ha-be vie-le Far-ben. Rot, Gelb, Ro-sa, Weiß … und noch mehr!“
Die Nar-zis-se hob ihr Blü-ten-köpf-chen.
„Gelb ist die Far-be der Son-ne! Und die Men-schen nen-nen mich Os-ter-glo-cke.“
„Mich mö-gen sie auch“, sag-te die Tul-pe.
„Und ich blü-he so-gar noch im Mai.“
Die bei-den Blu-men schwie-gen ei-nen Mo-ment.
Dann sag-te die Nar-zis-se lei-se:
„Ich glau-be, wir mö-gen uns ein-fach nicht.“
Die Tul-pe nick-te.
„Ja. Wir sind zu ver-schie-den.“
Seit-dem wach-sen sie lie-ber mit ein biss-chen Ab-stand.
Denn je-de Blu-me ist auf ih-re ei-ge-ne Wei-se schön.
© Elke Bräunling
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Kurzfassung für Kindergarten
Warum sich Narzissen und Tulpen nicht leiden mögen
Die Narzisse und die Tulpe stritten sich.
„Ich bin die schönste Frühlingsblume!“, sagte die Tulpe.
„Nein, ich!“, rief die Narzisse. „Ich blühe früher und duftet besser!“
Die Tulpe lachte. „Aber ich habe viel mehr Farben!“
So stritten sie hin und her.
Am Ende sagte die Narzisse leise:
„Ich glaube, wir mögen uns einfach nicht.“
„Stimmt“, meinte die Tulpe. „Wir passen nicht zusammen.“
Und seitdem wachsen sie lieber ein bisschen getrennt.
Denn manchmal ist es besser, wenn jeder seinen eigenen Platz hat.
© Elke Bräunling
Kleine Traumreise: Im Frühlingsgarten
Fantasiereise
Schließe für einen Moment die Augen.
Stell dir vor, du gehst einen schmalen Weg entlang.
Die Luft ist frisch und ein wenig kühl.
Es ist Frühling.
Links und rechts wachsen Blumen.
Gelbe Narzissen wie kleine Sonnenlichter.
Bunte Tulpen, die sich leise im Wind wiegen.
Du bleibst stehen.
Du schaust die Blumen an.
Die Narzissen stehen ein Stück für sich.
Die Tulpen auch.
Und doch gehört alles zusammen.
Der ganze Garten.
Du gehst ein paar Schritte weiter.
Eine Biene summt vorbei.
Ein leichter Wind streicht über dein Gesicht.
Du merkst:
Nicht alles muss nebeneinander stehen.
Nicht alles passt zusammen.
Und das ist in Ordnung.
Jede Blume hat ihren Platz.
Jede darf so sein, wie sie ist.
Und auch du darfst das.
Du atmest tief ein.
Und langsam wieder aus.
Der Garten wird still.
Ganz ruhig.
Und irgendwo zwischen den Blumen
liegt ein leiser Frieden.
© Elke Bräunling
Fragerunde zur Geschichte
🌼 Zum Verstehen der Geschichte
• Warum streiten sich die Narzisse und die Tulpe?
• Was ist der Narzisse besonders wichtig?
• Womit prahlt die Tulpe?
• Wie sprechen die beiden miteinander – freundlich oder eher spitz?
• Wann merkt man, dass der Streit keinen Sinn mehr hat?
🌼 Zum Nachdenken (Werte & Gefühle)
• Kennst du solche Streitgespräche auch unter Menschen?
• Warum möchten viele „die Besten“ sein?
• Wie fühlt es sich an, wenn jemand sagt: „Ich bin besser als du“?
• Muss man immer vergleichen?
• Kann man unterschiedlich sein und trotzdem gut miteinander auskommen?
• Wann ist es besser, Abstand zu halten?
🌼 Über Unterschiede und Vielfalt
• Was ist schöner: viele Farben oder ein guter Duft?
• Kann man Schönheit vergleichen?
• Welche Blume magst du – und warum?
• Was macht Dinge besonders – Aussehen, Duft, Zeit oder etwas anderes?
🌼 Natur & Frühling
• Welche Frühlingsblumen kennst du noch?
• Welche blühen früh, welche später?
• Hast du schon einmal Narzissen oder Tulpen gesehen?
• Wo wachsen sie – im Garten, im Park oder auf der Wiese?
🌼 Für Gespräche mit Senioren
• Welche Frühlingsblumen gab es früher in deinem Garten?
• Gab es Blumen, die du besonders mochtest?
• Wurden bei euch Blumen zu bestimmten Festen gepflückt?
• Erinnerst du dich an einen Frühlingsstrauß aus deiner Kindheit?
Mitmachideen zur Geschichte
Lieblingsblume finden
Gehe nach draußen oder schaue dir Bilder an:
Welche Frühlingsblume gefällt dir am besten?
Male sie oder beschreibe sie.
Blumen vergleichen
Nimm zwei Blumen (oder Bilder davon) und vergleiche:
Welche ist größer? Welche hat mehr Farben? Welche duftet?
Frühling entdecken
Halte beim Spazierengehen Ausschau nach den ersten Blumen.
Wo wachsen sie? Wer besucht sie – vielleicht eine Biene?
Blumenstrauß gestalten
Male einen Frühlingsstrauß.
Dürfen Narzissen und Tulpen zusammen hinein?
Oder gibst du jeder Blume ihren eigenen Platz?
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Wusstest du schon?
• Narzissen nennt man auch Osterglocken, weil sie oft zur Osterzeit blühen
• Tulpen stammen ursprünglich aus der Türkei und kamen erst später nach Europa
• Sowohl Narzissen als auch Tulpen wachsen aus Zwiebeln, die im Boden überwintern
• Narzissen sind giftig und sollten nicht gegessen werden
• Tulpen wachsen nach dem Schneiden in der Vase oft noch weiter in die Höhe
• Im Frühling sind Blumen wichtig für Bienen und andere Insekten, weil sie Nahrung finden
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Zwei Sachtexte
Erweiterter Sachtext zur Geschichte: Ein Streit ohne Gewinner
Streit gehört zum Leben dazu.
Auch Menschen streiten – genau wie die Narzisse und die Tulpe.
Oft geht es dabei um die Fragen:
„Wer ist besser?“
„Wer ist schöner?“
„Wer hat recht?“
Solche Fragen aber führen selten zu einer guten Lösung.
Viele Dinge lassen sich nämlich gar nicht miteinander vergleichen.
Eine Narzisse blüht früh im Jahr und bringt den ersten Frühlingsgruß.
Eine Tulpe leuchtet später in vielen Farben und schmückt Gärten und Parks.
Beide sind wichtig.
Beide sind schön.
Und doch sind sie ganz verschieden.
Ein Streit entsteht oft dann, wenn man nur auf Unterschiede schaut und darüber vergisst, dass Vielfalt etwas Wertvolles ist.
Manchmal hilft es, sich zu fragen:
Muss ich wirklich besser sein als andere?
Oder darf ich einfach ich selbst sein?
Nicht jeder Streit muss gelöst werden.
Manchmal reicht es, einander stehen zu lassen so wie die Narzissen und die Tulpen.
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Erweiterter Sachtext: Narzissen und Tulpen in der Vase
Viele Menschen stellen im Frühling gerne bunte Blumensträuße zusammen.
Doch bei Narzissen und Tulpen sollte man vorsichtig sein.
Narzissen geben nach dem Anschneiden ihrer Stiele einen Schleimstoff ins Wasser ab.
Dieser Stoff enthält Substanzen, die für andere Blumen schädlich sein können.
Besonders Tulpen reagieren empfindlich darauf:
Sie nehmen den Stoff über das Wasser auf und beginnen schneller zu welken. Ihre
Stiele werden weich und die Blüten verlieren ihre Kraft
Darum sagt man oft: „Narzissen und Tulpen vertragen sich nicht in der Vase.“
Es gibt aber einen kleinen Trick:
Stelle die Narzissen zuerst einige Stunden allein ins Wasser, wechsle dann das Wasser und stelle erst dann andere Blumen dazu.
Oder gib Tulpen und Narzissen einfach getrennt zwei Vasen. So bleiben beide länger frisch und jede kann für sich wirken.
(Und sie müssen nicht streiten … 😉)
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Die bekanntesten Frühlingsblumen im Vergleich
Im Frühling blühen viele verschiedene Blumen.
Die Narzisse gehört zu den ersten. Schon früh im Jahr öffnet sie ihre gelben oder weißen Blüten. Viele nennen sie auch Osterglocke, weil sie oft rund um die Osterzeit blüht. Ihr Duft ist zart und typisch für den Frühling.
Die Tulpe kommt etwas später. Dafür überrascht sie mit einer großen Farbenvielfalt: Rot, Gelb, Rosa, Weiß oder sogar fast Schwarz. Tulpen stehen gern in Gärten und Parks und bringen dort leuchtende Farbtupfer in die Landschaft.
Auch andere Frühlingsblumen sind wichtig:
Das Schneeglöckchen wagt sich oft schon durch den Schnee ans Licht.
Der Krokus bringt mit seinen violetten, gelben oder weißen Blüten die ersten kräftigen Farben.
So hat jede Blume ihre eigene Zeit und ihre eigene Stärke.
Zusammen machen sie den Frühling bunt und lebendig.
© Elke Bräunling
AUSMALBILD





So schön, wie du die Blumen zum Leben erweckst und ihnen ein Gesicht gibst! <3
Danke, Katrin. Diese Geschichte ist ein älteres Gemeinschaftswerk mit Regina. Es hat Spaß gemacht, sie zu entwickeln.
Lieber Gruß zu dir
Ele
<3