Der kleine Bär und der Blumenstrauß *

Der kleine Bär und der Blumenstrauß

Blumenmärchen mit bunten Bildern

titelbild + text + illustration "kleiner Bär sitzt vor einer blauen Blüte, die ein Gesichtchen hat. er staunt.„Wer Blumen liebt, hört sie flüstern.“

Ein liebevolles Frühlingsmärchen über Achtsamkeit, Natur und das richtige Schenken.
Der kleine Bär möchte seiner Mama eine Freude machen und lernt dabei, dass wahre Geschenke manchmal nicht gepflückt werden, sondern wachsen dürfen.
Mit Erstlesefassungen, Silbenschrift, großer Fragerunde, Fantasiereise, Sachtexten, Mitmachideen und Ausmalbildern für Kinder und alle, die mit dem Herzen sehen.

Inhalt

🌼 Originalgeschichte
📖 Leichte Erstleserfassung
📚 Erstleserfassung Grundschule
🔤 Silbenschrift
💬 Große Fragerunde
🌿 Fantasiereise
🌍 Sachtext: Blumen pflücken
🌬️ Sachtext: Pusteblumen
🎨 Mitmachidee
💛 Mini-Impuls
🖍️ Ausmalbilder

 

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Der kleine Bär und der Blumenstrauß

Illustration Kleiner Bär auf Waldwiese, die ist voller Frühlingsblumen„Der Mai ist der Blumenmonat“, hatte der kleine Bär gehört. Deshalb machte er sich auf Blumensuche. Für Mama Bär wollte er einen großen bunten Blumenstrauß pflücken mit den schönsten Blumen, die er nur finden konnte.
Und es stimmte. Überall im Wald, auf der Wiese, auf den Feldern und vor allem auch in den benachbarten Menschengärten blühte es kunterbunt in den prächtigsten Farben: rot, gelb, weiß, blau, lila, rosa, pink, orange, gräsergrün und bunt, bunt, bunt. Blumen, nichts als Blumen. Eine schöner als die andere. Und wie sie dufteten! Süß und lockend.
Und weil die Blumen dem kleinen Bären alle so lieb zulachten, konnte er sich nicht entscheiden, welche er für seinen Strauß wählen sollte. Die Margeriten und Glockenblumen vielleicht? Oder der wilde Flieder? Die ersten Rosen oder die Holunderdolden? Es fiel dem kleinen Bären sehr schwer, sich zu entscheiden.
„Nehme ich von jeder Blüte eine“, beschloss er.
Illustration Kleiner Bär auf Waldwiese, vor einer blauen Blume mit GesichtEr beugte sich über einen blauen Wiesensalbei und wollte ihn gerade pflücken. Plötzlich glaubte er eine Stimme „Halt! Tu es nicht! Lass mich noch ein Weilchen leben!“ rufen. Sie klang bittend und flehentlich, die Stimme.
Der kleine Bär schaute erschrocken auf den Wiesensalbei.
„Gut! Gut!“, murmelte er. „Dann nehme ich eben eine Margerite.“
Wieder streckte er die Pfote aus – und wieder hörte er ein Stimmchen, das wie von weit weg „Ich möchte noch ein Weilchen die Sonnenstrahlen spüren“ rief.
„Darf ich dich pflücken, Grashalm? Deine Blüten haben hübsche weiße Tupfer“, versuchte es der kleine Bär zum dritten Mal.
„Später“, bat der Grashalm. „In drei, vier oder fünf Tagen. Aber lass mich jetzt bitte noch ein wenig den Wind spüren.“

Illustration Kleiner Bär auf Waldwiese, pustet PusteblumenHm. Der kleine Bär sah sich um auf der Wiese und es begriff, wie sehr die Blumen und Grashalme ihr Leben hier liebten.
„Ich glaube“, überlegte er laut. „Ich werde keinen Blumenstrauß pflücken. Das macht euch traurig und mich auch. Aber was soll ich nun Mama Bär schenken?“
„Uns! Uns! Uns!“, hallte es da von allen Seiten, von der Wiese und vom Feld, vom Waldrand und von den Menschengärten her.
Suchend sah sich der kleine Bär um. „Wer seid ihr? Ich sehe euch nicht!“
„Hier sind wir und Löwenzahn-Pusteblumen sind wir! Pflücke uns und puste unsere Samenfallschirme überall hin rund um deine Bärenhöhle und in den Wald, auf Wiesen, Felder und auch in die Menschengärten. Im nächsten Jahr werden wir dir mit vielen kleinen gelben Blütensonnen ein Dankeschön zuwinken.“
Illustration Kleiner Bär auf Waldwiese, die ist voller Pusteblumen. Er hält einen Pusteblumenstrauß im Arm und lachtPusteblumen und Samenfallschirme und Blütensonnen? Ja, die Idee gefiel dem kleinen Bären gut. Sehr gut sogar. So gut, dass er in den nächsten Tagen viel zu tun hatte mit Pusteblumen sammeln und in die Welt zu pusten.
„Ich freue mich schon auf nächstes Jahr“, rief der kleine Bär. Er lachte. Und wenn er nun lauschte, konnte er sie mitlachen hören, die Blumen und Gräser im Wald und auf den Wiesen rund um die Bärenhöhle.
Und Mama Bär?
Ihr pflückte er eine besonders schöne und große Pusteblume und trug sie ganz vorsichtig nach Hause. Gemeinsam würden sie sie dann auspusten.
Ob sich Mama Bär darüber freute?

© Elke Bräunling

 

Hier erzählt dir Eddie Edler die Geschichte. Hab Freude daran!

 

 

Leichte Erstleserfassung

Der kleine Bär und der Blumenstrauß

Der kleine Bär möchte seiner Mama etwas schenken.
Er sucht Blumen auf der Wiese.
Viele Blumen blühen.
Sie sind bunt und duften gut.
Der kleine Bär will sie pflücken.
Doch da hört er Stimmen.
„Lass mich noch ein bisschen leben“, sagt eine Blume.
„Es ist so schön auf unserer Wiese“, ruft eine andere Blume.
„Das Leben ist so schön hier!“, sagt eine dritte.
Der kleine Bär erschrickt.
Auch andere Blumen bitten ihn:
„Bitte pflücke uns nicht.“
Der kleine Bär denkt nach.
Er möchte die Blumen nicht traurig machen.
Er möchte sie nicht pflücken.
Da hört er neue Stimmen:
Es sind die Pusteblumen.
Laut rufen sie: „Pflücke uns!
Hörst du, kleiner Bär! Pflücke uns!“
Der kleine Bär lacht.
Dann pustet er die Samen in die Luft.
Sie fliegen weit.
Er freut sich.
Im nächsten Jahr werden viele neue Löwenzahn-Pusteblume wachsen.
Und Mama Bär?
Ihr pflückt er eine besonders schöne und große Pusteblume.
Ganz vorsichtig trägt er sie nach Hause.
© Elke Bräunling

 

Erstleserfassung für die Grundschule

Der kleine Bär und der Blumenstrauß

Der kleine Bär hat gehört, dass der Mai der Blumenmonat ist.
Darum möchte er seiner Mama einen bunten Blumenstrauß schenken.
Auf der Wiese sieht er viele schöne Blumen.
Sie leuchten in bunten Farben und duften wunderbar.
Er möchte eine Blume pflücken.
Doch plötzlich hört er eine Stimme:
„Bitte lass mich noch ein wenig leben.“ Es ist eine Blume, die das sagt.
„Es ist so schön auf unserer Wiese“, ruft eine andere Blume.
„Das Leben ist so schön hier!“, sagt eine dritte.
Der kleine Bär staunt.
Auch andere Blumen bitten ihn, sie nicht zu pflücken.
Da versteht er:
Die Blumen gehören hierher.
Sie möchten weiter wachsen.
Der kleine Bär überlegt:
Ein Blumenstrauß würde die Blumen traurig machen.
Aber dann hat er keinen Blumenstrauß für Mama Bär.
Da hört er die Pusteblumen rufen:
„Pflücke uns! Hörst du, kleiner Bär! Pflücke uns!“
Und sie bitten ihn, ihre Samen in die Luft zu pusten.
Das macht der kleine Bär.
Die Samen fliegen weit.
Er freut sich. Und er weiß:
Im nächsten Jahr werden hier viele neue Blumen blühen.
Und Mama Bär?
Ihr pflückt er eine besonders schöne und große Pusteblume.
Ganz vorsichtig trägt er sie nach Hause.
Gemeinsam werden sie sie auspusten.
© Elke Bräunling

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Silbenschrift

Der kleine Bär und der Blumenstrauß

Der klei-ne Bär möch-te sei-ner Ma-ma et-was schen-ken.
Er sucht Blu-men auf der Wie-se.
Vie-le Blu-men blü-hen.
Sie sind bunt und duf-ten gut.
Der klei-ne Bär möch-te sie pflü-cken.
Doch da hört er Stim-men.
„Lass mich noch ein Weil-chen le-ben“, sagt ei-ne Blu-me.
„Es ist so schön auf un-se-rer Wiese“, ruft eine an-dere Blu-me.
„Das Le-ben ist so schön hier!“, sagt eine drit-te.
Der klei-ne Bär er-schreckt sich.
Auch an-de-re Blu-men bit-ten ihn:
„Bit-te pflü-cke uns nicht.“
Der klei-ne Bär denkt nach.
Da hö-ren sie neue Stim-men:
„Pflü-cke uns!“, ru-fen die Pus-te-blu-men.
Der klei-ne Bär pus-tet die Sa-men in die Luft.
Sie flie-gen weit.
Im nächs-ten Jahr wach-sen vie-le neue Blu-men.
Und Mama Bär?
Ihr pflückt er eine be-son-ders schö-ne und gro-ße Pus-te-blu-me.
Ganz vor-sich-tig trägt er sie nach Hau-se.
© Elke Bräunling

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Große Fragerunde

🌱 Zum Verstehen
• Was wollte der kleine Bär seiner Mama schenken?
• Warum konnte er sich nicht entscheiden?
• Was sagen die Blumen zu ihm?
• Warum pflückt er keinen Strauß?
• Was macht er stattdessen?
🌼 Zum Nachdenken
• Findest du es richtig, dass der kleine Bär keine Blumen pflückt?
• Warum möchten die Blumen weiterleben?
• Was ist wichtiger: ein Geschenk oder Rücksicht?
💛 Gefühle & Sinne
• Wie fühlt sich der kleine Bär, als er die Stimmen hört?
• War er zuerst froh oder unsicher?
• Wie fühlt er sich am Ende?
🌍 Weiterdenken
• Wozu sind Blumen in der Natur wichtig?
• Wer braucht Blumen außer uns?
• Was passiert, wenn man zu viele Blumen pflückt?
🎁 Übertragungsfrage
• Was könntest du jemandem schenken, ohne etwas kaputt zu machen?

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Einfache Fantasiereise: Auf der Blumenwiese

Setze dich bequem hin.
Schließe deine Augen.
Atme ruhig ein …
und aus.
Stell dir vor:
Du stehst auf einer großen Wiese.
Überall blühen Blumen.
Bunte Farben leuchten.
Du gehst langsam durch das Gras.
Es kitzelt an deinen Füßen.
Ein leichter Wind weht.
Die Blumen bewegen sich sanft.
Du beugst dich zu einer Blume.
Ganz vorsichtig.
Sie duftet süß.
Vielleicht hörst du ein leises Flüstern:
„Schön, dass du da bist.“
Du lächelst.
Die Sonne wärmt dein Gesicht.
Ein paar Samen fliegen durch die Luft.
Ganz leicht.
Ganz frei.
Du schaust ihnen nach.
Und du spürst:
Alles wächst.
Alles lebt.
Du bist mitten darin.
Atme noch einmal tief ein …
und aus.
Und öffne langsam deine Augen.

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Einfacher Sachtext: Warum es keine gute Idee ist, Blumen einfach zu pflücken

Blumen sehen wunderschön aus. Sie leuchten in bunten Farben und duften oft ganz toll.
Kein Wunder, dass man sie am liebsten pflücken und verschenken möchte. Doch wenn man eine Blume pflückt, passiert etwas Wichtiges:
Die Blume kann nicht mehr weiterleben.
Sie bekommt kein Wasser mehr aus der Erde. Auch keine Nährstoffe.
Und sie verliert ihr Zuhause und schon nach kurzer Zeit beginnt sie zu welken.
Blumen sind für viele Tiere außerdem sehr wichtig:
Die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sammeln in ihren Blüten Nektar.
Den brauchen sie, um zu leben. Wenn nun viele Blumen gepflückt werden, fehlt den Tieren ihre Nahrung.
Darum ist es oft besser, die Blumen stehen zu lassen.
So können sich alle daran freuen: die Tiere, die Natur und auch wir.
Manchmal ist das schönste Geschenk nämlich nicht das, was man mitnimmt,
sondern das, was man wachsen lässt.

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Einfacher Sachtext: Warum ein Pusteblumenstrauß keine gute Idee ist

Pusteblumen sehen zauberhaft aus. Weit fliegen ihre kleinen weißen Schirmchen im Wind. Doch als Blumenstrauß eignen sie sich nicht gut.
Warum?
Ganz klar: Sie sind nämlich sehr empfindlich. Ein kleiner Windstoß genügt und schon fliegen die Samen davon. Nur ein leerer Stängel bleibt dann übrig.
Ein Pusteblumenstrauß hält also nicht lange. Oft nur ein paar Minuten.
Aber genau das ist auch das Geheimnis der Pusteblumen: Sie sind dafür da, sich zu verbreiten. Wenn du sie pustest, hilfst du ihnen, neue Blumen wachsen zu lassen. Das ist viel wertvoller als ein Blumenstrauß.

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Bewegungsspiel: Pusteblumen im Wind

Alle Kinder stehen im Raum.
Ein Kind ist der „Wind“.
Die anderen sind „Pusteblumen“.
Die Pusteblumen stehen still mit ausgestreckten Armen.
Der Wind bewegt sich langsam durch den Raum.
Wenn er an einer Pusteblume vorbeikommt,
beginnt sie sich leicht zu bewegen.
Dann immer mehr:
🌬️ wackeln
🌬️ drehen
🌬️ durch den Raum schweben
Am Ende fliegen alle frei im Raum herum wie Samen.
Dann ruft jemand:
„Neue Wiese!“
Alle bleiben stehen und „wachsen“ wieder vom neuem.

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Mitmachidee: Ein Geschenk wie der kleine Bär

Statt Blumen zu pflücken:
👉 sammle:
• schöne Blätter
• kleine Steine
• Federn
• Zweige
👉 oder:
• male ein Bild
• bastle eine Karte
• schreibe (oder sage) liebe Worte
👉 oder:
• pflanze selbst etwas!
So entsteht ein Geschenk, das bleibt.

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Mini-Impuls: Ein gutes Geschenk

Der kleine Bär hat etwas Wichtiges gelernt:
Ein Geschenk ist nicht nur etwas, das man überreichen kann.
Nein. Ein gutes Geschenk macht Freude, ohne anderen zu schaden.
Manchmal ist es sogar schöner, etwas wachsen zu lassen, anstatt es zu pflücken oder mitzunehmen.
Vielleicht ist ein Lächeln ein Geschenk. Oder Zeit. Oder eine kleine Hilfe.
Auch ein gepusteter Samen kann ein Geschenk sein. Es ist ein Geschenk für morgen. Was heute klein beginnt, kann nämlich später groß werden.
Genau das macht etwas Besonderes aus deinem Geschenk.

© Elke Bräunling

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AUSMALBILDER

Ausmalbild: Kleiner Bär möchte eine Blume mit vielen Glückchen pflücken, doch die ruft: HALT!

Ausmalbild Kleiner Bär pustet eine Löwenzahnblüte

Ausmalbild Kleiner Bär läuft lachend über die Wiese mit einem dicken Pusteblumenstrauß

 

Mehr Frühlingsabenteuer mit dem kleinen Bären:

Aus dem Buch:

VON FRÜHLINGSBÄREN, BLÜTENZAUBER, BIENEN UND OSTERHASEN
Das neue Buch und Hörbuch
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